Erfolg mit Artischocken-Extrakt bei Dyspepsie (Verdauungsstörungen)

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Eine neue Praxisstudie zeigt den Nutzen eines Artischockenblätter-Spezialextraktes bei funktioneller Dyspepsie – unabhängig davon, ob zuvor andere Magen-Darm-Mittel angewandt wurden oder nicht.

In der sechswöchigen Studie haben 118 Patienten mit funktioneller Dyspepsie täglich im Mittel 2 x 2 Kapseln Hepar-SL® forte (in der Schweiz: Hepa-S) eingenommen, teilt das Unternehmen Klosterfrau mit. Für 58 Studienteilnehmer war es die Ersttherapie, 60 hatten im vergangenen Jahr wegen ihrer Dyspepsie schon andere Mittel angewandt.

In die Studie seien dabei auch Patienten aufgenommen worden, die auf vorherige Behandlung nicht angesprochen hätten, so der Hersteller. Bewertet wurde der Effekt auf charakteristische Dyspepsie-Symptome wie Druck- und Völlegefühl, saures Aufstoßen oder Blähungen – jeweils anhand einer Skala von 0 (= nicht vorhanden) bis 3 (= stark ausgeprägt).

In Übereinstimmung mit früheren Studien seien Blähungen, Völlegefühl sowie Oberbauchschmerzen im Vordergrund der Symptomatik gestanden – und damit die charakteristischen Folgeerscheinungen einer gestörten Fettverdauung durch mangelnden Gallefluss, so der Hersteller.

Diese Symptome seien mit dem Spezialextrakt hochsignifikant reduziert worden – und zwar unabhängig von einer möglichen Vorbehandlung. Bei den genannten Hauptsymptomen sowie in puncto „nicht-saures Aufstoßen“ habe die Verbesserung zwischen 1 und 1,7 Skalenpunkten ausgemacht.

Im Endresultat seien alle Symptome am Schluss der Studie „nicht vorhanden“ bis „leicht ausgeprägt“ gewesen. Unabhängig von einer eventuellen Vorbehandlung hätten 93 Prozent der Studienteilnehmer auf die Behandlung mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt angesprochen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/magen_darm/article/646924/erfolg-extrakt-artischocken-dyspepsie.html?sh=16&h=1485292780

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich halte ich Artischocke für eine gute Option bei funktioneller Dyspepsie.

Und der untersuchte Artischocken-Trockenextrakt gehört zu den gut dokumentierten Heilpflanzen-Präparaten in der Phytotherapie.

Die beschriebene Studie scheint mir allerdings nicht sehr überzeugend.

Funktionelle Dyspepsie bessert oft nach einer gewissen Zeit von selbst oder zeigt zumindestens einen schwankenden Verlauf im Symptomenbild.

Wie also soll ohne eine Placebo-Kontrollgruppe  zu beurteilen sein, ob eine beobachtete Besserung vom angewandten Artischocken-Präparat, durch das natürliche Abklingen der Beschwerden oder durch den schwankenden Verlauf verursacht worden ist?

Ich frage mich zudem, ob Artischocken-Extrakt in Kapsel-Form für die Behandlung der funktionellen Dyspepsie ideal ist, weil wahrscheinlich ein Teil der günstigen Artischockenwirkung  sensorisch über die Geschmacksnerven ausgelöst wird. Diesen Ansatzpunkt verpasst man mit einer Kapsel. Ich würde also auch Artischocken-Frischpresssaft, Artischockentinktur oder Artischockentee in Betracht ziehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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