Archive for Mai, 2009

Viele Kinder im Einschulungsalter leiden an Schlafstörungen

Sonntag, Mai 31st, 2009

Viele Kinder im Einschulungsalter haben einer Studie zufolge gelegentlich Schlafstörungen. Bei 5 bis 10% der Kinder handele es sich um eine ausgeprägte Störung, schreibt das in Köln erscheinende “Ärzteblatt” unter Berufung auf eine Untersuchung mit etwa 1.400 Schulanfängern aus Köln.

Schwierigkeiten bereitet nach Angabe der Eltern vor allem das nächtliche Aufwachen, was bei knapp 40% der Kinder gelegentlich und bei 5,6% häufig vorkomme. Ungewöhnliches Schlafverhalten wie Schlafwandeln oder Albträume treten dagegen seltener auf. Deutlich verbreiteter ist das Zähneknirschen, welches die Eltern bei rund 7% der Kinder regelmäßig und bei fast 25% ab und zu beobachteten.

Die Untersuchung ergab weiter, dass Kinder mit Durchschlafproblemen ein doppelt so hohes Risiko haben, tagsüber plötzlich einzuschlafen. Wechselnde Zeiten des Zubettgehens erhöhten die Ein- und Durchschlafschwierigkeiten außerdem um mehr als das Doppelte. Fernsehen vor dem Einschlafen hatte den Resultaten zufolge dagegen keinen Einfluss auf den Schlaf. Kinder mit einem Fernsehgerät im eigenen Zimmer wachten jedoch nachts häufiger auf.

Bei Heranwachsenden mit Schlafproblemen sind nach Meinung der Experten häufig weitere psychische, soziale oder medizinische Risiken zu erwarten. Deshalb sei es wichtig, dass Eltern die Schlafstörungen ihrer Kinder ansprechen, wenn sie beim Kinderarzt oder Jugendarzt sind.

Quelle:

http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

Bei länger andauernden oder schweren Schlafstörungen scheint mir eine medizinische Abklärung durchaus angebracht.

Daneben würde ich aber bei leichteren Fällen auch einfache Hausmittel und bewährte Heilpflanzen nicht vergessen. Gerade Kräutertees eigenen sich auch ausgezeichnet als Einschlafritual. Im Vordergrund stehen hier Orangenblütentee und Goldmelissentee. Obwohl für diese beiden Heilpflanzen eine beruhigende Wirkung bisher nicht dokumentiert oder gar durch Studien belegt ist, bewähren sie sich halt doch immer wieder.

Wissenschaftlich gut untersucht und begründet ist Baldrian. Weil aber die Baldrianwurzel geschmacklich für Kinder nicht gerade attraktiv ist, müssten hier Fertigpräparate eingesetzt werden.

Ebenfalls beruhigend wirkt Passionsblumenkraut, für Kinder am sinnvollsten in Sirupform, oder Melisse (Zitronenmelisse).

Sehr gut für Kinder geeignet ist die inhalative Applikation von Lavendelöl. Genauere Angaben zur Wirkung und zu den verschiedenen Anwendungsformen von Lavendelöl finden Sie in unserer Broschüre:

Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl

Anschauen und bestellen können Sie die Broschüre hier:

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Phytotherapie im Verdauungstrakt – ein Überblick

Samstag, Mai 30th, 2009

Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde hat eine lange Tradition bei Erkrankungen und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Hier eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen für den Bereich Gastroenterologie.

Appetitlosigkeit
Wirkprinzipien: Anregung der Sekretion von Magensaft und Verdauungssaft durch Bitterstoffe
in Bitterstoffpflanzen (Amara). Zu den Bitterstoffen gehören hauptsächlich Iridoidglykoside
und Mono- und Sesquiterpenalkaloide. Viele Bitterstoffe sind hitzelabil, darum die
Heilpflanzen nur kurz überbrühen oder kalt ansetzen. Den Tee eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken.
Bitterstoffpflanzen sind beispielsweise:
- Wermut (Artemisia absinthium)
- Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea)
- Gelber Enzian (Gentiana lutea)
- Schafgarbe (Achillea millefolium), zusätzlich auch verdauungsfördernd und
krampflösend im Gastrointestinaltrakt.
- Zichorie (Wegwarte), auch verdauungsfördernd, enthalten zum Beispiel in
Kaffeesurrogaten
- Artischockenblätter (Cynara scolymus), auch gallentreibend.
- Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale), auch gallentreibend.

Keine Anwendung bei Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren, relative Kontraindikation bei Gallenabflussstörungen.

Blähungen, Krämpfe
Angewendet werden sogenannte Carminativa. Hauptsächlich Anis-, Kümmel-, Fenchelsamen,
auch Dillsamen, wirken entkrampfend und entblähend. Verantwortlich für die Wirkung
sind vor allem die ätherischen Öle.
Entkrampfend auf die Muskulatur , weniger entblähend wirken Pfefferminzblätter (Menthae piperitae folium), Galgantwurzelstock(Galangae rhizoma) und Melisse (Melissae folium).
Ganz überwiegend krampflösend sind Kamillenblüten (Matricariae flos).
Die Samen von Fenchel, Kümmel, Anis und Dill müssen vor Verwendung frisch angequetscht werden. Die Zubereitung als Tee wirkt auch über die zugeführte Wärme entkrampfend.

Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre
Gewählt werden schleimbildende, den Magenschleimhautschutz verstärkende Heilpflanzen
(Muzilaginosa) und entzündungswidrig wirkende Heilpflanzen.
Zu den Muzilaginosa gehören
- Eibischwurzel (Althaeae radix)
- Malvenblätter (Malva silvestris, Malvae folium)
- Leinsamenschleim (Lini semen; geschrotet)

Entzündungswidrig und gleichzeitig krampflösend wirken Kamillenblüten, die auch als
sogenannte Rollkur eingesetzt werden (reichlich Kamillentee trinken, jeweils 10 – 15
Minuten auf dem Rücken, der rechten und linken Seite sowie dem Bauch liegen).
Die Süßholzwurzel (Liquiritiae radix) wirkt gleichzeitig schleimhautschützend,
entzündungswidrig und keimhemmend auf Helicobacter pylori. Bei längerer Anwendung oder höherer Dosierung des wirksamen Inhaltsstoffes Glycyrrhizin ist jedoch der mineralokortikoide
Effekt (Natrium-Retention mit entsprechenden Folgen) zu beachten.

Verstopfung (Obstipation)
Empfehlenswert sind nach einer angemessenen Nahrungsumstellung, reichlicher
Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung Quell- und Füllstoffe, um die Peristaltik
anzuregen. Dazu soll reichlich getrunken werden (200-250 ml Wasser je Esslöffel).
- Leinsamen (geschrotet)
- Flohsamen (indischer und afrikanischer)
- Weizenkleie
- Fruchtfasern
Quell- und Füllstoffe dürfen über längere Zeit eingenommen werden. Kontraindika-
tionen sind allerdings Passagehindernisse. Zu beachten ist eine mögliche Absorption und damit Wirkungsherabsetzung gleichzeitig eingenommener Medikamente.

Stärkere Abführmittel (Laxanzien) wirken nicht über eine Vermehrung des Darminhaltes, sondern über eine Reizung des Darmes und eine antiabsorptive Wirkung. Das Darmepithel sezerniert mehr Flüssigkeit und die Muskularis kontrahiert sich. Laxanzien gehen bei Langzeitanwendung mit dem Risiko eines Kaliumverlustes einher, wodurch wiederum die Obstipation verstärkt werden kann. Sie sind hauptsächlich für eine akute Verstopfung über wenige Tage geeignet. Diese stärkeren Abführmittel werden vor allem durch die
Gruppe der Anthrachinonpflanzen gebildet.
Anthrachinonpflanzen sind zum Beispiel:
- Rhabarberwurzel
- Faulbaumrinde, Amerikanische Faulbaumrinde (stärker wirksam)
- Cascararinde
- Sennesfrüchte (Cassia senna)
- Aloe (Extrakt) (Aloe vera)
Als mögliche Nebenwirkungen können auftreten: Elektrolytstörungen, krampfartige Magen-Darm-Schmerzen, Albuminurie, bei chronischem Gebrauch eine Schwarzfärbung der
Darmschleimhaut (Pseuodmelanosis coli).
Kontraindikationen sind entzündliche Krankheiten des Magens und Darms, Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren und abdominelle Schmerzen unbekannter Ursache.

Akuter Durchfall (Diarrhoe)
Bei Durchfall werden vor allem gerbstoffhaltige Heilpflanzen eingesetzt, um den Flüssigkeitsverlust via Darmschleimhaut über eine adstringierende Wirkung aufzuhalten. Auch
Quellstoffe sind günstig.
- Grüntee oder Schwarztee (für Kinder den 2. Aufguss eines Teebeutels
verwenden, für Erwachsene mindestens 5 Min. lang gezogener Tee)
- Heidelbeeren oder Heidelbeermuttersaft (erste Wahl in der Pädiatrie)
- Pektine, zum Beispiel in rohem, geriebenem Apfel
- Bananen, Karotten
- Tormentilla (Blutwurz)

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Die Phytotherapie hat hier gegenwärtig nur eine untergeordnete Bedeutung.
Entzündungshemmende Wirkungen wurden
- Weihrauch (Boswellia serrata)
- Myrrhe (Myrrha)
- Flohsamen (Plantago psyllium)
zugeschrieben. Je nach Beschwerden können auch Heidelbeeren bei Durchfall, Ingwer bei
Übelkeit und Gelbwurzel (Curcuma) bei Verdauungsstörungen versucht werden.

Übelkeit und Erbrechen
Die Ursache sollte geklärt werden, damit eine gezielte Wahl getroffen werden kann. Bei Kinetosen (Reisekrankheit) hat sich Ingwerwurzel bewährt. Übelkeit ausgelöst durch eine gestörte Leber- und Gallenfunktion spricht auf Kamille, Pfefferminz- und Artischockenblätter an. Gegen Motilitätsstörungen ist ebenfalls Pfefferminze bewährt, auch als ätherisches Öl.

Gallenwegstherapeutika
Choleretika steigern die Synthese und Sekretion von Galle in der Leber. Cholekinetika
steigern den Gallenfluss aus der Gallenblase. Etliche Phytotherapeutika dieser Art wirken zugleich auch krampflösend
Bewährte Phytotherapeutika sind
- Artischockenblätter (Cynarae folium)
- Erdrauchkraut (Fumariae herba)
- Curcuma (Gelbwurz)
- Löwenzahnkraut und -wurzel (Taraxaci radix cum herba/radix)
- Schöllkraut (Chelidonii herba)
Eine Gallenabflussstörung muss vor Anwendung dieser Heilpflanzen ausgeschlossen sein.
Am stärksten krampflösend wirken Erdrauch- und Schöllkraut, am stärksten cholagog
Curcuma, Gelbwurz und Erdrauchkraut sowie Rettichwurzel.

Lebererkrankungen
Mariendistelfrüchte (Silybum marianum) können bei chronischen Leberkrankheiten
unterstützend eingesetzt werden. Silymarin als Wirkstoff aus der Mariendistel dient als leberschützendes Mittel bei Knollenblätterpilzvergiftung. Bei akuter Hepatitis (Leberentzündung) sind Mariendistelfrüchte ungeeignet.
Bewährt haben sich auch Artischockenblätter.

Quelle:

http://www.uni-due.de/naturheilkunde/de/uploads/8_Phytotherapie.pdf

Kommentar:
Diese Übersicht der Universität Duisburg-Essen fasst die wirksamsten Heilpflanzen und Indikationen für den Bereich Gastroenterologie im Grossen und Ganzen gut zusammen, auch wenn sie natürlich nicht vollständig ist und über einzelne Punkte immer diskutiert werden kann.
Es kann allerdings nicht genug betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Was ist Rooibos-Tee?

Mittwoch, Mai 27th, 2009

Rooibos (Aspalathus linearis, Rotbusch) ist eine Pflanzenart aus Südafrika, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehört. Seit Beginn der 1990er Jahre ist sie als alternative Teesorte für Aufgussgetränke populär geworden. Rooibos kommt aus den Zederbergen im Südwesten der Republik Südafrika.

Woher kommt der Name Rooibos her?
In Südafrika gilt der Tee als Nationalgetränk und wird meist Rooibos-Tea genannt (Afrikaans: rooi: “rot”; bos: “Busch” – Irrtümlicherweise hat sich im deutschsprachigen Raum die falsche Aussprache von bos als “bosch” verbreitet. Andere Bezeichnungen sind Rotbusch-Tee, Redbush-Tea, Rotbuschsie-Tea, Redbos-Tea und Koopmans-Tea (Afrikaans: Koopman: “Kaufmann”). In Europa gibt es nicht selten verwirrende Bezeichnungen wie Massaitee, obwohl Rotbusch keinerlei Bezug zu diesem Volksstamm hat. Die Bezeichnung Buschmanntee basiert allerdings auf einem historischen Hintergrund, weil die Nutzung von Rooibos zunächst durch die Khoisan erfolgt sein soll.

Der Rooibos-Tee und seine Geschichte
Es ist ungeklärt, wie alt der Rotbusch ist und seit wann er von den Menschen in den Cedarbergen nördlich von Kapstadt genutzt wird. 1772 wurde er vom Botaniker Carl Thunberg als Heilpflanze der Khoisan beschrieben.
Der russische Teehändler Benjamin Ginsberg beobachtete 1904 die Einheimischen bei der Teezubereitung. Er verstand es, den Handel und die Vermarktung von Rotbusch hauptsächlich in Südafrika, aber auch in Europa zu etablieren.
Der Rotbusch ist eine Wildpflanze. Bald konnte der Bedarf aus der Natur nicht mehr gedeckt werden. 1930 entwickelte der Arzt und Botaniker Dr. Petter le Fras Nortier gemeinsam mit den ansässigen Farmern Methoden zum feldmäßigen Anbau der Pflanze. Daraufhin entwickelte sich um den Ort Clanwilliam in den Zederbergen ein blühender Rotbuschanbau. Die Anbaumethoden wurden perfektioniert und viele Sorten gezüchtet.
Durch die Euphorie der Farmer kam es allerdings zu einer Überproduktion und zu Beginn der 1950er-Jahre brach der Preis für Rotbusch ein. Darum wurde 1954 das staatliche “Redbos Tea Control Board” gegründet, welches Produktionsmengen, Hygiene und Qualität dokumentieren und kontrollieren soll. Seit 1993 ist diese Behörde privatisiert und unterstützt in Kooperation mit der Universität in Stellenbosch die Forschung um die Rooibos-Pflanze.

Der Rooibos-Anbau heute
Zur Zeit pflanzen etwa 300 Farmer in Südafrika Rotbusch an. Er wird weltweit ausschließlich im Gebiet der Cederberg Mountains (Zederberge) etwa 200 km nördlich von Kapstadt, rund um die Städte Clanwilliam und Citrusdal angebaut. Rooibos-Tee wird in 140 Länder exportiert.

Rooibos – Ernte und Verarbeitung
Die Ernte der Rotbuschzweige geschieht in der Wachstumsruhephase des Strauches vom Sommer bis zum Frühherbst. Zum Einsatz kommen auch Maschinen, überwiegend wird jedoch von Hand mit der Sichel geerntet. Nach dem Schneiden werden die Zweige gebündelt zur Sammelstelle gebracht. Danach werden sie geschnitten, gequetscht und mit Wasser befeuchtet. Begünstigt durch das warme Klima überlässt man nun das ganze während 8 – 24 Stunden einer Fermentation. Bei diesem Vorgang, man könnte es auch eine Art Oxidation nennen, werden Inhaltsstoffe zum Teil zersetzt und zum Teil auch neu gebildet. Der Rotbuschtee bekommt dadurch auch seine rotbraune Farbe und sein fruchtiges Aroma. Es gibt aber auch Grünen Rotbuschtee, bei dem durch schonendsten Umgang mit den geernteten Rotbuschzweigen eine Fermentation vermieden wird. Nach der Trocknung erfolgt noch die Reinigung durch Sieben und die Pasteurisation mit Wasserdampf. Der Grüne Rotbuschtee hat einen feineren Geschmack. Er soll größere gesundheitsfördernde Eigenschaften haben, weil wichtige Inhaltsstoffe nicht durch die Fermentation verloren gehen.

Rooibos – Unterschied zu Grüntee und Schwarztee
Rooibos-Tee enthält im Gegensatz zu Grüntee und Schwarztee kein Koffein und wenig Gerbstoffe, wodurch eventuelle negative Folgen wie bitterer Geschmack, Dehydratation oder Schlaflosigkeit nicht auftreten.

Quelle: wikipedia

Kommentar und Ergänzung:

Rooibos enthält verschiedene antioxidativ wirkende Flavonoide. Da diese Verbindungen während des enzymatischen Oxydationsprozesses zum Teil abgebaut werden, bevorzugt man heute oft den Grünen Rooibostee.
Interessant ist ein Hinweis von Wyk / Wink / Wink (in: Handbuch der Arzneidrogen, 2004), wonach dem Rooibos eine krampflösende Wirkung zukommt und der Tee sich eignet für Säuglinge, die unter Koliken leiden.

Das erwähnte Buch “Handbuch der Arzneidrogen” von Wyk / Wink / Wink finden Sie in unserem Buchshop:
http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/phytotherapie-fachbuecher/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen

Sonntag, Mai 24th, 2009

Der in Deutschland und in der Schweiz verbotene pflanzliche Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen und Depressionen und ist nach Einschätzung australischer Forscher gesundheitlich völlig unbedenklich.
Während die Behörden der Europäischen Union und anderer Länder die Heilpflanzen-Präparate aus dem südpazifischen Kava-Kava-Wurzelstock im Jahr 2002 als leberschädigend einstuften, halten es die Wissenschaftler der University von Queensland für ungefährlich.

Die Forscher konnten in einer aktuellen Untersuchung zeigen, dass Menschen mit chronischen Angstzuständen und verschieden stark ausgeprägten Depressionen wirksam und sicher mit Kava behandelt werden können.

“Wir konnten in unserer Studie den Nachweis erbringen, dass Kava eine natürliche Alternative für die Behandlung von Angstzuständen bietet und im Gegensatz zu einigen pharmazeutischen Arzneimitteln ein relativ geringer Suchtrisiko birgt”, erklärt Studienleiter Jerome Sarris. “Möglicherweise können die Patienten sogar mit weniger Nebenwirkungen rechnen.”

Die Forscher konnten zeigen, dass bei der täglichen Einnahme von fünf Kava-Tabletten die Angstzustände der Studienteilnehmer erheblich nachließen. “Wir stellten außerdem fest, dass sich mit dem Kava-Extrakt Depressionen lindern ließen, was bislang in dieser Form noch nicht festgestellt worden war”, erklärt Sarris. Größere gesundheitliche Bedenken bemerkten die Wissenschaftler nicht.

Sie betonen jedoch im Fachblatt “Psychopharmacology”, länger angelegte Untersuchungen seien nötig, um die Unbedenklichkeit des Arzneimittels zu bestätigen. “Bei sachgemäßer Gewinnung sollte Kava nur geringe oder gar keine Leberprobleme nach sich ziehen”, hält Sarris fest. “Ich hoffe, die Ergebnisse werden die Regierungen dazu bewegen, das Verbot noch einmal zu überdenken”, erklärt er.

Der getrocknete zerstoßene Wurzelstock der Kava-Pflanze (Piper methysticum) wird in Melanesien und Teilen Polynesiens seit Jahrhunderten mit Wasser angerührt getrunken.
Seit dem Verkaufsverbot für Kava-Produkte in vielen Staaten Europas ist der Export der Kava-Wurzel-Extrakte aus den Inseln des Pazifiks quasi zum Erliegen gekommen.

Quelle:

http://www.morgenpost.de/

Kommentar:

Kava-Kava-Extrakte waren bis zum Widerruf der Zulassung durch die Arzneimittelbehörden die am besten belegten Anxiolytika (angstlösende Medikamente) der Phytotherapie.
Anlass für den Widerruf waren Berichte über unerwünschte lebenschädigende Wirkungen von Kava-Präparaten sowie die Auffassung der Behörden, dass deren klinische Wirksamkeit nicht hinreichend belegt sei.

Experten haben seither wiederholt darauf hingewiesen, dass die seinerzeit genannten Verdachtsfälle, welche Veranlassung für den Widerruf der Zulassung gaben, vielfach unzureichend dokumentiert waren.
Nichtberücksichtigung von Begleitmedikationen, Überdosierungen und zulange Behandlungsdauer haben eine Bewertung der Hepatotoxität (Potential zur Leberschädigung) von Kava-Zubereitungen bei sachgemässer Anwendung erschwert.

Neuere Daten konnten zudem – wie auch die vorliegende Studie – angstlösende Eigenschaften von Kava-Extrakten belegen, und in pharmakologischen Studien fanden sich keine Hinweise auf Hepatotoxität.
Auf diesem Hintergrund gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen für eine Wiederzulassung von Kava-Extrakten.

Zugelassen sind zur Zeit Kava-Kava-Präparate auf homöopathischer Basis, zum Beispiel von Similasan.
In diesen Produkten ist die Kava-Pflanze so stark verdünnt, dass praktisch keine Inhaltstoffe mehr darin vorhanden sind. Weil dadurch unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können, lässt die Heilmittelbehörde solche Präparate für den Verkauf zu. Allerdings ist es höchst fraglich, ob man allfällige unerwünschte Nebenwirkungen “herausverdünnen” kann, während die erwünschten Wirkungen erhalten bleiben sollen. Jedenfalls sind in solchen Produkten auch die wirksamkeitsbestimmenden Kavapyrone verschwunden.
Weil aber homöopathische Heilmittel durch die Heilmittelbehörden aus politischen Gründen von jedem Wirkungsnachweis befreit sind, werden diese Fragen weder gestellt noch geklärt und es gibt keinerlei Belege für eine Wirksamkeit dieser Präparate.
Auf diese Art werden meines Erachtens die Konsumentinnen und Konsumenten getäuscht.

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Weizengras – grosse Versprechungen, wenig Fakten

Freitag, Mai 22nd, 2009

Im Internet und in Gesundheitsratgebern wird seit einiger Zeit Weizengras-Saft als natürliches Heilmittel propagiert. Oft wird es darin als wahres Gesundheitselixir angepriesen. Unter Weizengras versteht man das grüne Weizen-Pflänzchen, das noch vor dem Sprießen, also bevor die charakteristischen Ähren entstehen, geerntet wird. Weizengras kann frisch als Saft oder in Form eines Nahrungsergänzungsmittels konsumiert werden.

Wissenschaftlich fundierte Untersuchungen zu gesundheitlich relevanten Wirkungen von Weizengras gibt es bisher allerdings kaum. Was tatsächlich hinter dieser neuen “Gras-Wellness” steckt, haben Forscher des Max Rubner-Instituts in einem aktuellen Projekt zusammen mit Lebensmittelverfahrenstechnikern der Universität Karlsruhe und der Pfälzer Walter-Mühle untersucht. Zu diesem Zweck verzehrten im Rahmen einer Ernährungsstudie 55 übergewichtige Männer mittleren Alters mit einem erhöhten Cholesterinspiegel über vier Wochen Weizengras-Produkte, die mit verschiedenen Verfahren hergestellt waren. In Blutproben der Teilnehmer wurde schließlich ermittelt, inwiefern Weizengras-Inhaltsstoffe vom Organismus aufgenommen werden können und ob Risikofaktoren, die mit der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen, beeinflusst werden.

Zwar konnte ein solcher Einfluss nicht bestätigt werden, es stellte sich aber heraus, dass Weizengras eine ausgezeichnete Aufnahmequelle für Lutein ist, ein Pflanzeninhaltsstoff im Weizengras, eng verwandt mit beta-Carotin, dem bekannten Farbstoff in der Karotte. Lutein schützt vor freien Radikalen und hat, so vermutet man heute, eine wichtige Schutzfunktion für das Auge und den Sehvorgang, weil Lutein in großen Mengen in die Netzhaut des Auges eingelagert wird und dort den sogenannten “gelben Fleck” erst gelb macht. Die Studienresultate sollen nun in die Tat umgesetzt werden: Die Forschungspartner suchen nach Möglichkeiten, schmackhafte Lebensmittel zu entwickeln, welche Weizengras enthalten und dem Verbraucher als Luteinquelle zur Verfügung stehen sollen.

Quelle:
Max Rubner-Institut – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel
http://www.journalmed.de/ 22. 5. 2009

Kommentar und Ergänzung:

- Der “Gelbe Fleck” (Macula lutea) ist der Punkt der höchsten Sehschärfe im Auge. Kommt es an dieser Stelle zu einer Degeneration der lichtempfindlichen Elemente, so hat das einschneidende Konsequenzen auf das Sehvermögen. Die altersbedingte Maculadegeneration (AMD) ist eine Netzhauterkrankung des Auges, die überwiegend ältere Personen betrifft. Daten einer kürzlich durchgeführten Studie deuten darauf hin, dass eine Nahrungsergänzung mit Lutein und / oder Zeaxanthin in der Lage zu sein scheint, das Sehvermögen von Patienten mit AMD signifikant zu verbessern. Wenn es aber wirklich um eine Maculadegeneration geht, dürfte der Luteingehalt in den Nahrungsergänzungsmitteln auf der Basis von Weizengras viel zu gering sein.

- Lutein ist ein in der Natur weit verbreitetes Xanthophyll und wird immer von Zeaxanthin begleitet.
Hohe Gehalte an Luteolin kommen vor in dunklen Blattgemüsen (z. B. Grünkohl bis 0,25 mg/g Frischgewicht, Spinat bis 0,12 mg/g Frischgewicht). Tagetes-Blütenblätter weisen Gehalte bis zu 8,5 mg/g Frischgewicht auf und werden zur industriellen Herstellung von Lutein genutzt. In tierischen Organismen tritt Lutein zum Beispiel als gelber Farbstoff im Eidotter auf. Lutein findet aber auch als Lebensmittelfarbstoff (E161b) sowie als Futtermittelzusatz insbesondere für Geflügel zur Gelbfärbung von Eidotter Verwendung. Weitere Quellen sind Brennessel, verschiedene Rotalgen, Luzerne (Alfalfa) und Palmöl. Weizengras ist jedenfalls nicht die einzige Quelle für Lutein.

- Weizengras hat einen hohen Anteil an Eiweiss und Enzymen und es ist reich an Ballaststoffen und Mineralsalzen.
Aber Internet-Empfehlungen wie die folgenden sind nur noch absurd:

“Weizengras eignet sich auch hervorragend zum Abnehmen, Entschlacken und Entgiften, da er energiesteigernd, regenerierend und zellaktivierend wirkt. Purer Weizengrassaft wirkt als massive Entgiftung für den Körper. Sobald man den Saft trinkt, werden die Giftstoffe aus dem Körper ausgeschwemmt und gelangen in hohen Mengen zu Gallenblase, Leber und zu den Nieren.”

Von all diesen hochtrabenden Versprechungen ist gar nichts auch nur im Ansatz belegt. Hanssen, Koch und Richter , die Autoren des Buches “Biogene Nahrungsergänzungsmittel” (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2008) beurteilen das Weizengras ziemlich nüchtern:

“Der Nährwert von Grünpflanzen als Salat und somit als Nahrungsbestandteil ist unbestritten, welchen Wert nun aber getrocknete Gräser in Kapseln haben sollten, bleibt unklar.”

……..und warum man für getrocknete Gräser viel Geld ausgeben soll, ist auch ziemlich rätselhaft.

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Aromatherapie in der Zahnmedizin

Freitag, Mai 22nd, 2009

In der Sympathikotherapie, auch endonasale Reflextherapie genannt, werden die endonasalen Reflexzonen therapeutisch nutzt.

Mit ätherischen Ölen werden bei dieser Behandlungsmethode regulatorische Punkte des sympathischen Nervensystems stimuliert. Die behandelnde Person führt dabei ein mit ätherischen Ölen imprägniertes Stäbchen in jedes Nasenloch ein und stimuliert so die Reflexzonen der Nasenschleimhaut. Die Nasenschleimhaut weist eine hohe Dichte an sensorischen und neurovegetativen Fasern auf.

Die Sympathikotherapie ist eine schmerzfreie Therapiemethode, welche mit Erfolg in der Zahnmedizin angewendet wird. Eine Indikation ist zum Beispiel Angst vor der zahnärztlichen Behandlung. Die Applikation einer Mischung ätherischer Öle aus Basilikum, Lavendel und Majoran in Mandelöl wirkt neuroregulatorisch auf den Organismus. Auf die Patientinnen und Patienten wirkt dies beruhigend und entspannend.

Quelle:
La phytothérapie européenne, no49 spécial Pharmagora, avril 2009, p13 : Aromathérapie dans la pratique dentaire, Dr Jean-Paul Velu.
www.pharmavista.net / 6. Mai 2009

Kommentar:

Der Newsletter von Pharmavista bringt in letzter Zeit immer wieder interessante Meldungen aus der französischen Phytotherapie, die bei uns in der deutschsprachigen Schweiz viel zu wenig zur Kenntnis genommen wird. An dieser Stelle also ein Sträusschen an Pharmavista.
Dieser Hinweis auf endonasale Anwendungsmöglichkeiten von ätherischen Ölen wie Basilikum, Lavendel und Majoran zur Beruhigung und Entspannung ist sehr bemerkenswert. Er regt jedenfalls zum Nachdenken darüber an, wo denn ein solcher Effekt auch ausserhalb der Zahnmedizin eingesetzt werden könnte.
Wir haben aus der Krankenpflege zum Beispiel positive Erfahrungen mit Lavendelöl bei unruhigen Personen mit Demenz, inhalativ oder 1 – 2 Tropfen Lavendelöl auf einem Würfelzucker eingenommen. Es wäre sehr interessant zu klären, ob die endonasale Anwendung in solchen Fällen erfolgreich ist.
Leider enthält die Kurzmeldung keine Angaben zur Konzentration von Lavendelöl, Majoranöl und Basilikumöl in dem als Basis verwendeten Mandelöl. Auch die Anwendungsdauer fehlt und der genaue Applikationsort in der Nase.
Auf die als Quelle erwähnte französische Phytotherapie-Zeitschrift habe ich im Moment keinen Zugriff, werde aber noch eine Recherche starten und die Augen offen halten an diesem Punkt. Und falls jemand aus der Leserschaft dieses Blogs Erfahrungen hat mit der endonasalen Anwendung von ätherischen Ölen steht die Kommentarfunktion für eine Mitteilung offen.

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“Schlackenstoffe” – ein Phantom macht Karriere

Donnerstag, Mai 21st, 2009

Was sind “Schlackenstoffe”? Ist “entschlacken” sinnvoll?
Diese Fragen wirft die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) auf. Ich fasse hier die Antworten der ÖGE zusammen:

Was sind “Schlackenstoffe”?

Der Begriff “Schlacken” ist inzwischen in der Populärmedizin verbreitet und wird häufig synonym für Stoffwechselprodukte des Körpers verwendet, die sich im Körper ansammeln sollen. “Schlacken” als Substanz sind jedoch im menschlichen Körper noch nicht nachgewiesen worden. ?Beim gesunden Organismus ist eine ausreichende Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Giftstoffen aus dem gewährleistet. Dazu verfügt der menschliche Körper über verschiedene Ausscheidungssysteme (Schweiß wird über die Haut ausgeschieden, Kohlendioxid über die Atemluft, Stuhl über den Darm und Harn über die Nieren).

Ist eine “Entschlackungskur” sinnvoll?

“Entschlackungskuren” können durchaus einen persönlichen Nutzen bringen, und es ist möglich, dass danach eine Verbesserung des Wohlbefindens empfunden wird. Dennoch gilt: “aus der Wirksamkeit des ‘Entschlackens’ kann nicht auf die Existenz von ,Schlacken‘ geschlossen werden.” (Dellmour, 2007).

Was ist zu beachten?

Tabletten, Kapseln und Tees zur Entschlackung beziehungsweise Entwässerung sind ungeeignet und manchmal sogar gefährlich.

Gibt es eine “natürliche Entschlackungskur”?

Es gibt Heilpflanzen, deren Konsum harntreibend wirkt, wie zum Beispiel der Wacholder oder die Brennessel.? Wacholder (Wirkstoff Terpinen-4-ol) hat eine harntreibende Wirkung. Wacholderbeeren werden angewendet als Tee (1 EL gequetschte Scheinbeeren pro Tasse, 2 Tassen pro Tag) oder werden gekaut (4 Stück Scheinbeeren pro Tag). Zur Langzeitanwendung (über 12 Tage) ist Wacholder nicht geeignet wegen seiner nierenreizenden und nierenschädigenden Wirkung.

Brennessel vermehrt ebenfalls die Harnproduktion und soll zudem bei Arthritis und Rheumatismus wirken, wobei Forschungen zu diesem Bereich allerdings noch notwendig sind. Für die Zubereitung eines Tees wird ein Löffel Kraut mit heißem Wasser überbrüht, wobei 3 Tassen Brennesseltee pro Tag empfohlen werden.

Ein Tipp bei Blähungen:

Wer öfter mit schmerzhaften Blähungen zu kämpfen hat, kann mit Kräutertees gute Wirkungen erreichen. Fenchel, Kümmel, Anis zum Beispiel enthalten so genannte Karminative. Diese Wirkstoffe führen zu einer Entspannung der Magen- und Darmmuskulatur und begünstigen unter anderem den Abgang von Darmgasen.

Quellennachweis:?
Dellmour, F., Der Schlackenbegriff als medizinische Metapher, in: Marktl W. Reiter B. Ekmekcioglu C. Säuren – Basen – Schlacken: Pro und Contra. Eine wissenschaftliche Diskussion, Springer Verlag, Wien, 2007, S. 17-21?
Thelemann, J., Schlankheitsmittel – Abnehmen garantiert? In: aid – ernährung im fokus 7- 06/07?
www.aid.de/fachzeitschriften/eif/download/eif_2007_06_schlankheitsmittel_leitart1.pdf?www.waswiressen.de/gesund/schlankheitsmittel_6907.php
www.pharmpress.com/shop/samples/N.pdf

Quelle: http://www.oege.at/

Kommentar:

Problematisch beim Thema Entschlackungskuren & Entschlackungsmittel ist auch, dass diese häufig Abführmittel enthalten. Das kann den Darm “irritieren” und zur Gewöhnung führen. Starke Abführpflanzen wie Sennesblätter können als Nebenwirkung zu akuten Bauchkrämpfen führen.

Oft werden Entschlackungsmittel & Entschlackungskuren auch mit der Versprechung verkauft, dass damit eine Gewichtsabnahme erreicht werden kann. Diese Propagandierung als Schlankheitsmittel ist eine Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten, wenn Entschlackungsmittel – was meist der Fall ist – ausschliesslich Abführmittel und harntreibende Heilpflanzen enthalten. Und zwar ganz einfach, weil mit solchen Produkten abgesehen vom Wasserverlust keine Gewichtsabnahme erreicht werden kann.

Warum die ÖGE an dieser Stelle auch auf das Thema Blähungen eingeht, ist mir nicht klar, der Zusammenhang mit dem “Entschlacken” nicht direkt ersichtlich. Und von Wirkstoffen namens “Karminativa”, wie die ÖGE das hier darstellt, ist in der Phytotherapie nicht die Rede. Kümmel, Fenchel und Anis als Heilpflanzen zählen zu den Karminativa. Der Begriff “Karminativa” bezeichnet also eine Heilpflanzen-Gruppe mit blähungswidrigen Wirkungen, nicht einzelne Wirkstoffe.

Generell scheint mir Skepsis angebracht, wenn mit Begriffen operiert wird, die sich nicht einmal annähernd fassen lassen. Fragt man nämlich VertreterInnen der “Schlackenzunft” danach, um was für Stoffe es sich bei diesen Schlacken denn handle, die so dringend ausgeschieden werden müssten, bekommt man bestenfalls sehr nebulöse Antworten.

Der Hinweis auf Brennessel bei Arthritis und Rheumatismus lässt sich insofern präzisieren, dass es inzwischen Forschungsergebnisse gibt, nach welchen die Brennesselblätter eine entzündungswidrige Wirkung entfalten können.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Weisser Tee – was ist das?

Mittwoch, Mai 20th, 2009

Weißer Tee ist eine Rarität aus den Bergen Südchinas. Er stammt ursprünglich aus den Bergregionen der chinesischen Provinz Fujian und gilt als der edelste Tee überhaupt.

Weißer Tee stammt von dem Teestrauch “Big White”, einer Variante der Pflanze “Camellia Sinensis”, von der auch Schwarztee und Grüntee stammen.

Für die Herstellung des Weißen Tees werden ausschließlich die ersten Triebe der Teebüsche im Frühling genutzt. Darum ist die zur Verfügung stehende Menge des Weißen Tees limitiert und entsprechend wertvoll.
Weisser Tee ist in der Regel ein lediglich zu zwei Prozent anfermentierter Tee. Diese Fermentation vollzieht sich während des Welkprozesses auf natürlichem Wege.
Für die Herstellung eines Kilogramms Weißen Tees werden etwa 30.000 handgepflückte Knospen benötigt. Ihren milden Geschmack erhält diese Teesorte durch die schonende Licht- und Lufttrocknung.
Die bekanntesten und beliebtesten Sorten des Weißen Tees sind der großblättrige Pai Mu Tan, zu deutsch weiße Pfingstrose, und die hochwertige Sorte Yin Zhen, deutsch Silbernadel, für welche nur speziell junge und aromatische Triebe des Großen Weißteebusches gepflückt werden.

Weisser Tee, Grüntee und Schwarztee gelten alle als gesundheitsfördernd

Die im Weißen Tee, aber auch im Grüntee und Schwarztee enthaltenen Antioxidantien neutralisieren freie Radikale im Körper und verhindern so deren gesundheitsschädliche Wirkung.

Weisser Tee in Mythos und Geschichte

Annähernd tausend Jahre lang war der Genuss von Weißem Tee nur den Kaisern vorbehalten. Das ist nicht weiter erstaunlich, galt Weißer Tee doch als unverzichtbare Zutat für ein Elixier, das Unsterblichkeit verleihen sollte. Der chinesischen Überlieferung zufolge wohnt dem Weißen Tee eine lebensverlängernde Kraft inne.

Die rituelle Pflückung musste angeblich von Jungfrauen mit einer goldenen Schere geschehen und durfte nach einer genauen botanischen Beobachtung nur an zwei Tagen im Jahr stattfinden. Nach der Pflückung durften die geernteten Knospen von niemandem berühret werden, bis sie vor dem Kaiser aufgegossen wurden.

Quelle: www.teeverband.at

Kommentar:

In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie wird hauptsächlich Schwarztee eingesetzt. Innerlich als Heilpflanze gegen Diarrhoe (Durchfall), äusserlich bei Entzündungen von Haut oder Schleimhaut, zum Beispiel bei leichter Bindehautentzündung (Conjunktivitis), Sonnenbrand, Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), nässendem Ekzem, nässender Fussmykose ( Fusspilz) etc.
Grüntee gilt eher als präventiver Gesundheitstee, der aber intensiv auf mögliche Heilwirkungen hin untersucht wird.
Weisser Tee wird eher als Genusstee verwendet und zählt weniger zu den Heilpflanzen, weil er bezüglich Heilwirkungen kaum erforscht ist. Im Inhaltsstoffspektrum unterscheidet er sich nicht wesentlich von Grüntee. Weisser Tee wird als Anti-Aging-Produkt beworben, Diese Propaganda ist zwar überzogen, doch wenn jemand davon überzeugt ist, dass er oder sie etwas gegen das Älterwerden tun müsse, dann gibt es zweifellos dümmere Mittel als Weissen Tee. Ob allerdings irgendetwas von diesen Anti-Aging-Produkten überhaupt einen Wert hat, ist völlig unklar.

Die erwähnten Antioxidanzien, denen eine positive Wirkung auf die Gesundheit zugeschrieben wird, kommen allerdings im Grüntee, Schwarztee und im Weissen Tee vor.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Grüntee-Wirkstoff EGCG senkt HIV-& Übertragung im Labor

Dienstag, Mai 19th, 2009

Hamburger Wissenschaftler entdeckten, dass ein Wirkstoff aus Grüntee die Infektiosität von HIV-1 im Laborexperiment drastisch reduziert. Ilona Hauber und ihre Kollegen vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg sind der Ansicht, dass dieser Hemmstoff, wenn er in konzentrierter Form in mikrobiziden Vaginalcremes enthalten ist, vor der sexuellen Übertragung von HIV schützen könnte. Die Resultate ihrer Untersuchung publizierten die Virologen jetzt im Fachjournal PNAS (online Early Edition 18. Mai 2009).

Ulmer Forscher hatten vor 2 Jahren entdeckt, dass in menschlichen Spermien feinste Fäden, so genannte amyloide Fibrillen, enthalten sind, die mit HIV und der Zelloberfläche wechselwirken. Dies passiert, in dem sich HIV in das Proteinnetz der Fibrillen einlagert, dadurch nah an die Zelloberflächen kommt und so eine effektive Infektion von Zellen ermöglicht wird. Die Fibrillen heißen abgekürzt SEVI (Semen-derived Enhancer of Viral Infection) und sind Abbauprodukte eines Eiweisses, das in hohen Mengen in Spermien enthalten ist. Mit Hilfe von SEVI steigt die Infektiosität von HIV drastisch. Ein Hemmstoff, der SEVI in den Spermien abbaut und unschädlich macht, könnte somit auch die Ansteckung mit HIV bei der sexuellen Übertragung reduzieren, so war die Idee der Hamburger Wissenschaftler.

Ilona Hauber wurde hellhörig, als sie Untersuchungen über einen Wirkstoff im Grüntee las, der Eiweissablagerungen und feinste Fibrillen in Blutgefäßen abbauen kann. “Wir testeten diesen Wirkstoff in hochreiner und konzentrierter Form an Zellen in Anwesenheit von SEVI und stellten fest, dass die Infektion von Zellen mit HIV-1 dramatisch sank”, schildert Hauber. Das Catechin EGCG (Epigallocatechingallat), so heißt einer der Hauptwirkstoffe im Grüntee, verhindert die Bildung der Fibrillen und baut diese auch innerhalb mehrerer Stunden ab. Mit dem Elektronenmikroskop konnten die Hamburger Kollegen am Heinrich-Pette-Institut diese dynamischen Vorgänge verfolgen.

Ilona Hauber warnt aber vor falschen Vorstellungen: “Es nutzt nichts, große Mengen an Grünem Tee zu trinken und dann zu glauben, damit sei man vor HIV geschützt! Der Wirkstoff EGCG muss in höherer Konzentration mit Spermien in Berührung kommen, und das ist als Wirkstoff in Vaginalcremes vermutlich am besten zu erreichen. Wir hoffen, dass sich so vielleicht verbesserte Cremes entwickeln lassen, die auch für den afrikanischen Markt als kostengünstige Prophylaxe geeignet wären!”

Quellen:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=25848

Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI)

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt eine Unmenge von Laboruntersuchungen mit EGCG, in denen positive Wirkungen gefunden wurden. Weil diese Ergebnisse oft vorschnell und verkürzt in die Medien gelangen, entsteht zunehmend der Eindruck vom Grüntee als umfassendem Naturheilmittel für fast alle relevanten Krankheiten.

Dabei ist bei Resultaten aus dem Labor immer die Frage, wie weit sie auf den Menschen übertragen werden können.

Darum ist es sorgfältig, wenn Ilona Hauber vor unrealistischen Vorstellungen warnt.
Trotz dieser Warnung meldet die Zeitschrift “Focus” die Studie unter der Schlagzeile: “Grüner Tee schützt Frauen vor Aids”. Das ist ein total unseriöser, reisserischer Titel. Im Moment geht es um Laborexperimente. Falls diese Erkenntisse überhaupt einmal zur Anwendung kommen sollten, wird es noch Jahre dauern. Und dann wurde ja ein isolierter Wirkstoff EGCG untersucht, so dass auch “Grüner Tee schützt…” falsch ist.

Grüntee gehört für die Phytotherapie zweifellos zu den interessanten Heilpflanzen, doch muss man die vielen Versprechungen genau unter die Lupe nehmen und differenziert betrachten.

Epidemiologische Untersuchungen geben Hinweise auf vorbeugende Effekte gegen gewisse Tumore und gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, doch liegen diesen Resultaten durchwegs relativ hohe Grüntee-Mengen pro Tag zugrunde und sie lassen sich zum Teil auch durch andere Ursachen erkären.

Das grosse Interesse der Forschung an EGCG zeigt aber auf jeden Fall wieder einmal, dass Heilpflanzen als Quelle von Medikamenten immer noch sehr relevant sind. Soll mir also niemand pauschal erzählen, Heilpflanzen seien ohne Wirkung. Es geht vielmehr darum, sorgfältig Wirksames von Unwirksamem zu trennen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zukunft mit Komplementärmedizin – Parlament soll Verantwortung & übernehmen

Dienstag, Mai 19th, 2009

Jetzt haben wir also diesen Artikel in der Verfassung, wonach Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin sorgen sollen.

Für meine berufliche Tätigkeit als Dozent für Phytotherapie dürfte sich dieser Entscheid eher positiv auswirken. In diesem Sinne “Merci vilmol” an alle Befürworterinnen und Befürworter. Dass ich trotzdem gegen diese Vorlage war, hat mit den vielen damit verknüpften Versprechungen zu tun, die sich meines Erachtens kaum seriös umsetzen lassen (z. B. die Qualitätssicherung bei nichtärztlichen Komplementärtherapeuten) und mit den zahlreichen ungeklärten Fragwürdigkeiten (z. B. der Remoralisierung von Krankheit und Behinderung, wenn diese wieder wie in der Anthroposophischen Medizin als Folge von moralischem Versagen in früheren Leben gesehen werden).

Nun geht es also um die Umsetzung dieses Artikels und schon kommen die Forderungen an BR Pascal Couchepin nach einer raschen Wiederaufnahme der fünf Methoden Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin und Phytotherapie in die Grundversicherung.

Dass Couchepin zu einer solchen Hauruck-Übung keine Hand bieten will, dafür wird er nun ziemlich gescholten.

Ich bin mit Pascal Couchepin nicht immer einverstanden, aber an diesem Punkt kann ich nur festhalten: Vielen Dank, Herr Bundesrat, dass Sie dem populistischen Druck nach Instant-Lösungen nicht nachgeben und sich ans Gesetz halten. Dieses verlangt eine nachgewiesene Wirksamkeit für Methoden, die über die Grundversicherung solidarisch finanziert werden. Und diese Wirksamkeit ist keineswegs so pauschal und fraglos belegt, wie die Befürworter des Verfassungsartikels es dargestellt haben.

Sorgfältige, unabhängige, und möglichst unvoreingenommene (in beide Richtungen) Prüfung ist angesagt. Und die Frage, welche Komplementärmedizin wir wollen, ist auch eine politische Frage.

Ich kann daher sehr die Forderung von BR Couchepin nachvollziehen, dass nun das Parlament Verantwortung übernehmen soll.
Das Parlament hat mit diesem Gegenvorschlag grosse Erwartungen geweckt und sehr grosse, meines Erachtens aber weitgehend leere Versprechungen gemacht.
Die konkrete Arbeit und Auseinandersetzung mit all den offen gelassenen Fragen soll nun aber wohl auf ein paar Bundesbeamte im BAG abgeschoben werden.

Nein, nein: Das Parlament soll die Verantwortung übernehmen, wenn es die Anforderungen an die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden lockern will, die von der Grundversicherung bezahlt werden müssen.

Das Parlament soll die Verantwortung übernehmen, wenn es beispielsweise eine Heilmethode wie die Anthroposophische Medizin in die Grundversicherung nehmen will, welche Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben auffasst.

Meines Erachtens war es ein grosser Fortschritt der Neuzeit, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr als Strafe für moralisches Versagen gesehen wird.

Wenn wir nun staatlicherseits diesen Fortschritt rückgängig machen wollen, ist das ein gravierender Schritt, den das Parlament verantworten soll, und nicht einige Bundesbeamte im BAG.

Nach dieser Verantwortung müsste man dann vor allem Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Sozialdemokratischen Partei und der Grünen Partei fragen, die in ihrem Selbstverständnis ja so behindertenfreundlich sind, im Zuge dieses Verfassungsartikels aber die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung am undifferenziertesten puschen.
Ebenso werden Fragen zu stellen sein an christliche Parteien wie CVP und EVP, ob sie eine solche Remoralisierung von Krankheit und Behinderung auf der Basis einer Karma-Lehre mittragen können.

Offene Fragen zuhanden des Parlamentes wären zum Beispiel:

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/13/abstimmung-komplementaermedizin-bewahrung-des-traditionellen-heilmittelschatzes-zweifelhafte-versprechen.html

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/09/komplementaermedizin-abstimmung-fragwuerdige-versprechen-zur-qualitaetssicherung.html

Ich bin sehr gespannt auf die Diskussionen, wenn sich das Parlament einmal konkret mit dem Thema Komplementärmedizin befassen wird, und nicht nur vollkommen abstrakt und pauschal wie bisher.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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