Soja: Keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

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Nahrungsergänzungsmittel mit Soja lindern dem gegenwärtigen Forschungsstand zufolge Hitzewallungen in den Wechseljahren nicht. Das erklärte die Toxikologin Prof. Helga Stopper von der Universität Würzburg.

Wenn diese Soja-Produkte wirken, liege das meist an den positiven Erwartungen der Frau – dem Placebo-Effekt. Verstärkt werde dieser dadurch, dass die Hitzewallungen mit der Zeit von allein schwächer werden. Ebenfalls wissenschaftlich nicht belegt ist laut Helga Stopper die Annahme, dass Soja präventiv gegen Brustkrebs wirkt. Die Wissenschaftlerin äußerte sich zu diesem Thema auf einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Davos.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/26/20110211/thl-soja-lindert-hitzewallungen-nicht-b930478.html

Kommentar & Ergänzung:

Leider wird aus dem Text nicht klar, auf welchen Fakten die Beurteilung basiert. Für die Wirksamkeit von Soja gegen Hitzewallungen waren die Belege allerdings schon bisher sehr schwach. In der Phytotherapie steht bei Hitzewallungen in den Wechseljahren die Traubensilberkerze im Vordergrund.

Die Frage, ob Soja-Konsum vorbeugend gegen Brustkebs wirken kann ist sehr komplex. Zwar ist in Japan offenbar das Brustkrebsrisiko tiefer als in Europa und diese Differenz wird gern mit dem höheren Sojakonsum in Japan erklärt. Doch gibt es zahlreiche andere Faktoren, die ebenfalls für diesen Unterschied verantwortlich sein könnten. Ausserdem gibt es Hinweise dafür, dass für eine vorbeugende Wirkung von Soja der Sojakonsum in der Kindheit und in der Jugend entscheidend sein könnte. Gut zusammengefasst wird dieses Phänomen hier:

„Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass die Brustkrebsrate bei Asiatinnen deutlich niedriger ist als bei Europäerinnen. Dieser Unterschied wird ebenfalls mit dem hohen Sojaverzehr in Verbindung gebracht. Aktuellen Untersuchungen zufolge ist eine hohe Aufnahme von Isoflavonen in der Kindheit und Jugend nötig, um einen protektiven Effekt zu erzielen. »Isoflavone fördern die Ausdifferenzierung des Brustgewebes in der Pubertät, und eine gut ausdifferenzierte Brust ist besser gegen Krebs geschützt«, erklärte die Referentin. Eine Einnahme nach der Pubertät scheint diesen Effekt nicht zu bewirken.“

Mit der erwähnten Referentin ist ebenfalls Helga Stopper gemeint.

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=36879

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