Erkältung: Heilpflanzen sind wirksam

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Bei Erkältungen sind Hausmittel oder Heilpflanzen-Anwendungen oft ausreichend, um die Symptome zu lindern.
Auf Bayern 1 erklärte die Biologin Martina kürzlich die unterschiedlichen Wirkungen von Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten.

Es wird im Internet und generell in den Medien sehr viel Unsinn und sehr viel Fragwürdiges geschrieben in den Bereichen Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde.
Der Text auf Bayern 1 ist hier eine löbliche Ausnahme, weil er dem Stand des Wissens in der Phytotherapie entspricht……..und hier darum eine kurze, modifizierte Zusammenfassung:

„Es gibt Studien, die zeigen, dass pflanzliche Mittel wirksam sind. Sie lindern die Symptome und helfen bei der Heilung“, sagt Martina Rüffer, Biologin am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Münchner Universität.

Immunstimulation

Die meisten Erkältungskrankheiten kündigen sich durch unangenehmes Halskratzen an. Dagegen wirkt Echinacea, auch bekannt als Sonnenhut. „Die Echinacea wirkt als Immunstimulanz. So werden die Abwehrkräfte gestärkt.“ Ebenfalls günstig für die Abwehrkräfte: ein heißes Bad mit Kiefernnadelöl oder Eukalyptusöl. Das Bad wirkt erweiternd auf die Poren. Dadurch können die ätherischen Öle besser aufgenommen werden.

Husten

Bei Husten lassen sich zwei Arten unterscheiden: Es gibt trockenen Reizhusten und den sogenannten produktiven Husten, bei welchem Schleim abgehustet wird. Gegen trockenen Reizhusten helfen Heilpflanzen, die Schleim enthalten, wie Eibisch, Wollblumen (Königskerze), Malvenblüten, Huflattichblätter oder Spitzwegerichkraut. „Man nimmt an, dass ihre Schleime die trockenen Schleimhäute überziehen und so den Hustenreiz lindern“, erläutert die Biologin.
Hustentees mit Anis, Thymian oder Fenchel eignen sich für produktiven Husten. Sie vermehren die Sekretproduktion, dadurch löst sich der Schleim besser und das Abhusten wird erleichtert.

Schnupfen

Trockene, angeschwollene Schleimhäute zu bekämpfen ist das Ziel bei der Anwendung von Nasensprays. Allerdings tritt hier rasch ein Gewöhnungseffekt ein. Die Schleimhäute lassen sich auch auf natürliche Art befeuchten – durch Inhalieren.
Dazu werden Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergossen. Zum Inhalieren der Kamillendämpfe beugt man sich über die Schüssel und legt sich ein Handtuch über den Kopf. Geeignet für Inhalationen sind auch Eukalyptusöl oder Kampferöl sowie Menthol. „Auch wenn Sie die Erkältung damit nicht verkürzen können, werden die Symptome gelindert“, empfiehlt die Expertin. „Gerade der Kamille sind heilende und entzündungshemmende Effekte bescheinigt.“

Quelle:
http://www.br-online.de

Kommentar & Ergänzung:

Trotz der guten Qualität des Bayern-1-Textes hier noch ein paar Ergänzungen:

– Bei Bädern mit ätherischen Ölen, hier empfohlen Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl, unbedingt das ätherische Öl mit Kafferahm oder Vollmilch emulgieren. Andernfalls schwimmt eine konzentrierte Schicht der ätherischen Öle in der Badewanne auf der Wasseroberfläche und kann Hautreizungen verursachen.

– Mit Huflattichblättern wäre ich vorsichtig, weil sie Pyrrolizidinalkaloide enthalten können , welche u. a. die Leber schädigen. Huflattichtee darum nicht länger als 6 Wochen pro Jahr einnehmen und während Schwangerschaft und Stillzeit ganz meiden. Am besten ersetzen durch Malvenblütentee oder Eibischwurzeltee.

– Eibischwurzeltee kalt ansetzen, also nicht erhitzen.

– Inhalationen mit Eukalyptusöl, Kampferöl oder Menthol nicht für Kleinkinder.

– Als altes Hausmittel bei Schnupfen bewährt sich immer wieder die Zwiebel (aufschneiden und im Raum aufstellen), bei Husten Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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