Phytotherapie: Hamamelis-Präparate – unterschiedliche Zusammensetzung, unterschiedliche Wirkung

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie porträtiert Reinhard Länger den Hamamelis (Virginianische Zaubernuss, Hamamelis virginiana, Witch hazel) . Hamamelis gehört zu den wichtigen Heilpflanzen mit Wirkung im Bereich von Wundbehandlung  & Dermatologie.

Der Beitrag bringt interessante Informationen zur Botanik von Hamamelis virginiana und zur Geschichte dieser Heilpflanze.

Ausserdem stellt Länger einen wichtigen Unterschied klar: Es gibt unterschiedliche Zubereitungsarten für Hamamelispräparate, was unterschiedliche Inhaltstoffe und damit auch differierende Wirkungen zur Folge hat:

„Hamamelisrinde enthält bis zu 12 Prozent Gerbstoffe, die Blätter bis zu etwa 10 Prozent, zusätzlich auch kleine Mengen an ätherischem Öl. Dies bedeutet, dass wässrige und wässrig/ethanolische Auszüge aus Rinde und Blättern in erster Linie Gerbstoffe als Komponenten enthalten, die an der Wirksamkeit beteiligt sind, hingegen Destillate aus den Zweigspitzen (= Hamameliswasser, Aqua Hamamelidis) ätherisches Öl, aber keine Gerbstoffe enthalten.

Dementsprechend sind auch die Indikationen leicht unterschiedlich: während Destillate bei leichten Hautentzündungen und in speziellen Darreichungsformen bei Irritationen des Auges infolge Trockenheit des Auges, Wind oder Sonnenlicht eingesetzt werden, stehen bei den Auszügen aus Blättern und Rinde ‚klassische’ Einsatzgebiete von Gerbstoffen im Vordergrund (z. B. leichte Entzündungen der Haut oder der Mundschleimhaut, symptomatische Behandlung von Hämorrhoiden). Obwohl speziell zum Hamameliswasser sogar Ergebnisse klinischer Prüfungen vorliegen, wurde ein ‚zauberhafter’ Effekt bislang noch nicht beobachtet.“

Quelle:

Reinhard Länger / PHYTO Therapie Austria 2  / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Um es nochmals zusammen zu fassen: Es macht bei den Hamamelis-Präparaten einen wesentlichen Unterschied, ob Teeauszüge oder Tinkturen zur Anwendung kommen, welche Gerbstoffe enthalten, oder ob es sich im Hamamelisdestillate handelt,  die gerbstofffrei sind.

Dabei würde ich aber nicht soweit gehen, den Destillaten eine Wirkung abzusprechen. Es gibt ja auch klinische Studien zu Salben mit Hamamelisdestillat bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis), die eine günstige Wirkung zeigten. Es lohnt sich aber zu berücksichtigen, dass die Anwendungsbereiche von Hamamelis-Tee oder Hamamelis–Tinktur sich unterscheiden von Hamamelis-Destillat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>