Phytotherapie: Appetitmangel bei Chemotherapie

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Ein Problem von Krebspatienten mit Chemotherapie ist der Appetitmangel.

Im „Phytoforum“ der „Ärztezeitung“ wurde die Frage gestellt, ob es Phytopharmaka gebe, die appetitanregend wirken.

Professor Karin Kraft, Lehrstuhl für Naturheilkunde Universität Rostock, antwortet darauf:

„Es gibt eine Vielzahl von Phytopharmaka, die aufgrund ihres Bitterstoffgehaltes appetitanregend wirken. Bei Malignomen eignen sich besonders Galgantwurzelstock oder Kalmuswurzelstock, die besonders wohlschmeckend sind.“

Kraft empfiehlt die Anwendung von Tinkturen, die in der Apotheke erhältlich sind:

„Bei Galgantwurzelstock 3x tgl. 10 Tropfen in etwas angewärmtem Wasser 15 Minuten vor den Mahlzeiten, bei Kalmuswurzelstock 3x tgl. 20-30 Tropfen in einem Glas Wasser vor den Mahlzeiten. Man sollte, wenn der Patient auf die eine Tinktur nicht mehr anspricht, jeweils auf die andere wechseln.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/647657/phyto-forum-pflanzlich-appetitmangel-chemotherapie.html

Kommentar & Ergänzung:

Was genau ist Galgant?

„Der Echte Galgant (Alpinia officinarum), auch Galgantwurzel, Kleiner Galgant, Galgant oder Siam-Galgant genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört. Er wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Galgant ist auf Hainan (China) heimisch und wird dort sowie in Thailand und ganz Südostasien angebaut.

Und wozu wird Galgant verwendet?

„Das bis zu einem Meter lange Rhizom wird als Speisegewürz verwendet. Es riecht würzig und schmeckt bitter aromatisch sowie schwach brennend, erinnert etwas an Ingwer. Galgant ist Bestandteil von Gewürzmischungen (zum Beispiel Curry oder Leberwurstgewürz) und wird auch bei der Herstellung von Kräuterlikören geschätzt.

Die Pflanzenheilkunde verwendet das im Rhizom vorhandene ätherische Öl mit Gingerolen, Galangol, Flavonoiden und Gerbstoff. Neben der Anregung der Verdauung wirken die Inhaltsstoffe krampflösend sowie bakterien- und entzündungshemmend. Dadurch bietet sich eine Verwendung bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magendarmbereich an.“

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar und Ergänzung:

Galgant wird schon im 9. Jahrhundert erwähnt als kostbare Heilpflanze, sich hohe geistliche und weltliche Würdenträger gegenseitig zum Geschenk machten.

Hildegard von Bingen widmet dem Galgant ein umfangreiches Kapitel. Sie empfiehlt die Heilpflanze bei Fieber, Rückenschmerzen, Seitenschmerzen, Herzleiden, üblem Mundgeruch, Heiserkeit, Krankheiten der Eingeweiden, Milzleiden, Gehörstörungen, nachlassende Geistes- und Sinnenkraft.

Heute gilt  Galgant dagegen hauptsächlich aufgrund der scharf-aromatischen Inhaltsstoffe als appetitanregendes , die Magensaftsekretion und Verdauung günstig beeinflussendes Mittel.

Und was ist Kalmus?

„Der (Indische) Kalmus (Acorus calamus) ist eine Sumpfpflanzenart aus der Gattung Kalmus (Acorus). Die Art stammt ursprünglich aus Asien und wurde etwa im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa eingebürgert. Heute ist sie auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet.“

(Quelle: Wikipedia)

Die Inhaltsstoffe von Kalmus:

„Die Blätter enthalten bis zu 20 % Stärke, hinzu kommen 1,5–3,5 % Ätherisches Öl, unter anderem Asaron und Eugenol, sowie verschiedene Gerb- und Bitterstoffe, unter anderem Acoron.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Verwendung von Kalmus:

„Kalmus ist eine traditionelle Medizinpflanze der asiatischen Medizin. Auch von indigenen Völkern Nordamerikas wird Kalmus für medizinische Bäder, Räucherungen sowie für Teezubereitung und als Gewürz verwendet.

Vom Kalmus wird der Wurzelstock (Calami rhizoma) verwendet, der im September und Oktober geerntet wird. Aus den Rhizomen wird das Kalmusöl gewonnen, das in der Heilkunde und bei der Parfüm- und Likörherstellung (hier hauptsächlich für Magenbitter) verwendet wird. Kalmus gilt als kräftigend und appetitanregend. Wie der echte Ingwer kandiert, wird die Wurzel auch als „Deutscher Ingwer“ gegessen. Eine Kalmus-Tinktur ist auch in dem Getränk Coca-Cola enthalten.

Das Kauen der Wurzel kann stimmungsaufhellend sein und in höherer Dosis leichte Halluzinationen verursachen. Verantwortlich hierfür sind die enthaltenen Asarone. Diese besitzen eine dem Meskalin ähnliche Struktur. Der Wurzel und dem Inhaltsstoff Asaron werden aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben. Der Wirkstoff ist allerdings giftig und die Wirkung ist wissenschaftlich nicht gesichert.“

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar & Ergänzung:

Fragezeichen würde ich setzten bezüglich dem Auslösen von leichten Halluzinationen und bezüglich einer Wirkung als Aphrodisiakum.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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