Archive for Februar, 2009

Bewegung stärkt psychische Gesundheit

Mittwoch, Februar 18th, 2009

Regelmäßige körperliche Aktivität und Sport können offenbar der Entstehung von seelischen Störungen vorbeugen. Sie wirken auch bestehenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen entgegen. “Als besonders vorteilhaft hat sich dabei Ausdauertraining wie Laufen, Walken und Schwimmen erwiesen. Es hebt die Stimmung, stärkt das Selbstbewusstsein und verbessert die Stressbelastbarkeit”, rät Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. “Auch bei Patienten mit schweren Depressionen, einer bipolaren Störung , Schizophrenie oder einer Suchterkrankung kann körperliche Aktivität einen Beitrag bei der Behandlung leisten.”

Der günstige Effekt auf die seelische Gesundheit lässt sich nicht nur durch Ausübung einer Sportart erzielen, sondern auch durch Einbindung körperlicher Betätigung in den Alltag. “So kann man zum Beispiel kurze Entfernungen öfters zu Fuß oder mit dem Fahrrad überwinden und Treppen steigen anstatt Aufzüge und Rolltreppen zu benutzen. Auch Haus- und Gartenarbeit bieten die Möglichkeit, alltägliche Handlungen mit Bewegung zu verbinden”, empfiehlt Dr. Roth-Sackenheim.

Quelle: http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

Kommentar:

Am besten für die psychische Gesundheit scheint mir, wenn Bewegung mit Naturerleben verbunden wird. Heilpflanzen-Exkursionen sind für diesen Zweck ideal, weil sie Beziehungen knüpfen zur Pflanzenwelt und damit zur Natur. Dies motiviert zur regelmässigen Bewegung in der Natur. Zudem schenkt der Kontakt zu Heilpflanzen und Wildblumen zahlreiche ästhetische Momente, welche Lebensfreude und Wohlbefinden vermitteln. Heilpflanzen-Exkursionen sind eine rundum gesunde Aktivität.

Fasst man sie in diesem umfassenden Sinn auf, bietet die Pflanzenheilkunde wesentlich mehr als nur die Information, welche Heilpflanze bei welchen Beschwerden nützlich ist.

Zum Thema Bewegung & (psychische) Gesundheit gibt es übrigens ein schönes Zitat von Sören Kierkegaard:

“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”

Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, 1813 – 1855

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

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Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen

Mittwoch, Februar 18th, 2009

Fruchtsäfte können die Aufnahme bestimmter Medikamente beeinflussen.
Patienten sollten ihre Medikamente mit Wasser, jedoch niemals mit Fruchtsäften einnehmen, weil diese die Aufnahme der Wirkstoffe im Darm deutlich vermindern können, warnte ein Pharmakologe auf der Jahrestagung 2008 der American Chemical Society in Philadelphia. Vor Jahren konnte David Bailey von der University of Western Ontario, in London/Ontario, schon zeigen, dass Grapefruitsaft die Bioverfügbarkeit des Kalziumantagonisten Felodipin deutlich steigert (Lancet 1991; 337: 268-9). Dies konnte später auf die Blockade des Enzyms CYP3A4 in der Leber zurückgeführt werden, mit dem Felodipin und eine Reihe anderer Medikamente abgebaut werden. Als Folge kann es zu einer Überdosierung des Medikaments kommen.

Bei anderen Medikamenten kann die Einnahme zusammen mit Grapefruitsaft dagegen zu Unterdosierungen führen. Das konnte Bailey zunächst für das Antihistaminikum Fexofenadin zeigen. Seine Wirkstoffkonzentration kann – je nach konsumierter Saftmenge – um die Hälfte bis zwei Drittel sinken (Clin Pharmacol Ther. 2005; 77: 170-7). Inzwischen hat Bailey den Grund dieser Wechselwirkung herausgefunden. Das Flavonoid Naringin – es ist für den bitteren Geschmack der Grapefruit verantwortlich – blockiert im Darm das Transportermolekül OATP1A2, mit dem eine Reihe von Wirkstoffen im Dünndarm resorbiert werden (Clin Pharmacol Ther. 2007; 81: 495-502). Betroffen davon sind laut Bailey das Zytostatikum Etoposid, bestimmte Betablocker (Atenolol, Celiprolol, Talinolol), das Immunsuppressivum Cyclosporin und gewisse Antibiotika (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Itraconazol). Diese Liste sei aber nicht vollständig, weil erst wenige Medikamente untersucht wurden.

Neben Grapefruitsaft können auch Orangensaft und Apfelsaft die Aufnahme von Medikamenten vermindern. Bei Orangensaft ist hierfür das Flavonon Hesperidin verantwortlich, welches auch in anderen Zitrusfrüchten vorhanden ist. Der verantwortliche Inhaltsstoff im Apfelsaft wurde laut Bailey noch nicht gefunden.

Quelle: www.aerzteblatt.de

Kommentar:

Grapefruitsaft ist nur eines der bekanntesten Beispiele für Wechselwirkungen (Interaktionen) von Naturstoffen mit Medikamenten.

Auch Heilpflanzen können Wechselwirkungen mit Medikamenten zeigen. So reduzieren beispielsweise schleimhaltige Heilpflanzen wie Leinsamen oder Flohsamen die Aufnahme von Medikamenten aus dem Darm. Bekannt sind auch die möglichen Interaktionen von Johanniskraut (Hypericum perforatum) mit verschiedenen Medikamenten-Gruppen wie Immunsuppressiva, Östrogenen (Anti-Baby-Pille), Herzmedikamenten auf der Basis von Digitalisglykosiden (Digoxin, Digitoxin), gewissen HIV-Medikamenten und Zytostatika sowie Blutverdünnern (Vitamin-K-Antagonisten).

Diese Beispiele zeigen die Wichtigkeit von fundiertem Fachwissen, wenn es um die Anwendung von Heilpflanzen im Bereich von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde geht. Wie in anderen Gebieten der Naturheilkunde / Komplementärmedizin auch, mangelt es hier weitgehend an Qualitätskontrolle. Man kann auch ohne jegliches Fachwissen ein Heilkräuter-Buch schreiben, Pflanzenheilkunde-Kurse anbieten oder gar eine Phytotherapie-Ausbildung veranstalten. Dementsprechend entspringen wohl manche Heilpflanzen-Bücher ausschliesslich der blühenden Phantasie des Autors oder der Autorin. Damit soll nichts gegen Phantasie gesagt sein, aber wenn es um Gesundheit und Krankheit geht, wäre eine Portion Fachwissen schon sehr zu empfehlen.

Hier finden Sie Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Heilpflanzen-Büchern und Kursen im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde:

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/10/25/heilpflanzen-buecher-qualitaet-pruefen-aber-wie.html

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/20/phytotherapie-ausbildung-gedanken-zur-qualitaetssicherung.html

Wenn Sie sich selber Phytotherapie-Fachwissen aneignen wollen, finden Sie dazu Angebote auf www.phytotherapie-seminare.ch

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Weissdorn bessert Herzschwäche

Mittwoch, Februar 18th, 2009

Die Ergebnisse einer Metaanalyse der Cochrane Collaboration zur Wirksamkeit von Weissdorn-Extrakten stellt Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer von der
Medizinischen Universität Graz in der Medical Tribune Österreich vor (Nr. 8/2009).

Wissenschaftler aus Deutschland untersuchten die Wirksamkeit von Extrakten aus getrockneten Blättern, Blüten und Früchten des Weißdorns (Crataegus) bei Patienten mit chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz Stadien I bis III nach NYHA).

Sie analysierten dazu 14 Studien, in denen Weißdorn-Extrakt zumeist zusätzlich zur Basisbehandlung eingesetzt wurde. Zehn Studien mit 855 Patienten eigneten sich für eine Metaanalyse. Die mit Hilfe eines Ergometers überprüfte maximale Leistungsfähigkeit und die Belastungstoleranz nahmen unter der Behandlung mit Weißdorn-Extrakt im Vergleich zu Placebo signifikant zu.
Das Produkt aus Blutdruck und Herzfrequenz, Parameter für den kardialen Sauerstoffverbrauch, sank signifikant. Außerdem waren Kurzatmigkeit und Müdigkeit signifikant vermindert. Nebenwirkungen traten selten auf, waren geringfügig und von vorübergehendem Charakter.
Prof. Hammer empfiehlt für die Praxis: “Weißdorn-Extrakt kann bei Patienten mit leichteren Formen der chronischen Herzinsuffizienz eine zusätzliche orale Therapieoption sein”.

Originalpublikation:
MH. Pittler al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 1. Art. No.: CD005312. DOI: 10.1002/14651858. CD005312.pub2

Kommentar:

Weissdorn ist im Bereich von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde das wichtigste Herzmittel. Bei leichten Formen von Herzschwäche (Herzinsuffizienz), leichten Formen von Angina pectoris, zur Nachbehandlung nach Herzinfarkt, immer als Begleitmedikation neben der nötigen medizinischen Therapie.

Von allen Heilpflanzen ist Weissdorn diejenige mit den besten Belegen für eine herzstärkende Wirkung, wenn man von Pflanzen mit Digitalisglykosiden absieht, die aber nur als isolierte Einzelstoffe (z. B. als Digoxin, Digitoxin) angewendet werden und rezeptpflichtig sind (bspw. Digitalis purpurea, Roter Fingerhut).
Weissdorn zeichnet sich durch eine grosse Verträglichkeit aus und eignet sich auch gut für Langzeitanwendung.

Wichtig ist aber eine genügend hohe Dosis und ein Präparat mit ausreichendem Wirkstoffgehalt. Lange nicht jedes Heilpflanzen-Präparat, das unter der Bezeichnung “Weissdorn” im Handel ist, enthält die wichtigen Flavonoide und Proanthocyanidine in ausreichender Dosierung. Fraglich ist dies zum Beispiel bei Tinkturen aus dem Bereich der Spagyrik. Von Herstellern solcher Spagyrik-Tinkturen hört man zum Teil die Argumentation, dass ihre Produkte besonders unproblematisch seien, weil allenfalls giftige Glykoside und Alkaloide bei der Veraschung durch die hohen Temperaturen zerstört würden. Weggelassen wird dabei allerdings, dass vor allem Glykoside für viele Heilpflanzen auch wichtige Wirkstoffe sind (so auch beim Weissdorn) und dann wohl auch zerstört werden. Die Hitze von mehreren hundert Grad wird ja wohl kaum unterscheiden zwischen giftigen Stoffen, die zu zerstören sind, und Wirkstoffen, die es zu schonen gilt.

Dazu kommt, dass die Wirksamkeit von Spagyrik-Tinkturen aus Weissdorn, wie sie in Apotheken und Drogerien oft verkauft werden, in keiner Weise dokumentiert ist. Es werden hier blind Ergebnisse aus klinischen Forschungen mit Extrakt-Präparaten auf die Spagyrik-Tinkturen übertragen. Das ist meiner Ansicht nach eine Form von parasitärem Trittbrett-Fahren und eine Irreführung der Konsumentinnen und Konsumenten.

Wenn Sie Weissdorn-Präparate für‘s Herz einnehmen wollen, dann achten Sie gut darauf, was genau ihnen angeboten wird.

Wer sich eigene Kompetenz erwerben möchte dazu, welche Heilpflanzen in welcher Form bei welcher Krankheit am besten geeignet sind, findet passende Lehrgänge und Kurse auf www.phytotherapie-seminare.ch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fundierte Heilpflanzen-Bücher finden Sie im Buchshop.

Schneeglöckchen – eine Heilpflanze?

Sonntag, Februar 15th, 2009

Jetzt im Februar sind sie gerade am Aufblühen, die Schneeglöckchen, Gestern fragte mich jemand, ob Schneeglöckchen zu den Heilpflanzen gehört.
In den Phytotherapie-Fachbüchern fehlt das Schneeglöckchen und auch in den Werken der traditionellen Pflanzenheilkunde taucht es gar nicht auf oder dann nur sehr am Rande.
In diesem Sinne kann man die Schneeglöckchen wohl nicht zu den Heilpflanzen zählen.

Galanthamin zur Alzheimer-Behandlung

Allerdings entdeckte Anfang der 50er Jahre ein bulgarischer Pharmakologe im kaukasischen Schneeglöckchen (botanische Bezeichnung Leucojum aestrivum L.) den Inhaltsstoff Galanthamin. Ursprünglich kam diese Substanz zur Therapie von bspw. Kinderlähmung, Nervenschmerzen oder Myastenie zum Einsatz. Erst in den 80er Jahren wurde erkannt, dass Galanthamin sich auch ausgezeichnet zur signifikanten Verlangsamung des Krankheitsverlaufes in der Alzheimer-Therapie eignet. Der für das Erkrankungsbild charakteristische Mangel an Acetylcholin, einem Botenstoff (Neurotransmitter), der an der Synapse als Überträger des Nervensignals dient, kann durch Verlangsamung des natürlichen Abbaues, verursacht durch ein Enzym namens Acetylcholinesterase, vermindert werden. Galanthamin zählt deshalb zur Wirkstoffklasse der Acetylcholinesterase-Inhibitoren.
Galanthamin wird seit 1997 synthetisch hergestellt. Vorher konnte Galanthamin nur in einer Jahresmenge von 20 bis 40 kg aus kaukasischen Schneeglöckchen gewonnen werden. Seit 1998 gibt es Produktionanlagen, welche die Herstellung von mehreren Tonnen Galanthamin pro Jahr gestatten und so eine weltweite Versorgung des Pharmamarktes mit diesem Wirkstoff ermöglichen.
Mitte 2000 wurde Galanthamin europaweit zur Behandlung von Morbus Alzheimer zugelassen.

Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen werden oft isoliert angewendet. Das macht zum Beispiel Sinn bei Stoffen, die eine kleine therapeutische Breite haben, bei denen also die wirksame und die toxische Dosis nahe beieinander liegen. Solche Stoffe kann man als Tee oder Tinktur nicht präzis genug dosieren, in isolierter Form aber sehr wohl. Diese Naturstoffe gehören dann zum Bereich von Medizin und Pharmakologie, während die Phytotherapie in der Regel mit einem ganzen “Team” von Wirkstoffen aus einer Heilpflanze arbeitet.
Beides hat seine Vor- und Nachteile – der “Solist” wie auch das ganze “Orchester”. Galanthamin ist ein gutes Beispiel für einen Naturstoff, der quasi in die Medizin gewandert ist und sich dort etabliert hat. Womit wir wieder beim Thema Schneeglöckchen & Alzheimer-Therapie wären.
Während Galanthamin also ganz und gar zur Medizin gehört, werden in der Phytotherapie bezüglich Alzheimer-Therapie vor allem Ginkgo-biloba-Extrakte erforscht.

Zur Kulturgeschichte des Schneeglöckchens gibt es übrigens noch eine schöne Geschichte:
Im Sommergarten von Petersburg hatte, wie 1859 festgestellt wurde, Tag und Nacht ein Posten an unerklärlicher Stelle Wache gestanden. Als der damalige Zar Alexander II. einmal fragte, was es dort denn zu bewachen gäbe, musste zuerst nachgeforscht werden. Keiner der Höflinge wusste nämlich eine Antwort. Schlussendlich löste sich dann aber das Rätsel doch noch: Katharina der Großen war hundert Jahre (!) zuvor in diesem Park ein früh erblühtes Schneeglöckchen aufgefallen. Damit es nicht abgerissen würde, befahl sie einen Wachtposten dorthin…

Wenn Sie sich für die therapeutischen Wirkungen von Heilpflanzen und für ihre Kulturgeschichte interessieren, empfehle ich Ihnen meine Kurse und Lehrgänge auf www.phytotherapie-seminare.ch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kennen Sie das Heilkräuter-Paradies Feldis im Domleschg?

Samstag, Februar 14th, 2009

Nein? Dann verpassen Sie möglicherweise ein tolles Naturerlebnis.

Fast überall in Mitteleuropa hat die P?anzenvielfalt dramatisch abgenommen. Doch es gibt immer noch Oasen, die mit einer aussergewöhnlich grossen Zahl von Heilkräutern und Alpenblumen überraschen. Das Bergdorf Feldis im bündnerischen Domleschg gehört ganz bestimmt dazu. Es bewährt sich seit Jahren als Ausgangspunkt für Heilkräuter-Exkursionen und ist doch fast ein Geheimtipp geblieben. Nur schon der “An?ug” mit der Luftseilbahn über die Rhäzünser Rheinauen ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Auf der Sonnenterrasse auf 1500 m ü. M. angekommen zeigt sich rasch: Feldis liegt inmitten der schönsten Alpen?ora. Diese botanische Reichhaltigkeit hat einen ganz handfesten Grund: Das althergebrachte Erbrecht im Kanton Graubünden. Hier wurde das Land traditionellerweise über Generationen unter den Kindern aufgeteilt. So wurden die Grundstücke immer kleiner. Dadurch entstand eine kleinstrukturierte, unterschiedlich genutzte Landschaft – die optimale Basis für eine vielfältige P?anzen- und Tierwelt. Paradieslilien, Pracht-Nelken, Schwefelanemonen, Türkenbundlilien, Akelei, Feuerlilien und zahlreiche wilde Orchideen wachsen in Feldis noch direkt am Dorfrand. Und auf der Mutta-Hochebene auf 2000 m ü. M. geniesst man nicht nur einen tollen Rundblick.

Heilkräuter und Alpenblumen entdecken auf der Mutta-Hochebene

Wer aufmerksam wandert, ?ndet auch viele zum Teil seltene Heilkräuter. So wächst hier zum Beispiel Isländisches Moos (Cetraria islandica) in grossen Mengen. Diese Flechte dient in Nordeuropa den Rentieren als Nahrung und ist eine altbewährte Hustenp?anze. Schwieriger zu entdecken ist die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi). Als Tee getrunken wirkt sie antibakteriell auf die Harnwege und wird darum eingesetzt bei Blasenentzündung. In einem kleinen Bergsee zeigt sich sogar der seltene, attraktive Fieberklee (Menyanthes trifoliata), eine verdauungsfördernde Bitterstoffp?anze. Daneben natürlich noch viele andere Heilkräuter wie Arnika, Baldrian, Augentrost, Bergthymian, Frauenmantel, Silbermantel, Bibernell, Kümmel, Schafgarben etc.

Die blumenreichsten Wiesen ?ndet man aber an den südexponierten Hängen unterhalb des Dorfes. Für Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber ist Feldis jedenfalls immer eine Reise wert.
Wer sich die Heilkräuter und Alpenblumen von Feldis zeigen und erklären lassen möchte, hat dazu Gelegenheit in den Heilkräuter-Exkursionen, die ich jeden Sommer dort leite. Der Kurs findet jeweils an einem Wochenende zwischen Ende Juni und anfangs Juli statt, weil dieser Zeitraum von der Pflanzevielfalt her am besten ist.
Auf www.phytotherapie-seminare.ch ?nden sich im Kurskalender weitere Informationen zu diesen Kursen und in der Bildergalerie Fotos der einzigartigen Landschaft und P?anzenwelt von Feldis.

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Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

Samstag, Februar 14th, 2009

Der Ingwerwurzelstock ist als Gewürz sehr beliebt, wird jedoch auch in der traditionellen Medizin vieler Länder zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Übelkeit eingesetzt. Der Wurzelstock enthält ätherisches Öl und Substanzen aus der Gruppe der Gingerole und Shoagole, welche für den pikanten Geschmack verantwortlich sind. Ingwer wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen. Diese Wirkung kommt durch die Gingerole zustande, welche als 5-HT3-Rezeptorantagonisten agieren.
Gut dokumentiert ist die Wirkung gegen Reisekrankheit / Seekrankheit.

Zur Anwendung von Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen gibt es nur wenige Angaben. In einzelnen, randomisierten Untersuchungen wurde die Wirksamkeit von Ingwer im Vergleich zu Placebo geprüft: Die Einnahme von jeweils 1g Ingwerpulver während vier Tagen verminderte die Übelkeit im ersten Trimester stärker als ein Placebopräparat. Eine Wirksamkeit gegen das Erbrechen konnte dagegen nicht nachgewiesen werden (eine wichtige Unterscheidung).

Bei den Teilnehmerinnen konnten im Rahmen der Studien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt werden. Bei der Einnahme grösserer Mengen (mehr als 6g täglich) trat Magenbrennen auf. Zudem kam es nach dem Einatmen von Ingwerpulver zu allergischen Reaktionen.

Bis jetzt liegen keine Angaben zu schwerwiegenden, teratogenen Effekten vor (tertogen = Missbildungen auslösend) Die Rate an Spontanaborten war nicht höher als bei Frauen unter Placebo oder Vitamin B6. Angaben zur Langzeitwirkung auf das werdende Kind können allerdings noch nicht gemacht werden. Im Tierversuch zeigte sich jedoch eine androgene Wirkung.

Gemäss Meinung des Experten Prof. K. Hostettmann (Universität Genf) soll im Zweifelsfall auf die Anwendung verzichtet werden.

Quelle: www.pharmavista.net

Kommentar:

Die Situation betreffend Ingwer und Schwangerschaftserbrechen ist komplex. Heilpflanzen-Präparate mit Ingwer gegen Reisekrankheit / Reiseübelkeit sind von der Heilmittelbehörde Swissmedic nicht zugelassen für die Anwendung in der Schwangerschaft, weil die Sicherheit betreffend Missbildung / Fehlgeburt nicht ausreichend belegt ist.
Andererseits wird aber Ingwer weltweit als Gewürz verwendet und dabei natürlich auch von Schwangeren eingenommen. Auch zeigten sich in den Studien keine gravierenden Probleme.
Trotzdem gibt es in der Phytotherapie starke Zurückhaltung mit der Empfehlung von Ingwer gegen Schwangerschaftsübelkeit, nicht zuletzt wohl aus rechtlichen Gründen. Dies schlägt sich auch in der Empfehlung von Prof. Hostettmann nieder.

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US-Studie: Vitaminpräparate sind nutzlos in der 2. Lebenshälfte

Freitag, Februar 13th, 2009

In den USA sind die Resultate der bislang größten Vitaminpillen-Studie in den Archives of internal Medicine publiziert worden.
Diesmal konnten die Wissenschaftler des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle überprüfen, ob nicht wenigstens ältere Menschen von Vitaminzusätzen profitieren. Der Untersuchung erstreckte sich über einen Zeitraum von acht Jahren.

Insgesamt wurden 161 808 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren für die Studie erfasst.
42 Prozent dieser Frauen gaben an, dass sie regelmäßig Multivitaminpräparate einnehmen. Doch im Endeffekt hatte dies keine statistisch signifikante Wirkung auf die Anzahl der beobachteten Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen oder die frühen Todesfälle.
Schon vor dieser Untersuchung kamen mehrere Studien zum Schluss, dass Multivitaminpräparate gesunde Menschen nicht vor Krankheiten schützen können.
Die aktuelle Studie belegt jetzt, dass noch nicht einmal alte Menschen (die in körperlicher Hinsicht häufig geschwächt sind) von den Pillen der Milliardenindustrie Nutzen ziehen.
Marian Neuhouser, die Leadautorin der Studie, fasst ihre Resultate in deutliche Worte: Nährstoffe sollten aus Lebensmitteln stammen. Vollwertige Nahrungsmittel sind besser als Nahrungsergänzungsmittel.

Quelle: www.scienceblogs.de
Originalpublikation:

http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/169/3/294

Kommentar:

Die Studienergebnisse der letzten Jahre sind überdeutlich. Kaum je zeigt sich ein Nutzen von Vitaminpillen bei Menschen, die nicht einen klar definierten Vitaminmangel aufweisen. Findet doch mal eine Studie einen Nutzen solcher Nahrungsergänzungsmittel bei grundsätzlich gesunden Personen, ist der Effekt minimal und meist in Grössenordnungen, die nahe bei Zufallsergebnissen liegen.
Zu denken geben sollte zudem, dass mehrere Studien bei länger dauernder Zufuhr von Vitaminpräparaten gar negative Einflüsse auf Erkrankungsraten und Sterblichkeit zeigten. Was als gesund angepriesen wird, macht möglicherweise sogar krank. Und leert darüber hinaus noch den Geldbeutel.

Erstaunlich ist vor allem, wie wenig Einfluss diese Erkenntnisse bisher auf das Verhalten aller an diesem Vitaminboom beteiligten haben.
- Sie haben wenig Einfluss auf Apotheken und Drogerien, die solche Multivitaminprodukte mehrheitlich nach wie vor massiv propagieren. Das grenzt meiner Ansicht nach oft an Täuschung oder Betrug.
- Sie haben wenig Einfluss auf weite Kreise in der Naturheilkunde-Szene, welche Nahrungsmittelergänzungen im grossen Stil propagieren, obwohl isolierte Vitamine kaum mehr etwas mit Natur zu tun haben.
- Sie haben wenig Einfluss auf die Konsumentinnen und Konsumenten, welche den Boom der Vitaminpillen erst ermöglichen.

Bei letzterem Punkt stellt sich die Frage, warum Konsumentinnen und Konsumenten so stark auf die Versprechungen der Vitaminpropagandisten ansprechen.
Mangelnde oder einseitige Information dürfte dabei eine Rolle spielen. Wir werden fortlaufend berieselt mit wundervollen Versprechungen über die Wirkungen von Vitaminpillen, weil diese Informationen den Herstellern und Verkäufern nützen und darum mit viel Aufwand zu den Verbrauchern transportiert werden. Negative oder gar warnende Hinweise bringen niemandem Gewinn. Sie haben es sehr viel schwieriger, den Weg zu den Konsumentinnen und Konsumenten zu finden.
Es gibt darüber hinaus aber meines Erachtens auch noch tiefer liegende psychologische Gründe, weshalb sich Multivitaminpräparate derart leicht verkaufen lassen.
Die meisten Menschen kennen wohl Zeiten mit diffusen Beschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit oder leichten Verstimmungen. In solchen Situationen sind wir anfällig für ebenso diffuse Versprechungen. Nur schon das Gefühl, etwas dagegen getan zu haben, verschafft Erleichterung. Und weil solche Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selber wieder verschwinden, ist ein “Heilerfolg” garantiert.

Moderner Ablasshandel

Ein grösserer Teil der Vitaminpräparate wird aber wohl eingesetzt, um diffuse Schuldgefühle zu lindern. Uns wird fast rund um die Uhr gepredigt, was wir alles tun müssten / sollten / könnten, damit wir gesund werden oder bleiben. Kein Mensch kann alle diese Regeln auch nur annähernd befolgen. Daraus entsteht leicht ein diffuses Schuldgefühl, verknüpft mit der Vorstellung, nicht genug getan zu haben für die eigene Gesundheit. Vitaminpillen bekommen dann eine ähnliche Funktion wie früher ein Ablass. Sie erleichtern unser Schuldgefühl.

Vitaminpillen schlucken scheint mir da allerdings eine Alibiübung. Meiner Ansicht nach sollten wir viel mehr lernen, mit diffusen Beschwerden und Schuldgefühlen anders umzugehen als mit dem Konsum von Vitaminpräparaten. Nicht-medikamentöse Massnahmen wären sinnvoller, zum Beispiel regelmässige, in den Alltag integrierte Bewegung.

Medikalisierung des Älterwerdens
Speziell an der oben beschriebenen Vitaminstudie ist ja, dass sie vor allem ältere Menschen erfasst hat. Die ältere Generation wird besonders intensiv mit Versprechungen der Vitaminpropagandisten bombardiert. Hier ist ein bedenklicher Trend zu erkennen: Älter werden ist nicht mehr nur eine Lebensphase, in der Beschwerden auftreten, die dann behandelt werden können oder müssen. Älterwerden wird bereits für sich allein zu einem behandlungsbedürftigen Zustand. Wenn das so weiter geht, kann es sich fast niemand mehr leisten, ohne Supradyn & Co. alt zu werden. Wir haben es hier mit einer Medikalisierung des Älterwerdens zu tun.
Diese Entwicklung scheint mir sehr fragwürdig und auch die Naturheilkunde sollte sich meines Erachtens genau damit auseinandersetzen, wo und wie sie bei diesem Trend mitmacht.

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Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

Donnerstag, Februar 12th, 2009

Die Cochrane Collaboration hat eine Übersichtsarbeit veröffentlicht zur Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt bei chronischer venöser Insuffizienz, also bei Venenbeschwerden wie Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl und Hautverdickungen.

Die Cochrane Collaboration fasst in ihren Arbeiten alle zu einem bestimmten Thema relevanten Studien zusammen und zieht daraus entsprechende Schlüsse.

In der Zusammenfassung schreiben die Autoren:

“Wenige unerwünschte Nebenwirkungen werden bei der Einnahme eines Samenextraktes der gemeinen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) berichtet und es hilft möglicherweise bei chronischer venöser Insuffizienz
Chronische venöse Insuffizienz wird durch nicht richtig funktionierende Venen verursacht und kommt häufig vor. Patienten können Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl und Hautverdickungen, vor allem in den Beinen, haben. Kompressionstrümpfe werden meist empfohlen, sind aber unbequem und unbeliebt. Ein Samenextrakt der gemeinen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) ist ein pflanzliches Heilmittel, dass bei chronischer venöser Insuffizienz eingesetzt wird. Diese Studienübersicht zeigt, dass wenige unerwünschte Nebenwirkungen bei der Einnahme berichtet werden, und dass Rosskastanienextrakt kurzfristig zur Linderung von Schmerzen und Schwellungen beitragen kann. Jedoch ist mehr wissenschaftlich stringente Forschung notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.”
Quelle:: Pittler MH, Ernst E. Horse chestnut seed extract for chronic venous insufficiency. Art. No.: CD003230. DOI: 10.1002/14651858.CD003230.pub3.

Kommentar:

Von allen Heilpflanzen-Präparaten gilt der Rosskastanien-Extrakt in der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde als das am besten belegte Mittel bei venösen Beschwerden. Sie lindern vor allem die Stauungen (Ödeme) in den Beinen, können aber natürlich Krampfadern oder defekte Venenklappen nicht heilen.
Auch hier kommt es aber sehr darauf an, in welcher Form Rosskastanien zur Anwendung gelangen, weil es auch viele unwirksame Präparate im Markt gibt.
Weitere Heilpflanzen gegen Venenprobleme sind Rotes Weinlaub (Vitis vinifera), Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum), Steinklee (= Honigklee, Melilotus officinalis).

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Hochdosiertes Ritalin: Kokainähnliche Veränderungen im Mäusegehirn

Donnerstag, Februar 12th, 2009

Hohe Dosen von Ritalin können laut einer Untersuchung im Gehirn von Mäusen Veränderungen erzeugen, welche jenen bei Kokainabhängigen ähneln. Die Wissenschaftler warnen davor, das Medikament als Aufputschmittel zu missbrauchen.

Die US- amerikanischen Forscher injizierten gesunden Mäusen für zwei Wochen täglich entweder den Ritalin-Inhaltsstoff Methylphenidat oder Kokain. Die durch Ritalin und Kokain ausgelösten Veränderungen im Belohnungszentrum des Gehirns waren teilweise sehr ähnlich.

Ritalin zur Leistungssteigerung

Ritalin wird üblicherweise Kindern mit Aufmerksamkeitsproblemen und Hyperaktivität verordnet. Laut den Forschern rund um Yong Kim von der Rockefeller Universität in New York sind diverse Studien zum Ergebnis gekommen, dass die ärztlich verschriebene Einnahme bei diesem sogenannten ADHS-Syndrom sicher ist.

Ein Bericht stellte vor kurzem jedoch fest, dass in den USA mehr als sieben Millionen Menschen Methylphenidat einnehmen, um sich aufzuputschen und die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Untersuchung zeigt laut Nora Volkow, Direktorin des US-Instituts für Drogenmissbrauch, dass dies gefährlich ist.

Volkow warnte jedoch andererseits davor, Kinder und Jugendliche mit ADHS nicht mehr mit Ritalin oder vergleichbaren Präparaten zu behandeln. Studien hätten gezeigt, dass die Medikamente in vom Arzt verschriebenen Dosen nicht zu Abhängigkeit führten. Im Gegenteil: ADHS-Kinder nähmen später häufiger Drogen, Ritalin könne dieses Risiko reduzieren.

Quelle: www.science.ORF.at

Originalpublikation:
Die Studie “Methylphenidate-induced dendritic spine formation and _FosB expression in nucleus accumbens” von Yong Kim et al. ist erschienen in “Proceedings of the National Academy of Sciences” (3. Februar 2009, DOI:10.1073/pnas.0809579106).

Kommentar:

Dass die Verwendung von Ritalin als Aufputschmittel jenseits ist, scheint mir sehr klar. Komplexer ist die Frage der Anwendung von Ritalin bei ADHS-Kindern. Hier gibt es einerseits einen verhältnismässig hohen Verbrauch, der aufhorchen lässt, und andererseits warnende Stimmen, die jeden Einsatz von Ritalin als Verbrechen an Kindern kriminalisieren. Auch aus der Naturheilkunde gibt es so etwas wie eine Anti-Ritalin-Front. Wenn ein Thema so polarisiert, ist dies meines Erachtens immer eine Aufforderung, sich nicht unbesehen in eine der Fronten einzureihen, sondern so differenziert wie möglich eine eigenständige Position einzunehmen.
Ich bin weder ein Ritalin-Spezialist noch ein ADHS-Experte. Es scheint mir aber wohl klar, dass es Situationen gibt, in denen Ritalin sehr hilfreich ist und sinnvoll eingesetzt werden kann. Zugleich bin ich jedoch sehr überzeugt davon, dass die Diagnose ADHS sehr genau und sorgfältig gestellt werden muss und dass es nicht akzeptabel wäre, jedes irgendwie auffällige Kind mit Ritalin zu behandeln. Es kann nicht um ein generelles Schwarz-Weiss-Denken gehen. Ritalin ist weder ein Wunderheilmittel noch ein teuflisches Gift. Es kann meines Erachtens nur darum gehen, in jedem Einzelfall zu klären, ob die Anwendung dieser Substanz hier zu verantworten ist oder nicht.
Diese differenzierte Haltung ist aber sehr viel anspruchsvoller als blinde Zustimmung oder blinde Ablehnung.

Aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde gibt es einige Ideen zur Behandlung von ADHS, aber keine gesicherten Strategien und Erkenntnisse.
Diskutiert werden unter anderem Extrakte aus Ginkgo biloba. Eine offene Anwendungsbeobachtung in einer Kinderarztpraxis kam zu positiven Schlüssen, reicht aber bei weitem nicht, um eine Wirksamkeit von Ginkgo-Extrakten bei ADHS zu belegen. Ebenfalls im Gespräch sind Johanniskraut und Nachtkerzenöl, doch fehlen hier fundierte Argumente.
Die Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde kennt für viele Beschwerden geeignete Heilpflanzen, bei ADHS kann sie noch keine überzeugende Behandlungsmöglichkeit anbieten. Es scheint mir wichtig, auch solche Grenzen aufzuzeigen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Gute Ratschläge für gesundes Leben – eine Plage?

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Wir werden überschwemmt mit guten Ratschlägen für ein gesundes Leben, auch aus dem Reich der Heilpflanzen. In dieser Hinsicht hatten es frühere Generationen bestimmt einfacher. Via Medien erfahren wir heute von jeder noch so absurden Idee, was uns auch noch alles gut tun würde und womit wir uns gesund erhalten oder heilen könnten: Noni, Hoodia, Aloe vera, Grüntee, Ginseng, Spirulina, Schwedenkräuter, Teebaumöl, Mistel , Curcumin und vieles andere mehr. Vor allem Menschen mit chronischen Krankheiten, zum Beispiel Krebspatienten, leiden kaum je an einem Mangel an Ratschlägen, was sie alles noch tun oder lassen sollten.
Auf das Übermass an guten Ratschlägen hat schon der Mediziner Klaus Dörner in seinem Buch “Die Gesundheitsfalle” (Econ 2003) hingewiesen:

“Aufforderungen zum gesunden Leben, uns noch gesünder, noch fitter zu machen, umzingeln uns von allen Seiten. Sie dringen aus Fernsehen, Radio, Internet oder von den Werbeflächen der U-Bahn auf uns ein, und selbst in der Familie oder unter Freunden sind sie das beliebteste Gesprächsthema. Sie klingen plausibel. Aber es sind so verwirrend viele und ganz unterschiedliche Vorschläge. Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht und womit wir anfangen sollen.
In solchen Situationen hat es sich für uns Menschen immer schon bewährt, erst mal drei Schritte zurückzutreten, all diese Appelle und Versprechungen eine Zeit lang dahingestellt zu lassen, sie einzuklammern und uns zu fragen: Was ist denn meine eigene Erfahrung in meiner alltäglichen Lebenswelt mit Gesundheit? Wann und wie bin ich gesund? Fühle ich mich gesund? Philosophen nennen das: die phänomenologische Haltung einnehmen. Insofern haben alle Menschen die Neigung, in verwirrenden Situationen Philosophen zu sein.”
(Klaus Dörner, Die Gesundheitsfalle, Econ 2003)

Wer sich im Dschungel der guten Ratschläge und Heilungsversprechungen zurecht finden will, braucht Wissen darüber, wie man solche Aussagen sorgfältig prüft und sich dazu eine fundierte, eigene Meinung bildet.
Im Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie können Sie sich dieses Wissen erwerben in der Phytotherapie-Ausbildung oder im Heilpflanzen-Seminar, zu dem Sie alle genaueren Angaben auf www.phytotherapie-seminare.ch finden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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