Archive for Januar, 2009
Donnerstag, Januar 22nd, 2009
Mit einem einfachen Trick lassen sich Schmerzen beim Spritzen verhindern oder doch deutlich reduzieren. Der Greifswalder Intensivmediziner und Anästhesiologe Taras Usichenko hat in einer Studie gezeigt, dass sich Schmerzen beim Stich in Haut oder Vene erheblich verringern lassen, wenn der Patient dabei leicht hustet.
Durch das Husten werde der Druck im Brustkorb und in der Rückenmarksflüssigkeit gesteigert, erklärt Usichenko. “Da die Nervenknoten in der Rückenmarksflüssigkeit schwimmen, wird im Rückenmark die Schmerzübertragung von der Einstichstelle zum Gehirn gestört.” Der Grund für diesen Effekt sei möglicherweise auch eine so genannte Counter-Irritation durch das Setzen eines Gegenreizes.
Der Arzt untersuchte 20 männliche gesunde Studienteilnehmer, denen zwei Mal in zwei Wochen eine Kanüle mit und ohne Husten-Trick in die Vene eingeführt wurde. 19 Probanden hatten während des Husten-Tricks ein bedeutend vermindertes Schmerzempfinden. Nur bei einer Person habe der Trick nicht richtig funktioniert, so Usichenko. Sie hatte am Testtag noch nichts gegessen. Durch den tiefen Blutzuckerspiegel habe sie ein erhöhtes Schmerzempfinden gehabt.
Der Husten-Trick kann nach den Worten Usichenkos bei allen Spritzen in den Muskel angewendet werden. Auch beim intravenösen Spritzen, beim Legen von Flexülen vor Operationen oder beim Blutabnehmen blieben dem Patienten dadurch Schmerzen erspart. “Schmerzreduzierende Maßnahmen, wie Gels, Eis oder Cremes, werden überflüssig”, hält Usichenko fest. Damit entstünden auch Einsparpotenziale. Die Resultate der Studie wurden in der Fachzeitschrift “Anesthesia & Analgesia” (98, Seite 343 – 345) publiziert.
Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de
Kommentar:
Die hier beschriebene Counter-Irritation ist ein spannendes Phänomen. Sie wird auch in der Phytotherapie und in der traditionellen Pflanzenheilkunde schon seit langem genutzt. Beispiele dafür sind Salben mit dem Paprika-Wirkstoff Capsaicin, Auflagen und Wickel mit Senfmehl oder Meerrettich, Pfefferminzöl-Anwendungen gegen Kopfschmerzen oder (sehr alt hergebracht) Brennessel-Peitschungen bei rheumatischen Schmerzen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Donnerstag, Januar 22nd, 2009
In der Erkältungszeit ist guter und ausreichend langer Schlaf offenbar besonders wichtig. Denn wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, erkrankt häufiger an Erkältungen als Personen mit längerer Schlafdauer. Das zeigte eine Studie mit 153 Männern und Frauen im Alter von 21 bis 55 Jahren.
Während 14 Tagen wurde die Schlafdauer der Versuchspersonen dokumentiert. Anschließend bekamen die Teilnehmenden Rhinoviren in die Nase getropft. Die Resultate: In der Gruppe mit einer Schlafdauer von weniger als sieben Stunden gab es dreimal häufiger Erkältungen – und bei schlechter Schlafqualität sogar 5,5-mal mehr.
Quelle: Ärzte Zeitung, 13.01.2009
Originalpublikation: Arch Int Med 169, 2009, 62
Kommentar:
Diese Studie bestätigt wieder einmal mehr, wie wichtig es ist, im Umgang mit Gesundheit und Krankheit den Kontext einzubeziehen, in dem ein Mensch lebt. Es ist eine sehr eingeschränkte Sichtweise, sich zur Vorbeugung von Erkältungen beispielsweise nur auf Echinacea-Präparate (Sonnenhut) zu fixieren. Nichtmedikamentöse Massnahmen sind oft genauso wichtig oder gar noch wichtiger. Heilpflanzen haben durchaus viel zu bieten, aber es wäre falsch, von ihnen allein das ganze Heil zu erwarten.
In dieser Hinsicht ist der Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Schafdauer und Erkältungsanfälligkeit aufschlussreich.
Allerdings scheinen mir auch hier noch viele Fragen offen. Ein klarer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang im Sinne von “Wenig Schlaf führt zu häufigeren Erkältungen” ist damit meines Erachtens noch nicht belegt. Es könnte ja einen dritten Faktor geben, der sowohl zu wenig Schlaf führt, als auch die Immunlage verschlechtert und dadurch mehr Erkältungen bewirkt. Stress beispielsweise könnte ein solcher dritter Faktor sein. Er vermindert die Immunabwehr und kann zugleich Schlafdauer und Schlafqualität beeinträchtigen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, Januar 22nd, 2009
Interessiert Sie aus beruflichen Gründen die Behandlung von Hauterkrankungen und Wunden mit Heilpflanzen?
Oder sind Sie selber von einer Hauterkrankung betroffen und möchten sich über Therapiemöglichkeiten mit Heilpflanzen informieren?
Die Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde bietet zahlreiche Ansatzpunkte zur Behandlung von Ekzemen (z. B. Kontaktekzeme, atopisches Ekzem = Neurodermitis) und zur Wundbehandlung. Unser Tagesseminar stellt alle wichtigen Heilpflanzen in diesem Bereich vor. Zum Beispiel Ringelblume, “Chäslichrut”, Arnika, Beinwell, Hamamelis, Aloe, Kamille, Stiefmütterchen, Cardiospermum (Ballonrebe), Mahonia, Eichenrinde, Schwarztee, Nachtkerzenöl, Borretschöl, Lavendelöl.
Neben den Ekzemen werden die Möglichkeiten der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde für viele andere Hauterkrankungen besprochen, beispielsweise bei Psoriasis (Schuppenflechte), Akne, Fusspilz, Warzen.
Vermittelt werden dabei traditionelle wie auch neue Erkenntnisse und Erfahrungen.
Daten und weitere Informationen:
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Leitung:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, Januar 22nd, 2009
Ein altes, einfaches Hausmittel findet wissenschaftliche Bestätigung: Heiße Getränke lindern Erkältungssymptome tatsächlich besser als kalte. Das zeigte jetzt eine Studie der Universität Cardiff.
Im Rahmen der Untersuchung am “Common Cold Centre” der Universität Cardiff unter Leitung von Prof. Ron Eccles bekamen 30 an einem grippalen Infekt erkrankte Personen einen Apfel-Johannisbeer-Drink, den sie heiß oder kühl (Zimmertemperatur) tranken.
Eine objektiv messbare Wirkung auf die Nasenatmung war in keinem Fall feststellbar. Dennoch berichteten die Patienten, dass sich ihre Nase nach Trinken des heißen Getränks deutlich freier anfühle.
Das Heißgetränk bewirkte eine rasche, anhaltende Besserung von Erkältungssymptomen wie laufender Nase, Husten, Halsschmerz, Niesen, Frösteln und Abgeschlagenheit. Das gleiche Getränk, auf Zimmertemperatur abgekühlt, war nur gegen Husten, Niesen und laufende Nase wirksam.
Als Erklärung für diese Unterschiede werden Placebo-Effekte ebenso diskutiert wie physiologische Einflüsse auf Speichelfluss und Sekretbildung.
Quelle: www.aerztlichepraxis.de, 22. 1. 2009
Originalpublikation: Rhinology 46 (2008) 271-275
Kommentar:
Für den Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ist diese Studie insofern interessant, weil ihre Ergebnisse bezüglich der Behandlung von Erkältungskrankheiten für die Anwendung von Kräutertee sprechen. Heute werden oft Heilpflanzen-Präparate als Sirup, Tropfen oder Dragees vorgezogen, weil sie praktisch einzunehmen sind, auch für unterwegs. Auch gibt es bei vielen Heilpflanzen wissenschaftliche Studien nur von Extraktpräparaten, die vor allem als Dragees oder Tabletten erhältlich sind. Für Kräutertees dagegen fehlen in den meisten Fällen entsprechende Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit.
Diese Studie aus Cardiff zeigt aber, dass das Trinken von heissem Kräutertee durchaus gute Effekte haben kann, noch über die Wirkungen der angewendeten Heilpflanzen hinaus. Das langsame, schluckweise Trinken eines Kräutertees hat schon seine Qualitäten als Ritual, mit dem man sich etwas Gutes tut. Wenn nun die Wärme des Getränkes und die Wirkungen der verwendeten Heilkräuter noch dazu kommt, ergibt das ein sinnvolles Ganzes. Bei Erkältungskrankheiten sollte der Kräutertee deshalb auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Ob dann in der einzelnen Situation Thymian, Spitzwegerich, Malvenblüten, Schlüsselblume, Königskerze, Eibischwurzel, Lindenblüte, Holunderblüte oder was auch immer zur Anwendung kommt, hängt dann von der jeweiligen Art der Erkältung ab.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Mittwoch, Januar 21st, 2009
Eine Akupunktur-Behandlung kann die Dauer und Intensität von Spannungskopfschmerzen und Migräne besser lindern als eine medikamentöse Therapie. Doch eine Placebo-Akupunktur wirkt gegenüber einer “echten Behandlung” kaum schlechter.
In zwei verschiedenen “Cochrane Reviews” stellten die Forscher um Dr. Klaus Linde von der TU München fest, dass die Wirkung einer Akupunktur-Behandlung bei Kopfschmerzen klinisch relevant sei.
Dabei kam es jedoch offensichtlich nicht unbedingt darauf an, wo genau die Nadeln gestochen werden. Auch bei Placebo-Behandlungen, bei denen die Nadeln an falschen Punkten eingesetzt wurden oder nicht tief genug in die Haut eindrangen, empfanden die Patienten eine signifikante Besserung. So war selbst die Scheinbehandlung einer medikamentösen Therapie noch überlegen.
Für eine der Meta-Analysen werteten die Autoren 11 Studien zu Spannungskopfschmerzen aus (total 2317 Teilnehmer), für die andere 22 Studien mit insgesamt 4419 Migräne-Patienten (mit und ohne Aura). Die Beobachtungszeiträume betrugen mindestens acht Wochen.
Akupunktur sei eine gute Alternative bei Kopfschmerzpatienten, die keine Medikamente wünschen, hält Klaus Linde fest. Zudem gehe die Therapie mit weniger Nebenwirkungen einher. Allerdings sei nun zu klären, wie lange die Wirkungen einer Akupunktur anhielten und wie wichtig ihre korrekte Durchführung sei.
Quelle: www.aerztlichepraxis.de, 21. 1. 2009
Originalveröffentlichung:
Cochrane Database of Systematic Reviews 2009 (doi: 10.1002/14651858.CD007587 beziehungsweise 10.1002/14651858.CD001218.pub2)
Kommentar:
Auch im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde gibt es manchmal Studien, die mehr neue Fragen aufwerfen als dass sie beantworten. Darüber kann man sich nun beklagen, oder aber dieses Phänomen als interessante Herausforderung auffassen. Ich würde für letzteres plädieren. Oft scheint mir sogar, dass offene Fragen uns wacher und lebendiger machen, während (scheinbare) Antworten manchmal sogar ein bisschen einlullend wirken.
Die Cochrane Reviews zum Thema Kopfschmerz & Akupunktur jedenfalls regen durchaus zum Nachdenken an. Sie zeigen offenbar deutlich, dass Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen & Migräne einen positiven Effekt hat. Dass Schein-Akupunktur praktisch ebenso wirksam ist, wirft natürlich schwierige Fragen auf. Vielleicht ist das ganze differenzierte System der Meridiane, das rund um die Nadelungen entwickeln wurde, gar nicht so zentral für die Wirksamkeit. Vielleicht geht es ja im Wesentlichen um eine Counter-Irritation (Setzen eines Gegenreizes). Ähnliche Phänomene kennt man aus der traditionellen Pflanzenheilkunde beispielsweise bei den Brennessel-Peitschungen gegen rheumatische Schmerzen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, Januar 20th, 2009
Unter dem Titel “Beruhigung für den Darm” berichtet nun auch die KonsumentInnen-Zeitschrift “Saldo” über eine Meta-Studie der kanadischen Universität Hamilton, nach der Pfefferminzöl sich als wirksam bei Reizdarm gezeigt hat.
“Patienten mit Reizdarm sollten Pfefferminzöl-Kuren machen. Das bessert die Beschwerden deutlich…” schreibt Saldo. Der Text endet mit folgender Aussage: “ Am besten half Pfefferminzöl. Die Patienten hatten danach nur noch halb so oft Beschwerden wie Blähungen, Krämpfe, Verstopfung oder Durchfall. Pfefferminzöl kann man in Fläschchen oder als Kapseln in der Apotheke kaufen.” – Illustriert ist der Beitrag mit dem Foto eines Pfefferminzöl-Fläschchens.
Der Text erweckt den Eindruck, dass man Pfefferminzöl gegen Reizdarm aus dem Fläschchen oder in Kapselform anwenden kann. Ins Zentrum gerückt wird die flüssige Form aus dem Fläschchen, jedenfalls mit dem Foto.
Das ist irreführend:
1. Pfefferminzöl direkt aus der Flasche einzunehmen, ist nicht gerade angenehm.
2. Es ist sehr fraglich, ob direkt aus der Flasche eingenommenes Pfefferminzöl bis in tiefere Darmabschnitte gelangt, was bei Reizdarm aber nötig wäre. Höchstwahrscheinlich wird das Pfefferminzöl in den oberen Darmabschnitten bereits resorbiert und kommt weiter unten daher gar nicht mehr zur Wirkung.
3. Alle mir aus der Phytotherapie-Fachliteratur bekannten Studien mit Pfefferminzöl gegen Reizdarm wurden mit dünndarmlöslichen Kapseln durchgeführt. Weil diese Kapseln sich erst im alkalischen Dünndarm-Milieu auflösen, gelangt das Pfefferminzöl auch in tiefere Darmabschnitte.
Der Text zeigt wieder einmal, dass Papier geduldig ist (und das Internet auch…). Es fehlt oft jegliche Qualitätskontrolle. Wenn Sie sich sicher und wirksam mit Heilpflanzen-Präparaten oder anderen Naturheilmitteln behandeln wollen, dann lohnt es sich, nicht alles zu glauben, was da so geschrieben wird. Machen Sie sich selber schlau. Auf www.phytotherapie-seminare.ch finden Sie dazu Kurse und Lehrgänge für Laien und Fachleute.
P.S.: Mehr zur Meta-Studie aus Hamilton und zum Thema “Pfefferminzöl & Reizdarm” finden Sie hier:
Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, Januar 19th, 2009
Orchideen gibt es nicht nur im Regenwald und im Blumenladen. Sie wachsen auch in Mitteleuropa in naturnahen Landschaften. Nur weiss die grosse Mehrheit der Bevölkerung kaum davon.
Die Orchideengewächse sind eine der jüngsten Pflanzenfamilien der Erde und trotzdem übertreffen sie alle anderen Pflanzenfamilien bezüglich der Artenzahl. Über 25 000 Orchideenarten sind nämlich weltweit bekannt, die meisten davon aus tropischen oder subtropischen Regionen. Für die Schweiz sind 73 wild wachsende Orchideenarten beschrieben.
Sie tragen so ausgefallene Namen wie Frauenschuh, Waldvögelein, Männertreu, Knabenkraut, Hohlzunge, Widerbart oder Waldhyazinthe.
Unter den wild wachsenden Orchideen gibt es solche mit prachtvollen Farben und Formen, die den Züchtungen aus dem Blumenladen in gar nichts nachstehen. Andere Orchideen sind so klein und unscheinbar, dass sie in der Regel übersehen werden. Die Beschäftigung mit den Orchideen in der Natur schult daher die Wahrnehmung auch für die kleinen Wunder am Wegrand. Und wer sie von nah betrachtet, entdeckt in jeder Orchideenblüte ihre besondere Schönheit.
Orchideen – die perfekten Täuscher
Orchideen gehören jedoch auch von ihrer Lebensweise her zu den interessantesten Pflanzen. Da gibt es die grossen Täuscher: Sie locken mit betörenden Farben und Düften Bienen an, bieten aber keinerlei Nektar. Andere Orchideen aus der Gattung Ragwurz (Ophrys spec.) sind gar Sexualtäuschblumen. Ihre Blüten ahmen die Weibchen einer bestimmten Insektenart nach – und zwar im Aussehen und im Duft. Auf diese fast perfekte Kopie fallen die Männchen dann tatsächlich herein. Und während sie noch glauben, es gehe um ihre eigene Fortpflanzung, geht es in Tat und Wahrheit um die Vermehrung der Ragwurz…..
Orchideen kennen lernen
Wer sich auf lockere und gut verständliche Art in diese Wunderwelt einführen lassen will, kann das in meinen Heilkräuter- und Wildblumenkursen, zum Beispiel in Graubünden (Flims, Feldis, Vals), im Wallis (Jeizinen) oder im Berner Oberland (Lenk, Mürren).
Auf www.phytotherapie-seminare.ch finden Sie im Kurskalender weitere Informationen und in der Bildergalerie zahlreiche Bilder und Beschreibungen von Orchideen. Ausserdem informiert die Seite über Heilpflanzen-Seminare und bietet ein Heilpflanzen-Infoportal.
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Montag, Januar 19th, 2009
Gerade in der kalten Jahreszeit leben viele unserer Wildtiere zurückgezogen. Man könnte fast meinen, sie seien verschwunden. Das stimmt aber nur zum Teil. Wer im Schnee mit offenen Augen nach Tierspuren sucht, findet oft vielfältige Hinweise auf die Aktivitäten von Säugetieren und Vögeln in der Natur. Die Schneedecke bietet damit spannende Gelegenheiten zu Entdeckungsreisen – gerade auch mit Kindern.
Fussspuren von Hasen, Füchsen und Rehen sind in vielen Gegenden recht häufig. Ziemlich viel Glück braucht es, um eine Dachsspur zu entdecken. Der Dachs bleibt im Winter gerne in seinem Bau und bewegt sich wenig im Freien. In höheren Regionen findet man die Spuren von Gemsen oder Hirschen. Wer genauer hinschaut, entdeckt aber auch fast in allen Gegenden kleinere Fussspuren wie beispielsweise von Mäusen oder Eichhörnchen. In sehr dicht besiedelten Gebieten kann es sogar spannend sein, sich die Spuren von Katzen und Hunden genauer anzuschauen. Immer verrät uns nämlich die Spur auch etwas über das Verhalten des Tieres.
Wer sich für Tierspuren interessiert, schult dadurch seine Wahrnehmung für die Phänomene der Natur und für die Umgebung ganz allgemein. Durch diese Verfeinerung der Wahrnehmung wird die Welt für uns reichhaltiger. Das ist eine wertvolle Ressource für Kinder und Erwachsene.
Eine ähnliche Wirkung kann man bei Leuten beobachten, die sich für Heilpflanzen zu interessieren beginnen. Auch dieses Interesse kann ein Einstieg sein für eine genauere Wahrnehmung der Natur als Ganzem. Allerdings braucht es jetzt noch ein paar Wochen, bis die Heilkräuter wieder spriessen.
Da sind doch Tierspuren im Schnee eine gute Alternative, um die eigene Entdeckungslust nicht brach liegen zu lassen.
Und wie wär‘s im Sommer mit einer Heilpflanzen- und Wildblumenexkursion?
Tipp: Wer ein gutes Buch sucht zum Kennenlernen von Tierspuren im Schnee, aber auch von Tierspuren generell (z. B. Frassspuren, Kotspuren etc.), dem sei der Klassiker von Bang / Dahlström empfohlen. Infos dazu hier im Buchshop
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Montag, Januar 19th, 2009
Forscher der Freiburger Universität konnten den mutmasslichen Hauptwirkstoff der Modedroge Spice identifizieren. Spice, bisher als Kräutermischung oder Räucherwerk verkauft, enthalte eine leicht veränderte Variante des synthetischen Cannabinoids CP-47,497. Seine Struktur ähnele dem Hauptwirkstoff der Cannabispflanze, sagte Volker Auwärter. Er leitet seit Oktober vergangenen Jahres ein Projekt am rechtsmedizinischen Institut der Universität Freiburg (Deutschland) zur Untersuchung der Modedroge. Der nun entdeckte Wirkstoff sei sowohl bezüglich Wirksamkeit wie auch bezüglich Wirkdauer wesentlich aggressiver als der im Dezember von dem Frankfurter Pharmaunternehmen THC-Pharm in Spice gefundene Wirkstoff JWH-018. Volker Auwärter glaubt, dass die Frankfurter Forscher den nun in Freiburg identifizierten Hauptwirkstoff als Aromakomponente von Spice missverstanden haben.
Das rechtsmedizinische Institut warnte zusammen mit dem Bundeskriminalamt (BKA) «eindringlich» vor dem Konsum von Spice und vergleichbaren Produkten. Sie sehen darin eine grosse Suchtgefahr. Außerdem könnten sich beim Rauchen von Spice krebserregende Stoffe entwickeln. Für Konsumenten und Konsumenten sei nicht erkennbar, ob den Kräutermischungen synthetische, hochwirksame Wirkstoffe zugesetzt wurden. Die Wissenschaftler hatten den Wirkstoff CP-47,497 mit Hilfe chemischer Untersuchungen an rund 30 Proben von Spice und ähnlichen Produkten identifiziert. Er sei in deutlich höheren Konzentrationen in der Modedroge vorhanden als JWH-018. Manche Spice-Proben waren sogar frei von JWH-018.
Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de / 19.01.2009 l dpa
Kommentar:
Die Kräutermischung Spice gehört zwar nicht zur Pflanzenheilkunde. Trotzdem ist sie ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alles, was als pure Natur daher kommt, auch pure Natur enthält. Immer wieder werden vor allem in Heilpflanzen-Präparaten aus dem asiatischen Raum, die via Internet bezogen werden, synthetische Zusätze entdeckt. Das ist nicht immer harmlos und zudem Betrug, wenn der Käufer oder die Käuferin im Glauben gelassen wird, es handle sich um ein Naturprodukt.
Kaufen Sie keine Naturprodukte aus dubiosen Quellen. Wer sicher gehen will hält sich für Heilpflanzen-Präparate an Apotheken und Drogerien. Zwar ist es meiner Ansicht nach ein grosses Problem, dass ein bedeutender Teil der in Apotheken und Drogerien verkauften Naturprodukte bezüglich Wirksamkeit von ausgesprochen fragwürdiger Qualität sind. Das Risiko aber, mit gefährlichen Präparaten eingedeckt zu werden, ist in Apotheken und Drogerien sehr gering.
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