Archive for März, 2011

Heilpflanzen & Wechselwirkungen (Interaktionen)

Mittwoch, März 30th, 2011

In der Zeitschrift Der Hausarzt  (2010/14:  31-36) veröffentlichte Dr. med. Berthold Musselmann, Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren, über die Möglichkeiten der Phytotherapie.

Ein Abschnitt darin handelt von potenziellen Wechselwirkungen von Heilpflanzen mit anderen Arzneimitteln:

„Bei der Verordnung von Phytopharmaka sind mögliche Interaktionen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen, die in erster Linie auf die synthetischen Pharmaka mit ihren isolierten Einzelsubstanzen in hohen Dosen zurückgehen. Werden Phytopharmaka mit ihrer großen Bandbreite an Wirkstoffen zusammen mit hochdosierten Einzelstoffen gegeben, kann es durch Interaktionen im Cytochrom-P-Oxidase-System (besonders Induktion der CYP-450 3A4) zu relevanten Wechselwirkungen kommen.“

Der Autor geht auf wichtige Beispiele ein:

„Ein inzwischen gut belegtes Beispiel ist Johanniskraut- Extrakt, der die Wirkung von Cyclosporin, Digoxin, Indinavir, Amitriptylin, Midazolam u. a. vermindern kann. Aber auch Nahrungsmittel wie Grapefruit haben ein erhebliches Wechselwirkungspotenzial: Die Wirkung von Statinen, Sertralin, Sildenafil, Tacrolimus, Fluoxetin u. a. kann durch Furanocumarine, die CYP 3A4 hemmen, in den toxischen Bereich angehoben werden. Auch von Koffein, Traubensaft, Kohlgemüse (CYP 1A2), Knoblauch (CYP 3A4), Alkohol, Brunnenkresse (CYP 2E1) sind relevante Arzneimittelinteraktionen bekannt. So kann Brunnenkresse-Extrakt, der bei Bronchitis und Harnwegsinfektionen eingesetzt wird, den Abbau von Paracetamol verlangsamen.“

Quelle:

http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html

Kommentar & Ergänzung:

Das am häufigsten diskutierte Beispiel für Interaktionen zwischen Heilpflanzen und anderen Arzneimitteln ist Johanniskraut.  Im Gespräch ist insbesondere eine mögliche Abschwächung der Wirkung  der Antibaby-Pille durch gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut-Extrakten.

Siehe dazu auch:

Johanniskraut und Antibaby-Pille – Warnungen gerechtfertigt?

Das Zitat macht aber auch deutlich, dass Wechselwirkungen mit Medikamenten auch bei vielen Nahrungsmitteln auftreten können (zum Beispiel Grapefruitsaft, Kohlgemüse, Traubensaft, Knoblauch).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Multiple Sklerose: Marihuana verschlechtert Kognition

Mittwoch, März 30th, 2011

Der langjährige Marihuana-Konsum war in einer kleinen Fall-Kontroll-Studie in Neurology (2011; 76: 1153-1160) bei Patienten mit multipler Sklerose (MS) mit signifikant schlechteren Resultaten in kognitiven Tests verbunden.

Einige MS-Kranke verwenden Marihuana, um Schmerzen zu lindern und Spastiken zu reduzieren.

Die Praxis ist in Deutschland illegal und der medizinische Wert unter Fachleuten umstritten. Jeder mögliche Vorteil müsse zudem sorgfältig gegen die möglichen Konsequenzen für die kognitive Leistungsfähigkeit abgewogen werden, erklärt die American Academy of Neurology in ihrer Pressemitteilung zu den Resultaten einer Studie aus Kanada.

Im Auftrag der dortigen Multiple Sclerosis Society untersuchte Anthony Feinstein von der Universität Toronto 50 MS-Patienten neuropsychologisch. Die Hälfte der Patienten bestand aus langjährigen Marihuana-Rauchern. Im Durchschnitt konsumierten die Probanden die Cannabis-Droge seit 26 Jahren: 18 Patienten erklärten, täglich Marihuana zu rauchen, 6 konsumierten die Droge einmal pro Woche, ein Patient durchschnittlich alle 2 Wochen.

Feinstein stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass die kognitiven Fähigkeiten der Cannabis-Konsumenten signifikant gegenüber den Testresultaten der anderen Gruppe von 25 MS-Patienten abfielen, die niemals Marihuana geraucht hatten.

Diese Nicht-Konsumenten hatten das gleiche Alter und Geschlecht wie die Konsumenten. Auch Ausbildung, IQ vor der Diagnose sowie die Dauer und das Ausmaß der Behinderungen durch die multiple Sklerose waren in beiden Gruppen identisch, was bei Fall-Kontrollstudien eine wichtige Bedingung für einen fairen Vergleich ist.

Feinstein führte eine ganze Anzahl von Tests durch und in vielen blieben die Leistungen der Marihuana-Konsumenten deutlich hinter denen der Vergleichsgruppe zurück. In einem Test zur Denkgeschwindigkeit waren sie zu einem Drittel langsamer, schreibt Feinstein. Die Marihuana-Konsumenten wurden auch zweimal so häufig als kognitiv beeinträchtigt eingestuft, weil sie in zwei oder mehr Aspekten der Intelligenzleistungen Defizite zeigten.

Die Resultate sind für Feinstein auch deshalb beunruhigend, weil es bei 40 bis 60 Prozent der MS-Patienten krankheitsbedingt zu Schwierigkeiten der kognitiven Funktion komme. Dies sollten MS-Patienten nach Ansicht von Feinstein bedenken, wenn sie sich für den Konsum von Marihuana entscheiden.

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45279/Multiple_Sklerose_Marihuana_beeintraechtigt_Kognition.htm

http://www.neurology.org/content/76/13/1153.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Diese Studie basiert zwar auf einer kleinen Anzahl von Teilnehmenden. Trotzdem gibt sie meines Erachtens wichtige Hinweise.

Viele MS-Kranke empfinden eine deutliche Linderung ihrer Spastik-Beschwerden durch Marihuana bzw. Cannabis.

Siehe dazu auch:

US-Studie: Hasch wirksam gegen Spastik bei Multipler Sklerose

US-Regierung genehmigt Marihuana als Heilmittel

Cannabis-Extrakt hilft Multiple-Sklerose-Kranken

Meiner Ansicht nach ist es sehr zu respektieren, wenn Multiple-Sklerose-Kranke ihre Spastik mit Cannabis / Marihuana lindern können und wollen. Und es müsste die Möglichkeit gewährt werden, diese Heilpflanze legal zu nutzen.

Die Studie aus Toronto zeigt allerdings, dass dabei Nutzen und Risiko gut abgewogen werden müssen. Das gilt auch für die erhöhte Psychose-Anfälligkeit, die vor allem bei Jugendlichen Cannabis-Konsumenten beobachtet wurde. Siehe:

Cannabis & Psychose

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Schüssler-Salz Nr. 12, Calcium sulfuricum D6 – ein Wunderheiler?

Mittwoch, März 30th, 2011

Das Schüssler-Salz Nr. 12,  Calcium sulfuricum D6, kann man nach den Angaben einer Schüsslersalz-Website für folgende Anwendungsgebiete einsetzen:

“Abduktionskontraktur, Abhängigkeit, Abszesse, Adduktionskontraktur, Adipositas, Akne, Altersflecken, Angina, Aphten, Badeotitis, Bedrückung, Benignes Prostatasyndrom, Beugekontraktur, Blasenentzündung, Blockierung, Blutgerinnung, Blutvergiftung, Brennen beim Wasserlassen, Bronchitis, Brustentzündung, Brüchige Fingernägel, Brüchige Haare, Cholesteatom, Chronische Bronchitis, Darmausgangs-Fisteln, Eierstocksabszess, Eifersucht, Ekzeme, Empfindsamkeit, Entscheidungsschwäche, Erwachsen werden, Feinsinnigkeit, Fette Haut, Fettsucht, Fisteln, Flexionskontraktur, Furunkel, Fussgelenks-Schmerzen, Gedächtnisschwäche, Gelenkkontraktur, Gelenkrheumatismus, Gelenkversteifung, Gicht, Giftstoffe-Abbau, Glanzlose Haare, Glomerulonephritis, Grind, Grosszehen-Schiefstand, Haar-Spliss, Hallux valgus, Harnbrennen, Herdbedingter Rheumatismus, Kater, Katzenjammer, Kieferhöhlen-Vereiterung, Kiefernhöhlenentzündung, Klarheit, Knorpel-Aufbau, Kontraktur, Kopfekzem, Kopfgrind, Kreativität, Krisenstimmung, Labilität, Laufnase, Lustlosigkeit, Lymphknoteneiterung, Lymphknotenentzündung, Magengeschwür, Mandelabszess, Mandelentzündung, Mandelvereiterung, Milchschorf, Milchstau, Mittelohr-Vereiterung, Mittelohrentzündung, Mumps, Muskelkontraktur, Muskelrheuma, Nasenlaufen, Nebenhöhlenentzündung, Nein-Sagen können, Nierenentzündung, Offene Eiterungen, Offenheit, Ohren-Ekzem, Ohrenekzem, Ohrknorpelentzündung, Ohrmuschelekzem, Ohrmuschelentzündung, Opferhaltung, Osteomyelitis, Otitis externa, Parotitis, Parotitis epidemica, Passivität, Perichondritis, Perlgeschwulst, Pickel, Prostataabszess, Prostataadenom, Prostatabeschwerden, Prostatahyperplasie, Prostatahypertrophie, Prostatavergrösserung, Pseudo-Krupp, Pusteln, Sanftmut, Schlaflosigkeit, Schnupfen, Schulter-Rheuma, Selbsteinschätzung, Selbsterkenntnis, Selbstversorgung, Selbstvertrauen, Sensibilität, Sinnsuche, Sorgen, Spastische Kontraktur, Speicheldrüsenentzündung, Spitzfuss, Stirnhöhlenentzündung, Stockschnupfen, Streckkontraktur, Stumpfe Haare,, Ständiger Harndrang, Surferohr, Taucherohr, Unentschlossenheit, Unfruchtbarkeit, Unglücklichsein, Unsicherheit, Verantwortung, Vitalisierung, Volkmann-Kontraktur, Wachstumsverzögerung, Wertschätzung, Willensschwäche, Wundsein, Zahn-Herde, Zahnungs-Verzögerung, Zahnwurzel-Abszess, Ziegenpeter, Zwanghaftigkeit, Zwänge, Zwölffingerdarmgeschwür, Zystitis, Übergewicht.”

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/mittel/calcium-sulfuricum.htm

Kommentar & Ergänzung:

1. Eine solche grenzenlose Aufzählung von Anwendungsbereichen ist eine Verarschung sondergleichen, doch was soll man dazu schon sagen, wenn so viele Leute sich offenbar verarschen lassen wollen und keinerlei Fragen stellen.

Dass so viele Leute keinerlei Fragen stellen ist allerdings ein spannendes Phänomen. Interessant ist genauer gesagt die Frage, welche Bedürfnisse durch solch absolut simple Wunderheiler gedeckt werden.

2. Wir haben es hier mit einem extremen Beispiel für Indikationslyrik zu tun. Ein Mittel, das für derart viele und unterschiedlichste Krankheiten helfen soll, hilft wohl vor allem gegen die Angst vor Krankheiten.

Nicht zuletzt bietet solche Indikationslyrik aber auch unbegrenzte Anwendungsbereiche und traumhafte Umsatzmöglichkeiten. Bestimmt finden Sie auf der obenstehenden Anwendungsliste ein paar Beschwerden, die auch für Sie relevant sind. Jede/r findet das. Also kann jeder/r Schüssler Salz Calcium sulfuricum D6 brauchen. Aber damit nicht genug: Das trifft auch auf alle anderen Schüssler-Salze zu. Fazit: Jede/r braucht alle Schüssler-Salze!

3. Es stehen reinste Behauptungen da, keinerlei Begründungen für irgendeine der versprochenen Heilwirkungen. Das braucht es auch nicht. Schüssler-Salz-AnhängerInnen verlangen offenbar keine Begründungen und stellen keine Fragen. Sie schlucken brav ihre Tabletten. Wo bitte bleibt da der mündige Patient oder die mündige Patientin? Ich dachte ursprünglich einmal – sehr lange ist es her – Komplementärmedizin strebe nach einem partnerschaftlicheren Verhältnis zwischen der kranken Person und der Fachperson für’s Heilen. Doch bei Schüssler-Salzen braucht es ja nicht einmal mehr eine Fachperson. Die simple Anleitung genügt und eine gläubige Beziehung zur Herstellerfirma. Höriger und „fast-food-mässiger“ geht’s kaum mehr. Alternatives Heilen muss schnell und leicht gehen, ohne Auseinandersetzung mit sich oder dem Heilmittel und vor allem ohne Nachdenken. Das passt optimal zum Zeitgeist.

4. Es soll mir bitte jemand genauer erklären, wie Calcium sulfuricum D6 gegen Rheumatismus, Katzenjammer, Kater, Eifersucht, Eierstockabszess und Willensschwäche wirkt. Nur diese sechs Beispiele mit Begründung. Wie genau wurden diese Heilwirkungen festgestellt? Wie kommt es zu dieser Wirkung?  Da stehen – wie auch in allen anderen Schüssler-Salz-Beschreibungen, die ich bisher gesehen habe – nur Behauptungen.

Und wie wär’s mit ein paar vollständig dokumentierten und in einer Fachzeitschrift publizierten Behandlungsverläufen? – Solchen Aufwand betreiben die Schüssler-Salz-Propagandisten nicht. Ist auch unnötig, solange die Tabletten-Schlucker keine Fragen stellen.

5. Calcium sulfuricum ist übrigens bekannter unter dem Trivialnamen Gips. In der Nahrungsmittelindustrie ist Calcium sulfuricum unter der Bezeichnung E 516 als Festigungsmittel, Säureregulator und Trägerstoff zugelassen. Unter anderem wird Calcium sulfuricum bei der Herstellung von Tofu eingesetzt.

Wollen wir wetten, dass viele Schüssler-Salz-Tabletten-Schlucker im Laden einen weiten Bogen macht um all die teuflischen E-Nummern? Ein Tipp für die sparsame Hausfrau, den sparsamen Hausmann: Calcium sulfuricum ist auch enthalten in Mineralwasser und Trinkwasser, viel billiger und auch in grösseren Mengen als im Schüssler-Salz Nr. 12, da Calcium sulfuricum dort ja 1 : 1 000 000 mal verdünnt wurde. Allerdings fehlt im Trinkwasser die Laktose (Milchzucker), aus der die Schüssler-Salze bekanntermassen bestehen. Laktose allein könnte man allerdings viel viel billiger kaufen als in Form von Schüssler-Tabletten.

Hier stellt sich vor allem die Frage: Wie unterscheidet der Organismus zwischen den heilenden Schüssler-Calciumsulfat-Ionen und dem gewöhnlichen Calciumsulfat aus Trinkwasser? Haben die Schüssler-Salz-Ionen eine rote Schlaufe?

6. Von Tabletten der herkömmlichen Pharmaindustrie werden meist drei pro Tag geschluckt und die Firmen entwickeln zunehmend Präparate zur Einmal-Einnahme. Von Produkten der Alternativ-Pharma schlucken viele Schüssler-Salz-Konsumenten 10, 20 oder mehr Tabletten pro Tag. Beispiel:

„Manche begeisterte Schüsslersalz-Anwender verwenden auch erheblich grössere Mengen der Schüssler-Salze. Dabei handelt es sich um die sogenannte Hochdosierung. Bei der Hochdosierung werden in kurzen Abständen bis zu 100 Tabletten am Tag im Munde zergehen lassen.“

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung

Das glauben Sie nicht?

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich überprüfte die Beratung bezüglich Schüssler Salze in Apotheken:

„Eine Testperson mit Reizmagen-, Reizdarm- bzw. Reizblasensyndrom suchte im Rahmen eines Praxistests sieben Apotheken auf und ließ sich bezüglich Schüssler-Salze beraten…… Im extremsten Fall wurde ….zur Einnahme von elf der zwölf möglichen Schüssler-Salze in Form von beachtlichen 140 Tabletten pro Tag geraten -  um einen Gesamtpreis von 190 Euro.“

Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test

Offenbar gilt hier das Motto: „Je mehr desto besser“ oder „nimm soviel du bekommen kannst“.

Auch diese Haltung passt so schön zum Zeitgeist. Fragt sich nur, was denn so alternativ sein soll an derartigen Tabletten-Orgien.

7. Auffallend bei Schüssler-Salzen ist die grosse Beliebigkeit. Es kommt sozusagen auf gar nichts drauf an:

„Von den Schüssler-Salzen können Sie mehrere verschiedene Mittel innerhalb eines Tages verwenden. Wieviele verschiedene Schüssler-Salze jedoch am besten sind, da gehen die Meinungen auseinander. Manch nehmen soviele Salzsorten, wie möglich. Alle Salze, die irgendwie passen, werden zur Behandlung eingesetzt. Andere bevorzugen nur drei Mittel auf einmal einzusetzen. Wenn mehr Mittel passen würden, werden die besten drei ausgewählt. Wieder andere setzen am liebsten nur ein Mittel gleichzeitig ein, das sind vor allem Menschen, die auch gerne mit homöopathischen Mitteln arbeiten. In diesem Fall sucht man sich das Mittel aus, das am besten passt. Wieviele Mittel Sie gleichzeitig einsetzen, bleibt Ihnen überlassen.“

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung

Auch diese Beliebigkeit und Gleich-Gültigkeit zeigte sich bei den Testkäufen des VKI in Wiener Apotheken:

„Der Test ergab eine Vielfalt an unterschiedlichen Zusammenstellungen von Schüßler Salzen, bei denen zum Teil weder Salze noch Dosierung übereinstimmten.“

Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test

Diese absolute Beliebigkeit ist meines Erachtens ein Symptom für hochgradige Scharlatanerie. Aber irgendwie ist es ja auch konsequent. Schliesslich bestehen alle Schüsslersalze aus dem gleichen Stoff: Milchzucker (oder eine andere Trägersubstanz). Die zugesetzten Salze sind soweit verdünnt, meist 1 : 1 000 000 oder 1 : 000 000 000 000, dass von Vorhandensein ernsthaft nicht mehr die Rede sein kann. Weshalb soll es da wichtig sein, welches Schüssler-Salz man schluckt?

Solche Beliebigkeit hat unbestreitbare Vorteile: Es braucht dazu keine Theorie, kein Wissen, kein Nachdenken und keinerlei ernsthaften Lernprozess – wenn es doch sowieso gleichgültig ist, was, wieviel und in welcher Kombination geschluckt wird.

Dieser Relativismus passt ebenfalls perfekt zu unsere Zeit.

8. Dass viele Apotheken und Drogerien so kräftig Schüssler-Salze propagieren und verkaufen, und damit ihren Kundinnen und Kunden vorgaukeln, dass es sich dabei um Medikamente handle, grenzt meines Erachtens an Betrug. Ich würde einen weiten Bogen um solche Geschäfte machen und sie betreffend Glaubwürdigkeit tiefer einstufen als einen Kiosk.

Zu Schüssler-Salzen siehe auch:

Schüsslersalze – Mineralwasser wirksamer, günstiger, zahnschonender?

Schüsslersalze wirksam?

Das Schalatan-O-Meter

Schüssler-Salz Kalium chloratum D6 – ein Wunderheiler?

Schüssler-Salz Nr. 2, Calcium phosphoricum D6 – ein Wunderheiler?

Schüssler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6 – ein Wunderheiler?

Schüssler-Salz Nr. 8, Natrium chloratum D6 – ein Wunderheiler?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heuschnupfen: Birkenpollen häufigster Auslöser

Mittwoch, März 30th, 2011

Birkenpollen sind bei den deutschen Allergikern am häufigsten Auslöser von Heuschnupfen. Das zeigte eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung in Nürnberg.

Die Umfrage ergab: Mehr als ein Viertel aller Allergiker (28 Prozent) reagiert empfindlich auf den Blütenstaub von Birken. Hauptsächlich die 40- bis 49-jährigen Allergiker sind betroffen: Sie leiden zu 43,1 Prozent an den Pollen.

Gräserpollen landen mit 26,3 Prozent knapp hinter der Birke, auf dem dritten Platz folgen Haselnusspollen (14,4 Prozent). Etwa 8 Prozent der Allergiker erklärten, den Auslöser für ihre Überempfindlichkeit nicht zu kennen. An der Umfrage im Auftrag der Zeitschrift «Apotheken Umschau» beteiligten sich 2054 Menschen im Alter ab 14 Jahren, darunter 239 Allergiker.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/26/20110330/thl-birkenstaub-lst-am-hufigsten-heuschn-b930478.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Behandlung von Allergien ist keine einfache Angelegenheit.

Bei  Heuschnupfen werden auch einige Heilpflanzen und weitere Naturheilmittel  empfohlen.

Gut belegt ist eine lindernde Wirkung allerdings nur für den Extrakt aus der Pestwurz, genauer aus dem Pestwurzblatt (Tesalin).

Siehe dazu:

Naturheilmittel gegen Heuschnupfen – was ist wirksam?

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Koffein gibt auch den Muskeln einen Kick

Mittwoch, März 30th, 2011

Koffein hilft offenbar nicht nur den kleinen grauen Zellen im Gehirn auf die Sprünge. Laut englischen Wissenschaftlern erhöht das Xanthin-Derivat auch die Muskelkraft. Die Tasse Kaffee könnte also nicht nur eine Aufmerksamkeitssteigerung bewirken, sondern auch für eine Verstärkung der Muskelkraft sorgen.

Rob James und seine Kollegen von der Coventry Universität nahmen zum Nachweis der kraftsteigernden Wirkung bereits früher durchgeführte Studien unter die Lupe. In diesen Experimenten war der Wadenmuskel von Mäusen isoliert und mit 40 oder 140 elektrischen Impulsen pro Sekunde stimuliert worden. In beiden Fällen massen die englischen Wissenschaftler eine bis zu 6 % stärkere Muskelkraft, wenn die versorgende Nährlösung mit etwa 14 mg/l Coffein angereichert worden war. Zusätzlich konnte bei moderater Belastung eine Verbesserung der Ausdauer festgestellt werden. Koffein wirkt also direkt auf die quergestreifte Muskulatur. Um diese Wirkung auch beim Menschen zu erzielen, müsste eine erwachsene Person allerdings sehr rasch 9 – 10 Tassen Kaffee trinken oder mit Koffein-Tabletten “nachhelfen”.

Quelle:

Tallis, J. et al.: Präsentation auf dem Annual Main Meeting of the Society for Experimental Biology, Prag; #A8.21

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2010/07/21/coffein-gibt-auch-den-muskeln-einen-kick.html

Kommentar & Ergänzung:

Na, dann ist das wieder einmal ein Beleg dafür, dass Untersuchungen im Labor an isolierten Organen nicht einfach so direkt auf den Menschen übertragen werden können. Aber vielleicht funktioniert es ja, wenn man den Menschen in eine Nährlösung mit 14 mg Koffein / Liter legt…..Das gibt zudem interessante Doping-Möglichkeiten bei Schwimmwettkämpfen. Weil von einem Koffeinzusatz im Wasser alle gleich profitieren, wäre das zudem noch eine faire Lösung.

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Phytotherapie: Zur widersprüchlichen Studienlage bei Echinacea

Dienstag, März 29th, 2011

Echinacea (Sonnenhut)  ist wohl die bekannteste Heilpflanze zur Immunstimulation. In letzter Zeit haben widersprüchliche Studienergebnisse für Verwirrung gesorgt. Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin, hat sich in der „Welt“ damit auseinandergesetzt:

„Echinacea ist kein Neuzeitmittel. Schon die Indianer Nordamerikas kauten früher bei fieberhaften Erkrankungen und bei schlechter Wundheilung die Echinacea-Wurzeln. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien zu dieser Pflanze aus der Familie der Korbblütler, mal mit positiven und mal mit negativen Ergebnissen. Der Vergleich ist schwierig, weil das Studiendesign mitunter stark variiert. Ein weiteres Problem liegt in der genauen Definition einer Erkältung und der objektiven Beurteilung subjektiv empfundener Symptome. Darüber hinaus gibt es drei medizinisch interessante Echinacea-Arten: E. purpurea, E. pallida und E. angustifolia. Die Unterschiede sind groß, zudem werden manchmal die Wurzeln, manchmal der oberirdische Spross verarbeitet – dazu verschiedene Dosierungen der Präparate.“

Dazu kommt noch, dass es bei den Echinacea-Präparaten grosse Unterschiede bei der Herstellung gibt: Frischpflanzenpresssaft, Tinktur, Frischpflanzentinktur, Trockenextrakt – das ergibt auch unterschiedliche Präparate. So lassen sich Erfolge oder auch Misserfolge, die ein Echinacea-Präparate in einer Studie zeigt,  nicht einfach auf andere Präparate übertragen.

„Entsprechend unterschiedlich fallen die Studienergebnisse aus. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben drei Forschergruppen sich zahlreiche Studien vorgeknöpft und übergreifend neu bewertet. Der an der Peninsula Medical in Exeter arbeitende Experte für komplementäre Medizin, Professor Edzard Ernst, zieht eine positive Bilanz: ‚Es ergibt sich ein positives Urteil. Echinacea verkürzt die Dauer und verhindert den Ausbruch von Erkältungen, wenn auch nur marginal im Vergleich zu Placebos.’“

Ernst zieht diesen Schluss aus dem Resultat von Metastudien. Dazu werden alle verfügbaren Studien, welche bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, zusammengefasst.

Ernst macht aber auch eine wichtige Einschränkung:

„Er rät aber nur zum Einsatz im Krankheitsfall: ‚Eine Stimulation des Immunsystems ist nur nützlich, wenn es in irgendeiner Weise geschwächt ist. Es kann auch problematisch sein und unerwünschte Effekte nach sich ziehen, wenn ein optimal arbeitendes Immunsystem weiter angeregt wird.’“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article2212663/Die_Heilkraft_der_Kraeuter_und_was_dahinter_steckt.html

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Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparate

Dienstag, März 29th, 2011

Mir scheint es immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, dass es bei Heilpflanzen-Präparaten sehr grosse Qualitätsunterschiede gibt.

Der „Giessener-Anzeiger“ berichtete vor kurzem über einen Vortrag der Apothekerin Ingrid Fischer bei den Landfrauen Lollar-Treis.

Der Text bringt Qualitätsunterschiede ausgezeichnet auf den Punkt. Darum hier ein Zitat:

„Bei den pflanzlichen Arzneimitteln muss man zwischen den rationalen und den traditionellen Phytopharmaka unterscheiden. Die rationalen Phytopharmaka müssen die gleichen Zulassungsverfahren durchlaufen wie chemische Arzneimittel. Wirkung und Verträglichkeit muss durch Studien nachgewiesen werden. Sie müssen einen Mindestgehalt an wirksamen Stoffen haben und die Herstellung der verwendeten Extrakte erfolgt nach standardisierten Verfahren. Die Pflanzen, die zur Extraktherstellung benötigt werden, stammen überwiegend aus kontrolliertem Anbau, damit immer die gleiche Qualität gewährleistet ist. Rationale Phytopharmaka müssen genaue gesetzliche Angaben auf der Packung haben: zum Beispiel eine genaue Indikationsangabe, der verwendete Pflanzenteil, das Extraktionsmittel, die Menge Extrakt pro Dosis, und Dosierung.

Traditionelle Phytopharmaka findet man hauptsächlich in Supermärkten. Die herstellenden Firmen müssen keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen. Es müssen nur die Verträglichkeit und Unbedenklichkeit garantiert werden. Diese pflanzlichen Arzneimittel dürfen nicht zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden, wie die rationalen Phytopharmaka. Auf diesen Packungen steht zum Beispiel folgender Text: „traditionell eingesetzt zur Besserung des Allgemeinbefindens“. Aus Sicherheitsgründen hat der Gesetzgeber bei den traditionellen, frei verkäuflichen Arzneimitteln die Dosierung auf zehn bis 30 Prozent der aus wissenschaftlicher Sicht wirksamen Dosis reduziert.“

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/lollar/10276611.htm

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Vortrag – das legt der Bericht nahe – hat die Konsumentinnen wohl tatsächlich informiert und nicht nur – wie das ziemlich oft geschieht – mit tollen Versprechungen eingelullt.

Er entspricht damit genau denn, was mir selber auch am Herzen liegt.

Grossartige Heilungsversprechungen gibt es nämlich im Bereich von Komplementärmedizin und Pflanzenheilkunde mehr als genug.

Ergänzend vielleicht noch:

Traditionelle Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) sind nicht grundsätzlich unwirksam. Es ist aber für die Konsumentinnen und Konsumenten wichtig zu wissen, dass sie seitens der Arzneimittelbehörden eine Zulassung als Medikament bekommen, ohne dass sie ihre Wirksamkeit dokumentieren müssen. Ohne Wirkungsnachweis als Heilmittel verkauft werden auch Produkte aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophischer Medizin, Spagyrik, Bach-Blüten, Schüssler-Salze.

Die Aussage, dass traditionelle Phytopharmaka ohne Wirkungsnachweis vor allem im Supermarkt verkauft werden, würde ich zumindestens für die Schweiz nicht teilen. Für einen sehr grossen Teil der in Apotheken und Drogerien verkauften Naturheilmittel  liegt keinerlei Wirkungsnachweis vor. Konsumentinnen und Konsumenten müssten darüber meines Erachtens transparent informiert werden, was leider nicht der Fall ist.

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Phytotherapie bei Harnwegsinfekten

Montag, März 28th, 2011

Unter dem Titel „Heilpflanzenanwendungen: einfach und wirksam“ berichten Annina Buchli und Beatrice Trüb in der Zeitschrift „Krankenpflege“ (3 /  2011) über die Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Pflege:

„Jede verhinderte Blasenentzündung erspart Leiden, Pflegezeit und Kosten. In der Spitex und im Alters- und Pflegeheim im Oberengadin erweitert Fachwissen über Heilpflanzenanwendungen den Handlungsspielraum der Pflegenden.“

Im Artikel geht es beispielsweise um Intimtoilette mit Lavendelöl, um Schwarztee-Kompressen, Bärentraubenblättertee und Preiselbeersaft.

Den vollständigen Text finden Sie hier:

http://www.phytotherapie-seminare.ch/docs_db/171140_Krankenpflege%203-2011.pdf

Empfehlenswert!

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Wundsalbe selber herstellen

Montag, März 28th, 2011

Die Medical Tribune veröffentlichte ein Rezept zur Herstellung einer Wundsalbe:

„Man nimmt 90 bis 120 mg einer Wundheilpflanze wie Johanniskraut oder Beinwell und lässt sie in 70 °C heißem Olivenöl schwimmend 20 Minuten lang ausziehen. Anschließend wird das Öl durchgeseiht und mit 90 g Bienenwachs verrührt. Die entstandene Salbe kann man in Tiegel à 30 ml abfüllen, gekühlt hält sie sich ca. 1 Jahr.“

Quelle:

http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/27042/

Kommentar & Ergänzung:

Neben Johanniskraut und Beinwell (Wallwurz) wäre natürlich noch die Ringelblume als mögliche Wundheilpflanze zu erwähnen. Ringelblumensalbe ist sicher die im Haushalt am häufigsten selbstproduzierte Wundsalbe. Erwähnt werden sollte noch, dass man Olivenöl im Wasserbad erwärmen und den Bienenwachs ebenfalls im Wasserbad schmelzen muss.

Salben sind allerdings in der Wundbehandlung schon seit einiger Zeit „out“. Auf keinen Fall sollte man grössere oder ernsthaftere Wunden – zum Beispiel ein Unterschenkengeschwür – mit Salbe zuschmieren. Allenfalls eignet sich eine Salbe vorsichtig von Wundrand her aufgetragen, dort wo die Wunde epithelisiert, oder mehr vorbeugend gegen „offene Beine“ im Sinne einer Hautpflege.

Alternativen zur Anwendung einer Wundsalbe wären zum Beispiel die Ringelblumentinktur (1:10 verdünnt) oder der Aloe-vera-Gel.

Bienenwachs und Olivenöl sind aber gute Grundlagen für eine selbstproduzierte Wundsalbe.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Über Pflanzenheilkunde und die Hormone der Frau…..

Sonntag, März 27th, 2011

Darüber berichtet der „Kurier“ und zitiert dazu Aussagen der Gynäkologin Univ.-Prof. Doris Gruber von der MedUni Wien und des Hormonspezialisten Univ.-Prof. Johannes Huber. Ausdrücklich erwähnt werden Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex agnus-castus) und Yamswurzel:

„Der nächste Schritt führt in die Welt der Pflanzenheilkunde. ‚Die Nachfrage nach natürlichen Alternativen zu Hormonen nimmt generell zu’, erklärt Gruber. Die Gynäkologin empfiehlt in dem Fall Kombinationspräparate, die etwa Mönchspfeffer enthalten. Studien mit Frauen, die unter Zyklusstörungen leiden, hätten bei mehr als zwei Drittel der Betroffenen Erfolge gezeigt. Doch auch bei solchen Präparaten könne es mitunter zu Nebenwirkungen kommen: Übelkeit, Magenbeschwerden oder Ausschläge etwa. Alternativ empfiehlt Huber die Yamswurzel – sie wirkt ähnlich.“

Quelle:

http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/2084320.php

Kommentar & Ergänzung:

Mönchspfeffer zählt in der Phytotherapie zu den wichtigen Heilpflanzen mit Wirkung auf den Hormonhaushalt der Frau.

Allerdings muss hier präzisiert werden, für welche Situationen Mönchspfefferpräparate geeignet sind. Hauptsächlich geht es dabei um Beschwerden im Bereich des Prämenstruellen Syndroms (PMS), im Frühklimakterium, also in der frühen Phase der Wechseljahre, und um Zyklusstörungen auf der Grundlage einer Gelbkörperschwäche (Corpus-Luteum-Insuffizienz).

Wichtig zudem: Bei Mönchspfeffer-Präparaten gibt es grosse Qualitätsunterschiede und nur wenige Produkte sind in ihrer Wirkung belegt. Vor allem bei Mönchspfeffertinktur sind diesbezüglich grosse Zweifel angebracht. Auch bezüglich „Kombinationspräparaten“ wäre ich eher skeptisch. Mono-Präparate, die nur Mönchspfeffer-Extrakt enthalten, sind in der Regel besser belegt und klarer in ihrem Wirkungsprofil.

Die Yamswurzel enthält Diosgenin, ein Stoff, der dem körpereigenen Hormon Progesteron der Frau ähnelt. Die Wirkung der Yamswurzel ist aber noch sehr ungenügend geklärt. Auch gibt es – zumindestens in der Schweiz – keine offiziell als Heilmittel zugelassenen Yams-Präparate. Yamswurzel ist deshalb vor allem als Nahrungsergänzungsmittel im Handel, was bedeutet, dass eine allfällige Heilwirkung nicht geklärt und dokumentiert ist. Es scheint hier wieder einmal so zu sein, dass das „Business“ schon wie geschmiert läuft, bevor auch nur die nötigsten Fragen geklärt sind.

Zur Wirkung der Yamswurzel siehe auch:

Yamswurzel-Gel bei PMS und Wechseljahrbeschwerden

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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