Abführmittel nicht längerfristig einnehmen

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Rezeptfreie Abführmittel sollten stets nur kurzfristig angewendet werden. Wird dies nicht beherzigt, können diese Medikamente zur Verstopfung führen. Davor warnte Professor Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Abführmittel mit den synthetischen Wirkstoffen Bisacodyl und Natriumpicosulfat und auch einige Pflanzenextrakte können bei langfristiger Einnahme oder Missbrauch zu einem Kaliumverlust führen, der eine Darmträgheit bewirken kann. Sie sollten daher in der Selbstmedikation höchstens zwei Wochen lang angewendet werden. Eine erneute Einnahme sollte frühestens zwei bis drei Tage nach erfolgter Darmentleerung geschehen

.

Bestehen die Beschwerden schon länger als drei Monate und treten gleichzeitig Schmerzen auf oder wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab, ist ein Arzt zu konsultieren. Empfielt der Mediziner eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln, eignen sich am besten Quellstoffe wie Flohsamenschalen oder geschrotete Leinsamen. Parallel zu deren Einnahme ist viel Wasser zu trinken. Eine längerfristige Behandlung soll laut dem Deutschen Apothekerverband auch mit Mitteln basierend auf Wirkstoffen wie Lactulose oder Macrogol möglich sein. Sie binden Wasser im Darm, wodurch auch der Darminhalt weicher wird. Ein Ammenmärchen ist es laut AMK dagegen, dass man sich durch eine Verstopfung innerlich vergiften kann und dass Abführmittel zur „Blutentgiftung“ dienen. Abführmittel helfen auch nicht als Schlankheitsmittel zur Gewichtsreduktion.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/12/20110426/thl-abfuehrmittel-nur-kurzfristig-einneh-d343981.html

Kommentar & Ergänzung:

Es kann nicht oft genug betont werden, dass Abführmittel zur Gewichtsreduktion unwirksam und unsinnig sind. Im Umfeld von Magersucht (Anorexie) kommt es häufig zu starkem Abführmittelmissbrauch, wobei auch Heilpflanzen wie Sennesblätter / Sennesfrüchte konsumiert werden.

Völlig unsinnig ist auch der Einsatz von Abführmitteln zur „Blutreinigung“ oder „Entschlackung“

Siehe dazu auch:

Pflanzenheilkunde: Fragwürdige Blutreinigungstees

Entschlackung – unnötig und ungesund

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung: Illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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