Prellung und Hämatom mit Heilpflanzen behandeln

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Nach Stoß, Stauchung, Prellung und Quetschung heißt der Grundsatz vorerst PECH – Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Danach kann man Schmerz, Schwellung und Hämatom ausgezeichnet mit äusserlich anwendbaren Heilpflanzen zu Leibe rücken.

Bei stumpfen Verletzungen wie Hämatom (Bluterguss), Distorsion (Verstauchung), Kontusion (Prellung)  sind Phytotherapeutika ähnlich wirksam wie synthetische Medikamente, schreibt Professor Dr. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock.

Auch bei Phytotherapeutika auf Nebenwirkungen achten

Zubereitungen aus Arnikablüten beispielsweise wirken entzündungshemmend, resorptionsfördernd, hyperämisierend und schmerzstillend. Wegen des Risikos einer Kontaktdermatitis sollte Arnikatinktur nur 3- bis 10-fach verdünnt eingesetzt werden. Die im Handel befindlichen Fertig-Externa sind schon gebrauchsfertig. Auch sie sollten jedoch grundsätzlich nicht mit offenen Wunden in Kontakt kommen.

Die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten mit Beinwell ( = Wallwurz, Symphytum officinale) bei stumpfen Verletzungen wurde nach Angaben der Expertin in mehreren Studien belegt. Zubereitungen aus der Beinwell-Wurzel sollten wegen der darin in geringen Mengen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sicherheitshalber nicht länger als 4-6 Wochen pro Jahr und nicht auf verletzter Haut eingesetzt werden. Beinwell hemmt Entzündungen, fördert die Durchblutung und hat abschwellende und schmerzstillende Effekte.

Campher wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Die 10 -20%igen halbfesten Campher-Zubereitungen sollten dick aufgetragen und in die Haut einmassiert werden. Besonders empfiehlt sich eine Kombination mit durchblutungsfördernden ätherischen Ölen wie Eukalyptusöl oder gereinigtem Terpentinöl, da dadurch die Resorption noch gesteigert wird.

Auch feucht-heiße Heublumen-Kompressen werden mit Erfolg bei Kontusion und Kompression eingesetzt. Sie werden erhitzt über Wasserdampf und dann wieder abgekühlt auf 40° C. Über die Kompresse kommt zuerst ein Leinentuch und dann ein Wolltuch. Nach der 30- bis 60-minütigen Heublumen-Anwendung sollte man 30 min Bettruhe einhalten.

Verbände mit Johanniskrautöl (Rotöl) können bei Hämatomen (Blutergüssen) die Resorption fördern. Arzneimittelinteraktionen (Wechselwirkungen) wie bei den oralen Johanniskraut-Zubereitungen sind hier nicht zu erwarten.

Pfefferminzöl-Zubereitungen (bis maximal 10 % Menthol) wirken schmerzstillend und durchblutungsfördernd bei Kontusionen. Die Externa werden mehrmals pro Tag dünn aufgetragen.

Heilpflanzen-Extrakte kühl lagern und kombiniert anwenden

Rosskastaniensamen-Zubereitungen  bewährend sich bei Distorsion (Verstauchung) und Hämatom (Bluterguss) und wirken gegen Ödeme. Sie müssen mehrmals pro Tag dünn aufgetragen und gut einmassiert werden.

Grundsätzlich sei es sinnvoll verschiedene Heilpflanzen-Extrakte kombiniert anzuwenden, schreibt Prof. Kraft. Durch Lagerung der Externa im Kühlschrank (nicht im Eisfach) lässt sich ein zusätzlicher kühlender Effekt erzielen.

Quelle:

MTD, Ausgabe 20 / 2010 S.8, MW

http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/26444/

Karin Kraft, Zeitschrift für Phytotherapie 2010; 31: 93-94

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein guter Überblick über Heilpflanzen bei stumpfen Verletzungen. Pro. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock ist eine profunde Kennerin der Phytotherapie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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