Johanniskraut gegen Depressionen informiert anwenden

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Johanniskraut gegen Depressionen – das ist eine der am besten belegten Heilpflanzen-Anwendungen in der Phytotherapie. Es gibt dabei allerdings einige Punkte zu beachten, damit Johanniskraut-Präparate sicher und wirksam eingesetzt werden können. Eine Meldung auf www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de spricht die wichtigsten Aspekte an.
Ich fasse hier die zentralen Aspekte aus dieser Meldung zusammen:

In der dunklen Jahreszeit ist die Stimmung zahlreicher Menschen gedrückt und sie kommen in ein Stimmungstief. Gegen depressive Verstimmungen können Medikamente mit Johanniskraut-Extrakten helfen. Für die Selbstmedikation sind rezeptfreie Johanniskraut-Präparate in der Apotheke erhältlich. Allerdings sollte bei anhaltenden oder sich verstärkenden Beschwerden unbedingt ein Facharzt oder eine Fachärztin beigezogen werden. Eine Depression ist keine vorübergehende schlechte Laune und kein seelischer “Durchhänger”, sondern eine stark beeinträchtigende Krankheit, welche in sämtliche Bereiche des alltäglichen Lebens vordringt und ohne professionelle Hilfe kaum überwindbar ist. Wer länger als zwei Wochen depressive Symptome an sich bemerkt, sollte einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufsuchen oder sich diesbezüglich mit dem Hausarzt besprechen.
Und worauf kommt es an bei der Anwendung von Johanniskraut?

– Mindestens 600 bis 900 Milligramm des Johanniskraut-Extraktes sind täglich nötig, um eine gute Wirkung zu erzielen.?Die Extrakte können nur richtig wirken, wenn sie hoch genug dosiert sind. Darauf macht die Bundesapothekerkammer in Berlin aufmerksam.

– Ob ein Johanniskraut-Präparat rezeptfrei oder rezeptpflichtig ist, hängt vom Anwendungsgebiet ab, nicht von der Einzeldosis oder der Packungsgröße. Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakt gegen leichte Depressionen sind rezeptfrei und in der Selbstmedikation erhältlich. Johanniskraut-Präparate gegen mittelschwere Depressionen sind hingegen rezeptpflichtig, weil bei dieser Erkrankung eine ärztliche Diagnose notwendig ist.

– Die Wirkung des Johanniskraut-Extraktes setzt bei regelmäßiger Einnahme erst nach etwa ein bis zwei Wochen ein.

– Viele Johanniskraut-Präparate sind unterdosiert.

– Nebenwirkungen von Johanniskraut-Präparaten müssen beachtet werden, wie beispielsweise eine höhere Lichtempfindlichkeit, die bei Solariumsbesuchen oder winterlicher Höhensonne problematisch werden kann.

– Wer Johanniskraut einnimmt und darüber hinaus weitere Arzneimittel, sollte mit dem Arzt oder Apotheker über Interaktionen (Wechselwirkungen) sprechen. Johanniskraut-Extrakte können die Wirkung anderer Arzneimittel verändern, beispielsweise bei Gerinnungshemmern oder HIV-Medikamenten.

Quelle:
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

Kommentar & Ergänzungen:

Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang noch, dass Johanniskraut-Präparate nicht einfach bei temporären Verstimmungen eingesetzt werden sollten. Dass Menschen gelegentlich mal ein paar Tage nicht so gut “drauf” sind, gehört zum Leben und ist noch keine Indikation für eine antidepressive Therapie. Solche Stimmungsschwankungen sind normalerweise schon wieder vorbei, bis die Wirkung von Johanniskraut eintritt.
Für vorübergehende Verstimmungen sollten wir meines Erachtens nichtmedikamentöse Bewältigungsmöglichkeiten entwickeln (z. B. Spazierengehen, sich etwas Wohltuendes gönnen….).

Die Aussage, dass Johanniskraut-Präparate oft unterdosiert sind, trifft vor allem zu für Johanniskraut-Tinkturen und für Produkte, die nach Grundsätzen von Homöopathie oder Spagyrik hergestellt sind. Diese Produktegruppen dürfen als Heilmittel verkauft werden, ohne dass sie ihre Wirksamkeit belegen müssen.
Geht es ernsthaft um Depression und nicht einfach um eine kurzzeitige Verstimmung, dann sind meines Erachtens eindeutig Johanniskraut-Extrakte angezeigt, die ihre Wirksamkeit in Patientenstudien gezeigt haben und eine ausreichende Wirkstoffkonzentration garantieren. Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmitteln werden an diesem Punkt oft von der Werbung irregeführt und leider auch häufig in Apotheken und Drogerien über Qualitätsunterschiede im Unklaren gelassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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