Phytotherapie: Rosmarin zur Behandlung von Magenbeschwerden

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Zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen helfen Rosmarinblätter oder Rosmarinöl. Auch gegen leichte Magenkrämpfe, Darmkrämpfe oder Gallenstörungen lässt sich Rosmarin anwenden.
Das erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg. Täglich sollten gegen solche Beschwerden vier bis sechs Gramm Rosmarinblätter als Tee oder 10 bis 20 Tropfen Rosmarinöl eingenommen werden.
«Der Rosmarinstrauch ist eine sehr mild wirkende Arzneipflanze mit einem bemerkenswert großen Anwendungsspektrum», erläutert der Wissenschaftler. Rosmarinblätter enthalten ätherisches Öl und entfalten eine schwach bakterien- und virenhemmende Wirkung sowie einen krampflösenden Effekt. Die enthaltenen Bitterstoffe steigern den Appetit und die Magensaftsekretion, zudem werde ein leichter Einfluss auf die Bildung des Gallensaftes angenommen. «Das Öl hat zusätzlich eine anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und besitzt eine leicht durchblutungsfördernde Wirkung», ergänzt Johannes Gottfried Mayer.
Äußerlich wird Rosmarin eingesetzt, um Muskelrheuma und Gelenkrheuma sowie Kreislaufbeschwerden bei niedrigem Blutdruck unterstützend zu behandeln. Dafür empfiehlt Mayer ein 20- bis 30-minütiges Rosmarinbad: Dafür werden 10 bis 15 Tropfen Rosmarinöl mit einem Becher Sahne gemischt und dem 38 Grad warmen Wasser zugeben. Auch bei Erschöpfungszuständen und zur unterstützenden Behandlung von Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen habe sich die Heilpflanze bewährt. Und bei schlecht heilenden Wunden und Ekzemen kann sie als Umschlag angewendet werden.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com
www.klostermedizin.de

Kommentar & Ergänzung:

Im Internet und in den Medien gibt es nur sehr wenige Informationsquellen aus dem Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde, die mit einer fachlichen Qualitätskontrolle verbunden sind. Jede und jeder darf publizieren, was ihm oder ihr zu diesen Themen einfällt. Diese Meinungs- und Publikationsfreiheit ist als ein Grundpfeiler unserer Demokratie unverzichtbar. Als Folge davon wird aber auch sehr viel Fragwürdiges veröffentlicht. Die Beiträge aus der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg zeichnen sich durch fachliche Qualität aus und gehören damit zu den begrüssenswerten Ausnahmen.

Zu diesem Rosmarin-Beitrag würde ich ergänzend noch anfügen:
– Die angegebenen 10 – 20 Tropfen Rosmarinöl pro Tag entsprechen den Empfehlungen in der Phytotherapie-Fachliteratur. 20 Tropfen Rosmarinöl scheint mir aber sehr hoch dosiert, unangenehm einzunehmen und wohl auch in den meisten Fällen nicht nötig . Ich würde mich daher an die untere Grenze halten, zum Beispiel mit 3 – 5mal täglich 2 Tropfen Rosmarinöl auf einem Würfelzucker oder auf einem Stück Brot.
– Rosmarinöl innerlich nicht in der Schwangerschaft einnehmen und Rosmarintee jedenfalls nicht in höheren Dosen. Die Verwendung von Rosmarin als Gewürz, wie es zum Beispiel in der französischen und italienischen Küche beliebt ist, sollte aber nach menschlichem Ermessen kein Problem sein.
– Rosmarinöl und Rosmarinblätter (z. B. als Tee oder Gewürz) sind nicht identisch in ihrer Wirkung. Rosmarinblätter enthalten zum Beispiel neben ätherischem Rosmarinöl auch noch Rosmarinsäure (Lamiaceen-Gerbstoff) und Diterpen-Bitterstoffe (z. B. Carnosolsäure), woraus antimikrobielle und antioxidative Effekte zu erwarten sind.
– Beliebt als Kreislauftonikum nach Sebastian Kneipp war früher der Rosmarinwein (20g Rosmarinblätter mit 1 Liter Wein fünf Tage ausziehen lassen).
– Gegen schlecht heilende Wunden und Ekzeme gibt es besser dokumentierte Heilpflanzen als den Rosmarin. Zu diesem Thema empfehle ich das Tagesseminar „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“: www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

und / oder das Buch “Phytotherapie bei Hauterkrankungen” im Buchshop

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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