Ringelblume: Günstige Wirkungen bei Hautschäden durch oxidativen Stress

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In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie erschien vor kurzem eine fundierte Zusammenfassung von Untersuchungsergebnissen bezüglich antioxidativer Eigenschaften von Ringelblume bei UV-B-Einwirkungen auf die Haut.

Die lokale bzw. äußerliche Anwendung der Ringelblume (Calendula officinalis L., Asteraceae) bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut bzw. bei schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen sei schon lange bekannt und ihre Wirksamkeit in verschiedenen klinischen Studien belegt., schreibt die Pharmazeutin Astrid Obmann vom Departement für Pharmakognosie der Universität Wien.

Zitat:

„In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass entzündliche und

degenerative Prozesse in der Haut, verursacht durch UV-B Strahlung, hauptsächlich durch freie Sauerstoffradikale sowie eine Fehlfunktion des antioxidativen Systems vermittelt werden. Ringelblumenblüten enthalten eine Reihe von antioxidativ wirksamen Substanzen (v. a. Flavonoide), sodass in neueren in vitro und in vivo Untersuchungen der Einfluss eines wässrig-ethanolischen Auszugs auf diese beiden Parameter getestet wurde. Die in vitro Tests zeigten erwartungsgemäß eine starke Radikalfängerwirkung.“

Bei den in vivo Experimenten an Mäusen wurde der Redox-Status von Glutathion erfasst, welcher als sensitiver Marker bei UV-B induziertem, epidermalem oxidativem Stress gilt. Glutathion (GSH) gehört zu den bedeutendsten körpereigenen Antioxidantien und wird bei der Bindung freier Sauerstoffradikale selbst oxidiert. Untersucht wurde auch die Aktivität des Enzyms Gelatinase, einer Matrix-Metalloproteinase, welche einen Einfluss auf den Heilungsprozess geschädigter Haut haben soll. Bei oraler Applikation von Ringelblumenblüten-Extrakt konnte der GSH-Spiegel in der Haut UV-B bestrahlter Mäuse auf nahezu dem selben Niveau gehalten werden wie in der unbehandelten Kontrollgruppe. Außerdem wurde eine gesteigerte Gelatinase-Aktivität festgestellt. Somit lassen die Testresultate auf einen günstigen Effekt von Ringelblumenblüten-Extrakt bei durch UV-Strahlung geschädigter Haut (z. B. Sonnenbrand) schließen. Die Autoren empfehlen weiterführende Untersuchungen zur Klärung der genauen Wirkungsmechanismen.

Protective effect of Calendula officinalis extract against UVB-induced oxidative stress in skin: Evaluation of reduced glutathione levels and metalloproteinase secretion

Yris Maria Fonseca, Carolina Dias Catini et al.; Journal of Ethnopharmacology 127 (2010) 596-601

Quelle:

PHYTO Therapie Austria 2 / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Interessant an diesem nicht gerade allgemein verständlichen Text scheint mir vor allem, dass antioxidative Effekte von Ringelblumenblüten-Extrakt bei oraler Zufuhr untersucht wurden – also via Magen-Darm-Trakt. Ringelblume wird ansonsten ja hauptsächlich untersucht in ihrer Wirkung auf die Haut als Ringelblumensalbe oder Ringelblumengel.

Bei Untersuchungen an Mäusen stellt sich allerdings immer auch die Frage, ob bzw. wie weit sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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