Archive for Februar, 2010
Donnerstag, Februar 11th, 2010
Regelmässige Spaziergänge helfen gegen Winterdepressionen. Denn Mangel an Tageslicht ist die wichtigste Ursache der saisonal abhängigen Depression (SAD), erläutert Gunther Carl vom Berufsverband Deutscher Neurologen & Psychiater in Krefeld. Als Alternative dazu kann eine Lichttherapie durchgeführt werden. Dabei setzen sich Patienten dreissig Minuten vor 10.000 Lux helle Lampen. Empfehlenswert sind zehn Sitzungen im Verlaufe von zwei Wochen. Nach etwa einer Woche sollte der Effekt spürbar sein.
Bei einer leichten Winterdepression genügt die Therapie mit Licht laut Gunther Carl. Schwere Fälle müssen dagegen häufig mit Medikamenten behandelt werden. Diese wirken jedoch in der Kombination mit Licht besser. Als Alternative zu Medikamenten können von einer Winterdepression Betroffene hoch dosiertes Johanniskraut einnehmen. Eine SAD unterscheidet sich grundlegend von einer üblichen Depression, hält Gunther Carl fest. SAD-Patienten haben beispielsweise keine Schlafstörungen und statt Appetitlosigkeit häufig Heißhunger auf Süßes.
Quelle: http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
Kommentar & Ergänzung:
Für die Variante Spaziergang spricht, dass sie Licht mit Bewegung verbindet. Beides sind übrigens wichtige Elemente der Naturheilkunde.
Siehe dazu:
Naturheilkunde – was ist das?
Einen weiteren Beitrag zum Wert von Bewegung für die Gesundheit:
Bewegung stärkt psychische Gesundheit
Zum Thema Bewegung & (psychische) Gesundheit gibt es übrigens ein schönes Zitat von
Sören Kierkegaard:
“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”
Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, 1813 – 1855
Unterschreiben kann ich natürlich den Hinweis auf Johanniskraut-Extrakte als Alternative zu synthetischen Antidepressiva bei Winterdepression. Und es braucht dazu wie erwähnt hoch dosierte Johanniskraut-Präparate.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
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Mittwoch, Februar 10th, 2010
Die IGPP setzt sich dafür ein, dass Phytotherapie – die Anwendung von Heilpflanzen – in Pflegeheime, Spitex-Organisationen und Kliniken integriert wird und dort einen professionellen Rahmen findet.
Soeben ist eine Dokumentation fertig gestellt worden mit Statements und Argumenten für Phytotherapie in der Pflege und mit Beispielen von Pflegeinstitutionen, welche Heilpflanzen-Anwendungen integrieren. Sie finden die Dokumentation hier:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/file.php/6/A-4-IGPPV3-web.pdf
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, Februar 9th, 2010
Die Pressemitteilungen der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg zeichnen sich durch Verlässlichkeit aus. Die Mitteilung unter der Schlagzeile “Beim Abnehmen bremst Inulin den Hunger” kommt allerdings etwas reisserisch daher.
Hier eine kurze moderierte Zusammenfassung:
Gegen quälenden Hunger beim Abnehmen könne der Ballaststoff Inulin helfen. Entsprechende Präparate bewirkten ein Sättigungsgefühl und trügen so zur Gewichtssenkung bei, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin in Würzburg.
“Inulin ist ein nach dem Alant benannter Ballaststoff, der auch Alantstärke genannt wird”, sagt Mayer. Weil es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusse, lasse sich Inulin auch als Stärkeersatz bei Diabetes verwenden.
Genutzt wird Mayer zufolge heute ausschließlich die Wurzel der seit Jahrtausenden bekannten Heilpflanze Alant (Inula helenium), die bis zu 44 Prozent Inulin enthält. Der menschliche Körper könne es nicht aufnehmen, weil ihm das dazu nötige Enzym fehlt. “Dafür dient es den nützlichen Milchsäurebakterien im Darm als Nahrung”, erklärt der Forscher. Weil dadurch eine gesunde Darmflora gefördert wird, haben Krankheitserreger und Entzündungen weniger Chancen. In der modernen Pflanzenheilkunde – der Phytotherapie – finde sich Alantwurzel darüber hinaus in einigen Kombinationspräparaten für Magen-Darm-Beschwerden und in Leber-Galle-Mitteln.
Quelle:
http://www.geomix.at
Kommentar & Ergänzung:
Inulin als Schlankheitsmittel, als Appetithemmer?
Was genau ist Inulin?
Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fruchtzucker-Molekülen (Fructose) mit einer Kettenlänge bis zu 100 Molekülen, und einem endständigen Glucoserest, und zählt zu den Fructanen. Inulin wird in zahlreichen Pflanzen als Reservestoff eingelagert, vor allem in Arten der Korbblütler: etwa Topinambur, Zichorien, Dahlie, Artischocke, Gewöhnlicher Löwenzahn, Schwarzwurzeln, aber auch in Doldenblütlern, beispielsweise in der Pastinake. Inulin wurde 1804 im Alant (Inula helenium L.) entdeckt.
Inulin kann in der Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als Stärke-Ersatz eingesetzt werden, denn es beeinflusst den Blutzucker-Spiegel nicht. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, weil dem menschlichen Organismus das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Enddarm durch Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Die bei diesem mikrobiellen Abbau produzierten Gase können bei empfindlichen Menschen zu Flatulenzen führen (Flatulenz (von lat. flatus “Wind, Blähung”, Blähungen) – der einzigen bekannten Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile. Inulin dient hauptsächlich den nützlichen Darmbakterien (Milchsäurebakterien) als Nahrung. Dabei schafft der Abbau solcher Präbiotika ein saures Milieu, welches dem Überleben krankheitserregender Bakterien entgegenwirkt und Darminfektionen vorbeugt. Regelmäßiger Verzehr geeigneter Mengen führt zur Verbesserung der Darmflora.
Inulin wird heutzutage häufig als Zutat in der Lebensmittelherstellung verwendet (Joghurt), beispielsweise als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern. Auch wird Inulin Wurstwaren zur Steigerung ihres Ballaststoff-Anteils zugegeben. Inulin dient weiterhin als Grundstoff zur Produktion von Fructose. Wird Inulin regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen, senkt das die Blutfettwerte und fördert die Anwesenheit von Bifidus.
(Zusammengefasst aus Wikipedia)
Inulin ist vor allem ein Füllmittel in Lebensmitteln. Es gibt der Nahrung Volumen und kann daher möglicherweise ein Sättigungsgefühl bewirken – und es hat gleichzeitig nur wenig Kalorien. Aber ob das wirklich reicht, um Inulin als Appetithemmer oder gar Schlankmacher zu propagieren?
Oft als “Appetitzügler” vermarktet wird im übrigen Helianthus tuberosus (Topinambur). Helianthus-Tropfen werden vor allem im Internet und in Drogerien angeboten.
Topinambur ist bei Diabetikern beliebt (“Diabetiker-Kartoffel”) da er zu rund 16 % aus Kohlenhydraten in Form des Mehrfachzuckers Inulin besteht. Die Anpreisung von Helianthus-Tropfen als “Appetitzügler” ist sehr fragwürdig, ein Ballaststoff-Effekt kann von solchen Naturheilmitteln auf Tinkturbasis jedenfalls nicht erwartet werden. Auch nur einigermassen plausible Belege oder Begründungen für eine solche Wirkung habe ich jedenfalls bisher nicht gefunden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Dienstag, Februar 9th, 2010
Es muss nicht immer Nasenspray sein. Auf www.bild.de empfiehlt Prof. Volker Schulz, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phytotherapie: “Ätherische Öle wie Eukalyptus, Latschenkiefer oder Pfefferminze schaffen Durchzug.” Wer eine “Laufnase” habe, solle viel trinken. Schulz: “Gut geeignet sind warme Tees, etwa mit Kamille oder Thymian:”
Quelle:
http://www.bild.de
Kommentar & Ergänzung:
- Vor allem Pfefferminzöl und Eukalyptusöl stimulieren die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch der Luftstrom in der Nase intensiver wahrgenommen wird. Dadurch entsteht einer Empfindung von “freier Nase”, ohne dass dazu wirklich mehr Luft durch die Nase zieht.
- Ätherische Öle bei Säuglingen und Kleinkindern nie konzentriert in der Nähe von Atemöffnungen anwenden.
- Die Latschenkiefer (Pinus mugo subsp. Mugo, Latsche, Legföhre, Krüppelkiefer) ist eine Unterart der Bergkiefer (Pinus mugo). Sie wächst meist strauchartig und erreicht Wuchshöhen zwischen 1 und 3 m. Die Latschenkiefer ist gekennzeichnet durch ihren krummen Wuchs mit niederliegenden bis bogig aufsteigenden Stämmen und Ästen, diese bilden häufig ein undurchdringliches Gewirr (Latschenfilz oder Latschenfeld). Der Stamm der Latsche ist lang, liegt jedoch am Boden und ist kaum erkennbar.
Die Hauptvorkommen der Latschenkiefer liegen in den Pyrenäen, Alpen, dem Erzgebirge, den Karpaten, sowie dem nördlichen Apennin bis zum Balkan in Höhenlagen von 1000 m bis 2700 m (Quelle: Wikipedia)
Aus frischen Nadeln, Zweigspitzen und Ästen gewinnt man Latschenkiefernöl.
Es dient zur äußerlichen sowie innerlichen Anwendung bei Katarrhen der oberen und unteren Atemwegen (Husten, Schnupfen). In medizinischen Bädern wird es zur unterstützenden Behandlung bei Rheuma-Erkrankungen im nicht akuten Stadium eingesetzt.
Latschenkiefernöl verströmt einen sehr angenehmen, balsamisch-süssen, würzig-holzigen anhaltenden Duft.
In den Gebirgsregionen wird Latschenkiefernöl traditionell als Bestandteil von Franzbranntwein gegen Rheuma-Beschwerden eingesetzt. Franzbranntwein (spiritus vini gallici) ist eine alkoholische Lösung, vor allem bestehend aus reinem Alkohol, Kampfer, Menthol und verschiedenen ätherischen Ölen wie Fichtennadelöl oder Latschenkiefernöl.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Montag, Februar 8th, 2010
Ingwer hilft gegen Verdauungsbeschwerden und lindert Symptome von Reisekrankheit (Kinetosen) wie Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus wird Ingwer (Zingiber officinale) auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Im Bayerischen Rundfunk empfahl der Allgemeinmediziner Dr. Fritz Friedl aus Rosenheim Ingwer-Inhalationen. Dazu wird der Ingwer in kleinen Scheiben in heisses Wasser geworfen und sein aromatischer Duft eingeatmet. Die heissen Dämpfe “beugen Schnupfen vor, riechen gut und schmecken auch köstlich”, erklärte Friedl.
Quelle:
http://www.br-online.de
Kommentar & Ergänzung:
Im Labor zeigten sich Sesquiterpene aus Ingwer als wirksam gegen Rhinoviren. Schnupfen wird durch Rhinoviren verursacht. Ob dieser antivirale Effekt auch bei einer Ingwer-Inhalation erzielt werden kann, ist zwar nicht geklärt.
Doch scheint mir die Idee von Ingwer-Inhalationen interessant, und zwar nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Behandlung von Schnupfen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Februar 5th, 2010
Das Konsumentenmagazin Saldo titelt in der Ausgabe 2 / 2010: “Voltaren-Salbe kann die Leber schädigen”. Voltaren-Salbe sei zwar beliebt, aber nicht harmlos: “Fachleute raten: Wer Schmerzen regelmässig damit behandelt, sollte seine Leberwerte kontrollieren lassen.”
Voltaren-Salbe und Voltaren-Gel enthalten den Wirkstoff Diclofenac. Eingesetzt werden sie bei Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen, aber auch gegen rheumatische Entzündungen an den Gelenken.
Saldo schreibt:
“Doch jetzt warnt die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA: Regelmässiges Einreiben der Salbe kann die Leber schwer schädigen. In den USA muss die Salbe von Novartis deswegen von nun an einen Warnhinweis tragen.”
Die FDA sei überzeugt, dass der Körper den Wirkstoff Diclofenac auch über die Haut in Mengen aufnimmt, die die Leber schädigen:
“In mehreren Studien hatten Forscher festgestellt, dass nach wenigen Wochen mehr als jeder Zehnte auffällige Leberwerte hatte. Die FDA empfiehlt deshalb den Ärzten, zwischen der vierten und achten Woche nach dem Beginn der Therapie die Leberwerte zu kontrollieren.”
Der Zürcher Hausarzt Thomas Walser stellt im “Saldo” fest:
“Diclofenac gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die nicht nur als Tablette, sondern auch als Gel gefährlich sind.”
Das Medikament könne nicht nur der Leber schaden, sondern auch der Niere, der Magenschleimhaut und den Knochen. Eine Studie zeige, dass der Wirkstoff selbst dem Herz zusetzt: Bei Patienten erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent, einen Herzinfarkt zu bekommen (das bezieht sich aber wohl auf Diclofenac-Tabletten, M.K.). Thomas Walser findet, dass die Ärzte die Nebenwirkungen der Voltaren-Salbe noch zu wenig kennen. Er rät deshalb seinen Patienten, die Salbe nicht zu lange einzusetzen und sie vor allem nicht mit anderen Schmerzmitteln wie zum Beispiel Ibuprofen zu kombinieren.
Hausarzt Thomas Walser empfiehlt, bei längeren Behandlungen natürliche Salben zu verwenden: “Wallwurz und Wickel zeigen oft eine ähnliche Heilwirkung wie die Voltaren-Salbe.”
Kommentar & Ergänzung:
Gute Empfehlung. Es gibt einige Gründe zugunsten von Beinwell-Salbe…..
Beinwell = Wallwurz = Symphytum officinale
Zu den Gründen für Beinwell-Salbe siehe auch:
Sprunggelenksverletzung – Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac
Sprunggelenksverletzung: Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac
Beinwell-Salbe zeigte sich in einer Studie einem Diclovenac-Präparat überlegen.
Natur als Medikamentendeponie – Diclofenac tötete Greifvögel
Natur als Medikamenten-Deponie
Spricht doch alles dafür, bei Langzeitanwendungen auf Beinwell-Salbe zu setzen.
Was im “Saldo”-Artikel nicht erwähnt ist:
Die Arzneimittelbehörden haben für Beinwell-Salben eine Anwendungsbeschränkung von maximal 4 – 6 Wochen pro Jahr festgelegt.
Der Grund dafür: Beinwell enthält in geringen Mengen lebertoxische, mutagene und kanzerogene Pyrrolizidinalkaloide. Allerdings gelangen diese bei der Anwendung auf der intakten Haut nicht in den Blutkreislauf, jedenfalls nach Heinz Schilcher, Leitfaden Phytotherapie, 2007. Ausserdem gibt es Beinwell-Salben aus Spezialextrakten mit stark reduziertem Pyrrolizidin-Gehalt.
Schäden durch die Pyrrolizidinalkaloide sind bei Anwendung auf der Haut bisher keine beschrieben worden. Das ist auch nach Einschätzung der Phytotherapie-Fachliteratur äusserst unwahrscheinlich. Die innerliche Anwendung von Heilpflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden (Huflattich, Pestwurz, Beinwell, Borretsch) ist viel heikler und bei Beinwell jedenfalls klar abzulehnen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Arzneimittelbehörde Swissmedic für die Voltaren-Salbe im Vergleich zur Beinwell-Salbe weniger restriktive Einschränkungen verfügt hat. In der Packungsbeilage der Voltaren-Salbe steht nur geschrieben: “Darf nicht auf offene Hautwunden oder auf geschädigte Haut gebracht werden. Soll nicht über längere Zeit grossflächig angewendet werden, es sei denn auf ärztliche Verschreibung.”
Und weil Voltaren ja gerne auf ärztliche Verschreibung angewendet wird, ist die Langzeitanwendung gerade auch in Pflegeheimen nicht selten.
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Mittwoch, Februar 3rd, 2010
Ein bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden bewährtes pflanzliches Vielstoffgemisch zeigt auch in Laborexperimenten mehrere günstige Effekte. Das spricht für das breite klinische Wirkspektrum.
Das untersuchte Heilpflanzen-Präparat enthält traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzte Extrakte aus bitterer Schleifenblume, Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchten und Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Schöllkraut, Süßholzwurzel und Pfefferminzblättern. In klinischen Studien zur Behandlung von Patienten mit funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, besonders bei Reizmagen und Reizdarm, hat das Phytotherapeutikum bereits überzeugt.
Auch konnten inzwischen mehrere schmerzlindernde, motilitätsfördernde, reflux- und entzündungshemmende Wirkmechanismen in Laborexperimenten belegt werden. So wurde beispielsweise in Versuchsanordnungen mit vitalen Muskelpräparaten aus mehreren Regionen des Meerschweinchenmagens gezeigt: Auf Muskelstreifen aus dem Fundus wirkt das Heilpflanzen-Präparat entspannend. In vivo (im Organismus) erleichtert dies die Volumenadaptation des Magens bei der Nahrungsaufnahme und vermindert so das Völlegefühl. Muskelstreifen aus dem Antrum kontrahieren dagegen unter der Einwirkung des Phytotherapeutikums. Klinisch heisst dies, dass die Pumpfunktion des Magens verstärkt und so einer gestörten Magenentleerung entgegengewirkt wird. Ein durch das Heilpflanzen-Präparat gesteigerter Tonus von Muskelstreifen aus dem Bereich des Ösophagussphinkters macht wiederum die Antirefluxeigenschaften des Vielstoffgemisches plausibel.
Im Rattenmagen konnten nach Applikation des standardisierten Vielstoffgemischs eine signifikante Zunahme von Prostaglandin E2 in der Magenwand, ein Anstieg der Mucinsekretion und eine Verminderung der Säuresekretion nachgewiesen werden. Dies untermauert das mukosaprotektive Potenzial des Heilpflanzen-Präparates. Für die klinische Wirksamkeit gegen die bei Reizmagen und Reizdarm oft bedeutsame gastrointestinale Hypersensitivität (Überempfindlichkeit im Magen-Darm-Bereich) sprechen Tierversuche, die eine verminderte Aktivität afferenter Nerven auf experimentelle Darmdehnungsreize belegen.
An vitalen humanen Dünndarmpräparaten wurde unter Einfluss des Heilpflanzen-Präparates über eine Aktivierung mehrerer Chloridkanäle die Sekretion erhöht und gleichzeitig eine Entspannung der Darmmuskulatur erreicht. Mit diesem dualen Effekt ahmt das Phytopharmakon bekannte Eigenschaften mehrerer natürlich im Darm vorkommender Neurotransmitter nach.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Laborexperimente an isolierten Organen oder tierexperimentelle Ergebnisse lassen sich nicht so einfach auf kranke Menschen übertragen. Sie geben allenfalls Ideen dazu, wie eine Wirkung zustande kommen könnte. Entscheidend für die Beurteilung der Wirksamkeit sind daher die direkten Studien mit Patientinnen und Patienten.
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