Archive for September, 2010
Freitag, September 24th, 2010
Professionelle Heilpflanzen-Anwendungen sollen wieder mehr Gewicht bekommen in der Krankenpflege – in Spitex, Pflegeheimen und Kliniken. Von den zahlreichen Gründen, die für eine solche Innovation sprechen, sollen hier einige zusammen gefasst werden:
Der Einsatz von Heilpflanzen in der Pflege entspricht einem breiten Bedürfnis der Patientinnen und Patienten nach naturheilkundlichen Ergänzungen in der Medizin. Das deutliche Ja der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Vorlage «Zukunft mit Komplementärmedizin» hat dies einmal mehr aufgezeigt.
Phytotherapie ist in der Bevölkerung breit akzeptiert, weil sie tief in unserer Kultur verwurzelt ist.
Im Vergleich zu anderen Methoden ist sie zudem ideologisch unbelastet und ihre Wirkungen sind wissenschaftlich erklärbar.
Heilpflanzen sind nicht nur bei älteren Generationen gefragt («Grossmutters Kräutermedizin»).
Auch junge Familien sind häufig sehr offen für Angebote aus der Naturheilkunde.
Einfache Heilpflanzen-Anwendungen können insbesondere bei leichteren Beschwerden eine gute Wirkung zeigen, und dies oft bei sehr günstigem Kosten/Nutzen-Verhältnis.
In einer Zeit, die von zunehmender Technisierung geprägt ist, kommt die menschliche Seite der Pflege im Empfinden der Patientinnen und Patienten bisweilen etwas zu kurz. Bei bestimmten phytotherapeutischen Anwendungen erlangen die Patientinnen und Patienten Aufmerksamkeit und Zuwendung von hoher Qualität. Ferner können sie aktiv mitwirken und in einem definierten Rahmen Einfluss nehmen auf ihre Therapie. Das wirkt sich positiv auf den Heilungsvorgang aus und auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Behandlungsprozess (Compliance).
Für die Pflegenden eröffnet die Option, neben der selbstverständlich prioritären medizinischen Behandlung phytotherapeutische Anwendungen einzusetzen, mehr eigenständige Handlungsmöglichkeiten. Ihre Arbeit wird dadurch noch interessanter und befriedigender. Dies kann zu einer Aufwertung der Pflegetätigkeit beitragen, was beim zunehmenden Mangel an qualifiziertem Personal vor allem in der Langzeitpflege sehr förderungswürdig ist.
Ärztinnen und Ärzte werden in manchen Situationen von Bagatellfällen überschwemmt, für die es kein langjähriges Medizinstudium braucht. Phytotherapeutisch ausgebildete Pflegepersonen können – in enger Kooperation mit den medizinischen Diensten – in solchen Bereichen entlasten.
Mediziner/-innen können dadurch mehr Aufmerksamkeit auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen richten.
Angesichts des ausgewiesenen Bedürfnisses grosser Bevölkerungsteile nach naturheilkundlichen Ergänzungen ergeben sich für unternehmerisch orientierte Institutionen im Gesundheitswesen mit der Einführung eines Phytotherapie-Konzepts interessante Wettbewerbsvorteile.
Weitere Pluspunkte für Phytotherapie in der Pflege:
Gute Gründe für Phytotherapie in der Spitex
Noch umfassender orientiert das “Dokument Phytotherapie in der Pflege“.
Falls Sie als Pflegeperson an der Innovation „Phytotherapie in der Pflege“ mitwirken wollen, finden Sie am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ in Winterthur eine fundierte Phytotherapie-Ausbildung.
Patienten und Angehörige können Phytotherapie in der Pflege sehr unterstützen, wenn sie bei den Leitungen der Pflegeorganisationen nach diesem Angebot fragen und Pflegefachleute darauf aufmerksam machen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Teamweiterbildung für Spitex-Organisationen
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Ausbildungen, Exkursionen, Gesundheitswesen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Klinik, Komplementärmedizin, Krankenpflege, Kräutermedizin, Kurse, Langzeitpflege, Medizin, Medizinstudium, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Spitex
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Freitag, September 24th, 2010
Egal ob Spinnenphobie, Panikattacke oder generalisierte Angststörung: Bis zu ein Viertel aller Deutschen erkrankt irgendwann im Leben an einer Angststörung. Seit Februar steht in Deutschland ein Arzneimittel mit Lavendelöl als Behandlungsoption zur Verfügung.
Angst zu haben ist per se nicht krankhaft, sondern sogar überlebenswichtig. Denn wer keine Angst hat, bewertet wichtige Entwicklungen falsch und trifft Entscheidungen, die lebensbedrohliche Folgen haben können. »Angst wird zur Krankheit, wenn sie unangemessen stark ist, zu häufig und zu lange auftritt, zu Kontrollverlust führt und wenn Angstsituationen zu Vermeidungssituationen werden«, sagte Professor Dr. Siegfried Kasper von der Medizinischen Universität Wien auf einer Presseveranstaltung der Firma Spitzner Arzneimittel in Hamburg. Charakteristische Symptome bei Angst und bei Angststörungen sind Herzrasen, Schwitzen und Schwindel. Oft treten jedoch auch Anzeichen auf, bei denen man nicht sofort an eine Angststörung denkt, etwa Rückenschmerzen oder veränderte Darmaktivität und Blasentätigkeit. In Anbetracht der sehr kleinen Spontanheilungsrate sei es ein Wunschdenken, dass die Angststörung einfach so wieder verschwinde. Was geschieht, wenn nicht behandelt wird? Der Mediziner nannte drei Stichworte: Chronifizierung, Verschlechterung und Begleiterkrankungen.
In der Behandlung komme es hauptsächlich darauf an, früh zu intervenieren. Am besten geeignet sei eine Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Therapie. Bei Letzterer kommen oft Antidepressiva oder Benzodiazepine zum Einsatz. »Die Nebenwirkungen können unglaublich vielfältig sein«, betonte Dr. Volker Schmiedel von der Habichtswald-Klinik in Kassel. Zudem sei es sogar möglich, dass bei diesen medikamentösen Therapien Angst oder eine Verstärkung der Angst als Nebenwirkung auftreten. Er brach deshalb eine Lanze für pflanzliche Alternativen. »Wenn Angst und Depression gleichzeitig auftreten, dann setze ich gerne Johanniskraut-Präparate ein«, erklärte der Mediziner. Bei Angst ohne Depression habe er mit Johanniskraut aber keinen guten Erfolg gesehen. Das Lavendelöl-haltige Präparat Lasea® bietet Schmiedel zufolge eine interessante Behandlungsoption.
Lavendelöl: Angriff am Calciumkanal
Das neu entwickelte Phytopharmakon enthält als Wirkstoff 80 mg Lavendelöl in einer Weichgelatinekapsel. Die wichtigsten Inhaltsstoffe, Linalool und Linalylacetat, lassen sich pharmakologisch am besten als Calciumantagonisten an speziellen Calciumkanälen der Nervenzellen beschreiben, so der Geschäftsführer von Spitzner Arzneimittel, Dr. Traugott Ullrich. Wird der Einstrom von Calciumionen in Nervenendigungen vermindert, so wird die Ausschüttung erregender Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin gebremst und damit die natürliche Reizfilterfunktion zwischen den Nervenzellen bei der Informationsweitergabe verbessert.
»Im Vergleich zu anderen Phytos, etwa Baldrian, ist die angstlösende Wirksamkeit des Präparates durch Studien belegt«, erklärte Professor Dr. Hans-Peter Volz vom Krankenhaus Schloss Werneck. Der Mediziner stellte die Resultate von drei randomisierten Doppelblindstudien vor. In den Studien zeigten die Lavendelöl-haltigen Kapseln sowohl ihre signifikante Überlegenheit im Vergleich zu Placebo als auch eine vergleichbare angstlösende Wirksamkeit gegenüber Lorazepam in seiner typischen Anfangsdosierung (0,5 mg). Der Wirkeintritt zeigte sich in den Studien relativ schnell, etwa nach ein bis zwei Wochen. »Kein sedierender Effekt, kein Hinweis auf Gewöhnung oder Abhängigkeitspotenzial«, fasste Volz weitere Eigenschaften des Lavendelöl-Präparates zusammen. Laut Fachinformation wurde bei 7 Prozent der Patienten Aufstoßen und bei 2 Prozent der Patienten Übelkeit als Nebenwirkung festgestellt.
Nicht mit Benzos kombinieren
Als Heilmittel zugelassen ist Lasea für Erwachsene mit Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung. Als Dosierung wird eine Kapsel pro Tag empfohlen. Weil die Einnahme von Lavendelöl die Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinflussen könnte, die über den GABA-Rezeptor wirken, etwa Barbiturate und Benzodiazepine, sollte das Phytopharmakon nicht gleichzeitig mit solchen Medikamenten eingenommen werden. Auch während Schwangerschaft und Stillzeit ist das Mittel tabu.
»Wir richten uns mit dem Präparat vor allem an Patienten mit beginnender Angststörung und an solche, die keine Psychopharmaka einnehmen wollen«, erklärte Ullrich. Ein aktives Ausschleichen von Benzodiazepinen mit Lavendelöl empfehlen wir ausdrücklich nicht, sagte der Geschäftsführer von Spitzner Arzneimittel. Er betonte, dass ein solches Ausschleichen in die Hand eines erfahrenen Arztes gehöre.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35169&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Lavendelöl ist in Phytotherapie und Aromatherapie als Beruhigungsmittel und als Mittel gegen Schlafstörungen schon seit längerer Zeit gut etabliert. Die Wirkung von Lavendelöl gegen Angst ist dagegen erst in den letzten Jahren intensiver erforscht worden. Die Lasea Lavendelölkapseln sind ein Produkt dieser Forschung.
Das ist eine Bereicherung für die Phytotherapie. Es ist zu hoffen, dass dieses Heilpflanzen-Präparat bald auch in der Schweiz in den Handel kommt.
Die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl werden detailliert beschrieben in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Angst, Angstlöser, Angststörung, Antidepressiva, Aromatherapie, ätherische Öle, Aufstossen, Baldrian, Barbiturate, Benzodiazepine, Beruhigungsmittel, Blasentätigkeit, Calciumantagonisten, Calciumkanal, Darmaktivität, Depression, GABA-Rezeptor, generalisierte Angststörung, Gesundheitsberufe, Habichtswald-Klinik, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Herzrasen, Johanniskraut, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lasea®, Lavendelöl, Linalool, Linalylacetat, Lorazepam, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, Neurotransmitter, Noradrenalin, Palliative Care, Panikattacke, Pflege, Pflegeheim, Phytopharmakon, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Psychopharmaka, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Schmerzen, Schwangerschaft, Schweiz, Schwindel, Schwitzen, Serotonin, Spinnenphobie, Spital, Spitex, Stillzeit, Übelkeit, Unruhezustände, Verhaltenstherapie, Weiterbildung, Winterthur, Zürich
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Freitag, September 24th, 2010
Nach Stoß, Stauchung, Prellung und Quetschung heißt der Grundsatz vorerst PECH – Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Danach kann man Schmerz, Schwellung und Hämatom ausgezeichnet mit äusserlich anwendbaren Heilpflanzen zu Leibe rücken.
Bei stumpfen Verletzungen wie Hämatom (Bluterguss), Distorsion (Verstauchung), Kontusion (Prellung) sind Phytotherapeutika ähnlich wirksam wie synthetische Medikamente, schreibt Professor Dr. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock.
Auch bei Phytotherapeutika auf Nebenwirkungen achten
Zubereitungen aus Arnikablüten beispielsweise wirken entzündungshemmend, resorptionsfördernd, hyperämisierend und schmerzstillend. Wegen des Risikos einer Kontaktdermatitis sollte Arnikatinktur nur 3- bis 10-fach verdünnt eingesetzt werden. Die im Handel befindlichen Fertig-Externa sind schon gebrauchsfertig. Auch sie sollten jedoch grundsätzlich nicht mit offenen Wunden in Kontakt kommen.
Die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten mit Beinwell ( = Wallwurz, Symphytum officinale) bei stumpfen Verletzungen wurde nach Angaben der Expertin in mehreren Studien belegt. Zubereitungen aus der Beinwell-Wurzel sollten wegen der darin in geringen Mengen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sicherheitshalber nicht länger als 4-6 Wochen pro Jahr und nicht auf verletzter Haut eingesetzt werden. Beinwell hemmt Entzündungen, fördert die Durchblutung und hat abschwellende und schmerzstillende Effekte.
Campher wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Die 10 -20%igen halbfesten Campher-Zubereitungen sollten dick aufgetragen und in die Haut einmassiert werden. Besonders empfiehlt sich eine Kombination mit durchblutungsfördernden ätherischen Ölen wie Eukalyptusöl oder gereinigtem Terpentinöl, da dadurch die Resorption noch gesteigert wird.
Auch feucht-heiße Heublumen-Kompressen werden mit Erfolg bei Kontusion und Kompression eingesetzt. Sie werden erhitzt über Wasserdampf und dann wieder abgekühlt auf 40° C. Über die Kompresse kommt zuerst ein Leinentuch und dann ein Wolltuch. Nach der 30- bis 60-minütigen Heublumen-Anwendung sollte man 30 min Bettruhe einhalten.
Verbände mit Johanniskrautöl (Rotöl) können bei Hämatomen (Blutergüssen) die Resorption fördern. Arzneimittelinteraktionen (Wechselwirkungen) wie bei den oralen Johanniskraut-Zubereitungen sind hier nicht zu erwarten.
Pfefferminzöl-Zubereitungen (bis maximal 10 % Menthol) wirken schmerzstillend und durchblutungsfördernd bei Kontusionen. Die Externa werden mehrmals pro Tag dünn aufgetragen.
Heilpflanzen-Extrakte kühl lagern und kombiniert anwenden
Rosskastaniensamen-Zubereitungen bewährend sich bei Distorsion (Verstauchung) und Hämatom (Bluterguss) und wirken gegen Ödeme. Sie müssen mehrmals pro Tag dünn aufgetragen und gut einmassiert werden.
Grundsätzlich sei es sinnvoll verschiedene Heilpflanzen-Extrakte kombiniert anzuwenden, schreibt Prof. Kraft. Durch Lagerung der Externa im Kühlschrank (nicht im Eisfach) lässt sich ein zusätzlicher kühlender Effekt erzielen.
Quelle:
MTD, Ausgabe 20 / 2010 S.8, MW
http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/26444/
Karin Kraft, Zeitschrift für Phytotherapie 2010; 31: 93-94
Kommentar & Ergänzung:
Das ist ein guter Überblick über Heilpflanzen bei stumpfen Verletzungen. Pro. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock ist eine profunde Kennerin der Phytotherapie.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung
Was unterscheidet Esoterik von Spiritualität und was hat das mit Religiosität und Mystik zu tun? Warum importieren Europäer Weisheit lieber aus dem Osten? Mit profunder Sachkenntnis und unerschütterlichem Humor erklärt Wolf Schneider Geheimnisse, Irrtümer und Wahrheiten der Esoterik. Ein unentbehrlicher Ratgeber für alle, die sich auf der Suche nach Sinn verirrt haben. Zum Shop

Kommentar:
Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer
Wolf Schneider war 23 Jahre lang Redakteur der esoterischen Monatszeitschrift „connection“. Er kennt sich in dieser Szene also bestens aus. Zu seiner Motivation, ein Lexikon über esoterische Irrtümer zu schreiben, sagt er im Vorwort:
„Hintergrund meines Hochmutes, über einen solch delikaten Bereich zu schreiben, sind 23 Jahre Redaktion einer Zeitschrift, die die esoterische Szene Monat für Monat beobachtet und beschreibt. Diese 23 Jahre sind auch Jahre der Übersättigung mit spirituellen Phrasen und Halbwahrheiten, mit Unverdautem und Missverstandenem. Der typische Esoteriker ist nett, mitfühlend, optimistisch, neugierig und aufgeschlossen, aber leider auch sehr leichtgläubig. Vertrauen, Herzlichkeit und Hingabe werden in dieser Szene so hoch gehandelt, dass sie oft in Leichtsinn und Blauäugigkeit kippen. Währenddessen werden Intellekt und Unterscheidungsvermögen diskreditiert, so dass Phrasendrescher und somit die Verkäufer des Halbwahren bei ihren Anhängern allzu oft ein leichtes Spiel haben.“
Schneider kommentiert knapp 300 esoterische Begriffe von A – Z, die „leicht noch um weitere 100 und mehr ergänzt werden können. Irrtümer gibt es genug. Doch ich wollte hier nur die gängigsten und typischsten aufführen – und die, die mir am meisten auf die Nerven gehen.“
Einer dieser Eso-Begriffe ist das Wort „Energie“. Schneider schreibt dazu:
„ So schwammig und diffus das Wort ‚Energie’ unter Esoterikern ist, so beliebt ist es. Dass alles Energie ist, hat man bei Einstein gelernt. Man ist damit also sehr modern und eng mit der Wissenschaft verbunden. Das wendet man nun an auf Ahnungen, Gefühle, Spekulationen, die Verquickung von Traum und Wirklichkeit und das Einschmelzen aller Grenzen, mit dem Ergebnis, dass kaum ein Satz, in dem das Wort ‚Energie’ vorkommt, wirklich richtig, aber auch keiner völlig falsch ist. Deshalb kann man sich solche Sätze auch sparen.“
Natürlich ist nicht jeder der 300 Kommentare gleich ergiebig. Schneider trifft aber meines Erachtens mit seiner Kritik oft einen zentralen Punkt und er bringt kluge Argumente. Dass er dazu noch mit einer Prise Humor schreibt, macht das kleine Buch angenehm lesbar.
Esoterische Theorien sind in den letzten Jahren zunehmend auch in die Bereiche Naturheilkunde & Pflanzenheilkunde eingedrungen. Sie beeinflussen damit auch die Vorstellungen über Heilpflanzen. Erschütternd ist dabei allerdings, wieviel Leichtgläubigkeit und Naivität sich damit auch ausbreitet. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass mit dem „Kleinen Lexikon esoterischer Irrtümer“ ein Insider der Esoterik-Szene kritische Fragen stellt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, September 24th, 2010
Verlagsbeschreibung
Christoph Bördlein führt uns anhand vieler Beispiele aus Wissenschaft und Alltag ins skeptische, wissenschaftliche Denken ein. Allgemeinverständlich und unterhaltsam erklärt er, wie Wissenschaft als Methode, Thesen zu überprüfen, funktioniert. Ausführlich werden Möglichkeiten, sich zu täuschen, vorgestellt und Strategien, nicht in solche Fallen zu tappen, aufgezeigt. Auch die (relativistische) Kritik an Wissenschaft wird erörtert; letztlich plädiert der Autor jedoch für skeptisches Denken als brauchbare Grundlage, um richtige Entscheidungen zu treffen. Zum Shop

Kommentar
Das sockenfressende Monster aus der Waschmaschine
Wir werden überschwemmt mit Behauptungen und Versprechungen, auch in den Bereichen Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin. In dieser Situation ist es ausserordentlich wichtig zu wissen, wie man Behauptungen und Versprechungen auf ihre Richtigkeit überprüfen kann. Nur: Wo lernen wir eigentlich so etwas? Es scheint, als ob die wichtigsten Instanzen in unserer Sozialisation mehr Interesse daran haben, dass wir fraglos glauben, was uns aufgetischt wird, als dass wir es kritisch hinterfragen. Christoph Bördlein zeigt, an welchen Punkten wir anfällig sind für Täuschungen und wie man Vermutungen, Versprechungen und Behauptungen prüft – auch solche über Heilpflanzen. Ein sehr nützliches und empfehlenswertes Buch.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, September 24th, 2010
Verlagsbeschreibung
Ein originelles, reich illustrierte Lesebuch
für alle, die an Geschichte und Kultur der
Schweizer Alpen interessiert sind, und für die Liebhaber der Medizin Zum Shop

Kommentar:
Kräuter, Kröpfe Höhenkuren – Die Alpen in der Medizin – Die Medizin in den Alpen
Dieses ansprechende Buch beschreibt die Entwicklung der Alpen zur Therapielandschaft, wie sie ab dem 18. Jahrhundert stattfand.
Das erste Kapitel schildert die Aufwertung der Alpen durch die Berichte von Gelehrten wie Konrad Gessner, Johann Jacob Scheuchzer und Albrecht von Haller. Weil diese Gelehrten alle zugleich praktizierende Ärzte waren, richteten sie ihre Aufmerksamkeit auch auf die gesundheitsfördernden Aspekte der Bergwelt.
Die Entdeckung der Alpenwelt zu Beginn des 18. Jahrhunderts förderte gleichzeitig die Erforschung und Nutzung der einheimischen Pflanzenwelt als Arzneimittel. Die vorher beliebten exotischen Produkte gerieten dagegen in den Hintergrund. Heilpflanzen aus dem Alpenraum wurden in ganz Europa populär. Auch Alpentiere wurden zunehmend als Arznei verarbeitet, allen voran Bären, Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere. In der „Bergapotheke“ fanden auch mineralische Produkte Verwendung, allem voran der Bergkristall. Er wurde meist pulverisiert und als Mittel gegen Ruhr und Magenschmerzen eingenommen.
Das zweite Kapitel beschreibt eindrücklich den Aufstieg der Bergquellen und Badekuren am Beispiel von St. Moritz, Pfäfers, Leukerbad und Disentis.
Die höchstgelegene Heilquelle der Schweiz in St. Moritz (1770 Meter ü. M.) wurde von Paracelsus in seinem 1537 erschienenen Werk von den „Steinkrankheiten“ zur Trinkkur empfohlen. Die Kranken mussten auf dem Höhepunkt der Kur damals bis zu 10 Liter Quellwasser pro Tag trinken.
Das dritte Kapitel schildert die Verwendung von Milch und Milchprodukten in der Therapie. Die Alpenmilch galt immer mehr als besonders gesund – eine Ansicht, die in der Gegenwart ihre wissenschaftliche Bestätigung gefunden hat. Molkekuren und Kuhstallduft galten als heilsam.
Das vierte Kapitel handelt von den gesunden Reizen von Höhenluft und Höhensonne. Im 19. Jahrhundert galt die Alpenluft als besonders heilsam. Die Blütezeit der Luftkuren kam erst nach den Bade- und Molkekuren. Noch während langer Zeit galt „ozonreiche Luft“ dabei als Wettbewerbsvorteil. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Sonnentherapie im Hochgebirge auf. Eingeführt wurde sie von Oscar Bernhard. Als Chefarzt am Kreisspital Samedan im Oberengadin beobachtete er, wie die einheimischen Bauern Fleisch an Luft und Sonne trockneten und so vor Fäulnis bewahren konnten. Dies führte ihn zur Idee, die schlecht heilende Wunde eines Patienten der Sonnenbestrahlung auszusetzen.
Das fünfte Kapitel beschreibt die medizinische Diskussion um die „Schweizer Krankheit“. So wurde das Heimweh genannt, das unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „Nostalgia“ im Jahre 1688 Eingang in die medizinische Diskussion fand. Es soll Schweizer befallen, die weit ab von ihrer Heimat leben müssen. Die medizinischen Autoritäten des 18. Jahrhunderts entwickelten jeweils eigene Erklärungen für dieses Phänomen. Johann Jacob Scheuchzer zum Beispiel sah den Grund für das Heimweh in der dicken Luft im Unterland, die den Bergbewohnern die Adern zusammen presse und das Herz beschwere.
Das sechste Kapitel dreht sich um die alpinen Therapien in der Literatur. Die medizinische Bedeutung der Schweizer Berge schlägt sich auch in der Literatur nieder. Das wird im Buch „Kräuter, Kröpfe, Höhenkuren“ an drei Beispielen aufgezeigt: Johanna Spyris „Heidi“ (1880/81), „Der Zauberberg“ von Thomas Mann (1924) und „Die Künstliche Mutter“ von Hermann Burger (1982).
Das siebente Kapitel schildert die gesundheitlichen Probleme der Alpenbewohner (z.B. Unfälle, Kropfbildung, schwierige Geburten, Infektionskrankheiten wie Pest und Pocken).
Das achte Kapitel beschreibt die Geschichte der Hilfe am Berg, der Rettung für Reisende und Alpinisten.
Alle diese spannenden Themen stellt das Buch mit Originaltexten aus der damaligen Zeit und mit alten Fotos, Zeichnungen und Plakaten vor. Wer sich für die Alpen und ihre Nutzung als Quelle der Gesundheit interessiert, wird dieses anregende Werk mit viel Gewinn lesen. Mich selber hat das Kapitel über Heilpflanzen aus der Bergapotheke sehr angesprochen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, September 24th, 2010
Verlagsbeschreibung
Unsere Haut ist ein faszinierendes Phänomen. Robert Musil nannte sie im „Mann ohne Eigenschaften“ den „Reisesack des Lebens“. In diesem kleinen Werk zum Thema „Phänomen Haut“ stehen nicht die anatomischen und physiologischen Aspekte der Haut im Zentrum. Dazu gibt es eine grosse Fülle exzellenter Fachliteratur. Viel weniger bekannt, aber mindestens so faszinierend, sind die geschichtlichen, philosophischen und psychologischen Facetten der Haut.
Anregend und nützlich ist die Auseinandersetzung mit diesen weniger bekannten Seiten unserer Haut für alle Heil- und Pflegeberufe, sei es aus Medizin oder Naturheilkunde.
Menschen mit Hauterkrankungen ergibt sich dadurch vielleicht die Gelegenheit, ihre Haut aus ganz anderer Perspektive zu betrachten.
Aber schlussendlich tragen wir ja alle unsere Haut mit uns – oder sind unsere Haut, wie Sie im Teil A von „Phänomen Haut“ erfahren können.
Lernen Sie Ihre Haut kennen!
Teil A beschreibt die lange Geschichte der Haut als Grenze.
Teil B stellt Zusammenhänge zwischen Haut und Psyche vor.
Teil C ist ganz dem faszinierenden Thema „Berührung“ gewidmet.
Martin Koradi leitet in Winterthur am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ Lehrgänge für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde, Medizin, Pharmazie und Drogerie.
Er führt offene Exkursionen und Kurse für alle am Thema „Heilpflanzenkunde“ interessierten Personen durch und leitet das „Forum Naturheilkunde und Philosophie“. Zum Shop

Tags: Berührung, Buchshop, Buchtipp, Die Haut im Wandel der Zeit, Drogerie, Erkrankungen, Forum, Forum Naturheilkunde und Philosophie, Geschichte, Haut, Haut und Psyche, Hauterkrankungen, Heil- und Pflegeberufe, Heilen, Heilpflanzen, Heilpflanzenkunde, Krankenpflege, Martin Koradi, Medizin, Naturheilkunde, Phänomen Haut, Pharmazie, Philosophie, Phytotherapie, Psyche
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Freitag, September 24th, 2010
Verlagsbeschreibung
„Phänomen Frau“ im Wandel der Zeit bietet faszinierende, oft überraschende, an manchen Stellen auch ungemütliche oder gar ärgerliche Einblicke. Erzählt wird hier die Geschichte der Deutung des „Phänomens Frau“ durch die abendländliche Heilkunde und Philosophie. Vor allem am Beispiel der Menstruation lässt sich zeigen, wie natürliche Körpervorgänge dazu dienten, Frauen generell als krank oder gar defekt hinzustellen. Das geschah über die Jahrhunderte hinweg auf sehr unterschiedliche Weise – immer aber schön passend zum jeweiligen „Zeitgeist“. Martin Koradi schildert diese Zusammenhänge von der Antike bis in die Gegenwart. Medikalisierung als Krankerklärung der normalen Frau ist auch heute noch (und wieder zunehmend) ein wichtiges Thema.
Ans Herz gelegt werden soll diese kleine Einführung in die Kulturgeschichte der Frauenheilkunde besonders Fachleuten aus Medizin, Krankenpflege und Naturheilkunde. Profitieren von der Auseinandersetzung mit diesem Thema werden aber auch alle Männer und Frauen, die am Verhältnis von Mann und Frau in Vergangenheit und Gegenwart interessiert sind. Und wer ist davon nicht schon in irgendeiner Form betroffen?
Martin Koradi leitet in Winterthur am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ Lehrgänge für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde und Medizin. Er führt offene Exkursionen und Kurse für alle am Thema „Heilpflanzenkunde“ interessierten Personen durch und leitet das „Forum für Naturheilkunde und Philosophie“.
Kursinfo: www.phytotherapie-seminare.ch
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Freitag, September 24th, 2010
Verlagsbeschreibung
Paul U. Unschuld bietet in diesem Buch erstmals eine vergleichende Darstellung der Grundideen europäischer und chinesischer Heilkunst von der Antike bisin die Gegenwart. Das Buch vertritt die provozierende These, daß die grundlegendenmedizinischen Theorien nicht aus der medizinischen Beobachtung des menschlichenKörpers erwachsen konnten und stellt die Frage, welche anderen Faktorenzur Entstehung dieser Theorien beigetragen haben könnten. Das Bild, dassich der Mensch von seinem Körper macht, bedurfte stets eines Vorbildsaußerhalb dieses Körpers. Die Anregungen zur Deutung des menschlichen Organismusentstammen immer der Lebensumwelt und den Lebenserfahrungen der Menschen.Eine medizinische Theorie gilt als “wahr”, wenn sie die Lebensumwelt unddie Lebenserfahrung der Menschen widerspiegelt und gleichzeitig die Kenntnissevon den realen Strukturen des Körpers mit einbezieht. Wenn die “Wahrheit”medizinischer Theorien eng mit den verschiedenen Lebenswelten zusammenhängt,in denen sie entworfen werden, stellen sich Fragen: Darf dann die Gesundheitspolitik der gesamten Bevölkerung ein einziges medizinisches Ideensystem vorschreiben? Wird die “chinesische Medizin” in China und in der westlichen Welt langfristigeine Bedeutung als eigenständige Therapieform erlangen können? Welche Auswirkungenhat die Globalisierung auf das medizinische Denken? Zum Shop

Kommentar:
Was ist Medizin? – Westliche und östliche Wege der Heilkunst
Der Medizinhistoriker und Sinologe Paul U. Unschuld ist ein profunder Kenner der alten westlichen und chinesischen Heilsysteme. Dieses Buch ist aber nicht einfach ein medizinhistorisches Nachschlagewerk mit Jahreszahlen und Namen berühmter Ärzte. Unschuld schildert detailliert, wie das medizinische Denken in China entstand und die antike Viersäftelehre in Griechenland als Ursprung der abendländischen Medizintheorie. Unschuld zeigt, dass sowohl die westliche als auch die chinesische Medizintheorie aus den gesellschaftlichen und ökonomischen Lebensbedingungen und den Lebensentwürfen der Menschen entstanden sind. Also nicht durch Beobachtungen am menschlichen Körper. Beide Theorien sind soziomorph. Das heisst, sie bilden gesellschaftliche Strukturen ab., nicht Körperstrukturen. Unschuld ist daran interessiert, was diesen Theorien den „Wahrschein“ verleiht, sie als wahr erscheinen lässt. Und er findet die Gründe dafür in den gesellschaftlichen Strukturen. Aus der griechischen Polis, dem Stadtstaat, stammt beispielsweise das Harmonieprinzip der Viersäftelehre. Die chinesische Medizintheorie ist abgeleitet aus den Hierarchien, Verkehrswegen und Güterströmen im Kaiserreich. Unschuld zeigt nicht nur die Unterschiede, sondern auch verblüffende Parallelen auf zwischen der westlichen und der chinesischen Medizintradition.
Ein sehr spannendes, interessantes und gehaltvolles Buch.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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