Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Der scharfe Geschmack des Meerrettichs (syn. Armoracia rusticana) ist den meisten aus der Küche bekannt. Die Pfahlwurzel wird sowohl zum Verfeinern von verschiedenen Speisen als auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Der Name Meerrettich bedeutet “über das Meer zu uns gekommener Rettich”, wobei damit die fremdländische Herkunft und nicht das Meer an sich gemeint ist.

Der Meerrettich wächst in fast ganz Europa und zieht dabei feuchte Standorte vor. Die frische, unverletzte Wurzel enthält unter anderem als Inhaltsstoffe die Glucosinolate (Senfölglykoside) Gluconasturtin und Sinigrin. Bei Verletzung kommen die geruchlosen Senfölglykoside in Kontakt mit abbauenden Enzymen (Myrosinasen), wodurch scharf schmeckende Senföle (ca. 90% Allylsenföl) entstehen.
Die Glukosinolate besitzen antimikrobielle, krampflösende, zytotoxische und hautreizende Eigenschaften. Ebenso vielfältig sind die Indikationen:
Äusserlich wird Meerrettich bei Katarrhen der Atemwege, Myalgien und leichten Muskelschmerzen eingesetzt. Bei der innerlichen Anwendung steht die Behandlung von Atemwegserkrankungen im Vordergrund. Bei Harnwegserkrankungen (Blasenentzündung) wird Meerrettich unterstützend angewendet.

In der Volksmedizin wird die Heilpflanze auch bei Gicht, Rheuma und Erkrankungen von Leber und Galle angewendet.
Meerrettich ist Bestandteil von verschiedenen Naturheilmitteln, zum Beispiel Kernosan Meerrettich Elixier, Angocin N (Deutschland)).
Meerrettich-Honig, ein altes Hausmittel, soll bei zähem Bronchialschleim wirksam sein: 1 Teelöffel frisch geraspelte Meerrettichwurzel mit 3 Teelöffeln Honig vermischen und 3- bis 5-mal täglich je 1 Teelöffel voll einnehmen.

Literatur:
_Zeitschrift für Phytotherapie, 6/2008/p299
_Jaenicke et al.; Handbuch Phytotherapie; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2003; p356
_Van Wyk et al.; Handbuch der Arzneipflanzen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart2004; p52

Quelle:
http://www.pharmavista.net

Kommentar & Ergänzung:

Meerrettich wird in Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde und Phytotherapie zur Behandlung von akuter Bronchitis und akuter Blasenentzündung geschätzt.
Meerrettich wirkt vor allem schleimlösend und antibakteriell bei produktivem Husten.
Für diese Indikationen wird die Meerrettichwurzel eingenommen, was aber Wissen über Dosierungen und Zubereitungsarten erfordert.
Das gilt auch für die äusserliche Anwendung als Meerrettichauflage beispielsweise bei Stirnhöhlenentzündung, Kieferhöhlenentzündung oder Kopfschmerzen. Da Meerrettich stark hautreizend wirkt, braucht die Anwendung Sorgfalt und Know-how.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>