Leinsamen reduziert Cholesterinspiegel bei Männern

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Leinsamen könnte eine neue Möglichkeit zur Behandlung von Männern mit erhöhtem Cholesterinspiegel sein. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Konsum von 3 Teelöffeln Leinsamen pro Tag über einen Zeitraum von 3 Monaten den Cholesterinspiegel bei Männern um über 10 % absenkt. Zwar ist der Effekt von Cholesterin senkenden Medikamenten etwas stärker, jedoch könnte Leinsamen offenbar eine Alternative für Menschen darstellen, die lieber ihre Ernährung umstellen, als Arzneimittel nehmen, um ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten“, erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern um Suzanne Hendrich vor der Iowa State University in Ames, USA. Die Studie wird beim Jahrestreffen der American Society for Nutrition in Anaheim vorgestellt.

Die Cholesterin reduzierende Wirkung von Leinsamen beruht auf dem Inhaltsstoff Lignan. Die Forscher untersuchten den Effekt von Lignan bei 90 Männern und Frauen mit einem erhöhten Cholesterinwert. „Eine Menge von 150 Milligramm Lignan, was einer Menge von 3 Teelöffeln entspricht, senkte den Cholesterinspiegel über einen Zeitraum von 3 Monaten bei Männern um 10 %, jedoch nicht bei Frauen“, berichtet Dr. Wesiack. „Die Lignane aus den Leinsamen werden erst von Mikroorganismen im Darm in ihre bioaktive Form umgewandelt. In der Studie wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.“

Unklar ist, warum die Lignane keine wesentliche Veränderung des Cholesterinspiegels bei Frauen bewirkten. „Es ist bekannt, dass Lignane pflanzliche Östrogene sind, die einen sehr schwachen aber messbaren Effekt haben, der dem des weiblichen Geschlechthormons ähnelt. Möglicherweise wirkt dies bei Männern dem Testosteron entgegen. Dies bedarf jedoch noch weiterer wissenschaftlicher Untersuchung“, stellt Dr. Wesiack fest. Lignan-Tabletten sind derzeit noch nicht im Handel. „Da Leinsamen auch reichlich Omega-3-Fettsäuren und viel Ballaststoffe enthalten, sind sie in jedem Fall eine sinnvolle Bereicherung der Nahrung“, rät Dr. Wesiack.

Quelle: http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_835_leinsamen-senkt-cholesterinspiegel-bei-m-nnern.html

Kommentar & Ergänzung:

Der Bericht erwähnt nicht, ob die in der Studie verwendeten Leinsamen geschrotet oder ganz eingenommen wurden.
Aus ganzen Leinsamen werden normalerweise kaum Inhaltsstoffe wie Lignane, Omega-3-Fettsäuren oder Ballaststoffe aufgenommen,
Nur die in den äusseren Randschichten gelagerten Schleimstoffe gehen dann in den Darm und werden zum Schluss unverändert wieder ausgeschieden.

Es spricht also alles dafür, dass die Leinsamen geschrotet sein müssen, wenn sie eine cholesterinsenkende Wirkung durch die Lignane haben sollen.
Cholesterinsenkende Wirkungen sind im übrigen auch belegt für den Indischen Flohsamen (Plantago ovata) und für Guar (Büschelbohne, Cyamopsis tetragonoloba).
Dabei geht man aber von einer cholesterinsenkenden Wirkung der Polysaccharide bzw. Schleimstoffe aus. Interessant an der Meldung ist demnach, dass die Wirkung des Leinsamens nicht ebenfalls den Schleimstoffen zugeschrieben wird, sondern den Lignanen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>