Archive for September, 2009
Mittwoch, September 30th, 2009
Schokolade beugt nach einer Studie nicht nur Herzproblemen vor, sondern wirkt auch nach einem Herzinfarkt günstig. Wer nach einem Infarkt zwei- bis dreimal wöchentlich dunkle Schokolade esse, habe eine dreimal geringere Wahrscheinlichkeit, in den folgenden Jahren an einem erneuten Herzinfarkt zu sterben, stellten schwedische Wissenschaftler fest.
Dies liege wahrscheinlich an den im Kakao enthaltenen Antioxidantien, erklärte Kenneth Mukamal vom Beth Israel Deaconnes Medical Center in Boston, USA, der an der Studie mitwirkte. Diese schützen vor freien Radikalen – Molekülen, die sich über die Zeit im Organismus ansammeln und Zellen beschädigen können.
Die Wissenschaftler um Imre Janszky vom Karolinska Institut in Stockholm untersuchten in den frühen 90er Jahren knapp 1200 Frauen und Männer, die erstmals wegen eines Herzinfarkts im Spital lagen. Bevor die Patienten nach Hause gehen konnten, gaben sie Auskunft über ihre Essgewohnheiten im Jahr vor dem Infarkt. Die Forscher beobachteten die Teilnehmer dann acht Jahre lang und stellten fest, dass das Risiko eines tödlichen Herzinfarktes im gleichen Maß sank, in dem die Patienten dunkle Schokolade verzehrten.
Mukamal warnte trotzdem vor übermäßigem Schokoladengenuss – schließlich seien sehr viele Menschen zu dick, was ebenfalls ein Gesundheitsproblem darstelle. Im Übrigen sei der schützende Effekt nur bei Schokolade bewiesen, betonte der Mediziner. “Bei Süßigkeiten allgemein haben wir keinen Nutzen festgestellt.” Die Studie wurde im Journal of Internal Medicine publiziert.
Quelle:
http://www.internisten-im-netz.de/
Kommentar & Ergänzung:
Müsste man nun Kakao zu den Heilpflanzen zählen?
Tatsächlich wird der Kakaobaum (Theobroma cacao) in vielen Phytotherapie-Fachbüchern erwähnt. In Zentrum der Beschreibung stehen allerdings oft der Kakaobutter als Trägersubstanz für Zäpfchen (Suppositorien) und Vaginalkugeln (Ovula) sowie der Gehalt an Theobromin und (wenig) Coffein. Der Gehalt an Antioxidantien rückt aber in den letzten Jahren immer stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit, und hier gibt es viele Verbindungen mit Heilpflanzen.
Jedenfalls gehören die im Kakao enthaltenen Antioxidantien zu den Polyphenolen. Es handelt sich vor hauptsächlich um Flavonoide (vor allem Proanthocyanidine) und Catechine.
Solche Inhaltsstoffe sind auch in zahlreichen Heilpflanzen vorhanden. Beispiele dafür sind die Heidelbeere mit ihren blauen Farbstoffen (Anthocyane), der Weissdorn (Flavonoide / Proanthocyanidine), die Mariendistel (Flavonoid Silymarin). Ihnen gemeinsam ist die antioxidative Wirkung und die ausgesprochen gute Verträglichkeit, während die Anwendungbereiche sich stark unterscheiden:
Heidelbeere: bei Augenerkrankungen und Entzündungen im Darm.
Weissdorn: leichte Formen von Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und leichte Formen von Angina pectoris (Herzkranzgefäss-Verengung).
Mariendistel: Als Begleitmassnahme bei chronischen Lebererkrankungen und zum Schutz der Leber bei Zufuhr leberbelastender Stoffe.
Dunkle Schokolade dürfte in kleinen Mengen genossen wohl tatsächlich günstige Wirkungen auf die Gesundheit haben, doch ist die empfohlene Zufuhrmenge natürlich sehr limitiert wegen dem hohen Gehalt an Fetten und Kalorien. Da könnten also verschiedene Heilpflanzen als gesündere Variante für die Zufuhr von Antioxidantien bzw. Flavonoiden ins Gespräch kommen.
Reich an Flavonoiden sind aber auch beispielsweise Äpfel:
“Im frischen Apfel beträgt der Anteil an Polyphenolen etwa 0,01-1 % des Frischgewichtes, wobei Mostäpfel einen bis zu zehnmal höheren Polyphenolgehalt aufweisen als Tafeläpfel. Unter den vielen bisher nachgewiesenen Substanzen (Tabelle)
finden sich Hydroxyzimtsäurederivate, Dihydrochalkone, Flavonole, Flavanole, Procyanidine und Anthocyane. Während Hydroxyzimtsäurederivate hauptsächlich im Fruchtfleisch vorkommen, findet man Flavonole und Anthocyane in der Schale, die
Hydrochalkone in den Kernen und Flavanole und die Procyanidine in Fruchtfleisch und Schale. Dabei sind die Konzentrationen an Polyphenolen in Schalen und Kernen erheblich höher als im Fruchtfleisch.”
Quelle: Dr. Gerd Schilling, labor & more 05/06, auf www.succidia.de)
Zurzeit scheint es bedeutend mehr Forschungsgelder für Schokolade-Forschung zu geben als für Apfel-Forschung……..
Aber der alte Spruch:
“An apple a day keeps the doctor away”, scheint schon einen wahren Kern zu haben.
Auf deutsch also etwa “ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern” .
Zum ersten Mal tauchte diese Redewendung übrigens 1866 in einer walisischen Zeitschrift auf, damals lautete sie noch: ”Eat an apple on going to bed, and you‘ll keep the doctor from earning his bread” (deutsch etwa “Iss einen Apfel vorm Zubettgehen und dein Arzt kann sich seine Brötchen nicht mehr verdienen”).
Populärer wurde die Redewendung in ihrer jetzigen Form im 20. Jahrhundert, als die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels zunehmend bekannt wurde. Es gibt keine deutsche Redewendung mit der selben oder einer ähnlichen Bedeutung. Die Redewendung ist jedoch weltweit so bekannt, dass in allen Sprachen meistens das englische Original oder eine wortwörtliche Übersetzung verwendet wird (nach Wikipedia).
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Äpfel, Angina pectoris, Anthocyane, Antioxidantien, Augenerkrankungen, Ausbildungen, Catechine, coffein, Darm, Dihydrochalkone, Dunkle Schokolade, Entzündungen, Exkursionen, Flavanole, Flavonoide, Flavonole, Freie Radikale, Gesundheit, Heidelbeere, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzkrankgefäss-Verengung, Herzprobleme, Herzschwäche, Hydroxyzimtsäurederivate, Infarkt, Kakao, Kakaobaum, Kakaobutter, Kurse, Leber, Lebererkrankungen, Mariendistel, Mostäpfel, Naturheilkunde, Ovula, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Polyphenole, Proanthocyanidine, Procyanidine, Schokolade, Silymarin, Studie, Suppositorien, Tafeläpfel, Theobroma cacao, Theobromin, Vaginalkugeln, Weissdorn, Wikipedia, Zäpfchen
Posted in Phytotherapie | 1 Comment »
Mittwoch, September 30th, 2009
Eine Studie widerspricht der alten Volksweisheit.
Der Volksglaube irrt sich offenbar: Schwalben fliegen bei Schlechtwetter nicht tiefer. Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung, die in Österreich durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler beobachteten 1300 Schwalbengruppen bei verschiedenen Wetterlagen.
In vielen Gegenden Europas behaupten Volksweisheiten, dass tief fliegende Schwalben schlechtes Wetter anzeigen oder sogar vorhersagen. Nun haben Peter Biedermann von der Universität Bern und Martin Kärcher von der englischen Universität Sheffield untersucht, ob das wirklich zu trifft. Sie untersuchten insgesamt 1300 Gruppen von Rauch- und Mehlschwalben in der Südweststeiermark und notierten sich die jeweiligen Flughöhen und Wetterverhältnisse.
Bei Schlechtwetter fliegen Schwalben höher, nicht tiefer
Die Resultate zeigten, dass beide Schwalbenarten bei schlechtem Wetter höher flogen als bei schönem Wetter. Das entspreche genau dem Gegenteil des Volksglauben, halten die Wissenschaftler fest. Auch die Tageszeit hat scheinbar keinen Einfluss. Hingegen stellten sich die Vögel schnell auf ergiebige Nahrungsquellen wie schwärmende Ameisen ein.
Die Wissenschaftler beobachteten die Schwalben an sechs Standorten während je drei Tagen. Eine Schwierigkeit war, die Flughöhe möglichst genau abzuschätzen. Wie die Forscher in der vom Vogelschutzverband BirdLife Österreich herausgegebenen Zeitschrift «Egretta» darlegen, kalibrierten sie das eigene Schätzvermögen immer wieder, indem sie mit Helium gefüllte Ballons in eine Höhe von 80 Metern aufsteigen liessen. Die stichprobenartigen Befunde reichten zwar nicht aus, um alte Volksweisheiten grundsätzlich in Frage zu stellen, schreiben sie, doch die Ergebnisse liessen immerhin zu Vorsicht mahnen.
Quelle: NZZ online
Kommentar:
Diese Studie zeigt: Ein bestimmter Volksglaube kann sich über lange Jahrhunderte halten und trotzdem falsch sein.
Das gilt auch für die traditionelle Pflanzenheilkunde. Darum ist ein sorgfältiger Umgang mit solchen Überlieferungen aus der Naturheilkunde nötig.
Tradition allein ist keine Rechtfertigung, weil sich auch Irrtümer ausgesprochen hartnäckig halten können. Es braucht eine sorgfältige Auseinadersetzung mit den Überlieferungen der traditionellen Pflanzenheilkunde, um die “Perlen” von den Irrtümern zu unterscheiden.
Wer unreflektiert alte Überlieferungen zu den Wirkungen von Heilpflanzen nachbetet, macht es sich allzu einfach. Und wer lernen möchte, sich sorgfältig mit alten Traditionen auseinanderzusetzen, bekommt dazu vielfältige Anregungen in meinem Phytotherapie-Lehrgang oder im Heilpflanzen-Seminar.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Ameisen, Ausbildungen, Birdlife, Exkursionen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Kurse, Mehlschwalben, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Schwalben, Studie, Volksglaube
Posted in Natur, Naturheilkunde-Debatte | No Comments »
Dienstag, September 29th, 2009
Eibischwurzel-Extrakt legt einen Schutzfilm über die Schleimhaut und fördert offenbar auch die Regeneration von Epithelzellen.
Kaltwasserauszüge aus Eibischwurzel werden in der Phytotherapie bei gereizten Schleimhäuten des Rachenraums und des Magens eingesetzt. Grundlagenforscher haben nun mögliche Wirkmechanismen dieser Heilpflanzen-Anwendungen entschlüsselt.
Nach der geläufigen Vorstellung legen sich die polysaccharidreichen Schleimstoffe aus dem Eibischwurzel-Extrakt wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut. Dieser Schutz fördert offenbar die Regeneration des Epithels und dämpft im Rachenraum auch Hustenreize. Die adhäsiven Eigenschaften des Extrakts haben Wissenschaftler um Dr. Alexandra Deters von der Universität Münster an der Wangenschleimhaut von Schweinen belegt.
Der Eibischwurzel-Extrakt kann aber wohl noch mehr, betonte Deters auf einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) in München. Die Wissenschaftler haben in einer Zellkultur humane nasopharyngeale Schleimhautepithelzellen mit einem wässrigen Eibischwurzelextrakt eingebracht, der als Arzneimittel gegen Reizhusten angeboten wird.
Resultat: Verglichen mit unbehandelten Zellkulturen bewirkte der Extrakt schon in einer Konzentration von 10 µg/ml eine signifikante Steigerung der Teilungsrate und eine tendenzielle Zunahme der Stoffwechselaktivität der Epithelzellen. Offensichtlich kann der Eibischwurzel-Extrakt auch aktiv die Regeneration von Epithelzellen fördern.
In einer zweiten identischen Versuchsreihe wurde ein isoliertes Rohpolysaccharid eingesetzt. Dieses Polysaccharid ist mit einem Anteil von elf Prozent der Hauptbestandteil des Eibischwurzel-Extraktes. Resultat: Mit dem Polysaccharid war eine zehnfach höhere Konzentration als mit dem Gesamtextrakt nötig, um eine signifikante Zunahme der Epithelzellteilungsrate zu erzielen.
Dafür war mit dem Rohpolysaccharid der Einfluss auf die Stoffwechselaktivität grösser. Schon in einer Dosis von 10 µg/ml kam es hier zu einer signifikanten Zunahme. Die Wissenschaftler konnten zudem belegen, dass das Polysaccharid in die Epithelzellen eindringt und die Genexpression verschiedener Signalmoleküle beeinflusst.
Eibischwurzel als Kaltwasserauszug
Für eine bestmögliche Heilwirkung der Eibischwurzel ist der Kaltwasserauszug die beste Zubereitungsform. Dabei werden zerkleinerte Eibischwurzeln mehrere Stunden in kaltem Wasser gelöst und dann abgeseiht. Bei heißem Wasser steigt nämlich der Stärkeanteil im Eibisch-Extrakt, was den gewünschten Effekt eher behindert als fördert, erklärt Dr. Alexandra Deters aus Münster.
Da Eibischwurzel-Extrakt lokal wirkt und dieser Effekt ausreichende Adhäsion an der Schleimhaut voraussetzt, ist im Mundrachenraum vor dem langsamen Schlucken ein sanftes Spülen und Gurgeln zu empfehlen.
Quelle: www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Diese Forschungsarbeiten stützen die Anwendung von Eibischwurzel-Auszügen gegen Reizhusten und gegen Stomatitis (Mundschleimhautentzündung).
Das ist auch ein wichtiges Ergebnis für die Krankenpflege. Stomatitis beispielsweise ist ein häufiges Problem in der Palliativpflege, hat aber auch darüber hinaus generell Bedeutung in Spitex, Pflegeheim und Spital.
Eibischwurzel stammt von Althaea officinalis, einem Malvengewächs. Es handelt sich um eine der Heilpflanzen mit hohem Schleimgehalt.
Der Bericht auf www.aerztezeitung.de über Forschungen mit Eibischwurzel-Extrakt ist ein gutes Beispiel dafür, dass in der Phytotherapie nicht nur Behauptungen über Wirkungen von Heilpflanzen aufgestellt werden. Es gibt in vielen Bereichen der Phytotherapie engagierte Bestrebungen, solche Wirkungen genauer zu verstehen, sie fundiert zu begründen und zu dokumentieren.
Darin unterscheidet sich Phytotherapie von vielen Methoden aus dem weiten Feld von Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde.
Dieses grundsätzlich positive Verhältnis zu Forschung, Begründung und Dokumentation ist eine gute Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit von Phytotherapie und Medizin.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Alpen, Alpenblumen, Althaea officinalis, Althaeae radix, Aufguss, Ausbildungen, Cetraria islandica, Eibischwurzel, Exkursionen, Flechte, Flechtensäuren, Heilkräuter, Heilpflanzen, Husten, Hustentee, Isländisch Moos, Isländisches Moos, Island, Kaltauszug, Kleister, Kurse, Lichen islandicus, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Reizhusten, Schleimstofe, Stärke, Teemischungen, Wirkstoffe
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Samstag, September 26th, 2009
Prophylaxe und Therapie mit Heilpflanzen – Tagesseminar 4. November 2009 in Winterthur
Wie kommen Pflegende – aber auch PatientInnen in Pflegeheimen und Spitälern – möglichst gesund durch den Winter? In den letzten Jahren konzentrierten sich die Anstrengungen dafür fast ausschliesslich auf die Propagierung der Grippeimpfung. Dieser Kurstag zeigt auf, dass es auch ein breites Spektrum von wirksamen pflanzlichen Möglichkeiten zur Prophylaxe und Therapie von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten gibt. Mit diesem bisher noch wenig genutzten Potential werden die TeilnehmerInnen vertraut gemacht und damit die Handlungsmöglichkeiten der Pflegenden erweitert.
Sie lernen die Anwendung von Heilpflanzen (z.B. als Tee, Tinktur, Fertigpräparate) zur Vorbeugung und Behandlung von Husten, Halsweh, Heiserkeit, Schnupfen, Stirnhöhlenentzündungen, Fieber, Grippe kennen. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen der Pflanzenheilkunde aufgezeigt – auch im Unterschied zur Grippeimpfung oder als Ergänzung dazu. Dieser Tag enthält auch Anregungen für eine offene Auseinandersetzung mit dem kontroversen Thema Grippeimpfung- wozu unter anderem gehört, dass sowohl medizinische wie ethische Pro- und Kontra-Argumente einbezogen werden.
Als Zielgruppe sprechen wir mit diesem Tagesseminar vor allem Berufsleute aus der Krankenpflege an. Die Seminare sind aber gut verständlich, so dass Personen ohne medizinische Vorkenntnisse genauso daraus Nutzen ziehen. Ebenso willkommen sind Teilnehmende aus Naturheilkunde und Medizin.
Wenn Sie also interessiert sind an fundierten Angaben zur Wirkung von Thymian, Eukalyptus, Eibisch, Spitzwegerich, Efeu, Sonnentau, Echinacea, Salbei, Umckaloabo, Meerrettich & Co. , dann finden Sie genauere Infos hier:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Ausbildungen, Echinacea, Efeu, Eibisch, Erkältungskrankheiten, Eukalyptus, Exkursionen, Fieber, grippale Infekte, Grippe, Grippeimpfung, Halsweh, Heilkräuter, Heilpflanze, Heiserkeit, Husten, Krankenpflege, Kurse, Medizin, Merrettich, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Pflegeheim, Phytotherapie, Salbei, Schnupfen, Sonnentau, Spitzwegerich, Stirnhöhlenentzündung, Tee, Thymian, Tinktur, Umckaloabo
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Samstag, September 26th, 2009
Gesunde Ernährung lohnt sich offenbar auch im Alter. Sie hält den Körper schlank und den Geist fit. So tragen Vollkornprodukte dazu bei, Körpergewicht und Fettanteil tief zu halten. Das geht aus einer Studie mit 434 Erwachsenen von 60 bis 80 Jahren hervor (J Nutr 139, 2009, 1950).
In der Studie zeigte sich eine lineare Beziehung: Je mehr von diesen Nahrungsmitteln – vor allem dunkles Brot, Naturreis und Frühstücksflocken – die Teilnehmer verzehrten, um so geringer waren BMI und Fettgewebe. Unabhängig von Sport und sonstigem Lebensstil hatten jene Personen, die am meisten Vollkornprodukte zu sich nahmen, 2,4 Prozent weniger Körperfett und 3,6 Prozent weniger Bauchfett als jene, die am wenigsten aßen. Und ihr BMI betrug nur etwa 26 im Vergleich zu knapp 27.
Noch ausgeprägter war der Effekt, wenn die Wissenschaftler bei ihren Berechnungen nur Getreideprodukte aus Vollkorn berücksichtigten. Ballaststoffe aus Obst und Gemüse zeigten dagegen kaum Einfluss, wie der aus 126 Punkten bestehende Food Frequency Questionnaire und die Doppel-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) ergaben.
Allerdings verzehrten die Studienteilnehmer nicht genügend Vollkornprodukte – anderthalb Portionen pro Tag – und auch zu wenig Ballaststoffe – nur knapp 19 Gramm. Empfohlen wird jeweils die doppelte Menge. Vollkorngetreide wirkt einer Adipositas wahrscheinlich durch den günstigen Einfluss auf Insulin und Inkretinhormone wie Glucagon-like-Peptid-1 entgegen, wie die Autoren der Studie vermuten.
Eine gesunde Ernährung kommt außerdem den kognitiven Leistungen älterer Menschen zugute, zeigte sich bei einer weiteren Studie mit mehr als 3600 Erwachsenen über 65 Jahre (J Nutr 139, 2009, 1944). Wissenschaftler aus Logan hatten sie im Verlauf von elf Jahren mehrmals nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und mit dem Modified Mini Mental Status Test (bester Wert: 100 Punkte) untersucht.
Wer am meisten empfehlenswerte Nahrungsmittel aß, schnitt schon zu Beginn um 1,8 Punkte besser ab als jene mit dem geringsten Anteil. Am Ende der Studie war der Punktwert nur um 3,4 gefallen im Vergleich zu 5,2.
Quelle: www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Dass gesunde Ernährung sich günstig auf das Körpergewicht und auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, ist ja wirklich keine grosse Überraschung.
Interessanter an diesem Beitrag scheint mir, dass Vollkornprodukte gegenüber Früchten und Gemüse aufgewertet werden.
Ernährung ist ein wichtiger Pfeiler der Naturheilkunde. Allerdings gibt es in diesem Bereich viele Heilslehren und Dogmen, die in Frage gestellt werden sollten. Meiner Ansicht nach laufen immer noch zu viele “Ernährungsapostel” herum, welche die ganze Welt mit ihren alleinseligmachenden Ernährungsnormen missionieren wollen.
Nötig wäre meines Erachtens eine Förderung des optativen Ansatzes: Ernährungberatung in der Naturheilkunde soll Optionen aufzeigen – also Wahlmöglichkeiten – und weniger normativ auftreten.
In unserem Buchshop finden Sie Anregungen zum Thema Ernährung.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Alter, Ausbildungen, Ballaststoffe, Bauchfett, BMI, Brot, Ernährung, Ernährungsberatung, Exkursionen, Fettanteil, Fettgewebe, Frühstücksflocken, Gemüse, Getreideprodukte, Heilkräuter, Heilpflanzen, Körpergewicht, Kurse, Nahrungsmittel, Naturheilkunde, Naturreis, Obst, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Sport, Studie, Vollkorn, Vollkorngetreide, Vollkornprodukte
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Samstag, September 26th, 2009
Die Einstellung von amerikanischen Ärzten und Patienten zu Heilpflanzen-Präparaten ändert sich gegenwärtig. Hauptsächlich bei Erkältungskrankheiten erobern Phytotherapeutika den Markt.
Phytotherapie hat in den USA einen ganz anderen Stellenwert als in Europa. Das Wissen um wirksame Heilpflanzen-Präparate war in den USA bisher kaum entwickelt. Weil es in diesem Bereich dort keine ausreichende Qualitätskontrolle gibt, wurde der Markt mit billigen Importen etwa aus Fernost überschwemmt.
Seit einiger Zeit ändert sich in den USA jedoch einiges. So fördern die National Institutes of Health die Erforschung von Heilpflanzen-Präparaten mittlerweile mit dreistelligen Millionen-Dollar-Beträgen pro Jahr. Und auch US-amerikanische Ärzte sind mehr und mehr an Evidenz-basierten Phytopharmaka interessiert, insbesondere im Bereich der Erkältungskrankheiten. In diesem Indikationsbereich wurden einige synthetische Arzneimittel wegen unerwünschter Wirkungen vom Markt genommen, darunter Mittel zur Abschwellung der Nasenschleimhaut.
2007 warnte die US-Gesundheitsbehörde FDA sogar ausdrücklich davor, frei erhältliche synthetische Medikamente gegen Husten und Erkältungskrankheiten bei Kindern unter sechs Jahren anzuwenden.
Diese Situation stellte US-Ärzte vor ein Dilemma, weil viele Medikamente nach der FDA-Warnung nicht mehr zur Verfügung standen. Pflanzliche Mittel galten zudem als gefährlich. In den USA müssen erst einmal viele Ärzte aufgeklärt werden, dass es bei vielen Erkrankungen ernst zu nehmende Heilpflanzen-Präparate gibt.
Quelle: www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Problematisch ist unter anderem, dass in den USA “Herbals” nicht als Arzneimittel gelten, sondern überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Sie sind daher auch kaum staatlich reguliert und kontrolliert, was erhebliche Qualitätsprobleme verursacht. Das ist ein grosser Unterschied zur Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier konnten qualitativ hochstehende Heilpflanzen-Präparate ihren Status als offiziell anerkannte Heilmittel verteidigen oder gar ausbauen. Phytopharmaka, deren Wirkungen gut durch Studien belegt ist, werden daher in der Schweiz von den Krankenkassen über die Grundversicherung bezahlt. Das ist ein Unterschied zu Homöopathika und Anthroposophika, die aufgrund politischer Entscheidungen vom Wirkungsnachweis befreit sind und daher von der Grundversicherung bezahlt werden, ohne dass ihre Wirkung belegt werden müsste.
Für europäische Verhältnisse beneidenswert hoch ist der finanzielle Aufwand des National Institutes of Health zur Förderung der Heilpflanzen-Forschung. Allerdings fehlt es in den USA ganz offensichtlich wegen der mangelnden Erfahrung im Umgang mit Heilpflanzen-Forschung oft an Phytotherapie-Fachleuten, die solche Studien auch sach- und fachgerecht durchführen können. Wir müssen uns dann in Europa mit amerikanischen Grosstudien herumschlagen, die manchmal ziemlich weit weg von der hiesigen Phytotherapie-Praxis liegen, und zum Teil auch grobe Fehler enthalten. Jedenfalls gibt es durch diese Resultate aus den USA in der “Phytotherapie-Szene” immer wieder anregenden bis heiss debattierten Diskussionsstoff.
Und das ist ja auch eine der Stärken der Phytotherapie, dass sie ein offenes Feld ist und kein geschlossenes System, das Gültigkeit für alle Ewigkeit beansprucht. So setzen sich immer wieder neue Erkenntnisse durch. Neue Wirkungen von Heilpflanzen werden entdeckt, aber auch alte Irrtümer über Bord geworfen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Anthroposophika, Arzneimittel, Ausbildungen, Erkältungskrankheiten, Europa, Exkursionen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Homöopathika, Husten, Kurse, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Nasenschleimhaut, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytopharmaka, Phytotherapeutika, Phytotherapie, Qualitätskontrolle, Studien, USA
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Donnerstag, September 24th, 2009
Über 11 000 Arzneipflanzen werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin angewendet. Auch europäische Hersteller von Phytopharmaka durchforschen den reichen chinesischen Arzneipflanzenschatz.
Die 2000 bis 3000 Jahre alten Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zu deren Arzneischatz über 11 000 Heilpflanzen zählen, haben in China immer noch einen hohen Stellenwert. TCM müsse als kulturelles Erbe hochgehalten werden, betonte Professor De-an Guo vom Shanghai Research Center for TCM Modernization an einem Symposium auf Mallorca. Das Handicap: Es fehle meist an einem systematischen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit, sowie der Wirkweise der TCM-Arzneimittel. Inzwischen setze jedoch auch die chinesische Regierung auf Wissenschaft und Evidenz bei der Zulassung neuer Arzneimittel. Seit 2003 überwache die State Food and Drug Administration (SFDA) den Nahrungsmittel- und Medikamentenmarkt in China. Seither seien nur 20 TCM-Arzneimittel mit ganz neuen Wirkstoffen zugelassen worden, sagte Prof. Guo. Diese sehr geringe Zahl für einen Riesen-Markt wie China zeigt seiner Ansicht nach, wie strikt die Zulassungsbedingungen geworden sind.
Die seit Jahrhunderten in der TCM verwendeten Arzneipflanzen stellen eine reiche Ressource für die Forschung dar – und zwar über die TCM hinaus. Als Beispiel für einen wissenschaftlich gut untersuchten, auf einer TCM-Heilpflanze basierenden Wirkstoff sei Artemether erwähnt, ein Artemisinin-Derivat. Dieser Pflanzenstoff aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua) wird heute weltweit als Antimalaria-Mittel angewendet.
Ein weiteres Beispiel erwähnt wurde Dan Shen aus der getrockneten Wurzel des Chinesischen Salbei (Salvia miltiorrhiza). Dan Shen wird in der TCM etwa zur KHK-Therapie verwendet (Koronare Herzkrankheit). Prof. Guo selbst erforscht einen der Inhaltsstoffe von Dan Shen. In Phase-III-Studien soll sich die Substanz schon als vielversprechendes Krebsmittel erwiesen haben.
Aber nicht nur chinesische Forscher und Unternehmen haben den Pflanzenschatz der TCM unter der Lupe. Auch europäische Phytopharmaka-Unternehmen sind in China aktiv und durchforschen die Pflanzen. Ziel ist es, auf der Grundlage von TCM-Heilpflanzen moderne Phytopharmaka auch für den europäischen Markt herzustellen. Von der Arzneipflanze abgesehen hätten diese Hightech-Phytopharmaka nichts mehr mit TCM-Arzneien zu tun, vor allem da anders als bei TCM-Mitteln eine konstant hohe Qualität der Wirkstoff-Extrakte garantiert und die klinische Wirksamkeit überprüft sei.
Quelle: www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Keine Frage, dass unter den rund 11 000 Arzneipflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) noch manche interessanten Heilwirkungen zu entdecken sind. Tradition allein kann aber keine Bestätigung für Wirksamkeit sein, weil sie sich auch oft über Jahrhunderte geirrt hat. Das hat offenbar auch die chinesische Regierung erkannt. Auch gibt es immer wieder Zwischenfälle und Sicherheitsprobleme mit TCM-Heilpflanzen. So scheint es mir sehr begrüssenswert, wenn deren Wirksamkeit und Sicherheit systematisch überprüft wird. TCM-Heilpflanzen, welche diese Checks erfolgreich überstehen, werden früher oder später auch den Weg in die westliche Phytotherapie finden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Antimalaria-Mittel, Artemether, Artemisia annua, Artemisinin, Arzneipflanzen, Ausbildungen, China, Chinesiche Salbei, Da Shen, Einjähriger Beifuss, Exkursionen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herzkrankheit, KHK-Therapie, Koronare, Kurse, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytopharmaka, Phytotherapie, Salvia miltiorrhiza, TCM, TCM-Heilpflanzen, Traditionelle Chinesische medizin, Wissenschaft
Posted in Phytotherapie | 2 Comments »
Mittwoch, September 23rd, 2009
Der Saft aus der nordamerikanischen Cranberry schützt vor Blasenentzündung, Karies und Magengeschwüren. Bakterien scheinen einfach abzuprallen.
Cranberrys zählen seit jeher zu den Naturheilmitteln der nordamerikanischen Indianer. In den 80er-Jahren gab es dann erste wissenschaftliche Hinweise für die Heilkraft der roten Beere, einer Verwandten der europäischen Preiselbeere. Cranberrys, beziehungsweise deren Saft, können offenbar Blasenentzündungen vorbeugen oder sie verkürzen. Der Grund: Die Beeren enthalten bestimmte Pflanzenstoffe, die sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut legen. Bakterien finden dadurch weniger Andockstellen und müssen aufgeben.
Der Wissenschaftler Itzhak Ofek von der Universität Tel Aviv spricht Cranberrys über ihre Heilkraft bei Blasenentzündungen hinaus noch andere Wirkungen zu. Die Schutzschicht lege sich auch über die Schleimhäute im Mundraum und im Magen. Dadurch verhindere der Beerensaft, dass Karies entsteht und er schütze anfällige Menschen vor wiederkehrenden Magengeschwüren. An dem NDM (non-dialyzable material) genannten Schutzfilm prallen jedoch nur gewisse Krankheitserreger ab. Die nützlichen Verdauungsbakterien können ihren Job ungehindert leisten.
Zwei Gläser Cranberry-Saft halten Bakterien in Schach
Neben diesem bisher ungeklärten Wirkmechanismus enthalten die Cranberrys für den Bakteriologen aber noch ein weiteres Rätsel. Nach seinen Erkenntnissen wirkt der Cranberry-Schutz nur bei Frauen. Ihnen empfiehlt der Beeren-Experte daher, jeden Tag zwei Gläser Cranberrysaft zu trinken, insbesondere, wenn sie einen Infekt haben. Itzhak Ofek schreibt den Cranberrys nämlich auch einen gewissen Effekt gegen Grippe- und Erkältungsviren zu.
“Cranberrys scheinen frauenspezifisch zu wirken”, stellt der Wissenschaftler fest. “Aber da es noch so vieles gibt, was wir an den Beeren nicht verstehen, sollten vielleicht auch Männer zu dem Saft greifen.”
Quelle:
http://www.focus.de
Kommentar & Ergänzung:
Die Schutzwirkung von Cranberry-Saft gegen Blasenentzündung ist inzwischen relativ gut dokumentiert. Auch für die Wirkung auf die Magenschleimhaut und gegen Karies gibt es zunehmend Hinweise. Neu an diesem Text ist die Aussage von Itzhak Ofek, dass Cranberry nur bei Frauen wirken soll – und etwas widersprüchlich die gleichzeitige Empfehlung, dass auch Männern die Einnahme des Saftes zu empfehlen ist. Ebenso neu ist die Vermutung, Cranberry wirke auch gegen Grippe- und Erkältungsviren.
Leider ist in diesem Text nicht beschrieben, wie Itzhak Ofek zu diesen Ansichten gekommen ist. Das aber wäre nötig, wenn wir uns eine Meinung über die Glaubwürdigkeit solcher Aussagen bilden wollen.
Siehe auf:
Test zeigt: Cranberry-Produkte oft unterdosiert
Pflanzenheilkunde: Preiselbeersaft wirkt gegen Blasenentzündung
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Ausbildungen, Bakterien, Blasenentzündung, Cranberry, Erkältungsviren, Exkursionen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Indianer, Itzhak, Karies, Kurse, Magen, Magengeschwüre, Magenschleimhaut, Mundraum, Naturheilkunde, Naturheilmittel, Ofek, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Preiselbeere
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Mittwoch, September 23rd, 2009
Ernährung und Phytotherapie sind beim Deutschen Internistentag in Berlin am 24. September 2009 wichtige Themen. Auf dem Programm stehen naturheilkundliche Interventionen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.
Bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte die Ernährungstherapie vom Beginn der Krankheit an ein selbstverständlicher Teil der Behandlung sein, empfehlen Rheumatologen. Fragt sich nur: Was ist genau eine Rheumakost? Zentral bei der langfristigen Umstellung der Essgewohnheiten ist die Verminderung tierischer Fette. Fettreiche Nahrungsmittel tierischer Herkunft wie Schmalz, Leber, Eigelb oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten meiden! Und nicht mehr als zwei Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche sollten konsumieren. Kennen sollten Rheuma-Patienten die Grundsätze einer vorwiegend laktovegetabilen Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidanzien ist.
Empfehlenswert sind Makrele, Lachs und Hering – zweimal wöchentlich. Diese Fische sind enthalten reichlich Omega-3-Fettsäuren. Das gilt ebenfalls für Rapsöl, Sojaöl, Walnussöl und Leinöl. Zum Nutzen von Fischöl, Vitamin D, Vitamin C oder Zink bei Rheumapatienten gibt es neue Daten. Das Stellungnahme zu Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln wird positiver. Eine Zufuhr von Vitamin D wird künftig empfohlen, ebenso in Einzelfällen die Einnahme von Zink, besonders bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis. Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C und E oder Selen wird nur im Einzelfall empfohlen.
Die in Gemüse und Obst vorhandenen antioxidativen Substanzen sprechen für den Verzehr von fünf Portionen am Tag.
NSAR-ähnliche Effekte werden salicin- und polyphenolreichen Phytotherapeutika zugeschrieben. Dazu gehören Heilpflanzen-Präparate aus Weidenrinde, Stiefmütterchenkraut, Pappel oder Primeln. Eher kortisonähnliche Eigenschaften sollen Zaunrübe, Süßholz und Weihrauch zeigen. Teufelskrallenwurzel oder Arnikablüten sind hauptsächlich schmerzlindernd.
Quelle: www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:
Schön, dass die Internisten sich mit Ernährung und Phytotherapie bei Rheuma befassen.
Die Hinweise zur Ernährung scheinen mir fundiert, diejenigen zur Phytotherapie dagegen etwas wirr.
NSAR (= nichtsteroidale Antirheumatika) werden ihrer entzündungshemmenden (antiphlogistischen) Wirkung wegen symptombezogen unter anderem zur Rheumatherapie eingesetzt. Bekannte Beispiele sind Diclofenac und Mefenacid. Der Artikel auf www.aerztezeitung.de nennt für eine NSAR-ähnliche Wirkung Weidenrinde, Stiefmütterchenkraut, Pappel oder Primel. Von diesen Heilpflanzen ist die entzündungswidrige Wirkung der Weidenrinde mit Abstand am besten belegt. Bei massiven rheumatischen Entzündungen reicht Weidenrinde allerdings nicht. Bei leichteren rheumatischen Beschwerden hat sie aber den Vorteil guter Verträglichkeit. Zur Anwendung kommen Weidenrinden-Extrakte.
Zaunrübe (Bryonia dioica) wird in der Homöopathie verwendet, nicht aber in der Phytotherapie. Die Pflanze ist nämlich stark giftig. Sie enthält Cucurbitacine, die Erbrechen auslösen, stark abführen und zudem zellschädigend wirken. Bryonia wird daher innerlich nur in stark verdünnten homöopathischen Dosen gegen Rheuma eingesetzt, wobei die Wirksamkeit aber nicht belegt ist. Von einer kortisonähnlichen Wirkung der Zaunrübe zu sprechen, ist daher sehr spekulativ.
Süssholz zeigt in verschiedenen Untersuchungen leicht kortisonähnliche Effekte, doch ist in therapeutisch wirksamen Dosen auch mit kortisonähnlichen Nebenwirkungen zu rechnen. Das macht eine Anwendung in der Rheumatherapie ziemlich fragwürdig. Weihrauch besitzt eine entzündungshemmende Wirkung bei innerlicher Anwendung, die sich in der Arthritisbehandlung nutzen lässt. Es scheint sich allerdings den Studien gemäss eher um eine Leukotrienhemmung zu handeln, so dass ich hier nicht von einer kortisonähnlichen Wirkung sprechen würde.
Die schmerzlindernde Wirkung von Teufelskralle ist in den letzten Jahren zunehmend besser belegt worden, doch braucht es für diesen Effekt eine längerdauernde Einnahme von Teufelskrallen-Extrakten.
Die schmerzstillende Wirkung von Arnikablüten wird in der Phytotherapie äusserlich als Arnikasalbe, Arnikagel oder Arnikatinktur (verdünnt mit Wasser zu Umschlägen) genutzt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
http://moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Antioxidanzien, Arnikablüten, Arnikagel, Arnikasalbe, Arnikatinktur, Arthritisbehandlung, Ausbildungen, Bryonia, C, Cucurbitacine, D, Diclofenac, dioica, Erbrechen, Ernährung, Ernährungstherapie, Exkursionen, Fette, Fischöl, Fischölkapseln, Fische, Fleisch, Heilkräuter, Heilpflanzen, Hering, Homöopathie, Internisten, Kurse, Lachs, Leber, Leinöl, Leukotriene, Makrele, Mefenacid, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, NSAR, Omega-3-Fettsäuren, Pappel, Pflanzenheilkunde, Phytotherapeutika, Phytotherapie, Primel, Rapsöl, Rheuma, Rheumakost, Rheumatologen, Süssholz, Selen, Sojaöl, Stiefmütterchenkraut, Teufelskrallenwirzel, Umschläge, Vitamin, Walnussöl, Weidenrinde, Weihrauch, Zaunrübe, Zink
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »