Phytotherapie: Bei Fieberbläschen Melissen-Extrakt

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Melissen-Extrakt wird schon seit Jahren in Fieberbläschensalben gegen Herpes-Viren eingesetzt. Eine knappe und fundierte Beschreibung dieser Anwendung publizierte vor kurzem die Zeitschrift „Die PTA IN DER APOTHEKE“ (01/2011). Zitat:

„Zur Behandlung des Lippenherpes gibt es eine gut verträgliche Therapieoption aus der Natur: Die Zitronenmelisse ist eine Heilpflanze mit einer alten Geschichte. Schon lange ist die positive Wirkung von Melissenextrakten aus den Blättern von Melissa officinalis bekannt.“

Und wie genau kommt die Wirkung des Melissenextraktes zustande?

„Die in Melissenblättern enthaltenen wasserlöslichen Lamiaceengerbstoffe haben hochpotente antivirale Eigenschaften. Sie wirken gegen den Virusbefall auf zwei Ebenen, wie eine Studie von Heidelberger Wissenschaftlern (Schnitzler et al. 2008)1) im Zellversuch zeigen konnte: Einerseits blockieren sie die Rezeptoren auf der Oberfläche der Zelle und verhindern so den Eintritt der Viren in die Zelle. Zusätzlich interagieren die Substanzen mit den Viren selber und hemmen so die Anhaftung an die Wirtszelle. Eine Virusvermehrung und der gefürchtete Krankheitsverlauf können nur nach Eintritt in die Zelle stattfinden und werden so verhindert.“

Das Resultat der Studie sei eine hervorragende antivirale Wirkung des Melissenextraktes bei gleichzeitig geringer Zytotoxizität für die behandelten Zellen. Daraus ergebe sich die gute präventive Eigenschaft gegenüber Virusinfektionen, die Aciclovir im Vergleich nicht zeige.

„Außerdem wirken die ätherischen Öle der Melisse leicht antibakteriell. Melissenextrakt induziert in Studien keine Resistenzentwicklung bei den untersuchten Viren.“

Melissenextrakthaltige Cremes werden 2 – 4mal täglich auf die befallene Lippenregion aufgebracht. Diese Melissen-Cremes sind hautverträglich, unterstützen den Heilungsprozess und können auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Kindesalter angewendet werden.

Wichtig ist, dass die Melissen-Creme auch auf die scheinbar nicht betroffenen angrenzenden Hautareale aufgetragen wird.

Quelle:

http://www.pta-aktuell.de/themen/news/6792-Gib-Herpes-keine-Chance/

Kommentar & Ergänzung:

Neben den Melissensalben gegen Fieberbläschen werden in der Phytotherapie auch Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt angewendet.

Auch Melissenöl (teuer!), Pfefferminzöl und Teebaumöl zeigen eine gute Wirkung gegen Herpesviren.

Alle lokalen antiviralen Behandlungen sind allerdings nur wirksam im frühen Stadium der Herpes-Infektion.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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