Hustentee aus Isländisch Moos und Eibischwurzel kalt ansetzen

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Üblicherweise werden Teemischungen und Monotees (nur ein Bestandteil) gegen Husten immer als Aufguss mit heißem Wasser zubereitet. Heißes Wasser ist ein ausgezeichnetes Lösungsmittel, die Wirkstoffe aller
Heilpflanzen werden so am besten gelöst. Heißes Wasser schädigt nicht die Qualität der Wirkstoffe.
Für Hustentees, die nur aus Isländisch Moos (Lichen islandicus) oder Eibischwurzel (Althaeae radix) bestehen, gilt allerdings eine andere Regel.
Hier empfiehlt es sich, einen Auszug mit kaltem Wasser herzustellen (etwa 1,5 Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen, leicht erwärmt trinken). Es ist empfehlenswert, den Tagesbedarf an Tee auf einmal zuzubereiten.
Aufbewahrt wird der Hustentee aus Isländisch Moos oder Eibischwurzel in einer Thermoskanne. Die Lagerung über bis zu 8 Stunden ist auch vom mikrobiologischen Standpunkt aus kein Problem.

Weshalb Kaltauszug bei Isländisch Moos und Eibischwurzel?

Mit kaltem Wasser werden aus dem Isländisch Moos die erwünschten Schleimstoffe, aber nicht die extrem bitteren Flechtensäuren extrahiert. Die bitteren Flechtensäuren dürften für die Behandlung von Reizhusten eine untergeordnete Rolle spielen. Sie müssen deshalb im Hustentee nicht
enthalten sein.
Bei der Eibischwurzel verkleistert heisses Wasser die Stärke, welche in der Wurzel enthalten ist. Dieser Kleister umschliesst die Wurzelstückchen wie eine Barriere, wodurch die therapeutisch bedeutsamen Schleimstoffe nur unzureichend in den Hustentee übergehen.

Quelle:
PHYTOTherapie 4|09, Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie

Kommentar & Ergänzung:

Isländisch Moos (Cetraria islandica) ist kein Moos, wie der Name es nahelegt, sondern eine Flechte. Und diese Flechte kommt auch nicht nur in Island vor, sondern auch in den Alpen. Wer Isländisches Moos in der Natur kennenlernen will, kann dies auf vielen meiner Exkursionen zu Heilpflanzen und Alpenblumen im Sommerhalbjahr. Info im Kurskalender ( www.phytotherapie-seminare.ch/index.php).

Eibisch (Althaea officinalis) kommt bei uns nicht wild wachsend vor. Die traditionelle Heilpflanze wurde aber schon vor langer Zeit in Gärten angebaut.

Zur Wirkung der Eibischwurzel siehe auch:
Phytotherapie: Eibischwurzel-Extrakt schützt Epithelzellen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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