Aloe vera verbessert Wundheilung nach Hämorrhoidenoperation

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Die wundheilende Wirkung von Aloe vera-Creme ist jetzt in einer randomisierten Doppelblindstudie bestätigt worden. Iranische Wissenschaftler randomisierten insgesamt 49 Patienten, die sich einer Hämorrhoidenresektion unterzogen hatten, in eine Verumgruppe, die dreimal täglich 3 g einer Aloe-vera-Creme auf die Wunde schmierten, und eine Placebogruppe. In der Verumgruppe verminderten sich die Wundschmerzen (gemessen mit einer 10cm VAS) innerhalb von zwei Tagen von 9,3 auf 1,8 Punkte, in der Placebogruppe nur von 9,2 auf 5,2. Selbst nach 2 Wochen war noch ein Gruppenunterschied erkennbar (1,2 bzw 2,6 Punkte), und das obwohl in der Verumgruppe deutlich weniger Schmerzmittel konsumiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren sämtliche Wunden in der Verumgruppe nach ärztlicher Fremdeinschätzung gut abgeheilt. In der Placebogruppe war dagegen die Hälfte der Wunden noch schwer und entzündet. Es ist keinen Grund ersichtlich, weshalb eine Aloe vera-Creme nur nach Hämorrhoidenoperationen die Wundheilung verbessern sollte. Eine Wundbehandlung mit Aloe vera könnte deshalb zum Standard werden. Dazu wären jedoch vergleichende Studien mit anderen (konventionellen und pflanzlichen) Medikamenten nötig – zum Beispiel mit Kamille oder Ringelblume.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/eigene/fa/index_notiz.php

http://www.liebertonline.com/doi/abs/10.1089/acm.2009.0428

Eshghi et al. J Altern Complement Med 2010

Kommentar & Ergänzung:

Aloe vera wird seit einiger Zeit als Wundermittel vermarktet, das gegen fast alle Beschwerden und Krankheiten helfen soll. Das scheint mir vollkommen absurd. Für die Wirkung von Aloe vera zur Beschleunigung der Wundheilung gibt es aber zunehmend ernst zu nehmende Hinweise aus der Forschung.

Zu der beschriebenen Studie aus dem Iran kommt mir allerdings eine Aussage von Roman Huber in den Sinn, dem Leiter des Zentrums für Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg:

„Bei derartigen Untersuchungen sollte man vorsichtig sein, denn aus dem Iran kommen genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen.“

(siehe: Phytotherapie: Passionsblume – Studien mit unterschiedlicher Qualität)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>