Phytotherapie im Überblick: Bewegungsapparat / Rheuma

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Im Bereich Bewegungsapparat / Rheuma werden sehr viele Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Rheuma, Verstauchungen, Prellungen etc.:

Die bei Gicht eingesetzte Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gilt nicht als
Phytotherapeutikum, sondern ist Standardtherapie in der Medizin. Sie muss unbedingt vorsichtig dosiert werden.

Bei Rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Schmerzen bei Muskelverspannungen:
Hier werden Phytotherapeutika innerlich und äusserlich eingesetzt. Das Behandlungsziel
besteht hauptsächlich in einer Schmerzlinderung und einer Beeinflussung von
Entzündungsvorgängen. Der “entschlackende” Effekt bei rheumatischen Krankheiten
ist lediglich als traditionelle Heilbehandlung anzusehen.

Gegen Entzündungen und Schmerzen sind wirksam:

– Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)
– Brennessel (Urtica dioica)
– Weide (Salix purpureae)
– Zitterpappelrinde und -blätter (Populus tremula)
– Eschenrinde (Fraxinus excelsior)
– Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Außer Teufelskralle enthalten die genannten Phytotherapeutika Salicylate, welche auf die
COX- und damit Prostaglandinsynthese einwirken. Sie sind ebenfalls bei
Muskelverspannungen und Arthroseschmerzen wirksam.
Äußerliche Anwendungen wirken über eine Counterirritation (Reizsetzung, welche
anschließend zur Schmerzdämpfung führt). Eingesetzt werden in diesem Bereich
– Cayennepfeffer (Paprika)
– Eukalyptus u.a.
– Traditionell auch Rosmarin, Heublumen, Wacholderbeeren

Verstauchung und Prellungen
Äußerlich kann bei intakter Haut Arnika (Arnica montana) angewendet werden, ferner
empfehlen sich Beinwell (Symphytum officinalis) und Rotöl aus Johanniskraut
(Hypericum perforatum).

Kommentar & Ergänzung:

– Bei Gicht wird aus Herbstzeitlose das isolierte Alkaloid Colchicin eingesetzt, welches verschreibungspflichtig ist.
– Von den erwähnten Heilpflanzen gegen Entzündungen und Schmerzen ist neben der Teufelskralle auch die Bernnessel frei von Salicylaten. Brennessel wirkt aber auch einem anderen Weg ebenfalls hemmend auf die Prostaglandinsynthese.

Sehr fragwürdig ist tatsächlich die Empfehlung von sogenannten „Entschlackungsmittel“ gegen rheumatische Beschwerden.
Siehe dazu auch:

„Schlackenstoffe“ – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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