Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs….

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Das Frühlingswetter hat die Hummelköniginnen geweckt. Sie sind leicht zu erkennen, weil zu Beginn des Hummeljahres nur Hummelköniginnen fliegen, und sich ihre Majestät nur schon durch ihre Grösse von den später fliegenden Arbeiterinnen unterscheidet.
Der Hummelstaat stirbt im Herbst. Es überleben nur die befruchteten Jungköniginnen. Sie versorgen das aufgenommene Sperma in einem Körperdepot und überwintern versteckt an einer geschützten Stelle.

Nun kriechen sie hervor und suchen Nahrung und einen Platz für die Gründung eines eigenen Volkes. Auch dieser Suchflug ist charakteristisch. Die Hummelkönigin schwirrt im Tiefflug über den Boden und inspiziert dunkle Stellen, die nach kleinen Höhlen oder Mäusegängen ausschauen. Das sind potentielle Neststandorte. Hat sie einen geeigneten Platz gefunden, legt sie Eier und zieht die erste Generation von Arbeiterinnen selber auf. Später übernehmen dann die Arbeiterinnen die Sammeltätigkeit und den Innendienst im Nest, und die Hummelkönigin bleibt “zuhause” und konzentriert sich auf‘s Eierlegen.

Weitere Infos zum Thema “Hummelkönigin” hier in einer leicht überarbeiteten und gekürzten Pressemitteilung des NABU Landesverbandes Bremen:

Ohne die rund 500 Hummelarten auf der ganzen Welt gäbe es wohl kaum eine nennenswerte Obsternte. Ohne sie wären auch unsere Wiesen und Gärten viel artenärmer, denn sie sorgen durch die Bestäubung für Artenvielfalt unter den Pflanzen. Und dabei sind Hummeln auch noch sehr friedliche Tiere, die nur stechen, wenn sie sich sehr bedroht fühlen.
Hummeln leben in Kanada sogar weniger als 900 km vom Nordpol entfernt. Sie können selbst in alpinen und arktischen Gegenden überleben, weil ihr massiger Körper eine verhältnismässig geringe Oberfläche aufweist. Durch ihre Flugmuskulatur, besitzen sie zudem eine ausgeklügelte “Heizung” und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen.

Doch leider fällt es den gemütlichen Brummern in unserer zunehmend ausgeräumten und bebauten Landschaft immer schwerer, Blütenpflanzen und Unterschlupf zu finden. “Der naturnahe Garten ohne Gift ist der beste Hummelschutz”, erklärt Sönke Hofmann, Geschäftsführer des deutschen Naturschutzverbandes NABU, und “außerdem sollte man bei der Blumenwahl auf ungefüllte Köpfe achten. Die gefüllten Blüten sind zwar modischer, liefern jedoch keinen Nektar.” Eine Wildblumenwiese mit Dost, Katzenminze, Lerchensporn, Beinwell, Akelei, Taubnesseln, Blutweiderich, Wildrosen und anderen einheimischen Pflanzen kann jetzt gut eingesät werden und bieten den Hummeln wertvolle Nahrung. Auch Schmetterlinge lieben diese Pflanzen und erfreuen unser Auge.

Was tun, wenn man nun eine entkräftete Hummel im Garten oder auf der Terrasse entdeckt? “Man kann Ihre Majestät ruhig mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben”, erläutert Hummelfreund Hofmann. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in ein bisschen lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten.
“Wenn man genau hinguckt, sieht man sogar, wie der lange Saugrüssel ausfährt und die Hummel trinkt”, erklärt der NABU-Mann. Innerhalb einiger Minuten könne sich das Tier dann mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie wieder auftanken. “Ich habe so gestern wieder einer dicken Erdhummel Starthilfe gegeben und es hat ganz toll geklappt”, erzählt der Naturschützer.

Kommentar:

Ich finde es wichtig, auf Heilpflanzen-Exkursionen nicht nur mit einem Nützlichkeitsblick durch die Natur zu gehen: Was heilt mich? Was kann man essen? – Wer nur für dasjenige Interesse zeigt, was sich direkt nutzen lässt, verpasst ganz wesentliche Entdeckungen in der Natur. Beispielsweise Pflanzen und Tiere, die einfach ästhetische Erlebnisse ermöglichen oder durch ihre spannende Lebensweise beeindrucken. Hummeln gehören ganz sicher zu diesen faszinierenden Lebewesen. Als “Freunde” und “Gäste” der Blüten sind sie mit vielen Heilpflanzen eng verbunden. Und einige Heilpflanzen wie zum Beispiel der Beinwell (Wallwurz) sind sogar gute Nahrungsquellen für Hummeln.
Falls Sie einen Garten haben: Wie wär‘s mit ein paar “Tankstellen” für Hummeln und Schmetterlinge?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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