Archive for März, 2009
Dienstag, März 31st, 2009
Heuschnupfen beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Kein Wunder, dass es viele Therapie-Angebote gibt, auch im Bereich von Naturheilkunde bzw. Komplementärmedizin.
Bei Heuschnupfen ist es allerdings generell sehr schwierig, die Wirksamkeit einer Behandlung einzuschätzen.
Nicht nur weil bei jeder Behandlung ein Placeboeffekt mit beteiligt ist. Auch Schwankungen im auslösenden Pollenflug und in der Reaktion des Organismus beeinflussen den Verlauf.
Wer während einer Behandlung eine Besserung verspürt, kann daher noch nicht davon ausgehen, dass diese Besserung auch von der Therapie bewirkt wurde.
Diese Schwierigkeit in der Beurteilung der Wirksamkeit hat zur Folge, dass sich im Bereich der Naturheilkunde neben wirksamen Therapien auch sehr fragwürdige Produkte halten können.
Wie also kann man den Nutzen einer Heuschnupfen-Therapie beurteilen?
Drei Fragen stehen dabei im Vordergrund:
1. Existiert ein plausibler, dokumentierter Wirkungsmechanismus?
2. Hält die zu prüfende Heuschnupfen-Therapie dem Vergleich mit einer Standard-Behandlung stand?
3. Wirkt die zu prüfende Heuschnupfen-Therapie in einer sorgfältigen Vergleichsstudie besser als ein Scheinmedikament (Placebo)?
Das einzige Naturheilmittel, das bei diesen drei Punkten überzeugt, kommt aus dem Bereich der Phytotherapie. Es handelt sich um einen Pestwurz-Extrakt, der von der Firma Zeller in Romanshorn entwickelt wurde.
1. Zum Wirkungsmechanismus
Die antiallergische Wirkung der Pestwurz basiert auf den so genannten Petasinen, welche die Produktion von Leukotrienen reduzieren. Leukotriene sind Botenstoffen, die bei der Entzündungsreaktion gegen Allergene eine große Rolle spielen.
2. Vergleich mit einer Standardbehandlung
Pestwurz-Extrakt hat sich in Studien als ebenbürtig wirksam gezeigt im Vergleich mit den Heuschnupfen-Mitteln Fexofenadin und Cetirizin (Zyrtec®).
In der Vergleichsstudie mit dem häufig verwendeten Antihistaminikum Fexofenadin untersuchten die Forscher an insgesamt 330 Patienten aus 11 Gesundheitszentren die Auswirkungen der Medikamente auf Symptome wie eine laufende Nase, Niesen sowie Juckreiz in Augen und Nase. Das Resultat: Der aus den Blättern der Pestwurz gewonnene Extrakt war nicht nur genauso wirksam wie das Antihistaminikum. Er führte im Gegensatz zum althergebrachten Medikament auch nicht zu Benommenheit und Müdigkeit.
3. Vergleich mit Placebo
Ebenso hat sich der Pestwurz-Extrakt in mehreren Studien im Vergleich zu Placebo als wirksamer gezeigt.
Quelle: Schilcher / Kammerer / Wegener; Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag 2007
(dieses Fachbuch können Sie anschauen im Buchshop)
Kommentar:
1. Der Pestwurz-Extrakt ist das einzige pflanzliche Heilmittel, welches alle drei Prüfpunkte erfüllt. Er ist zurzeit noch rezeptpflichtig, weil es sich um eine Neuentwicklung handelt, und als Tesalin® im Handel.
2. Pestwurz enthält in Blättern und Wurzeln Pyrrolizidinalkaloide, welchen aufgrund von Erkenntnissen aus Tierversuchen eine potentiell Krebs fördernde Wirkung zugeschrieben wird. Deshalb soll Pestwurz nicht als Tee oder Tinktur angewendet werden. Für den Extrakt im Tesalin® wird eine speziell gezüchtete, petasinreiche und sehr pyrrolizidinarme Pestwurzsorte verwendet. Ein spezielles Extraktionsverfahren eliminiert zudem allfällige Reste an Pyrrolizidinalkaloiden bis auf minimalste, unbedenkliche Spuren.
Die Entwicklung und Erforschung von Pestwurz-Extrakt gegen Heuschnupfen ist eine Innovation im Bereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), weil für diesen Anwendungsbereich bisher keine überzeugenden Heilpflanzen-Präparate zu Verfügung standen. Auch im Vergleich mit den verschiedensten Empfehlungen aus Naturheilkunde bzw. Komplementärmedizin zur Behandlung von Heuschnupfen ist der Pestwurz-Extrakt mit Abstand die am besten belegte Therapiemöglichkeit.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Allergene, Antihistaminikum, Augen, Ausbildungen, Behandlung, Cetirizin, Exkursionen, Extraktionsverfahren, Fexofenadin, gegen, Gesundheitsberufe, Heilkräuter, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Seminar, Heuschnupfen, Juckreiz, Klinik, Komplementärmedizin, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Krebs, Kurse, Leukotriene, Medikament, Nase, Naturheilkunde, Naturheilmittel, Niesen, Palliative Care, Pestwurz, Pestwurz-Extrakt, Petasine, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Placeboeffekt, Pollenflug, Pyrrolizidinalkaloide, Scheinmedikament, Schmerzen, Schweiz, Spitex, Studien, Tee, Tesalin, Therapie, Tinktur, Vergleichsstudie, Weiterbildung, Winterthur, Wirkungsmechanismus, Zeller, Zürich, Zyrtec
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Dienstag, März 31st, 2009
Die “Starke grüne Salbe” ist ein Veterinärprodukt, welches bei Nutz- und Heimtieren eingesetzt wird. Nach den Angaben im Tierarzneimittelkompendium ist das Präparat für folgende Anwendungsbereiche zugelassen: Gelenk- und Muskelleiden, Arthritis, Hämatome, Abszesse, Neuritis.
In ländlichen Regionen wird die “Starke grüne Salbe” auch in der Selbstmedikation als Rheumamittel für Menschen eingesetzt. Das Produkt ist aber ausschliesslich zur Anwendung in der Tiermedizin zugelassen.
Die Salbe enthält als wirksame Bestandteile Kampfer, Methylsalicylat, und Pappelsalbe, sowie als Farbstoffe E110 und E131. Die Anwendung auf menschlicher Haut birgt vor allem bei grossflächiger und häufiger Applikation folgende Gefahren:
Die Aufnehme von Kampfer durch die Haut führt zu messbaren Plasmakonzentrationen und kann bei Überdosierung zu Magen-Darm-Beschwerden, Verwirrung, Halluzinationen oder Krämpfen führen.
Der Hilfs- und Farbstoff E110 (Gelborange S) zählt zu den Azofarbstoffen und kann allergische Reaktionen bewirken.
Methylsalicylat wird schnell über die intakte Haut aufgenommen und durch Esterasen zu Salicylsäure umgewandelt. Bei wiederholtem Gebrauch des Wirkstoffs steigert sich die Aufnahmekapazität der Haut. Es besteht ein Potential für Wechelwirkungen mit Vitamin-K-Antagonisten, was zu einer verstärkten Antikoagulation führen kann. Salicylat reduziert die renale Sekretion von Methotrexat und verstärkt dadurch dessen Toxizität.
Quelle:
Schweizerisches Medizin-Forum, 9/2009/p188
www.pharmavista.net
Kommentar:
Die “Starke grüne Salbe” ist vor allem in ländlichen Gebieten tatsächlich ein verbreitetes “Hausmittel” für allerlei Gebresten der Menschen.
Schon möglich, dass damit manchmal auch zu sorglos umgegangen wird. Kampfer und Methylsalicylat werden jedenfalls wirklich sehr leicht durch die Haut aufgenommen, so dass die regelmässige grossflächige Anwendung nicht unproblematisch sein könnte.
Kampfer stammt übrigens ursprünglich vom Kampferbaum (Cinnamomum camphora), der Aus Taiwan, Japan und Südchina stammt. Für Arzneimittel wird er heute auch synthetisch hergestellt.
Kampfer ist auch Bestandteil von Produkten, die als Naturheilmittel unter der Bezeichnung “Tigerbalsam” verkauft werden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, März 31st, 2009
Eltern sollten genau im Auge behalten, was sie in ihrem Garten anpflanzen. Denn Gewächse wie Engelstrompete, Goldregen und Tollkirsche können bei Kindern schwere Vergiftungen auslösen. Das betont die Aktion “Das Sichere Haus” (DSH) in Hamburg. Giftig seien beispielsweise auch die kleinen blauen Beeren des Efeus. Eine Risiko bestehe vor allem für zwei- bis dreijährige Kinder, weil sie Blüten und Beeren gerne in den Mund nehmen.
Roter Seidelbast und kleine Kinder sind im Garten eine heikle Kombination. Denn die vom Sommer an reifenden Beeren des duftenden Strauches sind giftig, schreibt die Initiative Pflanzen des Monats (PdM) in Bonn. Am besten werden die Beeren entfernt, solange sie noch grün und ungiftig sind. Geschätzt werde der Rote Seidelbast vor allem, weil er schon im März und April mit seinen zahlreichen Blüten Farbe in den Garten bringe. Ausserdem sei er eine wertvolle Bienenweide.
http://www.kinderaerzte-im-netz.de
Kommentar:
Giftpflanzen – weder dramatisieren noch verharmlosen
Der Umgang mit Giftpflanzen im Garten und in der Natur ist nicht immer einfach. Meines Erachtens wäre es wichtig, sowohl Dramatisierungen als auch Verharmlosungen zu vermeiden.
Es gibt Tendenzen zur Dramatisierung. Dann zählen plötzlich mehr als die Hälfte aller Pflanzenarten zu den Giftpflanzen und wenn man das Kindern genug einschärft, getrauen sie sich kaum mehr, eine Pflanze anzurühren. Dagegen ist festzuhalten, dass die Vergiftungen mit Pflanzen sehr selten sind im Vergleich mit Vergiftungen durch Medikamente oder Haushaltchemikalien wie Putzmittel.
Meines Erachtens müsste auch genauer differenziert werden zwischen Pflanzen, die zwar leichtere Symptome wie Erbrechen oder Durchfall auslösen können, und den gefährlichen oder gar tödlichen Pflanzen wie beispielsweise Eibe, Herbstzeitlose, Seidelbast, Fingerhut, Eisenhut, Tollkirsche, Engelstrompete. Vor solchen Pflanzen ist eine Warnung angebracht, wobei mir natürlich klar ist, dass kleine Kinder diese Pflanzen nicht unterscheiden können.
Eine Warnung ist auch sinnvoll beim Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, Mantegazzis Bärenklau). Die dekorative Pflanze (“Herkulesstaude”, “Architektentrost”) stammt aus dem Kaukasus. Sie enthält Furanocumarine, welche die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenstrahlen erhöhen. Das kann zu starker Blasenbildung führen.
Verharmlosung ist daher auch keine angemessene Umgangsweise mit dem Thema “Giftpflanzen”. Verharmlosung findet man oft bei Leuten, die mit der Überzeugung imprägniert sind, dass alles gut, wunderbar und heilsam ist, was uns “Mutter Natur” anbietet. Diese bodenlos naive Vorstellung findet man häufig auch bei Menschen, die der Naturheilkunde nahe stehen. So einfach ist es aber nicht. Es gibt zum Beispiel Heilpflanzen, bei denen kein Giftpotential erkennbar ist. Bei Heilpflanzen wie Mariendistel, Lindenblüten, Weissdorn, Birkenblätter und vielen anderen kommt eine akut toxische Dosis kaum in Reichweite. Bei riesigen, unrealistisch hohen Dosen wird dann irgendwann der Magen rebellieren oder die hohe Wasserzufuhr aus dem Kräutertee wird zum Problem (das heisst nicht, dass die genannten Heilpflanzen nun grenzenlos konsumiert werden sollten). Es gibt aber auch Heilpflanzen, die je nach Dosis zugleich als Giftpflanzen wirken können.
Und es gibt Pflanzen, die sind nach heutigem Wissensstand nur giftig – akut oder bei Langzeiteinnahme.
Fundierte Bücher zum Thema “Giftpflanzen” finden Sie in unserem Buchshop.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Sonntag, März 29th, 2009
Die Gartensaison hat begonnen. Das ist eine Chance, den Garten bienen- und hummelfreundlich zu gestalten. Dazu lohnt sich eine kritische Bestandesaufnahme:
Was steht und wächst dort? Und macht es eigentlich Sinn? Nicht nur ästhetisch, sondern bringt es auch den anderen Gartennutzern wie Insekten und Vögeln Nutzen?
Hier finden sich leider in zahlreichen Gärten noch zu viele fragwürdige “Platzverschwender”, die zwar kurz mit Farben und Formen aufleuchten, aber kaum einen Nutzen für die heimische Insektenwelt bringen. Solche Pflanzen lassen sich jedoch einfach durch besseres ersetzen.
Fragwürdige Gartenpflanzen sind:
Wacholder (Juniperus) – dieses immergrüne Nadelgehölz ist der Wirt des Birnengitterrostes und trägt damit allzu oft dazu bei, daß nahegelegene Birnenbäume unweigerlich absterben.
Er besitzt allenfalls als Nistgehölz für Vögel einigen Wert, aber für Insekten bietet er wenig.
Auch viele andere, klassische “Immergrüne” wie Zypressen und Koniferen sind hauptsächlich als Platzverschwender zu betrachten – nur der Buchsbaum (Buxus spec.) ist eine mäßige Bienenweide bei der Blüte. Geeigneter sind schöne Laubgehölze wie die Cornelkirsche, Hartriegel oder Weißdorn, wobei letzterer aber als Überträger des Feuerbrandes im Auge behalten werden muss.
Auch die beliebten Tulpen und Hyazinthen sind keine naturfreundliche Wahl – sie sind zwar bunt, aber meistens vollkommen uninteressant für die Insektenwelt. Hier wären Krokusse, Narcissen (Osterglocken) und die blaue Traubenhyazinthe eine bessere Variante. Vor allem monotone Rasenflächen lassen sich mit den blauen Elfen-Krokussen insektenfreundlich gestalten. Allerdings tut den Krokussen ein frühzeitiges Mähen des Blattgrüns nicht gut und sie kümmern nach einigen Jahren.
Heide (Knospenblühende Züchtung) – Die Knospenblüher gehören zu den größte züchterischen Dummheiten. Die gefärbten Blüten bleiben geschlossen, um eine Bestäubung und damit das schnelle Verblühen zu verhindern. Nektarsuchende Insekten stehen quasi vor verschlossener Tür. Die normalen Wildformen dagegen sind hervorragende Trachten!
Immergrüne Bodendecker – Efeu ist ein typischer Bodendecker, der aber erst im Alter von 8 bis 10 Jahren zu blühen anfängt – dann jedoch eine ausgezeichnete Bienentracht darstellt und bei der Hausbegrünung wertvolle Nisträume schaffen kann. Wenn es darum geht, Brachflächen und Schattenflächen rasch und blühend zu begrünen, sollte man auf früher blühende Vinca-Sorten, Lerchensporn, Taubnesseln oder Storchenschnabel zurückgreifen.
Gefüllte Züchtungen – Zahlreiche Dahlien, Rosen und auch die Studentenblume sind dieser Züchtungsmode zum Opfer gefallen. Auch Stiefmütterchen und die endlos blühenden Balkongeranien sind meistens bereits komplett umgezüchtet worden und damit wertlos für die Insektenwelt. Solche Blüten enthalten kaum noch Nektar und Pollen; häufig sind die dafür wichtigen Blütenorgane zugunsten von Blütenblättern weggezüchtet worden. Diese sehr dichten Blüten sind ökologisch vollkommen wertlos. Darum sollte man vor dem Kauf genau die Blüte inspizieren: Ist da noch mehr als nur endlos Blütenblätter? Wenn nicht, sollte man diese Pflanzen eher im Laden stehen lassen.
Exoten wie Forsythien, japanische Kirsche u.a. – Nicht alle Exoten sind bienenfeindlich: Die bekannte Robinie oder das Indische Springkraut wie auch der Bienenbaum gelten zu Recht als ausgezeichnete Insektenweiden, wobei allerdings das Springkraut als Neophyt nicht sehr erwünscht ist. Aber bedauerlicherweise findet sich auch viel farbenprächtiger Unsinn in Gärten. Die um die Osterzeit gelb blühenden Forsythien sind beispielsweise vällig unattraktiv für Insekten. Auch die reich blühenden, japanischen Kirschbäumchen oder der klassische Flieder (nicht jedoch der Sommerflieder, der eine ausgezeichnete Insektenweide ist) bleiben ohne Insektenbesuch. Hier wären Weiden oder Mandelbäumchen bessere Varianten.
Wer unsicher ist bezüglich des Wertes gewisser Pflanzen, sollte sie einfach zur Blütezeit im Auge behalten – zeigt sich dort jemand?
Gewisse Pflanzen sind allerdings nur für bestimmte Insektengruppen interessant – sie bleiben dann vielleicht ohne Bienenbesuch, doch Schmetterlinge oder Schwebfliegen finden sich dann ein. Zudem gibt es selbstverständlich auch andere Tiergruppen, die profitieren – zum Beispiel Vögel, welche die Beeren naschen oder dort nisten können. Selbst abgestorbene Gehölze bieten zahlreichen Insekten ein gefundenes Fressen oder Unterkunft, so daß beispielsweise nicht jeder alte Obstbaum sofort entfernt werden muß (sofern er natürlich kein Risiko darstellt).
Quelle: http://www.hymenoptera.de
Kommentar / Ergänzung:
Es gibt auch unter den Heilpflanzen einige Arten, die zugleich Bienentrachtpflanzen sind.
Beispielsweise:
Baldrian, Beinwell, Salbei, Goldrute, Löwenzahn, Malve, Minze, Nachtkerze, Pestwurz, Preiselbeere, Spitzwegerich, Steinklee, Thymian, Wundklee.
Wer solche Heilpflanzen anpflanzt, tut zugleich also den Bienen einen Gefallen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, März 27th, 2009
Das Niedersächsische Sozialministerium und das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg warnen vor der Einnahme des chinesischen Schlankheitspräparats “Botanical slimming”. Dieses wird häufig im Internet als “schneller Schlankmacher” angepriesen, soll allerdings zu erheblichen Gesundheitsschädigungen führen. Bei Untersuchungen zeigte sich, dass in diesem Mittel nicht nur pflanzliche Mittel enthalten sind, sondern auch der Wirkstoff “Sibutramin” und verschiedene Verunreinigungen. Zu den Nebenwirkungen von “Sibutramin” gehören unter anderem Blutdruckerhöhung und die Beschleunigung der Herzfrequenz. Ausserdem kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen mit bestimmten Antidepressiva führen. Im letzten Jahr mussten zwei Personen in Niedersachsen stationär behandelt werden, nachdem sie solche überdosierten Schlankmacher eingenommen hatten. Weltweit werden diese angeblichen Kräuterpräparate des chinesischen Herstellers Meizitang für mehrere Todesfälle verantwortlich gemacht.
Quelle:
http://www.derNewsticker.de/news.php?id=98641
www.aerztlichepraxis.de
Kommentar:
Nicht jedes Heilpflanzen-Präparat, das als rein natürlich angepriesen wird, ist das auch.
Gerade bei Naturheilmitteln, die im Internet vermarktet werden, fehlt in der Regel jede Kontrolle. Schlankheitsmittel sind natürlich ein Verkaufsschlager, aber die Hoffnung auf ein wundersames Heilpflanzen-Präparat, mit dem man mühelos abnehmen kann, ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit illusionär.
“Botanical slimming” des chinesischen Herstellers Meizitang wird auch in der Schweiz via Websites vertrieben.
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Donnerstag, März 26th, 2009
Durch falsche Entsorgung und als Rückstände, die vom Menschen nach Gebrauch ausgeschieden werden, gelangen Medikamente in großen Mengen in die Umwelt. Welche Wirkungen diese Substanzen dort entfalten, darüber ist nur wenig bekannt.
Ist das Haltbarkeitsdatum eines Medikamentes abgelaufen, landet es allzu oft im Abfluss, während die Flasche danach selbstverständlich korrekt im Glasmüll entsorgt wird. Gemäss einer Umfrage des Instituts für sozial-ökologische Forschung entledigt sich jeder Fünfte so seiner alten Medikamente – mit problematischen Folgen für die Umwelt. Arzneimittel gehören einerseits zu den am besten untersuchten Substanzen, was ihre Wirkung auf den Menschen betrifft, andererseits ist über ihre ökologischen Auswirkungen, wenn sie in die Umwelt gelangen, kaum etwas bekannt.
Diclofenac tötete Greifvögel
Dabei können die Folgen von Medikamenten in der Natur dramatisch sein. In Südasien verendeten vor einigen Jahren mehrere Millionen Greifvögel an Diclofenac. Der Wirkstoff wurde Rindern in großen Mengen mit dem Futter verabreicht. Geier fraßen die Kadaver gestorbener Rinder und nahmen so das Diclofenac auf. Bei den Vögeln bewirkte dies Nierenversagen und schließlich den Tod. Einige Geierarten stehen in den betroffenen Ländern inzwischen kurz vor der Ausrottung. Dies ist der erste dokumentierte Fall, in dem ein Medikament eine derartige ökologische Katastrophe bewirkte.
Die meisten Medikamente gelangen jedoch nicht durch Tierheilmittel in die Umwelt, sondern werden durch den Menschen direkt freigesetzt. Dies geschieht nur in kleineren Maß durch falsche Entsorgung. Zum grössten Teil ist die korrekte Anwendung eines Medikaments Ursache dafür, dass ein Wirkstoff in die Umwelt gelangt. Denn die meisten Arzneien werden nicht vollständig im Organismus abgebaut. Bei ihrer Entwicklung wird sogar speziell Wert auf eine lange Haltbarkeit gelegt. Dies gewährleistet, dass das Medikament nicht abgebaut wird, bevor es seine Wirkung entfalten kann. Viele Pillen sind zum Beispiel so konstruiert, dass sie die Magensäure unbeschadet überstehen und erst im Darm ihren Wirkstoff freisetzen.
Als Folge davon sind viele Arzneien sehr stabil und werden größtenteils unverändert wieder ausgeschieden. Im Fall von Diclofenac verlassen 70 Prozent den Organismus unverändert. In Deutschland werden etwa 90 Tonnen des Wirkstoffs jährlich verbraucht, wodurch schätzungsweise 63 Tonnen Diclofenac über den Urin in den Wasserkreislauf gelangen. Die Kläranlagen sind jedoch nicht darauf ausgelegt, Medikamente herauszufiltern. So erreichen diese ungehindert die Umwelt und gelangen über die Oberflächengewässer auch wieder ins Trinkwasser. In deutschen Gewässern lassen sich inzwischen mehr als 180 der 3 000 zugelassenen Wirkstoffe nachweisen. Darunter findet man fast alles, was der Medikamentenschrank hergibt: von Hormonen und Lipidsenkern über Schmerzmittel und Antibiotika bis zum Röntgenkontrastmittel.
Auswirkungen auf den Menschen sind allerdings nicht zu befürchten. Die Umweltkonzentrationen von Medikamenten liegen in Deutschland mehrere Zehnerpotenzen tiefer als die Wirkkonzentration. Man müsste dementsprechend große Mengen belasteten Wassers trinken, um eine wirksame Dosis aufzunehmen. Zum Beispiel enthalten 25 Millionen Liter Trinkwasser gerade mal eine Tagesdosis Diclofenac. Entwarnung kann aber doch nicht gegeben werden. Es existieren keine Erfahrungen mit der Langzeitaufnahme von kleinen Medikamentenmengen, wie sie im Trinkwasser auftreten. Spätfolgen können darum nicht ausgeschlossen werden. In der Umgebung von Klärwerken findet man manchmal deutlich höhere Wirkstoffmengen, und die Auswirkungen auf die verschiedenen Biotope sind meist kaum untersucht. “Diclofenac führt in Experimenten auch bei einigen Fischarten zu Nierenschäden. Allerdings ist die Analyse von Populationseffekten in freien Gewässern aufgrund der Vielzahl von Einflüssen schwierig”, erklärt Klaus Kümmerer, Professor im Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg und Leiter eines Projekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zu Arzneimittelrückständen in der Umwelt.
Auch wenn die Forschung noch am Anfang steht, gibt es für einige Wirkstoffe schon alarmierende Resultate. Ethinylestradiol, eine Komponente von Antibabypillen, ist ein synthetisches Hormon mit einer hohen biologischen Wirksamkeit. Schon sehr kleine Konzentrationen von nur wenigen Nanogramm pro Liter reichen bei längerer Exposition aus, um die Befruchtungsraten einiger Fischarten und Schnecken zu vermindern. Solche Wirkstoffmengen sind tatsächlich in einigen Oberflächengewässern oder in der Umgebung von Kläranlagen feststellbar. Weibliche Vorderkiemenschnecken entwickeln bei etwas höheren Ethinylestradiol-Konzentrationen sogar zusätzliche männliche Geschlechtsorgane.
Die Wirkstoffe grösstenteils aus dem Abwasser herauszufiltern wäre schwierig. Vor allem bei wasserlöslichen Wirkstoffen sind konventionelle Kläranlagen überfordert. Zusätzliche Aufreinigung, zum Beispiel durch Nanofiltration, Ozonierung oder den Einsatz von Aktivkohle, kann zwar die Medikamente aus dem Wasser eliminieren, verursacht allerdings ihrerseits wieder problematische Abfälle oder Abfallprodukte – oder sie ist teuer. Für einen sinnvollen Einsatz dieser Technologien ist es darum nötig, stark belastete Abwässer schon am Entstehungsort abzutrennen, zum Beispiel durch entsprechende Abwasserkanäle an Pflegeheimen, um diese effektiv reinigen zu können.
Nachhaltige Pharmazie gefordert
Kümmerer ruft darum zu einer nachhaltigen Pharmazie auf. Dazu “muss man den gesamten Lebenszyklus von Arzneimitteln betrachten: von der Entwicklung über die Produktion und die Anwendung bis zur Entsorgung”. Die Umwelteigenschaften von Wirkstoffen sollten schon bei der Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Durch computerbasierte Methoden sei es möglich, die Umweltverträglichkeit von Arzneien zu optimieren, zum Beispiel durch eine zielgenauere Wirkung eines Medikaments. Dadurch können die Dosen reduziert werden, was zu einer geringeren Umweltbelastung führt. Entscheidender Vorteil umweltverträglich designter Medikamente: Auch in armen Ländern, wo eine aufwendige Aufbereitung von Abfällen und Abwasser nicht möglich ist, wird eine übermäßigen Belastung vermieden.
Anstrengungen vonseiten der Industrie gibt es durchaus. So verweist der Verband Forschender Arzneimittelhersteller auf die kürzlich eingeführte Jahreskurzinfusion zur Osteoporosebehandlung, welche eine seltenere Medikamentenanwendung möglicht macht. Die entscheidenden Kriterien bei Entwicklung von Medikamenten sind allerdings weiterhin Wirksamkeit, Verträglichkeit und gute Handhabbarkeit. “Es wäre nicht zu akzeptieren, dass Patienten weniger wirksame oder schlechter verträgliche Präparate einnehmen müssen, nur weil diese umweltverträglicher sind”, sagt Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung, Entwicklung, Innovation des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller.
Einen anderen Ansatz verfolgt Schweden. Hier werden Ärzte dazu angehalten, bei gleicher Wirksamkeit ein entsprechend umweltfreundlicheres Arzneimittel zu verschreiben. Dazu liegen entsprechende Listen vor, die zu den Arzneimitteln ein Umweltrisiko und einen PTB-Index aufführen. Die Risikobewertung richtet sich dabei nach der aktuellen Umweltkonzentration eines Wirkstoffs und ob von dieser schon eine Gefährdung ausgeht. Der PTB-Index gibt unabhängig von der momentan vorliegenden Belastung einen Wert zwischen null und neun an, der sich aus Stabilität des Arzneimittels (Persistence), der Anreicherung in der Umwelt (Bioakkumulation) und der Toxizität ergibt. Je höher der PTB-Wert, desto schlechter steht es um die Umweltverträglichkeit. Die Einführung eines vergleichbaren Systems steht in Deutschland nicht vor der Tür. Eine Adaption dieses Ansatzes wird erschwert durch die europaweite Arzneimittelgesetzgebung und durch die grundsätzlich andere Organisation der Apotheken – in Schweden werden Apotheken staatlich geführt.
Eine Kombination aller Möglichkeiten wird nötig sein, um die Arzneimittel aus der Umwelt zu verbannen. “Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Wir als Patienten sollten immer auch die oft bestehenden Alternativen zur medikamentösen Behandlung von Beschwerden prüfen”, hält Hans-Christian Schäfer von der DBU fest. Die korrekte Entsorgung von Medikamenten gehört selbstverständlich auch dazu. Zwar wird in den Beipackzetteln darauf hingewiesen, dass Medikamentenreste beim Apotheker abzugeben sind, und der interessierte Bürger kann auch entsprechendes Informationsmaterial bei den verschiedenen Umweltverbänden bekommen. Allerdings wäre ein breiteres Bewusstsein für die Belastung durch Medikamentenrückstände begrüssenswert.
Quelle: Dtsch Arztebl 2008; 105(24): A-1324; Meißner M.
Kommentar:
Dieser Text aus dem Deutschen Ärzteblatt beschreibt eindrücklich die Risiken, wenn wir die Natur als Medikamenten-Deponie missbrauchen. Die geschilderten Fakten stammen zwar aus Deutschland, doch dürften die Verhältnisse in der Schweiz nicht wesentlich anders sein.
Ein Argument mehr für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Mir scheint, das Problem betreffend Natur als Medikamenten-Deponie ist tatsächlich noch zu wenig im Bewusstsein der Menschen angekommen. Und es ist ein weiteres Argument zugunsten von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde. Mit Wirkstoffen aus Heilpflanzen kann die Natur nämlich umgehen. Das erwähnte Diclofenac beispielsweise lässt sich nicht in jedem Fall durch Heilpflanzen-Präparate ersetzen. Bei leichteren Schmerzen haben sich aber in verschiedenen Studien Beinwell-Salben und Arnika-Salben gegenüber einer Diclofenac-Salbe als gleich wirksam erwiesen.
Und bei der Einnahme von Diclofenac-Präparaten lässt sich in gewissen Fällen durch Kombination mit Heilpflanzen-Präparaten wie beispielsweise Teufelskrallen-Extrakt die Diclofenac-Dosis reduzieren. Das kommt dann nicht nur der Umwelt zugute, es reduziert auch allfällige unerwünschte Nebenwirkungen.
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Mittwoch, März 25th, 2009
Das Frühlingswetter hat die Hummelköniginnen geweckt. Sie sind leicht zu erkennen, weil zu Beginn des Hummeljahres nur Hummelköniginnen fliegen, und sich ihre Majestät nur schon durch ihre Grösse von den später fliegenden Arbeiterinnen unterscheidet.
Der Hummelstaat stirbt im Herbst. Es überleben nur die befruchteten Jungköniginnen. Sie versorgen das aufgenommene Sperma in einem Körperdepot und überwintern versteckt an einer geschützten Stelle.
Nun kriechen sie hervor und suchen Nahrung und einen Platz für die Gründung eines eigenen Volkes. Auch dieser Suchflug ist charakteristisch. Die Hummelkönigin schwirrt im Tiefflug über den Boden und inspiziert dunkle Stellen, die nach kleinen Höhlen oder Mäusegängen ausschauen. Das sind potentielle Neststandorte. Hat sie einen geeigneten Platz gefunden, legt sie Eier und zieht die erste Generation von Arbeiterinnen selber auf. Später übernehmen dann die Arbeiterinnen die Sammeltätigkeit und den Innendienst im Nest, und die Hummelkönigin bleibt “zuhause” und konzentriert sich auf‘s Eierlegen.
Weitere Infos zum Thema “Hummelkönigin” hier in einer leicht überarbeiteten und gekürzten Pressemitteilung des NABU Landesverbandes Bremen:
Ohne die rund 500 Hummelarten auf der ganzen Welt gäbe es wohl kaum eine nennenswerte Obsternte. Ohne sie wären auch unsere Wiesen und Gärten viel artenärmer, denn sie sorgen durch die Bestäubung für Artenvielfalt unter den Pflanzen. Und dabei sind Hummeln auch noch sehr friedliche Tiere, die nur stechen, wenn sie sich sehr bedroht fühlen.
Hummeln leben in Kanada sogar weniger als 900 km vom Nordpol entfernt. Sie können selbst in alpinen und arktischen Gegenden überleben, weil ihr massiger Körper eine verhältnismässig geringe Oberfläche aufweist. Durch ihre Flugmuskulatur, besitzen sie zudem eine ausgeklügelte “Heizung” und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen.
Doch leider fällt es den gemütlichen Brummern in unserer zunehmend ausgeräumten und bebauten Landschaft immer schwerer, Blütenpflanzen und Unterschlupf zu finden. “Der naturnahe Garten ohne Gift ist der beste Hummelschutz”, erklärt Sönke Hofmann, Geschäftsführer des deutschen Naturschutzverbandes NABU, und “außerdem sollte man bei der Blumenwahl auf ungefüllte Köpfe achten. Die gefüllten Blüten sind zwar modischer, liefern jedoch keinen Nektar.” Eine Wildblumenwiese mit Dost, Katzenminze, Lerchensporn, Beinwell, Akelei, Taubnesseln, Blutweiderich, Wildrosen und anderen einheimischen Pflanzen kann jetzt gut eingesät werden und bieten den Hummeln wertvolle Nahrung. Auch Schmetterlinge lieben diese Pflanzen und erfreuen unser Auge.
Was tun, wenn man nun eine entkräftete Hummel im Garten oder auf der Terrasse entdeckt? “Man kann Ihre Majestät ruhig mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben”, erläutert Hummelfreund Hofmann. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in ein bisschen lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten.
“Wenn man genau hinguckt, sieht man sogar, wie der lange Saugrüssel ausfährt und die Hummel trinkt”, erklärt der NABU-Mann. Innerhalb einiger Minuten könne sich das Tier dann mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie wieder auftanken. “Ich habe so gestern wieder einer dicken Erdhummel Starthilfe gegeben und es hat ganz toll geklappt”, erzählt der Naturschützer.
Kommentar:
Ich finde es wichtig, auf Heilpflanzen-Exkursionen nicht nur mit einem Nützlichkeitsblick durch die Natur zu gehen: Was heilt mich? Was kann man essen? – Wer nur für dasjenige Interesse zeigt, was sich direkt nutzen lässt, verpasst ganz wesentliche Entdeckungen in der Natur. Beispielsweise Pflanzen und Tiere, die einfach ästhetische Erlebnisse ermöglichen oder durch ihre spannende Lebensweise beeindrucken. Hummeln gehören ganz sicher zu diesen faszinierenden Lebewesen. Als “Freunde” und “Gäste” der Blüten sind sie mit vielen Heilpflanzen eng verbunden. Und einige Heilpflanzen wie zum Beispiel der Beinwell (Wallwurz) sind sogar gute Nahrungsquellen für Hummeln.
Falls Sie einen Garten haben: Wie wär‘s mit ein paar “Tankstellen” für Hummeln und Schmetterlinge?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Montag, März 23rd, 2009
Antibakterielle Eigenschaften von Cannabis sativa sind bereits seit den Fünfzigerjahren bekannt. In den letzten Jahren hat die Forschungstätigkeit zu Tetrahydrocannabinol und seinen Abkömmlingen aber stark zugenommen.
Ein Team der Universität Ost-Piemont hat in Kooperation mit der “School of Pharmacy” London die antibiotischen Wirkungen der bekanntesten Cannabinoide untersucht: THC (Tetrahydrocannabinol), CBG (Cannabigerol), CBC (Cannabichromen), CBD (Cannabidiol) und CBN (Cannabinol). Diese Substanzen zeigten gegen Bakterienstämme Wirkung, welche gegen klassische Antibiotika Resistenzen zeigten. Dazu zählen MRSA- Stämme (methicillinresistente Staphylokokkus aureus), welche für viele nosokomiale Infektionen verantwortlich sind.
Der Wirkmechanismus der Cannabis-Inhaltsstoffe ist noch nicht bekannt und wird weiter erforscht. Es wird sich zeigen, ob die Wirkstoffe für eine systemische Anwendung geeignet sind, oder die Verwendung auf die lokale Anwendung beschränkt ist. Im Kampf gegen die Resistenzentwicklung ist es vorteilhaft, dass die Cannabinoide bis jetzt nicht als Antibiotika genutzt wurden.
Quelle:
www.pharmavista.net
Journal of Natural Products, 8/2008
Kommentar:
Interessante Ergebnisse, allerdings scheint mir eine Anwendung von Cannabis als Antibiotikum noch in sehr weiter Ferne zu liegen. Jedenfalls wenn man daran denkt, wie schwierig es nur schon ist, Cannabis für die Anwendung zum Beispiel gegen Spastik bei Multiple Sklerose zu legalisieren, ein Einsatzbereich, bei dem die Heilpflanze unbestreitbare Qualitäten besitzt.
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Montag, März 23rd, 2009
Nachtigallen-Damen gehen nachts auf Partnersuche. Wissenschaftler der Universität Bielefeld, der Universität Basel und des Netherlands Institute of Ecology haben entdeckt, dass paarungswillige Nachtigallenweibchen in den Stunden nach Mitternacht singende Männchen in deren Revier besuchen. Das erklärt, weshalb männliche Nachtigallen auch während der Nacht singen. Hingegen geht es beim Morgengesang der Männchen offenbar darum, das Revier gegen andere Männchen zu verteidigen. Die Studie wurde im März vom Fachmagazin “Proceedings of the Royal Society B” veröffentlicht.
Im Frühling singen die Männchen unserer Singvögel um die Wette. Nach Darwins Theorie der sexuellen Selektion dient der Vogelgesang entweder dazu, Weibchen anzulocken oder andere Männchen auf Distanz zu halten. Der Fokus der Forschung lag daher lange Zeit auf dem Gesangsverhalten der Männchen; über das Verhalten der Weibchen während ihrer Partnerwahl ist deshalb sehr wenig bekannt. Zwischen der Ankunft aus dem Winterquartier und dem Nestbau liegen bei einem Zugvogel wie der Nachtigall häufig nur wenige Tage. Verhaltensforscher konnten darum bisher meist nur feststellen, bei welchem Männchen ein Weibchen letztlich gelandet ist, ohne zu wissen, wann und wie das Weibchen seine Wahl getroffen hat.
Die Teams um Prof. Dr. Marc Naguib (Universität Bielefeld/Netherlands Institute of Ecology) und Dr. Valentin Amrhein (Universität Basel) hat nun das Verhalten weiblicher Nachtigallen während der Partnersuche untersucht. Kurz nach der Ankunft im Brutgebiet wurden zehn Weibchen in der Gegend von Colmar (F) gefangen und in die Petite Camargue Alsacienne transportiert, einem Naturschutzgebiet nördlich von Basel, in dem ein privater Schweizer Verein eine Forschungsstation unterhält.
Singen, bis das Weibchen kommt
Die Weibchen wurden mit einem Radiotelemetrie-Sender ausgerüstet und zwei Tage und Nächte beobachtet. Tagsüber blieben die Nachtigallendamen an Ort und Stelle. Zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens legten sie aber bis zu sechs Kilometer zurück. Vier Wissenschaftler waren nachts damit beschäftigt, je ein herumfliegendes Weibchen mit Hilfe von Fahrrädern und tragbaren Telemetrie-Antennen zu verfolgen. Die Weibchen besuchten während ihrer nächtlichen Ausflüge mehrere singende Männchen und verpaarten sich nach ein bis drei Nächten mit einem der besuchten Herren.
Das Verhalten der Weibchen kann erklären, weshalb männliche Nachtigallen nicht nur tagsüber, sondern auch nachts singen. Aus früheren Studien der Wissenschaftler war bekannt, das nur unverpaarte Männchen nachts singen und direkt nach der Verpaarung damit aufhören. Das war ein erster Hinweis darauf, dass der berühmte Nachtgesang der Nachtigall der Anlockung von Weibchen dient, was jetzt durch das Wahlverhalten der Weibchen bestätigt wurde.
In einer früheren Untersuchung der Forscher wurden auch männliche Nachtigallen mittels Radiotelemetrie bei der Reviersuche beobachtet. Im Gegensatz zu den Weibchen blieben die Männchen nachts stationär und machten nur in der Stunde vor Sonnenaufgang Erkundungsflüge. Das erklärt, weshalb genau wie bei anderen Singvogelarten männliche Nachtigallen morgens am meisten singen, egal ob sie verpaart oder unverpaart sind. Während nachts um die Weibchen gesungen wird, dient der Morgengesang der Nachtigall offenbar dazu, das Revier gegen reviersuchende Männchen zu behaupten. Das ist der erste bekannte Fall einer Vogelart, bei welcher die Partnersuche der Weibchen und die Revierwahl der Männchen zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfindet.
Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news305782
Originalbeitrag:
Tobias Roth, Philipp Sprau, Rouven Schmidt, Marc Naguib and Valentin Amrhein,
“Sex-specific timing of mate searching and territory prospecting in the nightingale: nocturnal life of females” in: Proceedings of the Royal Society B, published online before print March 4, 2009, | doi:10.1098/rspb.2008.1726
Kommentar:
Nachtigall-Gesang kann man nicht gerade in jedem Garten und an jeder Strassenecke hören. Man muss schon wissen, wo man die talentierten Sänger antrifft. Die “ Petite Camargue Alsacienne” in der Nähe von Basel ist einer dieser Orte. Auf meinen Kräuterwanderungen können Sie Nachtigall-Gesang am ehesten an den Wochenend-Kursen in Jeizinen hören. Aber auch auf allen anderen Heilkräuter-Exkursionen achten wir auf Vogelstimmen, so dass Sie ganz nebenbei vielleicht die eine oder andere Stimme lernen können, falls es Sie interessiert. Jedenfalls scheint es mir sinnvoll, auf Heilkräuter-Exkursionen auch ein wenig die Ohren offen zu halten für die verschiedenen Gesangskünstler, auch wenn es vielleicht nicht gerade eine Nachtigall ist.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Feldornithologe ZVS
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