Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit?

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Die Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) ist eine sukkulente Pflanze, welche in den arktischen Regionen heimisch und auch in manchen Gebirgsregionen Europas und Asiens zu finden ist. Verwendet wird der Wurzelstock (Rhizom) in Form von standardisierten Extrakten. Als Wirkstoffe enthält Rosenwurz Phenylpropane (Rosavine) und Phenylethylderivate (v.a. Rhodiolosid), ausserdem Flavonoide, Phytosterole und Phenolcarbonsäuren.

Die Rosenwurz wird seit langem als Heilpflanze verwendet, früher beispielsweise von den Wikingern, um Kraft, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungen zu steigern, aber auch zur Förderung der Fruchtbarkeit.

In mehreren kontrollierten klinischen Studien erhöhten Rosenwurz-Extrakte die physische Kraft und Ausdauer und linderten Symptome von Asthenie sowie von verschiedenen neurologischen Beschwerden. Weil die meisten Untersuchungen entweder in slawischer oder skandinavischer Sprache publiziert wurden, blieben die Resultate im übrigen Europa weitgehend unbekannt. Zudem fehlen kontrollierte klinische Studien nach modernen Standards.

In Russland und in Schweden ist Rhodiola rosea seit Jahrzehnten als pflanzliches Medizinprodukt etabliert. Als Adaptogen wird es heute hauptsächlich zur Steigerung der physischen und psychischen Ausdauer und bei Asthenie eingesetzt, aber auch zur Linderung von Altersbeschwerden.

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt, wahrscheinlich beeinflussen die Inhaltsstoffe den Neurotransmitter-Stoffwechsel. Auch ein Schutz vor freien Radikalen wird als Wirkmechanismus diskutiert.

Tagesdosis für Rosenwurz-Extrakt:

1%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 360 – 600 mg

2%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 180 – 300 mg

3.6%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 100 – 170 mg

(bis zu 4 Monate lang).

In den Studien zeigten sich unter den beschriebenen Dosierungen keine Nebenwirkungen. Bei extrem hoher Dosierung kann es zu Unruhe und Schlaflosigkeit kommen.

Literatur:

– Van Wyk, Wink, Wink, Handbuch der Arzneipflanzen, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2004

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=1872&NMID=1872&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Interessieren würde mich, woher genau bekannt ist, wofür die Wikinger Rosenwurz verwendet haben (Originalquellen).

Rosenwurz ist eine interessante Heilpflanze, deren Wert für die Phytotherapie zur Zeit aber noch schwer zu beurteilen ist.

Das erwähnte „Handbuch der Arzneipflanzen“ finden Sie im Buchshop.

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