Archive for Januar, 2011

Zu Wechselwirkungen von Heilpflanzen-Präparaten

Sonntag, Januar 30th, 2011

An den Südtiroler Herbstgesprächen berichtete Doz. Dr. Matthias Unger vom Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Uni Würzburg über Interaktionen (Wechselwirkungen) von pflanzlichen Wirkstoffen mit anderen Medikamenten:

„Eine wichtige Rolle kommt hier den Cytochrom-P450-Enzymen (CYP-Enzyme) zu. Sie sind am Metabolismus von 90 Prozent aller Arzneistoffe beteiligt. So ist z.B. bekannt, dass hyperforinhaltige Johanniskrautextrakte zu einer gesteigerten Expression von CYP-Enzymen und P-Glykoprotein führen und dadurch die Bioverfügbarkeit von zahlreichen CYP- oder P-Glykoprotein-Substraten klinisch relevant erniedrigen. Allerdings konnte bisher eine klinisch relevante Inhibition des Arzneistoffmetabolismus oder -transports durch die in Europa zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel nicht zweifelsfrei belegt werden.“

Kommentar & Ergänzung:

Johanniskraut-Extrakte können – wie viele andere Medikamente auch – in der Leber Enzyme aktivieren, die für den Abbau von Fremdstoffen zuständig sind. Gewisse gleichzeitig mit Johanniskraut-Präparaten eingenommene Medikamente werden dadurch schneller abgebaut, so dass möglicherweise ihre Wirkung nicht mehr sicher gestellt ist. Das betrifft zum Beispiel Herzmedikamente von Digitalis-Typ, Blutgerinnungshemmer vom Typ Marcoumar, Immunsuppressiva, gewisse HIV-Medikamente und Hormonpräparate (Antibaby-Pille).

Bezüglich der Relevanz dieser Wechselwirkungen sind noch viele Fragen offen und sie dürfte nicht für alle der aufgeführten Medikamentengruppen gleich sein.

Auch stellt sich die Frage, ob und allenfalls wie stark diese Wechselwirkungen bei hyperforinarmen Johanniskraut-Extrakten auftreten.

Wer Johanniskraut-Extrakte einnimmt, sollte jedenfalls behandelnde Ärztinnen oder Ärzte darüber informieren, damit mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vermieden werden können.

„Die in In-vivo-Studien beobachteten Änderungen der Bioverfügbarkeit z.B. durch Baldrian-, Echinacea- und Weißdornpräparate sind klinisch nicht relevant. Die für Mariendistelextrakte mit über 70 Prozent Silymarin-Gehalt veröffentlichten Studien weisen auf eine Beeinflussung des Arzneistoffmetabolismus hin. Doz. Unger wies allerdings darauf hin, dass bei pflanzlichen Arzneimitteln die Ergebnisse aus In-vitro-Studien vorsichtig interpretiert werden sollten, da bei Phytopharmaka nur selten eine positive In-vitro-in-vivo-Korrelation vorliegt.“

Kommentar & Ergänzung:

Was bedeutet In-vitro?

„Als in vitro (lateinisch, im Glas) bezeichnet man organische Vorgänge, die außerhalb eines lebenden Organismus stattfinden, im Gegensatz zu solchen, die im lebenden Organismus (in vivo) ablaufen. In der Naturwissenschaft bezieht sich in vitro auf Experimente, die in einer kontrollierten künstlichen Umgebung außerhalb eines lebenden Organismus durchgeführt werden, zum Beispiel im Reagenzglas.“

(nach Wikipedia)

Was sind In-vitro-Studien?

„Biologische und medizinische Forschung lässt sich experimentell kontrollierter in vitro durchführen. Die Parameter, die den In-vitro-Versuch beeinflussen, sind besser überschaubar als jene in vivo. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse lassen sich nicht immer auf die Vorgänge in der Natur übertragen. Daher werden sie in der Regel mit einer weiteren Versuchsreihe in vivo überprüft.“

(nach Wikipedia)

Interessant ist die Bemerkung, „dass bei pflanzlichen Arzneimitteln die Ergebnisse aus In-vitro-Studien vorsichtig interpretiert werden sollten, da bei Phytopharmaka nur selten eine positive In-vitro-in-vivo-Korrelation vorliegt.“

Mit anderen Worten: Gefundene Wechselwirkungen In-vitro lassen sich nicht einfach auf den lebenden Organismus übertragen.

Das gilt allerdings nicht nur für Interaktionen, sondern auch für therapeutische Wirkung.

Es geschieht auch bei Heilpflanzen viel zu häufig, dass von Wirkungen, die sich im Reagenzglas gezeigt haben, schnurstracks auf therapeutische Effekte beim kranken Menschen geschlossen wird. Unzählige Naturstoffe aus Heilpflanzen werden In-vitro gegen Krebszellen getestet, und siehe da: Eine ganze Anzahl dieser Substanzen zeigt antitumorale Wirkung. Aber ob diese Inhaltsstoffe auch bei Krebskranken wirksam sind, steht in den Sternen. Es stellt sich in solchen Fällen zm Beispiel die Frage, ob der im Reagenzglas antitumorale Stoff aus dem Verdauungstrakt in genügender Menge resorbiert wird und ob im Organismus eine wirksame Konzentration erreicht werden kann.

Quelle:

Pharmaceutical Tribune, 2. Jahrgang, Nr. 20/2010

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=106790&dspaid=908445

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Geburtstag heute: Agnes Primocic

Samstag, Januar 29th, 2011

Widerstandskämpferin in den Zeiten des Nationalsozialismus in Österreich.

Geboren am 30. Januar 1905 in Hallein, Land Salzburg; gestorben 14. April 2007 ebendort.

„Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich wurde Primocic wegen ihres politischen Engagements von der Gestapo mehrfach verhört und bis 1945 weitere drei Mal inhaftiert. Als ihr Ehemann und der älteste Sohn zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eingezogen wurden, musste sie ihrem Mann versprechen, “politisch stillzuhalten”. Primocic blieb jedoch weiterhin aktiv, unterstützte Widerstandsgruppen und sammelte Geld für die Familien politisch Verfolgter. Obwohl sie für ihre beiden weiteren Kinder zu sorgen hatte, half sie dem oberösterreichischen Widerstandskämpfer Sepp Plieseis bei seiner Flucht aus dem KZ. Ihren Widerstand gegen die Nationalsozialisten begründete sie Jahre später damit, dass sie ihr Leben lang kein ruhiges Gewissen mehr haben hätte können, wenn sie einfach weggeschaut hätte, als Menschen in Not um ihre Hilfe baten. “Man muss anfangen, wenn Unrecht geschieht, denn nach dem Unrecht kommt die Gewalt”.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs riskierte sie ihr eigenes Leben, als sie mit ihrer Freundin Mali Ziegenleder den Kommandanten eines Außenlagers des KZ Dachau in der Nähe von Hallein mit dem bevorstehenden Einmarsch der amerikanischen Truppen unter Druck setzte, und rettete mit ihrem Mut 17 bereits zum Tode verurteilte Gefangene vor der angeordneten Erschießung.“

(Zitat aus Wikipedia)

Im „cultural broadcasting archive“ gibt es ein interessantes Interview zu hören mit der 95 jährigen Agnes Primocic: http://cba.fro.at/5859

Kommentar:

In vielen Medien geht mir das seichte Geplapper von „People“, die eigentlich gar nichts zu sagen haben, zunehmend auf den Wecker. Daher hier quasi als „Gegenaktion“ ein Hinweis auf eine Frau, die etwas zu sagen hat.

Das „cultural broadcasting archive“ ist im übrigen eine Fundgruppe für anregende Sendungen.

P. S.: Zum Thema Naturheilkunde im Nationalsozialismus siehe:

Naturheilkunde und Nationalsozialismus – eine beinahe unbekannte, unheilsame Verbindung

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“Wesenhafte Urtinkturen” – genau nachfragen, statt blind glauben!

Samstag, Januar 29th, 2011

Rund um Heilpflanzen und Frischpflanzentinkturen werden auffallend viele wohl tönende und verkaufsfördernde Schlagworte verbreitet.

Wenn Ihnen zum Beispiel jemand „wesenhafte Urtinkturen“ anpreist, dann fragen Sie doch genau nach, was mit „wesenhaft“ gemeint ist. Und wie sich eine „wesenhafte Urtinktur“ von einer unwesenhaften Urtinktur genau unterscheidet. Und wie sich das feststellen lässt. Aber lassen Sie sich dabei nicht eine leere Worthülse durch weitere Nebelschwaden erklären. Kaufen Sie das Produkt nur, wenn sie den Unterschied genau und plausibel erklärt bekommen haben………

Wenn Naturheilmittel derart mit warmer Luft aufgeblasen werden, ist meines Erachtens Skepsis angezeigt. Es spricht dann viel dafür, dass Sie als Konsument oder Konsumentin über’s Ohr gehauen werden. Davor schrecken selbst viele Apotheken und Drogerien nicht zurück.

Dazu passt meines Erachtens ein Zitat des österreichischen Philosophen und Soziologen Ernst Topitsch (1919 – 2003):

„Unklare und unüberprüfbare, aber pathetisch und ‚tiefsinnig’ klingende Formulierungen treten hier mit dem Anspruch auf, höhere Wahrheiten zu sein als die kontrollierbaren Aussagen der Wissenschaft, die gern in den Orkus des ‚platten Verstandesdenkens’ verwiesen werden. Ja schon das blosse Verlangen nach genauerer Charakterisierung jener hehren Prinzipien wird nicht selten als Anmassung des banalen Hausverstandes verächtlich gemacht.“

Topitsch spricht von den „gegen alle rationale Durchleuchtung abgeschirmten Ballungen wabernder Wortnebel“.

Topitsch wandte sich in zahlreichen Publikationen gegen „Leerformeln“, die sich seiner Ansicht nach bestens für politische Manipulation eignen.  Natürlich enthält ein Ausdruck wie „wesenhafte Urtinkturen“ keine politische Absicht. Doch ist es nicht unproblematisch, wenn Menschen sich von solchen wohl tönenden Leerformeln unhinterfragt beeindrucken lassen. Man gewöhnt sich mit der Zeit an sie und akzeptiert sie in immer weiteren Bereichen. Und auf der politischen Ebene sind solche Leerformeln tatsächlich verheerend.

Quelle: Ernst Topitsch, Mythos – Philosophie – Politik,  Rombach Verlag 1969

Zur Fragwürdigkeit von Leerformeln wie dem „Wesen der Pflanzen“ siehe auch:

Pflanzenheilkunde: Nebulöse Aussagen vom Wesen der Pflanzen

Zum Wesen der Heilpflanzen: Storchenschnabel gegen Schock?

Bei Pflanzentinkturen gibt es grosse Qualitätsunterschiede. Meiner Ansicht nach lohnt es sich beim Kauf von Pflanzentinkturen in Apotheken und Drogerien darauf zu achten, dass solche Heilpflanzen-Produkte die Qualitätsvorschriften des staatlichen Arzneibuches erfüllen. Zurzeit gültig sind:

- In Deutschland: Deutsches Arzneibuch (DAB 2009)

Europäisches Arzneibuch (6. Ausgabe)

- In der Schweiz: Schweizerische Pharmokopöe (Ph. Helv. 10)

Europäische Pharmakopöe (Ph- Eur. 6)

- In Österreich:    Österreichisches Arzneibuch (ÖAB)

Europäisches Arzneibuch (6. Ausgabe)

Was ein Arzneibuch / eine Pharmakopöe ist, erklärt Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneibuch

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Zitat des Tages von Dick Marty

Samstag, Januar 29th, 2011

„Korruption und organisierte Kriminalität sind viel gefährlicher als Terrorismus. Und mein Vorwurf an die Politiker im Westen, bei uns, ist, dass sie die Terrorismusgefahr ausschlachten, um Angst zu schüren, Gesetze zu ändern, Freiheiten einzuschränken, während sie gleichzeitig die viel grösseren Gefahren unterschätzen. Dabei fordern Menschen- Waffen- und Drogenhandel sehr viel mehr Opfer als der Terrorismus.“ Quelle: Tages-Anzeiger, 29. Januar 2011, Kontext: Interview mit Ständerat Dick Marty (FDP), Abgeordneter im Europarat, zu seinem Bericht über den Organhandel in Kosovo. Webtipp: Transparency International, http://www.transparency.ch/ “Transparency International, kurz TI, ist eine weltweit agierende nichtstaatliche Organisation mit Sitz in Berlin, die sich in der nationalen und internationalen volks- und betriebswirtschaftlichen Korruptionsbekämpfung engagiert.” (nach Wikipedia).

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Gewürznelken & Nelkenöl

Freitag, Januar 28th, 2011

Dr. Enne Pemp, Pharmazeutin in der Humanitas-Apotheke in Wien, schreibt in der Pharmaceutical Tribune über die Gewürznelke und das daraus gewonnene Nelkenöl.

Syzygium aromaticum (Gewürznelkenbaum) ist auf den indonesischen Inseln, den Molukken, beheimatet. Die Gewürznelke hat ihren Siegeszug bereits früh im europäischen Raum angetreten. Als Bestandteil des Currypulvers jedoch hauptsächlich als geschmacksverfeinernde Zutat feiner Süßspeisen ist die Blütenknospe des Gewürznelkenbaums fest in der europäischen Küche verankert. Die weite Verbreitung gründet auf dem regen Handel der holländischen Gewürzhändler früherer Zeiten. Kaum ein weihnachtlicher Genuss, ob Glühwein oder Bäckereien, kommt ohne Gewürznelken aus.

Als Arzneimittel ist vor allem das ätherische Öl von Interesse. Mit der Verankerung als Monographie des Europäischen Arzneibuchs und dem geforderten Mindestgehalt von 15 % Ätherischem Öl (Nelkenöl) ist die Qualität der Arzneipflanze Caryophylli flos gewährleistet.

Zitat:

„Der Hauptbestandteil des ätherischen Öls aus der Gewürznelke ist die wirksamkeitsbestimmende Komponente Eugenol mit einem Anteil von rund 85 %. Eugenol wirkt stark antibakteriell, schmerzstillend und entzündungshemmend. Das im Öl natürlich vorkommende Derivat Eugenolacetat hat nachgewiesene antioxidativ wirkende Eigenschaften, vergleichbar mit jenen von α-Tocopherol. Neue Studien auf dem Gebiet der Dermatologie haben interessante Effekte von Eugenol und Eugenolacetat in Bezug auf die Hemmung der Melaninproduktion in B16-Melanomzellen gezeigt.

Die Heilkraft des durch Wasserdampfdestillation gewonnenen Öls wurde bereits im Mittelalter erkannt und findet bis heute als Karminativum in verdauungsfördernden Zubereitungen seine Verwendung. In der Kinderheilkunde ist es ein wirkungsvoller Bestandteil beruhigender Teezubereitungen gegen Koliken des Verdauungstraktes. Besonders wenn es sich um starke Koliken bei Kleinkindern handelt, die krampfbedingt nach dem Füttern nicht stillbares Schreien, rot-blaues Gesicht und die typische Hohlkreuzhaltung zeigen, bringt ein Tee mit Nelke, Ingwer, Fenchel und Kümmel deutliche Erleichterung.“

Das zweite große Einsatzgebiet des Nelkenöls liege in der Zahnheilkunde und sei bis heute nicht ersetzbar, schreibt die Autorin:

„Deshalb werden Eugenol und seine Zubereitungen von Zahnärzten in der Form von Spezialitäten zur Prophylaxe und Behandlung der akuten Pulpitis oder einer akuten Parodontitis eingesetzt…….Auch provisorische Zahnfüllmaterialien aus Zinkoxid, Eugenol und Zahnzement werden in der zahnärztlichen Praxis als Standardfüllmaterial bei infektiösen Befunden eingesetzt.“

Quellen:

Food Chemistry 2001; Vol. 74, Issue 4, Pages 443–448

Fitoterapia 2010, Enos Tangke Arung, In Press, Corrected Proof, available 19 September 2010

Pharmaceutical Tribune, 2. Jahrgang, Nr. 22/2010

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=107372&dspaid=912897

Kommentar & Ergänzung:

Nelkenöl besitzt ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften. Bei der Untersuchung zahlreicher ätherischer Öle auf Wirksamkeit gegen Entzündungen (Prostaglandinhemmung) gehörte Nelkenöl zu den am besten wirkenden.

Allerdings ist im Umgang mit Nelkenöl auch Vorsicht und Sorgfalt geboten. Es kann Allergien und Hautreizungen auslösen. Äusserlich nicht konzentriert auftragen und vor der erstmaligen Verwendung vorsichtig im Ellenbogen mit einer kleinen Menge die Verträglichkeit testen.

Manche Heilpflanzen und vor allem auch ätherische Öle können prägnante Wirkungen auslösen. Das geht bei manchen Menschen etwas vergessen, weil sie irrtümlicherweise den „sanften“ Naturheilmitteln keine unerwünschten Nebenwirkungen zutrauen.

Es spricht aber viel dafür, dass ein Mittel, das gar keine potenziellen unerwünschten Nebenwirkungen hat, auch keine erwünschte Wirkung besitzt.

Heilpflanzen, ätherische Öle und auch andere Naturheilmittel brauchen daher sorgfältigen Umgang und fundiertes Wissen für eine kompetente und sichere Anwendung. Wer sich diese Kompetenz aneignen möchte, findet dazu Gelegenheiten im Kurskalender.

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Algenpräparate: Schlechte Noten für Spirulina, Chlorella & Co.

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Glaubt man der Werbung, sind Algenpräparate gesunde Vitalstoffpakete.

Auf Nahrungsergänzungsmittel aus Algen kann jedoch verzichtet werden. Teilweise sind sie  sogar gefährlich. Das schreibt die Stiftung Warentest. Bei einer Untersuchung hat sie in einigen Algenpräparaten gar Gifte gefunden, die Krebs auslösen können.

Wer die Nährungsergänzungsmittel den Herstellerempfehlungen gemäß verzehrt, nehme nur eine geringe Nährstoffmenge auf, stellt die Zeitschrift «test» fest. Außerdem sei ihr Nutzen nicht genügend durch klinische Studien belegt.

Drei der getesteten Algenpräparate enthalten riskante Substanzen, so genannte Microcystine. Diese Giftstoffe können Leber, Nieren und Gehirn schädigen. Ausserdem stuft sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als mögliche Krebsauslöser ein. Darum gelten selbst Spuren bei langfristiger Einnahme als gefährlich – vom Konsum dieser drei Produkte raten die Tester also ab.

Auch die anderen Algenpräparaate – Tabletten und Kapseln mit den Süßwasseralgen Chlorella und Spirulina – sind nach Beurteilung der Stiftung Warentest meist „wenig geeignet“ um die auf der Packung geweckten Erwartungen zu erfüllen.

Besser als Algen-Nahrungsergänzungen sei eine abwechslungsreiche Ernährung, hält die Stiftung Warentest fest. Kalzium erhält der Organismus durch Milchprodukte, wertvolle Fettsäuren durch fetten Seefisch, Eisen durch mageres Fleisch. Auch viel Obst, Gemüse, Kartoffeln und Vollkornprodukte sollten zum Speiseplan gehören.

Getestete Algenpräparate:

Alsiroyal Bio-Spirulina Mikroalgen, Bluegreen Chlorella, Dr. Dünner Bio-Spirulina, Mikro-Algen-Tabletten, greenvalley Chlorella, greenvalley Spirulina, GSE Afa-Alge, Hannes Pharma Blue Green Alge, Ivarsson´s Hawaiian Spirulina, Sanatur Spirulina, Wilco Blaugrüne Afa-Algen.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/26/20110127/thl-nutzen-von-algen-nahrungsergnzung-fr-b930478.html

www.test.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Stiftung Warentest bringt den Algen-Test unter der Schlagzeile:

„Algenpräparate – die grüne Gefahr“.

Das scheint mir etwas gar reisserisch. Aber grundsätzlich ist diese vernichtende Kritik meines Erachtens schon berechtigt.

Die Propagandisten von Spirulina, Chlorella & Co. versprechen sehr viel und erwecken manchmal fast den Eindruck, dass von diesen Algenpräparaten die Rettung der Welt abhängt. Einen ähnlichen Missionarismus gibt es rund um Aloe vera. Solche Heilsbringer befriedigen offensichtlich die Bedürfnisse vieler Menschen.

Während bei Aloe vera immerhin noch ein konkreter Nutzen zur Förderung der Wundheilung plausibel ist, bleibt der Nutzen bei den Algenpräparaten immer noch im Nebel. Zu vermuten ist allerdings, dass so hoch mit Gesundheitserwartungen aufgeladene Produkte wie Aloe vera, Spirulina, Chlorella & Co. das schlechte Gewissen beruhigen. Schliesslich wird uns ja ständig eingeredet, dass wir zuwenig für unsere Gesundheit tun. Da hilft eine mit Gesundheitserwartungen aufgeladene Tablette ziemlich sicher, auch wenn dies nicht in Doppelblindstudien nachgewiesen ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie & Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle & Co.

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Die Arthrose ist die häufigste Erkrankung der Gelenke. Immer wieder wecken angebliche »Wundermittel« bei Patienten Hoffnung auf eine mögliche Heilung der Arthrose. Die Pharmazeutische Zeitung (4 / 2011) beschreibt in einem Artikel,  was wirklich gegen Arthrose hilft und wo die Grenzen der Selbstmedikation sind. Hier die wichtigsten Aussagen zum Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde – mit anschliessendem Kommentar:

„Bei Arthrose ohne Entzündungszeichen kann die lokale Anwendung von Wärmesalben auf Capsaicinbasis schmerz­lindernd wirken. Hierbei spielt vermutlich vor allem der oben erwähnte Massage­effekt eine Rolle. Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergisierung kommen.“

Kommentar M. K.:

Capsaicin aus Paprika bzw. Cayennepfeffer ist ein wichtiger Naturstoff in der Schmerzbehandlung. Die Wirkung von Capsaicin geht aber über Wärmeeffekte und Massageeffekte hinaus.

Zur Wirkungsweise von Capsaicin:

Chili-Pflaster lindert Schmerzen

„Unterstützend können pflanzliche Mittel wie Teufelskrallen- oder Weidenrindenextrakt gegeben werden. Beide Phytopharmaka erwiesen sich in einer Cochrane-Metaanalyse als wirksam gegen Schmerzen (doi 10.1002/14651858.CD004 504.pub3), allerdings waren hier Patienten mit Rückenschmerzen und nicht mit Arthroseschmerzen untersucht worden. Wirksame Dosierungen waren Teufelskrallenwurzelextrakt standardisiert auf 50 oder 100 mg Harpagosid täglich und Weidenrindenextrakt standardisiert auf 120 oder 240 mg Salicin täglich.“

Kommentar M. K.: Wichtig ist hier, dass beide Heilpflanzen – Weidenrinde und Teufelskrallenwurzel – in Form von Extrakten mit garantiertem, standardisierten Wirkstoffgehalt angewendet werden sollten. Zahlreiche Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Weidenrinde oder Teufelskralle sind viel zu schwach bezüglich dem Gehalt an Inhaltsstoffen.

„Die Wirksamkeit von Glucosamin und Chondroitinsulfat als Chondroprotektiva konnte bislang nicht eindeutig belegt werden. Im Herbst 2010 erschien im britischen Ärzteblatt eine Metaanalyse, in der kein Vorteil von Glucosamin, Chondroitinsulfat oder einer Kombination aus beidem gegenüber Placebo bei der Therapie der Arthrose gefunden wurde (doi: 10.1136/bmj.c4675). Weder Glucosamin noch Chondroitinsulfat noch die kombinierte Anwendung beider Arzneistoffe verminderten die Gelenkschmerzen oder das Fortschreiten der Arthrose stärker als Placebo. Das Ergebnis deckt sich mit dem der sogenannten GAIT-Studie aus dem Jahr 2006 (doi 10.1056/NEJMoa052771). Bemerkenswert war die in dieser Studie gemessene hohe Placebowirkung: Bei 60 Prozent der Patienten besserten sich die Arthrose-Schmerzen unter Placebo deutlich.“

Kommentar M. K.:

Die „Knorpelschutz-Mittel“ (Chondroprotektiva) Glucosamin und Chondroitinsulfat sind sehr beliebt. Die Hinweise verdichten sich, dass die empfundene Besserung der Beschwerden sich nicht über eine pharmakologische Wirkung dieser Substanzen erklären lässt, sondern auf Kontextfaktoren beruht (Placeboeffekt, charakteristische Schwankungen der Beschwerden-Intensität bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose). Nun könnte man natürlich sagen, dass es egal ist, wodurch die Besserung bewirkt wird. Hauptsache, es hilft. Zu klären wäre dann aber, ob diese Besserung nicht sicherer und billiger zu haben wäre. Allerdings wirken teure Placebos besser als billige. Siehe:

Überraschender Placebo-Erfolg bei Schmerztherapie

Und zur Sicherheit siehe folgendes Zitat:

„Hinweise auf einen möglichen Schaden der Therapie mit Glucosamin gab kürzlich eine im »Journal of Endocrinology« erschienene Studie (doi: 10.1677/JOE-10-0243). Darin führten sehr hohe Dosen von Glucosamin in vitro zum Tod von Insulin produzierenden Pankreaszellen. Die in dem Versuch verwendeten Konzentrationen überstiegen allerdings die mit der üblichen oralen Dosierung von 1,5 g Glucosamin erreichbaren Plasmawerte um das Fünf- bis Zehnfache.“

Kommentar M. K.:

Laboruntersuchungen (In-vitro) lassen sich nur sehr beschränkt auf die Verhältnisse im lebenden Organismus übertragen. Allerdings scheint mir, wenn die im Labor verwendeten Konzentrationen nur 5 – 10 fach höher sind als die im Organismus erreichbaren Plasmawerte, dann ist diese Differenz nicht sehr gross, was Vorsicht nahelegt. Offen bleibt dann noch, ob Glucosamin aus dem Verdauungstrakt in relevantem Mass überhaupt als Glucosamin resorbiert wird, bzw. ob und allenfalls wieviel davon bei der Aufnahme in den Körper abgebaut wird.

„Ein signifikanter Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln wie Grünlipp­Muschelextrakt oder Omega-3-Fettsäuren bei Arthrose konnte bislang noch durch keine belastbaren Studien nachgewiesen werden. Nicht belegt ist auch die Wirkung von Vitamin E als Chondroprotektivum.“

Kommentar M. K.:

Grünlipp-Muschelextrakt wird ebenfall häufig gekauft und verwendet. Noch fragwürdiger als Grünlipp-Präparate zum Einnehmen scheint mir Grünlipp-Gel, Grünlipp-Salbe oder Grünlipp-Bad. Für solche äusserlich angewendeten Grünlipp-Produkte fehlt nur schon der Nachweis, dass sie über die Haut resorbiert werden.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=36623&type=0

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Faszination Natur: Wanderfalke & Habicht im Flug

Mittwoch, Januar 26th, 2011

Die Natur ist rundum faszinierend. Darum scheint es mir zu eng, in der Natur ausschliesslich Heilpflanzen zu beachten und damit genau das, was für uns nützlich sein kann. Es ist viel bereichernder, darüber hinaus auch die Wahrnehmung zu schärfen für vordergründig Nutzloses, das vielleicht „nur“ interessant, eindrücklich oder schön ist. Diese erweiterte Wahrnehmung schliesst dann die Vogelwelt mit ein, aber auch Insekten wie Schmetterlinge, Käfer usw.

So bietet Pflanzenheilkunde / Phytotherapie auch Gelegenheit zu vielfältigen Naturerlebnissen.

In untenstehendem Video hat man Wanderfalken und Habichten eine kleine Minikamera mitgegeben. Die Bilder sind beeindruckend:

http://www.youtube.com/watch?v=p-_RHRAzUHM&feature=player_embedded

Zur Jagdweise des Wanderfalkens schreibt Wikipedia:

„Wanderfalken jagen fast ausschließlich Vögel im freien Luftraum. Da eine gedeckte Annäherung an die Beute hier nicht möglich ist, wird der Überraschungsmoment durch die Annäherung mit größtmöglicher Geschwindigkeit erreicht. Der Beute bleibt dann nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Reaktion. Die beiden wesentlichen Jagdtechniken sind der Steilstoß aus großer Höhe und der Flachstoß von einer Warte.

Beim Steilstoß kreist der Falke in größerer Höhe und wartet auf Vögel, die unter ihm entlang fliegen. Der Falke geht dann in den Sturzflug über und legt die Flügel an, die Steuerung erfolgt mit den Daumenfittichen. Höchstwahrscheinlich benutzen die Falken für den eigentlichen Schlag dann die ungeöffneten Füße. Der Falke fliegt nach dem Schlag aufgrund seiner großen Geschwindigkeit an der Beute vorbei und kehrt dann in einer Kurve zu dieser zurück. Die Beute wird häufig allein durch den Aufprall getötet, falls sie nur verletzt ist, tötet der Falke sie dann mit einem Biss ins Genick. Vögel, die den anfliegenden Falken rechtzeitig bemerken, beginnen sofort, sehr eng zu kreisen. Diese Manöver kann der anfliegende Falke aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit nicht mitmachen und ist dann meist erfolglos. Es wird oft vermutet, dass der Wanderfalke bei seinen Sturzflügen konkurrenzlose Spitzengeschwindigkeiten von 340 km/h oder mehr erreichen kann, verlässliche Radarmessungen in freier Wildbahn ergaben bisher jedoch nur Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h.

Beim Flachstoß von einer Warte erfolgt die Annäherung an die Beute von hinten und etwas versetzt unterhalb der Beute. Wanderfalken können jeden anderen Vogel im Geradeausflug schnell einholen, hier stellt der Falke das Überraschungsmoment also durch die schnelle Annäherung im „toten Winkel“ der Beute her. Der Beutevogel wird dann von hinten und unten gegriffen. Wenn Vögel die Annäherung des Falken rechtzeitig bemerken, haben sie relativ gute Chancen zu entkommen. Kleinere Vögel (z. B. Stare) lassen sich sofort fallen, größere wie Tauben versuchen ähnlich wie bei Steilstößen durch das Fliegen sehr enger Kurven zu entkommen, auch in diesen Fällen ist der Falke dann meist aufgrund seiner zu geringen Wendigkeit erfolglos.

Diese beiden Grundmuster der Jagd werden vielfältig variiert oder auch kombiniert. Insbesondere außerhalb der Brutzeit jagen die Paare häufig gemeinsam, die Annäherung an einen Beutevogel erfolgt dann in einem gewissen Abstand zueinander, so dass der zweite Falke bei einem Fehlstoß des ersten auf den ausweichenden Vogel nachstoßen kann. Weicht der Vogel nach oben aus, folgt einer der Falken dem Vogel in die Höhe, während der andere (meist das Weibchen) unter dem Beutevogel kreist und ihm so den Weg nach unten abschneidet“

Zur Jagdweise des Habichts schreibt Wikipedia:

„Habichte erjagen ihre Beutetiere überwiegend aus dem bodennahen Flug oder vom Ansitz aus in einem kurzen, schnellen und sehr wendigen Verfolgungsflug direkt auf dem Boden oder im bodennahen Luftraum. Dabei werden natürliche Strukturen wie Hecken, Bäume, im Siedlungsraum aber auch Häuser sehr geschickt für einen gedeckten Anflug genutzt. Seltener werden aus dem hohen Kreisen heraus im Sturzflug Vögel im freien Luftraum oder in Bodennähe angejagt. Im Frühjahr und Sommer suchen Habichte systematisch in höherer Vegetation und auf Bäumen nach Nestern und erbeuten so zahlreiche nestjunge Vögel. Bei kleineren Vogelarten wird dabei häufig das ganze Nest mit Inhalt gegriffen, die leeren Nester sind dann häufig an den Rupfplätzen zu finden. Auch die Jagd zu Fuß wurde bei Habichten beobachtet, dabei werden zum Beispiel Maulwürfe erbeutet, auf dicht bewachsenen Inseln werden so auch brütende Stockenten geschlagen.

Die Beute wird mit den Füßen (Fängen) gegriffen und getötet, die Krallen der sehr kräftigen ersten und zweiten Zehe werden dabei solange in die Beute gebohrt, bis diese aufhört, sich zu bewegen. Im Zusammenwirken mit den relativ langen Beinen ermöglicht diese Tötungsmethode dem Habicht die Nutzung von vergleichsweise sehr großen und wehrhaften Beutetieren.

Habichte ernähren sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fast ausschließlich von kleinen bis mittelgroßen Vögeln und Säugetieren“

Ich kann Ihnen in meinen Natur-Seminaren zwar keinen Wanderfalken oder Habicht garantieren, aber die Tier- und Pflanzenwelt bietet eine grosse Vielfalt an faszinierenden Phänomenen – auch im Mikrokosmos der Insektenwelt. So sehen wir zum Beispiel fast jedes Jahr im Heilpflanzen- und Alpenblumenkurs an der Lenk im Simmental frisch geschlüpfte Libellen auf ihrem Jungfernflug. Es sind vor allem die kleinen Wunder am Wegrand, die man übersieht, solange man sie nicht kennt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Heilpflanzen-Extrakte lindern Halsschmerzen

Mittwoch, Januar 26th, 2011

Die Bundesapothekerkammer in Berlin empfiehl Heilpflanzen-Präparate bei Halsschmerzen.

Kratzen im Hals oder Schmerzen beim Schlucken seien typische Symptome einer Erkältung. «Gegen Halsschmerzen helfen pflanzliche Arzneimittel oft sehr gut», stellt Erika Fink fest, die Präsidentin der Bundesapothekerkammer in Berlin.

Eingesetzt werden beispielsweise Extrakte aus Kamillenblüten oder Lindenblüten, aus Blättern von Salbei, Thymian oder Spitzwegerich und die Heilpflanze Isländisch Moos. Die Extrakte entfalten je nach enthaltener Heilpflanze eine entzündungshemmende und / oder zusammenziehende Wirkung – oder sie bilden eine Schutzschicht auf der gereizten Schleimhaut. Hochkonzentrierte Heilpflanzen-Extrakte sind entweder flüssig oder zu Arzneimitteln wie Dragees weiterverarbeitet. Für Kinder sind auch Präparate ohne Alkohol im Handel.

Wenn Heilpflanzen-Präparate nicht ausreichen, können Schmerztabletten helfen. Schmerzmittel sollten jedoch grundsätzlich nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden. Speziell bei Paracetamol sollten Patienten darauf achten, die Tageshöchstmenge nicht zu überschreiten. Sonst besteht die Gefahr von Leberschäden. Bei Erwachsenen liegt diese Grenze bei vier Gramm täglich. Bei Kindern hängt die Höchstdosis vom Körpergewicht ab. Dauern die Halsschmerzen länger als eine Woche, tritt Luftnot auf oder sind die Beschwerden sehr stark, raten Apotheker zum Arztbesuch.

«Auch Hausmittel können gegen Halsschmerzen helfen. Sie können die medikamentöse Behandlung unterstützen, sollten sie aber nicht ersetzen», erklärt die Apothekerin. Oft empfohlen wird das Gurgeln mit Salbeitee oder Kamillentee. Wer mit Salzwasser gurgeln möchte, kann einen viertel Teelöffel Kochsalz in einem Glas kalten oder warmen Wasser auflösen. Auch das Lutschen von Bonbons lindert Halsschmerzen. Unterstützend wird Betroffenen empfohlen, viel zu trinken, die Raumluft zu befeuchten und nicht zu rauchen.

http://de.news.yahoo.com/26/20110126/thl-pflanzenextrakte-lindern-halsschmerz-b930478.html

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich gibt es viele Heilpflanzen-Präparate, die sich gut gegen Halsschmerzen bewährt haben. Wobei im Einzelfall immer sehr schwierig zu beurteilen ist, ob die Besserung tatsächlich vom eingesetzten Produkt her rührt. Schliesslich bessert Halsweh auch von selbst in der Regel nach spätestens ein paar Tagen.

Wer Heilpflanzen-Präparate in der Apotheke oder Drogerie kaufen will, sollte aber auf einem definierten und garantierten Wirkstoffgehalt bestehen. Nicht wenige Apotheken oder Drogerien verkaufen nämlich – wenn „etwas Pflanzliches“ gewünscht wird – Produkte mit bestenfalls symbolischem Wirkstoffgehalt oder gar ohne jeden Wirkstoffgehalt . Was manchmal meines Erachtens einer Täuschung der Kundin oder des Kunden gleich kommt.

Die immer noch verbreitete Vorstellung, Apotheken und Drogerien verkauften nur Heilmittel mit dokumentierter Wirksamkeit, ist eine Illusion. Den Konsumentinnen und Konsumenten kann man nur raten, sich selber schlau zu machen, damit sie Qualitätsunterschiede erkennen können. Dabei fachliche Unterstützung anzubieten ist ein Hauptanliegen meiner Kurse und Ausbildungen im Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Naturschönheiten & Kräuterwanderungen

Dienstag, Januar 25th, 2011

Wiesenblumen sind Naturschönheiten. Wer ein Auge für sie hat, wird von ihrem Anblick Jahr für Jahr aus neue beglückt. Durch bunte Blumenwiesen wandern, begleitet vom Duft der Wildkräuter und vom Gesang der Grillen und Vögel – das sind Naturerlebnisse, die man immer wieder haben möchte.

Noch schöner, intensiver und faszinierender werden Naturspaziergänge, wenn man sie nach dem Motto erlebt: „Mehr wissen, mehr sehen, mehr erleben“.

Interessiert an dieser Art von Lebensqualität?

Meine Heilpflanzen-Exkursionen und Natur-Seminare bieten Zugang zu vielfältigen Naturbegegnungen. Infos im Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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