Phytotherapie: Zur widersprüchlichen Studienlage bei Echinacea

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Echinacea (Sonnenhut)  ist wohl die bekannteste Heilpflanze zur Immunstimulation. In letzter Zeit haben widersprüchliche Studienergebnisse für Verwirrung gesorgt. Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin, hat sich in der „Welt“ damit auseinandergesetzt:

„Echinacea ist kein Neuzeitmittel. Schon die Indianer Nordamerikas kauten früher bei fieberhaften Erkrankungen und bei schlechter Wundheilung die Echinacea-Wurzeln. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien zu dieser Pflanze aus der Familie der Korbblütler, mal mit positiven und mal mit negativen Ergebnissen. Der Vergleich ist schwierig, weil das Studiendesign mitunter stark variiert. Ein weiteres Problem liegt in der genauen Definition einer Erkältung und der objektiven Beurteilung subjektiv empfundener Symptome. Darüber hinaus gibt es drei medizinisch interessante Echinacea-Arten: E. purpurea, E. pallida und E. angustifolia. Die Unterschiede sind groß, zudem werden manchmal die Wurzeln, manchmal der oberirdische Spross verarbeitet – dazu verschiedene Dosierungen der Präparate.“

Dazu kommt noch, dass es bei den Echinacea-Präparaten grosse Unterschiede bei der Herstellung gibt: Frischpflanzenpresssaft, Tinktur, Frischpflanzentinktur, Trockenextrakt – das ergibt auch unterschiedliche Präparate. So lassen sich Erfolge oder auch Misserfolge, die ein Echinacea-Präparate in einer Studie zeigt,  nicht einfach auf andere Präparate übertragen.

„Entsprechend unterschiedlich fallen die Studienergebnisse aus. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben drei Forschergruppen sich zahlreiche Studien vorgeknöpft und übergreifend neu bewertet. Der an der Peninsula Medical in Exeter arbeitende Experte für komplementäre Medizin, Professor Edzard Ernst, zieht eine positive Bilanz: ‚Es ergibt sich ein positives Urteil. Echinacea verkürzt die Dauer und verhindert den Ausbruch von Erkältungen, wenn auch nur marginal im Vergleich zu Placebos.’“

Ernst zieht diesen Schluss aus dem Resultat von Metastudien. Dazu werden alle verfügbaren Studien, welche bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, zusammengefasst.

Ernst macht aber auch eine wichtige Einschränkung:

„Er rät aber nur zum Einsatz im Krankheitsfall: ‚Eine Stimulation des Immunsystems ist nur nützlich, wenn es in irgendeiner Weise geschwächt ist. Es kann auch problematisch sein und unerwünschte Effekte nach sich ziehen, wenn ein optimal arbeitendes Immunsystem weiter angeregt wird.’“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article2212663/Die_Heilkraft_der_Kraeuter_und_was_dahinter_steckt.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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