Freitag, Juni 5th, 2009
Ab Mitte Juni wird der Verzehr von Rhabarber ungesund, denn dann hat der Gehalt der im Rhabarber enthaltenen Oxalsäure seinen Höchststand erreicht. Das Gemüse sollte daher ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geerntet und gegessen werden. Die Oxalsäure greift den Zahnschmelz an. Deshalb sollte mindestens 45 Minuten nach dem Verzehr der grünlichen bis rötlichen Blattstängel abgewartet werden, bevor man sich die Zähne putzt. Andernfalls kann die Reinigung zu deutliche “Verletzungen” des Zahnschmelzes verursachen. Optimal ist es offenbar, nach dem Rhabarbergenuss ein Stück Käse zu essen. Das wirkt schützend auf den Zahnschmelz.
Die Oxalsäure hemmt zudem die Kalziumversorgung der Knochen. Denn im Dünndarm entsteht aus der Oxalsäure und Kalzium Kalziumoxalat. Diese Substanz kann nicht über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden. Sie landet mit dem Stuhlgang in der Toilette statt in den Knochen. Zudem müssen Personen, die unter Kalziumoxalatsteinen der Nieren leiden, oxalsäurereiche Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold, Spinat oder Kakao meiden.
Doch Rhabarber hat auch seine positiven Seiten. Durch seinen hohen Kaliumgehalt wirkt Rhabarber entwässernd und das in ihm enthaltene Vitamin C schützt die Zellen vor Oxidation. Wer abnehmen möchte, sollte Rhabarber essen, denn 500 Gramm des Gemüses enthalten nur 70 Kilokalorien. Rhabarber besteht wie Gurken, Zucchini oder Tomaten hauptsächlich aus Wasser.
Essbar wird der Rhabarber durch das Kochen der geschälten Blattstängel in reichlich Wasser, wodurch auch der Oxalsäuregehalt sinkt. Anschließend ist das Gemüse zu süßen, weil sonst von Genuss keine Rede sein kann. Meist wird aus dem Rhabarber Kompott gemacht, den Kalorienbewusste mit Süßstoff süßen. Ein Andicken ist in der Regel nicht nötig. Wer seinen Kompott andicken will, verwendet dazu traditionell Sago. Eine kalorienfreie Alternative dazu ist das Johannisbrotkernmehl aus dem Reformhaus oder dem Bioladen. Besonders fein ist der Rhabarber-Kompott, wenn er mit einer eingeritzten Vanilleschote gekocht wird. Dazu passt sehr gut ein aromatischer Zimtquark.
Rhabarberwurzeln wurden schon im alten China vor 4 700 Jahren als Heilmittel verwendet. In der Antike verbreitete sich der Rhabarber von China über Russland nach ganz Europa und er ist bei uns im Frühsommer sehr beliebt.
Quelle:
http://de.news.yahoo.com / Global press
Kommentar & Ergänzung:
Die Verwendung des Rhabarbers als Speise ist noch sehr jung und existiert erst seit bezahlbarer Zucker verfügbar ist. Erst vor 250 Jahren wurde in England entdeckt, dass die fleischigen Stängel essbar sind.
Unser Speiserhabarber stammt von Rheum rhabarbarum. In der Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde kennt man den Medizinalrhabarber (Rheum palmatum). Er zählt zu den anthranoidhaltigen Heilpflanzen, wirkt daher als Abführmittel, wird aber kaum mehr eingesetzt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Donnerstag, Juni 4th, 2009
Eltern mit kleinen Kindern sollten auf die Auswahl ihrer Gartenpflanzen achten. Denn zahlreiche einheimische Pflanzen seien giftig, warnt die Landesgeschäftsstelle Niedersachsen und Bremen der Barmer Ersatzkasse in Hannover. Für Kleinkinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren, die gerne alles in den Mund stecken, könnten sie lebensbedrohlich sein. Grosse Gefahr gehe von weißem und gelbem Oleander aus. Hochgiftig seien zudem Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel und die Tollkirsche. Aber auch das beliebte Maiglöckchen enthalte Giftstoffe, welche Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auslösen können.
Tipps zur Prävention von Giftunfällen finden Eltern in der Broschüre “Achtung! Giftig! Vergiftungsunfälle bei Kindern”. Diese kann hier als pdf heruntergeladen werden:
http://www.das-sichere-haus.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/achtung_giftig.pdf
Die Broschüre beschreibt folgende Giftpflanzen:
Dieffenbachie, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Blauer und Gelber Eisenhut, Engelstrompete, Goldregen, Herbstzeitlose, Tollkirsche, Gefleckter Aronstab, Gemeiner Efeu, Gemeine Eibe, Roter und Gelber Fingerhut, Lebensbaum-Arten, Kartoffel, Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche, Christrose, Feuer-Bohne / Gartenbohne, Robinie, Sadebaum / Sevenstrauch, Wiesen-Bärenklau und Riesen-Bärenklau, Buchsbaum, Buschwindröschen, Eberesche / Vogelbeerbaum, Gewöhnliche Heckenkirsche, Gemeiner Liguster, Schneebeere / Knallerbse, Ilexstrauch / Stechpalme, Schwarzer Holunder, Maiglöckchen, Scharfer Hahnenfuß / Butterblume.
Die Website www.das-sichere-haus.de schreibt:
“Gut geeignet für den “Kinder”-Garten sind unter anderem Blumen wie Kornblume, Cosmea, Tränendes Herz, Kapuzinerkresse (auch als vitaminreicher Salat!) und Lavendel. Ahorn-, Linden- und Pappelarten oder die Felsenbirne zählen zu den ungefährlichen Gehölzen.”
Quellen:
www.kinderaerzte-im-netz.de
www.das-sichere-haus.de
Kommentar:
Keine Frage, dass man mit Giftpflanzen im Garten vorsichtig sein sollte, vor allem auch wenn sich oft Kinder darin aufhalten.
Zwei fundierte Giftpflanzenbücher finden Sie in unserem Buchshop:
http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/giftpflanzen/
Ich würde das Risiko von Vergiftungen mit Pflanzen aber auch nicht dramatisieren. Weit aus häufiger werden Vergiftungsfälle bei Kindern verursacht durch Haushaltschemikalien oder Medikamente.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Mittwoch, Juni 3rd, 2009
Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde hat eine lange Tradition bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich Herz-Kreislauf. Hier eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen für Funktionelle Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Herzschwäche, Arteriosklerose-Prophylaxe und Venenerkrankungen.
Funktionelle Herzbeschwerden
Geeignet ist die Anwendung von Heilpflanzen als Tee oder in Verbindung mit hydrotherapeutischen Maßnahmen (Teilbad, Dreiviertelbad – nicht zu heiß).
Bewährt haben sich
- Weißdorn (Crataegus monogyna, Crataegus oxyacantha)
- Herzgespannkraut (Leonurus cardiaca)
- Melissenblätter (Zitronenmelisse, Melissa officinalis)
- Rosmarin (bei niederem Blutdruck, Hypotonie, Rosmarinus officinalis)
- Besenginster (Sarothamnus scoparius, syn. Cytisus scoparius)
Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
Schlangenwurz (Rauwolfia serpentina) in freier Rezeptur ist heute nicht mehr gebräuchlich wegen der bekannten Neben- und Wechselwirkungen der Rauwolfia-Alkaloide.
Heilpflanzen mit erfahrungsmedizinischem Ansatz sind
- Arnika (Arnica montana)
- Mistelkraut (Viscum album; orale Anwendung – nicht vergleichbar mit den
Mistelzubereitungen in der Krebsbehandlung)
- Ölbaum (Olea europaea)
Knoblauch (Allium sativum) wirkt gefäßschützend und ist daher bei Hypertonie
geeignet, um eine Arteriosklerose zu bremsen, senkt jedoch auch selbst den Blutdruck bei
ausreichend hoher Dosierung. Allerdings sind die durch Phytotherapeutika zu
erreichenden Blutdrucksenkungen insgesamt schwach.
Beginnende chronische Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Evidenzbasiert:
- Weißdorn (Crataegus monogyna und Crataegus oxyacantha)
Erfahrungsmedizin:
Mit dem Digitalis verwandte Alkaloide ähnlich kleiner therapeutischer Breite sind
enthalten in
- Adonisröschen (Adonis vernalis)
- Maiglöckchen (Convallaria majalis)
- Meerzwiebel (Scilla maritima)
- Oleander (Nerium oleander)
- Zahnstocherkraut (Ammi visnaga, Bischofskraut, Khellakraut)
Entsprechende Präparate sind exakt zu dosieren.
Arteriosklerose-Prophylaxe
Knoblauch (Allium sativum) und Artischocke (Cynarae folium) wirken günstig auf
den Fettstoffwechsel, müssen aber regelmäßig eingenommen und ausreichend hoch dosiert werden. Außerdem reduziert Grüntee den LDL-Anteil des Cholesterins.
Venenbeschwerden
Bei chronisch venöser Insuffizienz bewähren sich Heilpflanzen mit antiexsudativer Wirkung,
die hauptsächlich innerlich angewandt werden sollten. Sie lindern Beschwerden wie
schwere, müde Beine und Schwellungen und sollten schon in frühen Stadien -
zusätzlich z.B. zur Kompression – eingesetzt werden.
- Rosskastaniensamen (Aesculus hippocastanum)
- Mäusedornwurzelstock (Ruscus aculeatus)
- Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum)
- Steinkleekraut (Melilotus officinalis)
Quelle:
http://www.uni-due.de/naturheilkunde/de/uploads/8_Phytotherapie.pdf
Kommentar:
Diese Übersicht der Universität Duisburg-Essen fasst die wirksamsten Heilpflanzen und Indikationen für den Bereich Herz-Kreislauferkrankungen im Grossen und Ganzen gut zusammen, auch wenn sie natürlich nicht vollständig ist und über einzelne Punkte immer diskutiert werden kann.
Ergänzt werden soll hier noch:
- Besenginster würde ich so generell nicht empfehlen. Die Unterlagen dazu sind nicht eindeutig genug.
- Schlangenwurz (Rauwolfia) ist heute tatsächlich nicht mehr gebräuchlich und wenn es noch angewendet werden soll, gehört es in die Hand eines Arztes oder einer Ärztin mit Erfahrung in der Anwendung dieser Heilpflanze.
- Hypertonie ist ein schwieriges Gebiet für die Phytotherapie. Arnika sollte meines Erachtens innerlich gar nicht eingesetzt werden. Auch Mistel und die Blätter des Ölbaumes sind gegen Bluthochdruck nicht überzeugend. Eine leichte blutdrucksenkende Wirkung dürfte dem Knoblauch zukommen und einer neueren Studie zufolge wohl auf der Karkade.
Zur Karkade siehe:
Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmHg
- Bei leichten Formen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) steht in der Phytotherapie Weissdorn sehr im Vordergrund.
Die als Verwandte des Digitalis erwähnten Adonisröschen, Meerzwiebel, Maiglöckchen, Oleander und Zahnstocherkraut sind heute überholt und wären zudem verschreibungspflichtig.
Ausserdem hat es hier in der Übersicht der Universität Duisburg-Essen zwei Irrtümer:
Adonisröschen, Meerzwiebel, Maiglöckchen, Oleander und Zahnstocherkraut enthalten keine Alkaloide, sondern mit den Digitalis-Wirkstoffen verwandte Glykoside.
Die Wirkstoffe im Zahnstockerkraut gehören ebenfalls nicht zu den Alkaloiden, sondern zu den Furanocumarinen (z. B. Khellin).
Und zudem: Zahnstocherkraut wurde nicht bei Herzschwäche eingesetzt, sondern gegen Angina pectoris. Extrakte aus dem Zahnstocherkraut gelten aber nicht mehr als sicher, seit es Hinweise gibt auf negative Nebenwirkungen wie pseudoallergische Reaktionen, Schlaflosigkeit und reversible Leberbeschwerden.
Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen kann allerdings nicht genug betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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