Chronische Verstopfung – was hilft?

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In der Medical Tribune 41 / 2010 fasst Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer von der Medizinischen Universität Graz eine neue Metaanalyse zur Therapie der Obstipation (Verstopfung) zusammen:

„Eine systematische Auswertung von zwischen 1966 und Oktober 2009 publizierten Studien ergab die folgenden Empfehlungen: Als ‚uneingeschränkt nützlich’ können Macrogole gelten, die zu den osmotischen Laxanzien gehören. An diese großen Moleküle (Polymere) lagern sich Wassermoleküle an, wodurch der Stuhl weicher wird. ‚Wahrscheinlich nützlich’ sind die osmotischen Abführmittel Lactitol und Laktulose sowie das pflanzliche Laxans Plantago psyllium (Flohsamen). Eine ballaststoffreiche Kost, d.h. eine Nahrung mit vielen Pflanzenfasern (eventuell ergänzt durch Joghurt), gilt nach der vorliegenden Metaanalyse ebenfalls als ‚wahrscheinlich nützlich’, um den Stuhl weicher zu machen und die Defäkation zu erleichtern. Schon eine entsprechende Ernährungsberatung wird als ‚womöglich hilfreich’ eingestuft. Sonstige allgemeine Maßnahmen wie die vermehrte Flüssigkeitszufuhr oder mehr Bewegung ließen sich mangels gezielter Studien nicht beurteilen.“

Dass der Flohsamen in dieser Metaanalyse gut wegkommen erstaunt nicht. Der Flohsamen gehört zu den Heilpflanzen, die in den letzten Jahren intensiv untersucht wurden, nicht nur bei Verstopfung, auch als Darmregulans bei Reizdarm.

Ungewiss sei laut der vorliegenden Auswertung der Nutzen salinischer oder stimulierender Abführmittel (z. B. Bisacodyl, Senna). Diese Aussage dürfte sich auf den langfristigen Nutzen bei chronischer Verstopfung beziehen. Kurzfristig sind die erwähnten Abführmittel nämlich zum Teil drastisch wirksam. Salinische Abführmittel kennt man landläufig als Glaubersalz oder Bittersalz vor Fastenkuren. Bisacodyl (Dulcolax) und Senna sind beides dickdarmwirksame Abführmittel.

In der Phytotherapie gelten Sennesblätter und Sennesfrüchte als starke Abführmittel, die als Nebenwirkung auch zu Krämpfen führen können und die nicht geeignet sind für Dauergebrauch.

Quelle:

www.medical-tribune.at

Metaanalyse: S. Müller-Lissner et al., Clin Evid. 2010; 0

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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