Phytotherapie: Verstopfung bei Kindern

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Eltern verlangen heute vermehrt nach natürlichen Alternativen in der Behandlung ihrer Kinder. Heilpflanzen-Präparate kommen diesem Bedürfnis entgegen. Prof. Karin Kraft hat sich in der Zeitschrift „ Kinderärztliche Praxis“ zu Verträglichkeit, Akzeptanz und Dosierung von Phytotherapeutika in der Kinderheilkunde geäussert:

In ihrem Artikel kommt sie auch auf das Thema Verstopfung (Obstipation) zu sprechen:

„Bei der Obstipation des Kindesalters sind zunächst morphologische Anomalien auszuschließen, die kaum auf Phytotherapie ansprechen. Funktionelle Störungen und die so genannte „habituelle“ Obstipation sollten kombiniert, d.h. mit Phytotherapie, aber auch mit Stuhltraining, Ernährungsumstellung und Bewegung behandelt werden. Phytotherapeutisch eignet sich nicht geschroteter Leinsamen (1,5 Esslöffel pro Tag). Für die Volumenzunahme, die für den Dehnungsreiz verantwortlich ist, sind pro Esslöffel 150ml Flüssigkeit erforderlich. In gleicher Weise wirken Flohsamen(-schalen). Anthranoid-Drogen wie Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Aloe und Sennesfrüchte und -blätter sollten im Kindesalter möglich gemieden werden, insbesondere auch in der Langzeitanwendung.“

Kinderärztliche Praxis, Heft 05, 2008 Jahrgang 79

Seite: 282-289

Autor: Prof. Dr. med. Karin Kraft

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Dr. med. Karin Kraft ist Inhaberin des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Rostock und eine wichtige Vertreterin der universitären Phytotherapie im deutschsprachigen Raum.

Ergänzt werden könnte noch:

– Flohsamen quellen stärker als Leinsamen. An stärksten quellen die Flohsamenschalen. Die Quellungszahlen: Leinsamen 4, Flohsamen mindestens 10, Flohsamenschalen mindestens 40. Die Quellungszahl gibt an, um welchen Faktor sich das Volumen beim Quellen in Wasser vergrössert.

Die Quellungszahl 4 von Leinsamen bedeutet beispielsweise: 1 g Leinsamen ergeben beim Quellen in Wasser nach vier Stunden 4 Mililiter Volumen, bestehend aus Leinsamen inklusive dem anhaftenden Schleim.

Sinnvoll wäre es, bei höheren Quellzahlen wie bei den Flohsamenschalen auch mehr wässrige Flüssigkeit zuzuführen. Milch eignet sich nicht zur Quellung von Schleimpflanzen.

– Anthranoid-Drogen wie Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Aloe, Sennesfrüchte und Sennesblätter sollten auch im Erwachsenenalter nicht zur Langzeitanwendung eingesetzt werden. (Als „Drogen“ werden in diesem Zusammenhang „getrocknete Heilpflanzen“ bezeichnet).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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