Archive for August, 2009

Wie kommt Phytotherapie in die Krankenpflege?

Donnerstag, August 13th, 2009

Damit Phytotherapie in Kliniken, Pflegeheimen und Spitexorganisationen erfolgreich Fuss fassen kann, müssen verschiedene Elemente zusammenwirken:

1. Kompetenz der Phytotherapie-Pflegefachleute

Phytotherapie-Anwendungen in der Pflege müssen mit nachvollziehbaren, guten Argumenten begründet werden können. Dazu braucht es professionelles Fachwissen. Unsere Erfahrung ist, dass sehr viele Ärztinnen und Ärzte durchaus offen sind für phytotherapeutische Anwendungen, wenn diese fundiert begründet werden. Am “Seminar für Integrative Phytotherapie” wird diese Kompetenz vermittelt.

2. Kooperationsbereitschaft von Phytotherapie-Pflegefachleuten

Kliniken, Pflegeheime und Spitexdienste sind geprägt von medizinischem Denken und Handeln. Die Integration von naturheilkundlichen Elementen in die Krankenpflege kann nur gelingen, wenn die Kompatibilität mit dem medizinischen System gewährleistet ist.
Dazu braucht es von Phytotherapie-Pflegefachleuten eine grundsätzliche Kooperationsbereitschaft mit medizinischen Diensten (was nicht mit Kritiklosigkeit gleichzusetzen ist).

Es gibt in der Naturheilkunde relativ weit verbreitet ein Schwarz-Weiss-Denken im Sinne von: Hier die lebensfreundliche, menschenfreundliche Naturheilkunde / Komplementärmedizin, dort die schädliche, menschenfeindliche “Schulmedizin”. Solche Haltungen sind nicht gerade kooperationsfördernd, ganz abgesehen davon, dass diese Unterscheidung auch nicht so simpel und eindeutig ist.
Am “Seminar für Integrative Phytotherapie” wird niemand mit derartigen Feindbildern gefüttert.

3. Damit Phytotherapie in der Pflege einen soliden Boden bekommt, sollte sie nach Integration in die Konzepte und Angebote von Pflegeinstitutionen streben.

In vielen Kliniken, Pflegeheimen und Spitexdiensten werden da und dort naturheilkundliche Anwendungen gemacht. Oft geschieht dies aber sehr ungeregelt, am Rande, ohne genaue Dokumentation und abhängig von bestimmten Personen, die gerade über etwas Bescheid wissen. Ist die betreffende Person in den Ferien oder kündigt sie, läuft alles wieder anders oder gar nicht mehr.

Das sind schlechte Voraussetzungen für Professionalität. Darum braucht es für eine überzeugende Umsetzung von Phytotherapie in die Pflege die Implementierung von Konzepten in den Pflegeinstitutionen.

4. Die Integration von Phytotherapie in die Pflege braucht Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Vernetzung und Erfahrungsaustausch braucht es, damit nicht alle, welche Phytotherapie in die Pflege bringen wollen, wieder bei Null anfangen und alle Räder neu erfinden müssen. Vernetzung und Erfahrungsaustausch helfen mit, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.
Dazu gibt es für AbsolventInnen des “Seminars für Integrative Phytotherapie” auf www.heilpflanzen-info.ch den Austausch- und Vernetzungsraum IGPP1.

5. Die Integration von Phytotherapie in die Pflege braucht Projektmanagement.

Damit Phytotherapie in der Pflege mit Erfolg und nachhaltig in Institutionen der Pflege integriert werden kann, braucht es Know-how im Bereich Projektmanagement. Wie bereitet man ein solches Projekt vor? Was ist zu beachten, zum Beispiel bei den Gesprächen mit der Pflegedienstleitung. Wie setzt man ein solches Projekt um und wie hält man es am Leben? Was sind die Tücken, die im Auge behalten werden müssen? Was die Stärken und Ressourcen etc.?

Darum bietet die “Interessengemeinschaft Phytotherapie & Pflege” für AbsolventInnen des “Seminars für Integrative Phytotherapie” Projektmanagement-Support an.

6. Die Integration von Phytotherapie in die Pflege braucht Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying.

Damit Phytotherapie in der Pflege sich nachhaltig etablieren kann, reicht es aber nicht, wenn man versucht, sie punktuell und isoliert in einzelnen Institutionen einzuführen. Es braucht dafür auch Veränderungen im Umfeld der Institutionen damit das Thema mehr Gewicht und mehr Ressourcen (Zeit, Geld) bekommt, und damit die Spielräume für Phytotherapie in der Pflegem grösser werden.

Beim Bereich Öffentlichkeitsarbeit geht es darum, dass Phytotherapie in der Pflege sichtbar wird. Und zwar sichtbar

– gegenüber von Patientinnen und Patienten, weil dadurch Nachfrage geweckt und dadurch Phytotherapie in der Pflege gestärkt wird;

– gegenüber von Heimleitungen und Pflegedienstleitungen, damit sie über Phytotherapie in der Pflege orientiert sind und die Vorteile für die eigene Institution erkennen können;

– gegenüber von Kostenträgern wie Krankenkassen, Behörden, Öffentlichkeit. Ihnen soll klar werden, dass Phytotherapie in der Pflege nicht nur Aufwand, sondern auch Einsparungen bringen kann, dass damit ein verbreitetes Bedürfnis in der Bevölkerung abgedeckt wird und dass eine Institution dadurch attraktive Möglichkeiten zur Profilierung gegenüber Kunden, Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit gewinnt.

Beim Bereich Lobbying geht es darum, Einfluss zu gewinnen durch Kontaktknüpfung zu EntscheidungsträgerInnen, Verbänden, Firmen etc., die dem Anliegen von Phytotherapie in der Pflege wohlgesonnen sind. Das dient direkt der Vergrösserung und Optimierung von Ressourcen wie Zeit, Geld, rechtliche Rahmenbedingungen, Abrechnungsmöglichkeiten etc.

Die “Interessengemeinschaft Phytotherapie & Pflege” entwickelt als Netzwerk von AbsolventInnen des “Seminars für Integrative Phytotherapie” Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit & Lobbying. Ziel dieser Aktivitäten ist es, die Stellung der beteiligten Phytotherapie-Pflegefachleute in ihrem Berufsfeld zu stärken.

Diese sechs Punkte – und vielleicht noch mehr – spielen meiner Ansicht nach eine bedeutende Rolle, wenn Phytotherapie erfolgreich in die Pflege integriert werden soll. Das heisst nun aber keineswegs, dass alle an dieser Entwicklung Interessierten auch alle diese Punkte zugleich anpacken oder umsetzen müssten. Das wäre wohl die totale Überforderung
Solche Entwicklungen gehen nur Schritt für Schritt. Manchmal muss man etwas mehr an diesem Punkt zupfen, manchmal an jenem. Wichtig scheint mir dabei aber, dass immer wieder das Bewusstsein für diese sechs Bereiche geweckt und gepflegt wird.

Weshalb sich Phytotherapie von allen Methoden aus dem Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin speziell gut eignet für die Integration in die Krankenpflege erfahren Sie hier:

Komplementäre Wege in der Pflege – Phytotherapie bietet beste Voraussetzungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren “Info-Treff Pflanzenheilkunde” (Gastzugang) für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
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Komplementäre Wege in der Pflege – Phytotherapie bietet beste Voraussetzungen

Donnerstag, August 13th, 2009

Eine zunehmende Zahl von Pflegenden interessiert sich für komplementäre Wege in der Pflege und macht Weiterbildungen oder Ausbildungen in diesem Bereich. Oft gelingt aber die Umsetzung des Gelernten in den Pflegealltag nicht wirklich. Es bleibt dann bei engagierten, aber aussichtslosen “Einzelaktionen” oder bei Anwendungen im privaten Umfeld. Das ist jedoch meistens nicht, was die Betreffenden sich vorgestellt haben.

Was braucht es, damit komplementäre Wege in der Pflege wirklich Fuss fassen können?

Folgende Punkte scheinen mit zentral:

1. Die gewählte Methode muss mit breiten Bevölkerungsschichten kompatibel sein.

Das schliesst Heilmethoden aus, die stark ideologisch oder religiös geprägt sind. Anthroposophische Medizin beispielsweise geht davon aus, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben ausgelöst, also karmisch bedingt sind. Diese Ideologie wird – meines Erachtens zum Glück – von grossen Bevölkerungskreisen nicht geteilt. Solche Vorstellungen mögen kompatibel sein mit den Patientinnen und Patienten in anthroposophischen Institutionen, aber wohl kaum im städtischen Pflegeheim oder in der dörflichen Spitex.

Die Anwendung von Heilpflanzen wird in der Bevölkerung breit akzeptiert und hat eine lange Tradition. Phytotherapie verbindet die Erfahrungen der traditionellen Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen neuzeitlicher Arzneipflanzenforschung.
Dadurch bekommt die Phytotherapie eine hohe Akzeptanz, in der Bevölkerung: Wegen ihrer traditionellen Wurzeln und gerade auch weil sie frei ist von Verknüpfungen zu bestimmten ideologischen oder religiösen Überzeugungen. Man kann natürlich Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde imprägnieren mit ideologischen oder religiösen Überzeugungen – und das wird auch gemacht. Es geht aber auch ohne diese Verknüpfungen.
Das macht Phytotherapie sehr geeignet für die Integration in die Pflege.

2. Die gewählte Methode muss kooperationsfähig sein mit medizinischem Denken und Handeln.

Kliniken, Pflegeheime und Spitexdienste sind geprägt von medizinischem Denken und Handeln. Die Integration von naturheilkundlichen Elementen in die Krankenpflege kann nur gelingen, wenn die Kompatibilität mit dem medizinischen System gewährleistet ist.

Was heisst das genau?

– Naturheilkundliche Anwendungen in der Pflege müssen mit nachvollziehbaren, guten Argumenten begründet werden können. Dazu braucht es professionelles Fachwissen. Unsere Erfahrung ist, dass sehr viele Ärztinnen und Ärzte durchaus offen sind für phytotherapeutische Anwendungen, wenn diese fundiert begründet werden.
Von allen naturheilkundlichen Methoden ist die Phytotherapie zweifellos diejenige, welche solche Begründungen am überzeugendsten liefern kann.

– Zur Kooperationsfähigkeit braucht es darüber hinaus aber auch noch eine grundsätzlich positive Einstellung zur Medizin (was nicht Kritiklosigkeit bedeutet). Viele Methoden und Schulen im Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin halten sich jedoch selber für sehr lebens- und menschenfreundlich – im Gegensatz zur “bösen” Medizin. Solches Schwarz-Weiss-Denken ist eine schlechte Voraussetzung für Kooperation.

Am “Seminar für Integrative Phytotherapie” lernen Pflegende das nötige Fachwissen, um überzeugend argumentieren zu können. Und das in einem Klima, in dem die “Schulmedizin” nicht als Feindbild aufgebaut wird.

Welche Punkte es konkret braucht, damit Phytotherapie erfolgreich in der Pflege Fuss fassen kann, erfahren Sie hier:

Wie kommt Phytotherapie in die Krankenpflege?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
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Schweinegrippe – was bieten die Heilpflanzen?

Donnerstag, August 13th, 2009

Diese Frage wird mir in den letzten Wochen immer wieder gestellt.
Und darüber nachzudenken scheint mir durchaus legitim. Gleichzeitig will ich aber keinesfalls grosse Versprechungen in die Welt setzen. Das würde ganz und gar meiner Grundhaltung zuwider laufen.

Eine ziemliche Gratwanderung also.

Darum hier ein paar Gedanken zum Thema “Schweinegrippe und Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde” – mit aller Vorsicht.

Cystus gegen Schweinegrippe? – Wenig Fakten

Im Internet wird zur Zeit vor allem Cystus (Zistrose) als antivirales Mittel gegen Schweinegrippe propagiert.
Auf die kritischen Punkte dieser Kampagne habe ich hier bereits vor einiger Zeit hingewiesen:

Cistus incanus – Grippemittel mit vielen offenen Fragen

Immunstimulation gegen Schweinegrippe? – Wirksamkeit ungeklärt

Ausserdem gibt es noch einige Heilpflanzen mit einer stimulierenden Wirkung auf das Immunsystem, wie beispielsweise Echinacea (Sonnenhut). Hier haben wir einfach keine Dokumentationen über eine allfällige Wirkung Wirksamkeit gegen Schweinegrippe. Die Studien mit Echinacea betrafen hauptsächlich Infektionen mit Rhinoviren.

Die Ergebnisse sind widersprüchlich. Zu einem positiven Schluss kam Coleman in:
The Lancet Infectious Diseases, 2007, Nr. 7, S. 473. Wikipedia fasst folgendermassen zusammen:

“2007 haben US-Wissenschaftler 14 Studien zu dem Thema ausgewertet und die Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten bestätigt. Die Wissenschaftler um Craig Coleman von der University of Connecticut (USA) schreiben von einer Reduzierung der Gefahr einer Infektion um 60 Prozent und einer beschleunigten Heilung um durchschnittlich knapp eineinhalb Tage.”

Ich selber fände es aber ziemlich überzogen, von Echinacea eine 60prozentige Reduktion der Gefahr einer Schweinegrippe-Ansteckung zu erwarten. Mir scheinen die 60 % auch schon bei Rhino-Viren-Infektionen sehr optimistisch.

Nachdenken sollte man meiner Ansicht nach über Möglichkeiten, ob und wie mit Massnahmen aus der Pflanzenheilkunde der Übertragung von Schweinegrippe-Viren entgegen gewirkt werden könnte.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen ja: Distanz halten, Hände waschen und unter gewissen Umständen Maske tragen.

Schweinegrippe-Viren – wirken ätherische Öle?

Mich würde interessieren, ob man mit antiviral wirkenden ätherischen Ölen günstige Effekte erzielen könnte.
Pfefferminzöl und Eukalyptusöl wirken antiviral. Könnte man einen Tropfen davon aussen auf eine Maske applizieren? Ich hatte noch keine Gelegenheit, das auszuprobieren. Vielleicht wirkt diese direkte Art der Inhalation auch zu stark?

Gewürznelkenöl entfaltet ebenfalls deutlich antivirale Effekte. Im Mittelalter haben sich in Zeiten von Pest und Cholera Ärzte geschützt durch kauen von Gewürznelken. Niemand weiss aber natürlich, ob das auch wirklich funktioniert hat. Nelkenöl kann zudem auch reizend auf Haut und Schleimhäute wirken. Ich habe es soeben ausprobiert mit dem Kauen einer Gewürznelke: Schon ziemlich aggressiv, aber man würde sich wohl daran gewöhnen, vielleicht dreimal pro Tag.
Das sind aber wie schon gesagt nur Ideen ohne konkretere Fundierung.

Kochsalzspülungen – ein bewährtes Hausmittel

Lohnen könnten sich meines Erachtens möglicherweise regelmässige Spülungen der Nase mit Kochsalzlösung. Das ist total unschädlich, billig und es gibt Hinweise darauf, dass sich damit Infektionsraten reduzieren lassen.
Siehe:
Akuter Schnupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

oder hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Nasensp%C3%BClung

Quercetin als Grippe-Hemmer bei Mäusen

Und dann gibt es da noch die Studie mit Quercetin zur Abwehr von Grippe-Infektionen, über die unter anderem die “Ärztewoche” in der Ausgabe Nr. 45. Vom 6. November 2008 berichtete. Publiziert wurde die Studie im “American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology”
(Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol 295: R505-R509, 2008).

Hier zusammengefasst und modifiziert die Infos aus der “Ärztewoche”:

Quercetin, ein natürliches Flavonoid, das reichlich in Zwiebeln vorkommt, vermindert das Gripperisiko um rund ein Dritttel und das sogar in Stresssituationen, obwohl diese bekanntlich die Abwehrkräfte schwächen und das Infektionsrisiko steigern. Das haben Forscher der University of South Carolina und der Clemson University in einer Studie festgestellt
Sie setzten für ihre Untersuchung eine Gruppe von Mäusen an drei aufeinander folgenden Tagen aufs Laufband und ließen sie exzessiv traben. Einem Teil Mäuse wurde Quercetin unters Futter gemischt, einer zweiten Gruppe nicht. Von zwei Kontrollgruppen, die nicht trainieren mussten, bekam eine ebenfalls Quercetin verabreicht. Anschliessend wurden alle Nagetiere dem Grippevirus A/Puerto Rico/8/34 (H1-N1) ausgesetzt.

Das Resultat: Von den mit Quercetin gefütterten Mäusen widerstanden der Infektion rund ein Drittel mehr (rund 60 Prozent) als in den Gruppen ohne den Biostoff (rund 90 Prozent). Die Wissenschaftler heben hervor, das die gestressten Quercetin-Mäuse ebenso widerstandsfähig waren wie jene, die nicht trainieren mussten: Quercetin gleicht also den negativen Stress auf das Immunsystem aus.

Soweit die “Ärztewoche”. Weil Zwiebeln viel Quercetin enthalten, stand der Text unter dem Titel “Zwiebeln senken Gripperisiko”.
Allerdings fehlt dabei der Zusatz “Im Experiment bei Mäusen”. Und es sind auch nicht Zwiebeln untersucht worden, sondern reines Quercetin. Das sind wesentliche Unterschiede.

Jedenfalls wirft der Artikel mehr Fragen auf als er beantwortet. Es ist völlig unklar, ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, wie viel Quercetin ein Mensch umgerechnet auf sein Körpergewicht einnehmen müsste oder gar wie viel Zwiebeln ein Mensch denn pro Tag überhaupt vertilgen müsste. Ich befürchte eine sozial total unverträgliche Menge….

Dabei will ich aber nicht in Frage stellen, dass Zwiebeln gesund sind, nicht nur wegen dem Quercetin, von dem sie vor allem in den äussersten Ringen 284-486 mg pro kg enthalten.
Äpfel enthalten vor allem in den farbigen Schalen 21-440 mg/kg Quercetin und sind damit auch eine gute Quelle.

Also essen wir doch mässig Zwiebeln und beherzigen den altbewährten Grundsatz: “ An apple a day keeps the doctor away”.
Quercetin ist jedenfalls Bestandteil vieler Nahrungmittel und einiger Heilpflanzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Studie untersucht Bachblüten-Wirkung bei Prüfungsangst und ADHS

Mittwoch, August 12th, 2009

Eine Studie des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems hat gezeigt, dass Bachblüten zwar eine Verbesserung von psychischen Problemen bewirken können, allerdings nicht stärker als dies auch Placebos tun würden.

Die Bachblütentherapie ist eine alternative Behandlungsmethode, bei welcher einzelne oder mehrere Blütenessenzen eingenommen werden, um psychische Probleme zu lindern. Die Wirkung dieser Behandlung ist umstritten, weil klinische Studien bisher nicht zeigen konnten, dass die Wirksamkeit von Bachblüten grösser ist als diejenige von Placebo. Die WissenschftlerInnen des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie wollten es präziser wissen. Sie untersuchten, ob eine Behandlung mit Bachblüten einen günstigen Effekt auf psychische Probleme, konkret Prüfungsangst oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), zeigt. Diese Fragestellung wurde anhand eines systematischen Reviews überprüft. Für das Review wurden drei Studien beigezogen, welche sich mit der Wirksamkeit von Bachblüten gegen Prüfungsangst befassten, und eine Studie, welche die Wirkung gegen ADHS untersuchte.

Wirkung entspricht derjenigen von Placebo

Alle vier Studien kamen zum Schluss, dass Bachblüten nicht besser gegen Prüfungsangst oder ADHS wirken als Placebo. Bei allen therapierten SchülerInnen und StudentInnen zeigte sich zwar eine Verbesserung der Symptome, aber diese Verbesserung stellte sich sowohl bei der Einnahme von Bachblüten als auch von Placebo ein. Ein weiteres Resultat des Reviews ist, dass im Zuge aller Bachblütentherapien nur vereinzelt Nebeneffekte auftraten. “Viele Menschen stehen Medikamenten skeptisch gegenüber und bevorzugen ,natürliche‘ Therapien wie Bachblüten. Unsere Arbeit zeigt aber klar, dass wissenschaftliche Studien keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Bachblüten bei Prüfungsangst gefunden haben. Bachblüten als effektives therapeutisches Mittel zu verkaufen ist daher meiner Ansicht nach eine Täuschung der Patienten”, fasst Studienautorin Dr. Kylie Thaler zusammen.

“Bachblüten wirken bei Prüfungsangst zwar nicht besser als Placebo, das bedeutet aber nicht, dass sie völlig nutzlos sind. In psychisch belastenden Situationen sprechen viele Menschen sehr gut auf Placebo an. Da Bachblüten weitgehend nebenwirkungsfrei sind, können sie daher für manche Personen weiterhin ein gutes Mittel sein, der Prüfungsangst beizukommen. Insofern helfen sie, den missbräuchlichen Einsatz von pharmakologischen Beruhigungsmitteln zu reduzieren”, ergänzt allerdings Departmentleiter Prof. Dr. Gerald Gartlehner.

Quelle: http://donau-uni.ac.at/de/aktuell/presse/archiv/13364/index.php

Originalarbeit:
http://www.biomedcentral.com/1472-6882/9/16

Kommentar & Ergänzung:

Die Ergebnisse aller bisher durchgeführten Studien zur Wirksamkeit von Bachblüten stehen in starkem Widerspruch zu den zum Teil sehr weitreichenden Heilungsversprechungen, die in der “Bachblüten-Szene” mit der Einnahme dieser Tropfen verbunden werden.
Allerdings braucht es für einen optimalen Placebo-Effekt auch überzeugte Anpreiserinnen.

Bachblüten profitieren aber nicht nur vom Placebo-Effekt, sondern genauso von der Tatsache, dass die allermeisten psychischen Beschwerden nach ein paar Minuten, Stunden oder Tagen durch die Eigenregulationen des Organismus auch ohne jede Therapie wieder besser werden. Wer bei jeder kleinen psychischen Unebenheit im Leben sogleich zu den Notfalltropfen aus dem Bachblüten-Sortiment greift – das ist in letzter Zeit oft zu beobachten – und dann jede Besserung sogleich den Bachblüten zuschreibt, missachtet meiner Ansicht nach die Eigenregulationsfähigkeiten der menschlichen Psyche.

Ich teile weit gehend die Schlussfolgerung von Studienautorin Dr. Kylie Thaler: Bachblüten als effektives Heilmittel zu verkaufen kommt einer Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten nahe. An diesem wie an vielen ähnlichen Punkten hat die Naturheilkunde meiner Ansicht nach ein manifestes ethisches Problem, dem sie aber kaum in die Augen sieht.

Ich kann jedoch auch die Anmerkung von Prof. Gartlehner nachvollziehen:
Wenn Menschen ihre Prüfungsangst mit harmlosen Bachblüten-Tropfen in den Griff bekommen, ist das alleweil besser, als wenn sie dazu Psychopharmaka mit Abhängigkeitsrisiko schlucken. Allerdings könnte man dann irgendein Mittel einsetzen, das mit genügend Überzeugung propagiert wird, und das ist vielleicht auch nicht gerade ein befriedigender Zustand.
Bei Prüfungsangst gibt es nämlich durchaus Heilpflanzen-Präparate, von denen die Phytotherapie-Forschung zeigen konnte, dass sie besser wirken als Placebo.

Ich habe aber auch Leute gekannt, die aus Angst vor Psychopharmaka über Jahre hinweg immer wieder ihre manisch-depressiven Episoden mit Bachblüten behandeln liessen, mit schweren, gefährlichen Abstürzen und fortschreitendem Herausfallen aus gesellschaftlichen Strukturen. Erst eine Psychopharmaka-Behandlung führte dann in einem dieser Fälle zu einer Stabilisierung, welche einen Berufsabschluss möglich machte.
Das zeigt die Grenzen von Behandlungsmethoden, die ganz oder überwiegend auf Placebo-Effekten basieren.
Und dann wären da noch Fragen zu stellen an das Weltbild von Eduard Bach, auf dem seine Bach-Blütentherapie aufbaut:
Zum Beispiel die sehr einseitige Absolutsetzung von psychisch-geistigen Krankheitsursachen, die ausgesprochen anthropozentrische Vorstellung, die von ihm entdecken 38 Bachblüten hätten das Bedürfnis, uns Menschen zu heilen, die negative Bewertung von Gefühlen bei der Beschreibung von 38 Seelenzuständen etc.
Meiner Ansicht nach wäre es wichtig, dass wir uns in Naturheilkunde & Komplementärmedizin vertieft mit den Welt- und Menschenbildern auseinandersetzen, auf denen die einzelnen Heilmethoden stehen.
Einen gut verständlichen und fundierten Einstieg dazu bietet der Kurs “Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit”. Inhalt des Kurses: Magische Medizin, antike Viersäftelehre, Mittelalterliche Klostermedizin (Hildegard von Binden), Signaturenlehre der Renaissance (Paracelsus), Bachblüten-Therapie, Phytotherapie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Phytotherapie & Kinderheilkunde

Mittwoch, August 12th, 2009

Dem Thema “Phytotherapie in der Kinderheilkunde” widmet die Zeitschrift “PHYTOTherapie Austria” in ihrer neuesten Ausgabe einen Schwerpunkt-Artikel.
Die Autorin Univ.-Doz. Mag. pharm. DDr. Ulrike Kastner arbeitet am St. Anna Kinderspital in Wien.

Einleitend umreisst die Autorin die Bedeutung der Phytotherapie in der Kinderheilkunde:

“Phytopharmaka zählen heute in der Kinderheilkunde zu denjenigen Medikamenten, die mehr denn je von Eltern erwünscht und der Selbstmedikation zugänglich sind; nicht selten erfolgt die Anwendung jedoch durch den Laien – kommerziell beeinflusst und unreflektiert. Dabei wird vielerorts argumentiert, dass pflanzliche Arzneimittel eine große therapeutische Breite aufweisen, ohnehin als nur mittel bis schwach wirksam einzustufen sind und demzufolge auch keine nennenswerten Nebenwirkungen verursachen können.”

Anschliessend grenzt sie Phytotherapie von anderen Methoden der Komplementärmedizin ab:

“ Phytotherapie wird allzu oft mit komplementärmedizinischen Disziplinen wie Homöopathie, Bach-Blüten-Therapie, Bioresonanz u. a. vermengt oder ihnen gleichgestellt; zu Unrecht, denn Fertigzubereitungen aus pflanzlichen Drogen unterliegen einem strengen Zulassungsverfahren mit nahezu den gleichen Anforderungen wie für synthetische Arzneimittel betreffend Qualität, pharmakologische Wirkungen, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Zwischen dem so genannten “natürlichen Arzneimittel ohne Nebenwirkungen” einerseits und dem modernen Phytotherapeutikum mit hohen Ansprüchen der Pharmakologie und Toxikologie anderseits steht das kranke Kind, das wie jeder Patient Recht auf adäquate und sichere Behandlung hat.”

Diese Abgrenzung ist nötig, weil vielen Laien die Unterschiede kaum klar sind. Insbesondere ist in weiten Kreisen nicht bekannt, dass sehr viele Heilmittel aus dem Bereich Komplementärmedizin von jedem Wirksameitsnachweis befreit sind, während Phytopharmaka für eine Zulassung als Heilmittel ihre Wirksamkeit und Sicherheit genauso dokumentieren müssen wie synthetische Medikamente.

Wenn Ulrike Kastner im obigen Abschnitt von “pflanzlichen Drogen” schreibt, sind damit im übrigen einfach getrocknete Heilpflanzen gemeint. Dies ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes “Droge”, was heute erläutert werden muss, damit nicht irreführende Vorstellungen entstehen.

Die Autorin umreisst dann den Schwerpunkt der Phytotherapie in der Kinderheilkunde:

“ In der Kinderheilkunde liegt der Schwerpunkt der Phytotherapie sicherlich nicht in der Notfallversorgung, sehr wohl aber in der “Alternativ”- und/oder Supportivtherapie bei milden bis moderaten Krankheitsbildern, wie dermatologischen Problemen, Atemwegserkrankungen, gastrointestinalen Erkrankungen und häufig auftretenden Befindlichkeitsstörungen, wie Säuglingsunruhe bis hin zu Konzentrations- und Schlafstörungen des Schulkindes.”

Anschliessend werden die wichtigsten Anwendungsbereiche der Phytotherapie in der Kinderheilkunde vorgestellt.

Die wichtigsten Stichwörter zusammengefasst:

– Hautkrankheiten:
Windeldermatitis: Kamillenblüte, Eichenrinde, Hamamelisblatt, Hamamelisrinde, Calendulablüte u. a.
Neurodermitis: Nachtkerzenöl, Hamamelis, Avocadoöl

– Atemwegsinfektionen:
Hustenpflanzen wie Eibisch, Malve, Spitzwegerich, Huflattich, Primelwurzel, neben ätherischen Ölen.

– Verdauungsstörungen:
Am interessantesten ist hier das Rezept für die altbewährte Karottensuppe nach Moro gegen Durchfall:
“Karottensuppe nach E. Moro (1905):
500 g geschälte Karotten zerkleinern, in 1 Liter Wasser 1 bis 1 1/2 Stunden kochen, pürieren,
Gesamtmenge auf 1 Liter auffüllen und 3 g Kochsalz zufügen .
Herr Dr. Pechlaner, Praktischer Arzt in Lofer, empfiehlt eine Variante der Karottensuppe:
500 g geschälte Karotten in 1L Wasser 1 bis 1 1/2 Stunden kochen, 3 g Kochsalz zufügen,
ca. 1 KL Butter und 1 EL Zucker dazugeben und zu einem Brei verarbeiten.
Der erfahrene Arzt sagt: ,Wird von Kindern deutlich lieber gegessen.‘”
Bei Blähungen: Fenchel, Anis, Kümmel (das sind die Klassiker, M.K.)

– Unruhe, Schlafstörungen:
Bei Schlafstörungen von Kleinkindern und Schulkindern Teemischungen aus Pfefferminze, Melisse, Baldrian, Hopfen, Passionsblume (Okay, aber den Geschmack im Auge behalten, Baldrian und Hopfen sind für Kinder diesbezüglich gar nicht attraktiv, M.K.)

Allgemein hält die Autorin aber die Verträglichkeit und Akzeptanz von Phytopharmaka für sehr gut:

“ Generell sind Verträglichkeit und Akzeptanz von Phytopharmaka im Kindesalter als sehr gut einzustufen, zumal durch die Beimengung von Geschmackskorrigentien oder durch die Anwendung von wohlschmeckenden Sirup- und Saftrezepturen die Compliance kein Problem darstellen dürfte.”

Der Artikel schliesst mit der wichtigen Frage nach Dosierungsregeln für Heilpflanzen-Präparate in der Kinderheilkunde. Es gibt natürlich noch wesentlich mehr Anwendungsbereiche für Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde in der Kinderheilkunde. Der Text von Ulrike Kastner gibt meiner Ansicht nach aber eine gute Einführung.

Quelle: Zeitschrift PHYTOTherapie Austria 3 / 2009
(PHYTOTherapie Austria ist die Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Phytotherapie – ein lebendiges und offenes Feld

Mittwoch, August 12th, 2009

“Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind.”
Bertrand Russell (1872 – 1970), britischer Philosoph, Mathematiker, Logiker, Schriftsteller, Sozialist und Pazifist

Was heisst denn dieses Russell-Zitat nun bezüglich Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde?

Wenn Ihnen jemand verspricht, das endgültige, zweifelsfreie, höchste, innerste, geheimste….. Wissen über Heilpflanzen zu vermitteln, dann können Sie getrost davon ausgehen, dass es sich um eine Person mit eher beschränktem Horizont handelt und sie werden oft dogmatische und sektiererische Züge finden.

Wer Pflanzenheilkunde – aber auch jedes andere Wissensgebiet – nur oberflächlich anschaut, wird hauptsächlich Eindeutiges und Klares finden. Erst durch vertiefte Auseinandersetzung mit Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde zeigen sich auch Widersprüche und offene Fragen – auch dies gilt allerdings genauso für andere Wissensbereiche.

Das Wissen über Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde ist im Fluss. Es gibt jeden Tag neue Erkenntnisse und es zeigen sich immer wieder auch Irrtümer. Daneben gibt es auch zahlreiche offene Fragen und es ist häufig nicht einfach zu entscheiden, was stimmt und was falsch ist.

Genauer gesagt: Es ist nur annäherungsmässig zu entscheiden, nur vorläufig, niemals abschliessend.

Mit anderen Worten: Phytotherapie ist ein offenes Feld und keinesfalls ein einmal erbautes und nun geschlossenes Wissensgebäude. Daher gehört eine kleine oder grössere Portion Zweifel zu diesem “Geschäft” wenn man es redlich betreiben will. Wer unangefochten von jedem Zweifel von den Wundern der Heilpflanzen schwärmt, disqualifiziert sich damit selbst.

Gerade diese Offenheit scheint mir aber auch einer der Gründe dafür, warum Phytotherapie anregend und spannend ist.

In geschlossenen, endgültigen Wissensgebäuden – die es im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde in nicht geringem Masse gibt – schläft man geistig ein. Solche geschlossenen Heilsysteme stagnieren auch in ihrer Entwicklung.
Offene Felder dagegen halten wach.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Schwangerschaft: Ballaststoffe & Bewegung gegen Verstopfung

Dienstag, August 11th, 2009

Vollwertige Ernährung, genügende Trinkmengen und körperliche Aktivität tragen bei Schwangeren dazu bei, Verstopfungen abzuwenden. “In der Regel ist Verstopfung eine harmlose aber lästige Beschwerde während der Schwangerschaft und kann durch natürliche Anregung der Darmaktivität gelindert werden”, erklärt Dr. König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). “Bei entsprechenden Problemen kann der Verzehr von Leinsamen, Weizenkleie oder indischen Flohsamenschalen, welche als Füll- und Quellstoffe die Darmperistaltik anregen, hilfreich sein. Zuvor sollten diese jedoch gut angequollen werden und zusätzlich muss viel getrunken werden, damit kein gegenteiliger Effekt gefördert wird.” Schwer verdauliche und blähende Speisen wie Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse sollten dagegen besser gemieden werden, um Bauchschmerzen vorzubeugen.
Abführmittel (Laxantien) sollten dagegen nur als letztes Mittel der Wahl und nur unter ärztlicher Aufsicht zur Darmentleerung eingesetzt werden. “Laxantien reizen den Darm und bewirken eine vermehrte Durchblutung des kleinen Beckens. Die geförderte Darmbewegung kann sich auf die Gebärmutter übertragen und dann im schlimmsten Fall Früh- oder Fehlgeburten auslösen”, betont der Gynäkologe.
Mehr als 40% der Frauen klagen im Verlauf ihrer Schwangerschaft über Verstopfung bzw. Obstipation, also einer seltenen Abgabe eines zu harten Stuhls. Darmentleerungen, welche nur alle drei Tage stattfinden, können während dieser Zeit allerdings durchaus normal sein. Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft bewirken eine Entspannung der glatten Muskulatur des Darms und eine verlängerte Durchlaufzeit im Verdauungstrakt. Als weitere Auslöser begünstigen Bewegungsmangel und veränderte Essgewohnheiten eine Darmträgheit.

Quelle: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/

Kommentar & Ergänzung:
Vor allem Leinsamen und Indische Flohsamenschalen gehören zu den gut etablierten Heilpflanzen gegen Verstopfung – schön, dass der BVF sie während der Schwangerschaft empfiehlt. Es handelt sich bei diesen Quellmitteln um sanfte, gut verträgliche Arzneimittel.
Flohsamen und vor allem Flohsamenschalen quellen stärker als Leinsamen. Darum braucht es für sie auch besonders viel Wasser zum Quellen. Flohsamen mindestens mit der 10fachen Menge Wasser einnehmen. Flohsamenschalen quellen noch stärker und brauchen noch mehr Wasser.
Die Empfehlung, dass Flohsamen und Leinsamen vorgequollen werden sollen, wird in der Phytotherapie nicht durchwegs geteilt. Es gibt auch die Ansicht, dass die Flohsamen oder Leinsamen im Darm stärker quellen als im Glas – und dass man daher die ganzen Samen mit viel Flüssigkeit herunter spülen soll.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Kinesiologie: Muskeltest als Diagnosemethode in Frage gestellt

Montag, August 10th, 2009

Dass der kinesiologische Muskeltest zur Diagnose von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen geeignet ist, lässt sich derzeit wissenschaftlich nicht beweisen. Das ist die ernüchternde Schlussfolgerung von Hall et al. nach der Auswertung von insgesamt 22 veröffentlichten Studien.
(Hall S, Lewith G, Brien S, Little P: A review of the literature in applied and spe-
cialised kinesiology. Forsch Komplementmed 2008;15(1):40-46).

“Es ist nicht einmal eindeutig geklärt, ob der Test als solcher reproduzierbar ist, das heisst zu einem identischen Resultat kommt, wenn man ihn innert kurzer Zeit wiederholt, was eine absolute Minimalvoraussetzung dafür, dass ein Test valide Ergebnisse liefern kann (d.h. Krankheiten / Störungen richtig nachweist bzw. ausschließt).”

Dies schreibt die Zeitschrift “Forschende Komplementärmedizin”
(Forsch Komplementmed 2008;15:128-129 DOI: 10.1159/000129499).

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Resultat ist auch für die Pflanzenheilkunde von Bedeutung. Es gibt nämlich Therapeutinnen und Therapeuten, die mit Hilfe des kinesiologischen Muskeltests feststellen, welche Heilpflanzen ein bestimmter Patient braucht.

Dieses Vorgehen halte ich nicht erst seit der Metastudie von Hall für unseriös bis fahrlässig. Es kommt aber vor allem in einer esoterisch angehauchten “Szene” gut an. Meines Erachtens sind dafür mehrer Gründe vorhanden:

Um mit Hilfe dieses Muskeltests zur Behandlung geeignete Heilpflanzen zu finden, braucht es keinerlei Kenntnisse über den menschlichen Körper und seine Krankheiten. Ein paar Sekunden “Armdrücken” genügen, um (scheinbar) Klarheit zu bekommen.

Es braucht auch keine Kenntnisse der Heilpflanzen, weil der Test ohne solchen theoretischen Ballast auskommt. In diesem Sinne passt der Muskeltest sehr gut in unsere Zeit: Er bietet sekundenschnelle Lösungen ohne die Anstrengung, welche mit dem fundierten Erwerb von Wissen verbunden wäre. Wozu braucht es noch Ausbildungen in Pflanzenheilkunde – der Test macht sie alle überflüssig. So kann man problemlos auch ohne Betätigung des Gehirns therapeutisch arbeiten.

Erstaunlich nur, dass die gleichen Leute oft und gerne von “Ganzheitlichkeit” reden. Gehört ein tätiges Gehirn nicht auch zur Ganzheit des Menschen?

Der Muskeltest hat aber nicht nur den Vorteil, dass er “hirnfreie” Antworten liefert, er liefert sie weit gehendst auch ohne jeden Zweifel.

Wer sich intensiv lernend mit den Krankheiten des Menschen und mit den Wirkungen der Heilpflanzen befasst hat weiss, dass viele Behandlungssituationen komplex sind und Entscheidungen dadurch immer auch mit einem Stück Ungewissheit verbunden.
Damit muss man umgehen können.

Der Muskeltest macht‘s auch hier wieder einfach. Er gibt in der Regel ein klares Ja oder Nein. Wer diese (Schein-) Gewissheit braucht, ist damit gut bedient.
Das passt auch perfekt in unsere Zeit. Nicht ein offenbar für viele Menschen mühselige Hin und Her der Argumente ist gefragt, sondern die klaren, einfachen, schnellen und eindeutigen Antworten.

Ich finde aber, wir sollten lernen, mit der Komplexität von Gesundheit und Krankheit umzugehen und dabei auch manchmal ein Stück Ungewissheit auszuhalten. Es ist spannender, näher beim Leben und zudem eine Grundvoraussetzung für demokratische Verhältnisse. Oder sollen wir als Bürgerinnen und Bürger zukünftig die ach so komplizierten politischen Fragen auch per Muskeltest klären? – Dadurch liesse sich der ganze Zeitaufwand für politische Bildung und Auseinandersetzung sparen.

Für reife politische Entscheide braucht es meines Erachtens Gefühl und Kopf.
Inbegriffen sind dabei immer auch Widersprüche, ein Hin und Her, Zweifel und Ungewissheit. Im Umgang mit uns selber und mit Gesundheit und Krankheit scheint mir das nicht viel anders zu sein.

Darum halte ich es für fragwürdig, wenn dieses ganze lebendige Feld der Auseinandersetzung und Entscheidung eingeengt wird auf einen Muskeltest, der scheinbar Gewissheit bietet.
Und ich finde es demokratie-politisch bedenklich, wenn Menschen sich daran gewöhnen, für wichtige Entscheidungen nicht mehr ihren natürlicherweise oftmals unsicheren Gefühlen und ihrem natürlicherweise oft widersprüchlichen Kopf zu vertrauen, sondern einer Gewissheit vorgaukelnden Inszenierung.

Vor Jahren besuchte ich selber einen längeren Ausbildungskurs in Kinesiologie. Ich habe mich dabei immer wieder gefragt, ob nicht die Erwartungen der testenden Person und die Erwartungen der getesteten Person das Ergebnis des Muskeltests beeinflussen. Ich hatte dabei nie den Eindruck, dass sich unsere Lehrerinnen und Lehrer dieser Frage ernsthaft stellen.

Das war mit ein Grund dafür, dass ich beschloss, diese Methode nicht zu nutzen.
Ein Nachweis, daß die Reaktionen des Indikatormuskels stark von psychischen Faktoren abhängig sind, gelang im übrigen bereits D. von Rom (“Das Phänomen der unwillkürlichen Beeinflussung der Armkraft”. naturamed 1995; 1: 19-25).

Diese kritische Einschätzung wird meines Erachtens bestätigt durch eine Überprüfung der kinesiologischen Allergiediagnostik durch R. Lüdtke, N. Seeber, B. Kunz und J. Ring an der Hautklinik in Hamburg / Eppendorf. Diese Studie ist beschrieben auf der Website der Carstens-Stiftung, welche sich für die Förderung der Komplementärmedizin einsetzt:
http://www.carstens-stiftung.de/wissen/and/pdf/and_kinesiologie_allergie_seeber.pdf

Die Autoren schreiben in ihrer Zusammenfassung:

“ Anhand zweier Studien wird die Wertigkeit kinesiologischer Untersuchungen
in der Diagnostik von Soforttypallergien beurteilt. In einer ersten Pilotstudie
wurden 42 Patienten von zwei Untersuchern im Hinblick auf zehn Allergene
getestet. Eine Folgestudie untersuchte die Zuverlässigkeit der Methode am
Modell der Wespengiftallergie. Hier wurden fünf Wespengiftallergiker von
vier Untersuchern jeweils zehnmal mit Wespengift und zehnmal mit Kochsalz-
lösung getestet. Alle Untersuchungen in beiden Studien erfolgten doppelblind
in randomisierter Reihenfolge. In beiden Studien wurden die kinesiologisch
gewonnenen Ergebnisse mit den allergologischen Testergebnissen (Prick, i.c.,
RAST) und der Anamnese verglichen. Die Ergebnisse zeigen eine äußerst ge-
ringe Reproduzierbarkeit (Intraclass-Kappa = 0.02) und Reliabilität der Me-
thode (Intraclass-Kappa = 0.00). Sensitivität und Spezifität sind mit 44% und
70% ebenfalls niedrig.”

Und sie kommentieren ihre Ergebnisse folgendermassen:

“Sowohl die Pilotstudie als auch die Reproduzierbarkeitsstudie belegen deut-
lich, daß es sich bei der Kinesiologie um eine nicht reproduzierbare, unreliable
und invalide Methode zur Diagnose von Insektengiftallergien handelt. Geht
man davon aus, daß die Wespengiftallergie ein adäquates Modell für die Eva-
luierung der Health-Kinesiologie ist, so sind die obigen Aussagen auf die ge-
samte Methode verallgemeinerbar.”

Ich höre auch immer wieder von Ernährungsberaterinnen, dass die Resultate kinesiologischer Allergietests nicht mit den realen Reaktionen von Patienten auf Nahrungsmittel übereinstimmen.

Mir ist schleierhaft, wie es auf dem gegenwärtigen Stand des Wissen zu verantworten ist, die für einen Patienten geeigneten Heilpflanzen mit einem kinesiologischen Muskeltest zu bestimmen.

Ich bin gerne bereit, meine Ansicht zu ändern, wenn mir jemand zeigt, dass sich Giftpflanzen und Heilpflanzen blind durch den Muskeltest unterscheiden lassen.
Wenn dieser Kinesiologie-Muskeltest aussagekräftig und verantwortbar wäre, müsste er bei Giftpflanzen zu einem klaren “Nein” kommen.
Eine solche Versuchsanordnung ist verhältnismässig einfach zu erstellen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Gewürznelken-Baum zur Heilpflanze des Jahres 2010 gewählt

Montag, August 10th, 2009

Die Gewürznelke steht im Ruf, bei zahlreichen gesundheitlichen Problemen gute Dienste zu leisten.

Nun wurde der Gewürznelken-Baum (Syzygium aromaticum) zur Heilpflanze des Jahres 2010 gewählt. Gewürznelken wirken schmerzstillend, entzündungshemmend, antibakteriell, verdauungsfördernd und stark belebend, schreibt der “Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus” (NHV Theophrastus) zur Begründung dieser Wahl.

Gewürznelken werden in Medizin und Komplementärmedizin verwendet. Am bekanntesten ist wohl der Einsatz in der Zahnheilkunde: Das ätherische Nelkenöl hilft bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen und ist beliebt als Mittel zur Mundpflege. Der exotischen Heilpflanze werden jedoch auch appetitanregende, blähungstreibende, krampflösende und verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Außerdem könne sie als unterstützendes Mittel bei Diabetes und bei Rheuma hilfreich sein.

Auf eine richtige, vorsichtige Dosierung sollte man jedoch vor allem auch bei dem ätherischen Gewürznelkenöl achten, denn es kann haut- und schleimhautreizend wirken, erinnert der Verein. Darum darf es nur verdünnt angewendet werden. Auch während der Schwangerschaft sollte das Nelkenöl nicht verwendet werden.

Der etwa 15 Meter hohe und immergrüne Nelkenbaum stammt ursprünglich von den Molukken, den Gewürzinseln, in Indonesien. Heute werden Gewürznelken aber unter anderem auch auf Sansibar und Madagaskar angebaut. Alle Teile der Pflanze enthalten ätherisches Öl. Geerntet werden jedoch vor allem die noch ungeöffneten Blütenknospen, weil sie den höchsten Gehalt an Wirkstoffen besitzen. Sie werden getrocknet und als Gewürz eingesetzt. Für die Medizin werden Extrakte und das durch Destillation aus Blütenknospen oder Blättern gewonnene ätherische Öl verwendet.

Quelle:
www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

In Deutschland werden jedes Jahr zwei Heilpflanzen des Jahres erkoren. Eine vom NHV Theophrastus und eine durch den Studienkreis “Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde” an der Universität Würzburg.

Die Gewürznelke gehört heute nicht mehr zu den zentralen Heilpflanzen. Ihre Geschichte als Gewürz und Heilmittel ist aber hoch interessant. Sie muss in früheren Zeiten unglaublich teuer gewesen sein.

Fragwürdig ist die vom NHV Theophrastus erwähnte Verwendung als “unterstützendes Mittel bei Diabetes”. Dafür gibt es meiner Ansicht nach keine fundierten Argumente.
Die antimikrobiellen Eigenschaften des Nelkenöls sind dagegen gut belegt. Nelkenöl wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren.

Im Mittelalter trugen Ärzte in Zeiten von Pest und Cholera Gewürznelken bei sich und kauten die hoch geschätzte Heilpflanze als Schutz vor Ansteckung. Vielleicht ist das ja in Zeiten von Schweinegrippe gar keine so schlechte Idee, ohne dass ich dies nun zum ultimativen Wundermittel aufblasen will.
Zu Recht weißt der NHV Theophrastus aber auch auf das haut- und schleimhautreizende Potenzial des Nelkenöls hin. Das legt eine gewisse Vorsicht in der Verwendung nahe.

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Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck

Samstag, August 8th, 2009

Nitratreiche Nahrungsmittel können, nach Umwandlung zu Stickoxid, den Blutdruck reduzieren. In einer Studie in Hypertension (2008, doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.107.103523) erzielte ein halber Liter Rote-Beete-Saft eine blutdrucksenkende Wirkung, die durchaus mit der von Medikamenten vergleichbar ist.??Dass Stickoxid (NO) in den Blutgefäßen ein wichtiger Vasodilatator ist, also die Gefässe erweitert, ist schon lange bekannt (Nobelpreis 1998).

Die blutdrucksenkende Wirkung wird bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie genutzt und auch die antianginöse Wirkung – bei Angina pectoris – wird von Nitropräparaten durch NO vermittelt. Eine weitere Quelle von NO sind, wenn auch indirekt nitrathaltige Nahrungsmittel, zu denen zum Beispiel Rote Beete gehört. ?

Rote Beete – in der Schweiz spricht man von Randensaft – enthält zwar kein Stickoxid, wohl aber Nitrate. Diese können von Bakterien, die im Speichel vorkommen, in Nitrit umgewandelt werden. Nitrit gelangt mit dem Speichel in den Magen, wo es entweder in Stickoxid umgewandelt oder als Nitrit in den Organismus aufgenommen wird. Das resorbierte Nitrit gelangt in die Endothelien, welche durch Freisetzung von Stickoxid die Blutgefäße relaxieren. Von dieser Arbeitshypothese ging die Arbeitsgruppe um Amrita Ahluwalia vom Londoner Queen Mary Hospital aus.

Um sie zu prüfen, bekamen gesunden Freiwilligen einen halben Liter Rote-Beete-Saft zu trinken. Drei Stunden danach war der systolische Blutdruck um 10,4 mm Hg und der diastolische Blutdruck um 8 mm Hg gesunken. Dieser blutdrucksenkende Effekt fiel mit der Spitzenkonzentrationen von Nitrit im Blut zusammen. Der Randensaft besserte auch die Endothelfunktion. Sie wurde mit einem Test erfasst, der das Ausmaß der Vasodilatation (Gefässerweiterung) in der Arteria brachialis (Oberarmarterie) nach einer kurzzeitigen Unterbrechung der Durchblutung mit einer Blutduckmanschette misst.

Bei Hypertonikern (Bluthochdruckpatienten) ist die Vasodilatation gestört. Rote-Beete-Saft verbesserte das Testresultat. Die Wirkung des Rote-Beete-Saftes wurde verhindert, wenn die Testpersonen den Speichel nicht herunter schluckten. Dies unterband die ”enterosalivarische” Umwandlung von Nitrat zu Stickoxid. Die Untersuchungen belegen damit schlüssig, dass die blutdrucksenkende Wirkung auf den Nitratgehalt der Roten Beete zurückzuführen ist.

Die British Heart Foundation lobt die Studie, welche im Detail untersucht habe, wie Nahrungsmittel den Blutdruck senken. Im letzten Jahr hatte dies eine deutsche Arbeitsgruppe für dunkle Schokolade gezeigt, welche – allerdings über einen anderen
Wirkungsmechanismus – den Blutdruck reduziert. Damals wurde eingewendet, dass die Nachteile der hochkalorischen Schokolade die positiven Wirkungen infrage stelle.??Dieses Mal hält die British Heart Foundation fest, dass die Idee, den Blutdruck durch Trinken eines halben Liters Rote Beete zu senken nicht allen Hypertonikern schmecken dürfte. Sie empfahl den Bluthochdruck-Patienten eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und die weitere Einnahme ihrer Medikamente.

Quelle: www.aerzteblatt.de

Kommentar & Ergänzung:
Dass Randensaft den Blutdruck senken soll, ist ein sehr interessantes Studienergebnis. Weniger erfreulich ist aber, dass diese Wirkung offenbar auf dem Nitratgehalt basiert. Nitrate werden in Gemüse seit Jahren als potentiell gesundheitsschädliche Stoffe diskutiert.
Siehe auch:

Randensaft (Rote Beete) steigert sportliche Ausdauer

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