Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden

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PTA-Aktuell geht in einem informativen Beitrag zum Thema Venenerkrankungen auch auf Heilpflanzen-Anwendungen ein.

„Zum Schutz vor Ödemen und zur Linderung der subjektiven Beschwerden werden neben der Kompressionstherapie verschiedene, vor allem pflanzliche Arzneimittel eingesetzt. In erster Linie enthalten sie flavonoidhaltige Extrakte aus rotem Weinlaub, Rosskastaniensamen, Mäusedornwurzelstock und Buchweizenkraut. Auch aus diesen Pflanzen isolierte Stoffe oder Stoffgemische, wie die Flavonoide Aescin, Troxerutin und Rutosid werden verwendet.“

Damit sind die wichtigsten Heilpflanzen zur Linderung von Venenbeschwerden aufgeführt. Aescin als Wirkstoff aus den Rosskastaniensamen ist allerdings ein Saponin und kein Flavonoid.

„Besonders gut untersucht ist der Extrakt aus dem roten Weinlaub. Für die Wirksamkeit bei Venenerkrankungen von Bedeutung sind die Inhaltsstoffe Kämpferol, Isoquercitrin und Quercetin, die in der Pflanze als Glykoside vorliegen. Sie werden aus dem Magen-Darm-Trakt gut resorbiert und greifen in den Entzündungsprozess und die Ödembildung der erkrankten Venen ein. In einer In-vitro-Studie konnte gezeigt werden, dass sich die venöse Endothelschicht, deren Barrierefunktion durch den Angriff von aktivierten Leukozyten und Thrombozyten zusammengebrochen war, unter dem Einfluss der im roten Weinlaub enthaltenen Flavonoide regenerierte. Wurde der rote Weinlaubextrakt vor dem Angriff der aktivierten Blutkörperchen appliziert, so schützte er die Endothelschicht. Auch in vivo ließen sich diese Effekte bestätigen. Auf biochemischer Ebene konnte eine Interaktion der Flavonoide mit entzündungsfördernden Mediatoren nachgewiesen werden.

Das Wirkprinzip des roten Weinlaubs kann am besten mit der Abdichtung des Venenendothels beschrieben werden. Vor allem die systemische Behandlung mit rotem Weinlaub, aber auch anderen flavonoidhaltigen Pflanzenextrakten oder isolierten Inhaltsstoffen sind eine sinnvolle und gut verträglich adjuvante Maßnahme bei Varikosis und chronisch venöser Insuffizienz, die Sie zusätzlich zur Kompressionstherapie oder wenn diese kontraindiziert ist, empfehlen können.“

Der Wissensstand zur Wirkungsweise des Roten Weinlaubs wird hier gut zusammengefasst.

„Venensalben oder -gele enthalten meist Heparin in unterschiedlichen Konzentrationen oder ebenfalls flavonoidhaltige Pflanzenextrakte. Inwieweit sie die Haut durchdringen und an den Zielort gelangen können, ist umstritten. Sie sind aber dennoch beliebt, vermutlich weil das Cremen und Massieren der Beine ein angenehmes Gefühl vermittelt.“

Dem kann nur zugestimmt werden. Venensalben und Venengele sind beliebt und wer durch sie Linderung findet, kann sie auch anwenden.

Ob die Wirkstoffe aber die Haut durchdringen und in den Venen tatsächlich eine positive Wirkung entfalten können, scheint mir ebenfalls fraglich.

Quelle:

http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7144-Venen/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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