Archive for April, 2010

Beruhigungsmittel können Wirkung der Pille vermindern

Freitag, April 30th, 2010

Werden neben der Anti-Baby-Pille weitere Medikamente eingenommen, kann es durch Wechselwirkungen (Interaktionen) zu einem verminderten Empfängnisschutz kommen. „Die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel kann durch verschiedene pharmakologische Substanzen herabgesetzt werden, weil sie einen gesteigerten Abbau der Wirkstoffe hervorrufen können. Dazu zählen beispielsweise Tranquilizer, Neuroleptika, Hypnotika oder Sedativa. Daher sollten Frauen, die regelmäßig oder auch kurzfristig andere Arzneien einnehmen, sich zu möglichen Wechselwirkungen unbedingt von ihrem Arzt beraten lassen”, rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF).

Wechselwirkungen sind dann nicht nur bei der Anti-Baby-Pille möglich, sondern generell bei hormonellen Verhütungsmitteln wie dem Hormonpflaster, Hormonimplantaten oder dem Hormonring zu erwarten. Während der gleichzeitigen Einnahme dieser Medikamente ist es deshalb sinnvoll, zusätzlich mit Kondomen zu verhüten, wenn ein sicherer Empfängnisschutz gewünscht wird.

Unter den Arzneimitteln, welche die Wirkung von Empfängnisverhütungsmitteln vermindern, sind auch Anti-Epileptika wie zum Beispiel Phenytoin oder Topiramat. Zahlreiche ungewollte Schwangerschaften sind auch auf die gleichzeitige Anwendung von Antibiotika wie Penicillinen, Tetracyclinen sowie Cephalosporinen und Chloramphenicol zurückzuführen. „Während einer Antibiotika-Therapie sind daher ebenso mechanische Verhütungsmethoden in der Zeit der Einnahme sowie bis zu 14 Tage danach zu empfehlen”, erklärt der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover.

Auch Johanniskraut kann die Empfängnisverhütung durch Hormone vermindern – allerdings nur, wenn es sich um konzentrierte Johanniskraut-Präparate handelt. Teezubereitungen aus Johanniskraut beeinträchtigen den Schutz der Pille nicht. „Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Verhütung können Zwischen- und Abbruchblutungen sein”, sagt Dr. Albring. Solche Zyklusunregelmäßigkeiten sollten dann mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin besprochen werden.

Quelle:
http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_837.html

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema „Johanniskraut & Pille“ ist seit Jahren in der Diskussion. Interessant am vorliegenden Text ist meines Erachtens, dass er klar macht, dass solche Wechselwirkungen bei vielen anderen Medikamenten auftreten können.
Schön zu hören. Manchmal entstand in den letzten Jahren nämlich schon ein wenig der Eindruck, dass solche Effekte nur vom Johanniskraut zu befürchten sind.

Ich will damit aber nicht das Thema „Johanniskraut & Pille“ unter den Tisch wischen, auch wenn verschiedene Untersuchungen darauf hindeuten, dass diese Wechselwirkungen vielleicht nicht so stark sind, wie es manchmal dargestellt wird.

Siehe:
Johanniskraut und Pille: Warnungen gerechtfertigt?
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/07/04/johanniskraut-und-anti-baby-pille-warnungen-gerechtfertigt.html

Trotzdem: Vor einer allfälligen Einnahmen von Johanniskraut-Präparaten zusammen mit der Anti-Baby-Pille sollte der Gynäkologe bzw. die Gynäkologin konsultiert werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Ginkgo lindert Begleitsymptome bei Demenz

Montag, April 26th, 2010

Die Demenz wird meist begleitet von neuropsychiatrischen Symptomen wie Depression, Angst, Reizbarkeit oder Apathie (Teilnahmslosigkeit). Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Gabe von Ginkgo-Extrakt hier helfen kann.

Schon frühere Untersuchungen zeigten, dass Ginkgo-Biloba-Extrakt bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen positive Effekte auf Symptome wie depressive Verstimmung, Gleichgültigkeit, Reizbarkeit und Angst  hat. Analysen ergaben, dass die Behandlung bei neuropsychiatrischen Auffälligkeiten besser anschlägt als bei rein geistiger Beeinträchtigung, erklärte Professor Dr. Ralf Ihl von der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie am Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld auf dem 7. Berliner Kongress für Phytotherapie.

Diese Erkenntnisse wurden nun in aktuellen Studien bestätigt. Eine Neurologengruppe aus der Ukraine verglich den Extrakt mit einem Placebo (Scheinmedikament) an 400 Patienten über 50 Jahre mit Morbus Alzheimer oder vaskulärer Demenz über einen Zeitraum von 22 Wochen.  Der positive Effekt zeigte sich am deutlichsten bei Apathie, Angst, Labilität, Depression und Schlafstörungen. Der günstige Einfluss des Ginkgo-biloba-Extraktes führte auch zu einer messbaren Entlastung pflegender Angehöriger.

Eine eigene Untersuchung vom Team um Prof. Ihl konnte die günstigen Resultate bestätigen. Laut Prof. Ihl zeigen die Ergebnisse erneut die gute und sichere Wirkung des Ginkgo-Extraktes auf neuropsychiatrische Symptome bei Patienten mit Demenz.

Quelle:
www.medical-tribune.de
MTD, Ausgabe 8 / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Ginkgo biloba zählt zu den am intensivsten wissenschaftlich erforschten Heilpflanzen. Dabei ist die Lage zur Zeit durchaus unübersichtlich. Es liegen Studien mit negativem Ergebnis und mit positivem Ergebnis vor. Dabei klärt sich langsam, was von Ginkgo-biloba-Extrakten erwartet werden kann und was nicht. Offenbar können entsprechende Heilpflanzen-Präparate die Alltagsbewältigung von Demenz-Patienten verbessern. Eine vorbeugende oder gar heilende Wirkung gegen Demenz haben sie aber nach gegenwärtigem Wissenstand nicht.
Voraussetzung für eine Wirksamkeit ist die Verwendung von qualitativ hochstehenden Ginkgo-Extrakten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Veranstaltungshinweis: CAFÉ-PHILO – PHILOSOPHIE IN ZÜRICH

Sonntag, April 25th, 2010

Was 1992 als Café-Philo in Paris begann (im Café des Phares an der Place de la Bastille), wird 2010 in Zürich fortgesetzt. Die Tradition des philosophischen Cafés beinhaltet offene philosophische Diskussionen in einer Runde von Interessierten. Vorkenntnisse sind keine erforderlich, nur der Wunsch, die eigenen Ansichten zu formulieren und mit denen anderer zu konfrontieren. Die Philosophie verlässt die Hörsäle und kehrt auf die Strasse zurück, wo sie mit Sokrates ihren Anfang nahm. Unsere Gruppe trifft sich jeden Samstag im LE PAIN QUOTIDIEN ( Römerhofplatz 5, Zürich) um über alles zu sprechen, was sich philosophisch behandeln lässt, und das heisst eigentlich wirklich über alles, und selbst noch über das Nichts.  Die Treffen dauern jeweils von 17:00 bis 19:00 Uhr. Jede und jeder ist jederzeit herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Diskussionsleiter: lic. phil. Albert Hoffmann
Nähere Informationen finden sich unter: www.philosophisch.ch
Fragen werden beantwortet unter: ahoffmann@swissonline.ch

Kommentar & Ergänzung:

Ich empfehle dieses Café Philo allen an philosophischen Fragen Interessierten.
Martin Koradi

Zwiebel als wirksames Konservierungsmittel

Sonntag, April 25th, 2010

Zwiebel macht haltbarer, hemmt Bakterien, welche Nahrungsmittel zersetzen und  hat zudem Vorteile auch für die Gesundheit

Rohe Zwiebeln sind gesund und eignen sich ausgezeichnet dazu, Nahrung länger haltbar zu machen. Zu diesem Resultat kommen spanische Wissenschaftler im “International Journal of Food Science and Technology”. Sie suchten in Extrakten von drei verschiedenen Zwiebelsorten nach antioxidativ sowie antimikrobiell wirkenden Inhaltsstoffen. Mehrere der gefundenen Substanzen erwiesen sich als wirkungsvolle Gegenmittel für Bakterien, die Lebensmittel vergiften oder zersetzen.

Fündig wurden die Wissenschaftler hauptsächlich in den Essigester-Lösungen einer gelben Zwiebelart. Hier entdeckten sie Quercetin und Kaempferol, zwei auch “Flavonoide” genannte wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die vor allem gute antibakterielle Wirkung haben. So bremsen sie etwa das Wachstum der Erreger Bacillus cereus, Staphylococcus aureus, Micrococcus luteus und Listeria monocytogenes. Bei Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa wirken die Inhaltsstoffe der Zwiebel allerdings weniger, bei Candida albicans überhaupt nicht.

Vorteile der Zwiebel auch für die Gesundheit

“Dank dieser Eigenschaften ist die Zwiebel eine natürliche Alternative zu künstlichen Konservierungsmitteln, die sonst in der Nahrungsindustrie verbreitet sind”, erklärt Studienleiter Jonathan Santas, Ernährungswissenschaftler an der Universität Barcelona.

Darüber hinaus dürfte Zwiebel auch die gesündere Alternative zu künstlichen Konservierungsstoffen sein. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Flavonoide wegen ihrer antioxidativen Fähigkeiten besonders günstige Auswirkungen auf den Körper haben. So vermindern sie Entzündungen, schützen das Herz, erweitern die Gefäße und wirken auch dem Krebs entgegen.

Quelle:
http://derstandard.at

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Küchenzwiebel einen hohen Gehalt an antioxidativ wirkenden Flavonoiden wie Quercetin und Kaempferol  besitzt, ist an sich keine neue Erkenntnis.
Interessant ist aber, dass den Flavonoiden von den Forschern gute Wirksamkeit gegen Bakterien  zugeschrieben wird, welche Lebensmittel verderben. Die schon seit längerem bekannten antimikrobiellen Eigenschaften der Zwiebel werden nämlich in der Regel dem Allicin zugeschrieben.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde  wird der Zwiebel eine gute Wirkung bei Erkältungskrankheiten (Schnupfen, Husten) zugeschrieben. Es existieren daher eine ganze Anzahl von bewährten Hausmitteln wie Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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