Archive for November, 2008
Samstag, November 29th, 2008
Die Möglichkeiten der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) beschränken sich nicht nur auf “banale” Erkältungen. Offenbar kann man sogar Grippeviren mit Heilpflanzen bekämpfen.
Influenzaviren werden mit synthetischen Neuraminidase-Hemmern bekämpft, mit Zanamivir oder Oseltamivir. Das bekannteste Produkt auf der Basis von Oseltamivir ist “Tamiflu®” von Roche.
Es gibt aber auch Heilpflanzen-Extrakte, welche das Enzym Neuraminidase in den Grippeviren wirksam hemmen. Das berichteten Wissenschaftler des Instituts für Pharmazeutische Biologie der FU Berlin auf dem Kongress “Phytopharmaka und Phytotherapie 2008”.
Ginkgo biloba hemmt Influenzaviren
Bei der Untersuchung von 25 in der Volksheilkunde beschriebenen Heilpflanzen fanden die Phytotherapeutika-Experten gut wirksame pflanzliche Auszüge. So zeigten methanolische Extrakte des bereits von den Aborigines verwendeten Eucalyptus globulus Labill., vom in der bulgarischen Volksheilkunde genutzten Geranium sanguineum (Blutroter Storchenschnabel) und von Ginkgo biloba L. eine starke Hemmaktivität gegenüber der Neuraminidase. Von den ethanolischen Auszügen hatten Extrakte aus der nepalesischen Pflanze Bergenia ligulata (Wall) Engl. sowie aus der Kapland-Pelargonie Pelargonium sidoides Dc. diese starke antivirale Eigenschaft. Unter den wässrigen Extrakten schließlich hemmte besonders stark die chinesische Arzneibuch-Pflanze Scutellaria baicalensis Georgi die Neuraminidase. Im Ganzen zeigten 23 % der untersuchten Extrakte sogar eine stärkere Neuraminidase-Hemmung als die Vergleichssubstanz Zanamivir.
Quelle: http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23190/
Kommentar: Diese Ergebnisse sind sehr interessant, insbesondere was den Blutroten Storchenschnabel betrifft, welcher in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde bisher kaum eine Rolle gespielt hat. Auch betreffend Ginkgo biloba bringen die Untersuchungen der FU Berlin neue Erkenntnisse. Ginkgo gehört zwar bereits seit gut 20 Jahren zu den bedeutendsten Heilpflanzen in der Phytotherapie. Seine Hauptanwendungsgebiete sind aber Demenz und Periphere Arterielle Durchblutungsstörungen (PAVK). Darum sind die gefundenen antiviralen Effekte von Ginkgo-Extrakten eine echte Überraschung.
Erwähnt werden muss aber noch, dass es sich bei den beschriebenen Untersuchungen um Laborexperimente handelt (Enzymtest). Damit bleibt die Frage noch offen, ob die verwendeten Pflanzenextrakte auch im Organismus von Grippekranken eine vergleichbare Wirkung zeigen. Diese Präzisierung ist nötig, um nicht vorschnell überzogene Versprechungen in die Welt zu setzen.
Schwache Hemmeffekte erzielten im übrigen die Extrakte von Echinacea angustifolia (Sopnnenhut), Eleuterococcus senticosus (Taigawurzel) und Zingiber officinale (Ingwer). Diese Ergänzung fand ich in der Zeitschrift für Phytotherapie (2008; 29: 65-70).
Dieser Bericht der Medical Tribune ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Phytotherapie eben kein statisches Lehrgebäude ist, sondern sich dynamisch und vielfältig entwickelt, nicht zuletzt dank aktiver wissenschaftlicher Forschung. Neues kommt und Überholtes geht – diese kontinuierliche Erneuerung hält geistig fit und wirkt immer wieder faszinierend.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Samstag, November 29th, 2008
Wer sich für Heilpflanzen interessiert und sich über diesen faszinierenden Wissensbereich informieren will, stösst rasch auf eine Flut von Empfehlungen und Versprechungen. Da stellt sich sofort die Frage, wie ich denn wissen kann, ob eine bestimmte Heilpflanze die in Aussicht gestellte Wirkung auch tatsächlich entfalten kann. “Du musst es halt ausprobieren – die Erfahrung zeigt dann schon, ob es hilft” – so oder ähnlich fallen meistens die Antworten aus, wenn man dieses Thema in Kreisen von Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde aufwirft. Im ganzen Bereich der Komplementärmedizin wird gern auf “Erfahrungen” verwiesen, wenn nach Begründungen für bestimmte Therapieempfehlungen gefragt wird.
Meiner Ansicht nach brauchen wir in weiten Bereichen von Komplementärmedizin, Naturheilkunde oder Pflanzenheilkunde einen viel sorgfältigeren Umgang mit dem Begriff “Erfahrung”. Wie schnell kommt doch als Begründung für bestimmte Heilmethoden oder Heilmittel, dass es halt “Erfahrungen” seien, die dafür sprächen. Wie komplex dieser Begriff der “Erfahrung” in Wirklichkeit ist, zeigt zum Beispiel Wilhelm Schmid in folgendem Text:
“ Die Bereicherung des Erfahrungsschatzes hängt nicht etwa nur von der Vielzahl der Erfahrungen, sondern von deren Reflexion ab, um Erkenntnisse aus den gemachten Erfahrungen zu ziehen, vorschnelle Schlüsse aber zurückzuhalten. Die Reflexion erfordert eine Distanznahme zu dem, was dem Selbst widerfahren ist, um die Erfahrung, die gemacht worden ist, gleichsam von Aussen charakterisieren zu können als einzigartige oder aber anderen Erfahrungen ähnliche, als zufallsabhängige oder aber allgemeine Erfahrung, bedingt von Strukturen und eingebunden in bestimmte Zusammenhänge; was sich aus der Reflexion ergibt, ist als “Bestätigung, Korrektur oder Widerlegung” auf die Lebensführung zurückzubeziehen.
Der Reflexion förderlich ist der Erfahrungsaustausch mit Anderen; ohnehin erweisen sich wenige Sujets als so ergiebig für Gespräche wie das narrative Aufbereiten, das Vergleichen und Interpretieren von Erfahrungen. Zu deuten ist auch hier, ob die verschiedenen gemachten Erfahrungen dieselben oder ähnliche oder unterschiedliche sind, welche Gründe und Hintergründe sie haben könnten und welche Bedeutung ihnen zukommt. Kaum etwas verbindet Individuen so sehr wie gleiche oder ähnliche Erfahrungen, die der Selbstvergewisserung dienlich sind; kaum etwas hält sie nachhaltiger zueinander auf Distanz als die Unterschiedlichkeit von Erfahrungen, die verunsichernd wirkt und doch der wechselseitigen Bereicherung dienen könnte. Zur Annahme aber, dass es “authentische” Erfahrungen seien, die der eigenen Wissensproduktion Impulse verleihen, besteht kein Anlass: Erfahrungen sind in hohem Masse strukturell bedingt, und sie sind mithilfe von Vorstrukturierungen manipulierbar, sodass sie in dieser oder jener Form möglich oder unmöglich, wahrscheinlich oder unwahrscheinlich gemacht werden können. Die Art und Weise der Erfahrung und selbst ihrer Reflexion kann von Strukturen einer Kultur und von Gewohnheiten des Fühlens und Denkens vorgeprägt sein.
(Wilhelm Schmid, Philosophie der Lebenskunst, Suhrkamp 2000, S. 301)
Es gibt nicht diese reine Erfahrung, die uns direkt zeigt, wie es wirklich ist. Jede Erfahrung wird durch Theorien schon vorstrukturiert (nach Karl Popper). Jede Erfahrung, mit der wir zu tun bekommen, ist schon eine interpretierte Erfahrung. Darum braucht es einen aufwendigen Prozess der Auseinandersetzung, bis wir aus “Erfahrungen” Erkenntnisse gewinnen können. Es braucht unter anderem die von Schmid beschriebene Distanzierung von den eigenen “Erfahrungen”, damit sie reflektiert, eingeordnet, bewertet und mit “Erfahrungen” anderer Menschen verglichen werden können.
Beruft sich jemand zur Begründung für die Anwendung einer Heilmethode oder eines Heilmittels einfach auf “Erfahrung”, müsste daher sehr genau nachgefragt werden, wie sorgfältig und selbstkritisch sich diese Person mit ihren sogenannten Erfahrungen auseinandergesetzt hat. Denn “Erfahrung” allein lehrt uns noch nichts.
Das Buch “Philosophie der Lebenskunst” von Wilhelm Schmid können Sie im Buchshop anschauen und kaufen.
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Samstag, November 29th, 2008
Drei Tassen Karkade-Tee (Hibiscus sabdariffa) pro Tag lässt den Blutdruck fallen – vor allem, wenn er zu Beginn schon etwas erhöht ist. Für die Pflanzenheilkunde ist das eine interessante Neuigkeit. Karkade, auch Hibiskus genannt und ein beliebter Genusstee, rückt damit immer mehr in den Kreis der Heilpflanzen
US-Forscher stellten fest, dass offenbar antioxydative Bestandteile im Karkade-Tee eine blutdrucksenkende Wirkung haben.
Diesen Effekt des Kräutertees glauben Wissenschaftler der Tufts-Universität in Boston in den USA nun belegen zu können. Dr. Diane McKay und ihre Mitarbeiter haben eine Studie durchgeführt mit 65 Männer und Frauen mit systolischen Blutdruckwerten zwischen 120 und 150 mmHg und diastolischen Werten niedriger als 95 mmHg.
Eine Gruppe trank sechs Wochen lang täglich drei Tassen frisch aufgebrühten Karkade-Tee, die andere ein Placebo-Getränk. Die Wirkung nach sechs Wochen: Der regelmäßige Genuss von Karkade-Tee ließ den systolischen Blutdruck im Schnitt um 7,2 mmHg sinken, das Placebo-Getränk dagegen nur um 1,3 mmHg. Auch beim diastolischen Blutdruck gab es einen – wenngleich weniger starken – Unterschied zugunsten der Teetrinker.
Besonders gut sprachen Studienteilnehmer mit hochnormalen oder schon leicht hypertensiven Blutdruckausgangswerten (129 mmHg oder höher) auf das rote Tee-Getränk an: In dieser Untergruppe sank der systolische Wert sogar im Schnitt um 13,2 mmHg (Placebo: 1,3 mmHg).
Die Herz-Forscher aus Boston vermuten, dass ein in Hibiscus sabdariffa enthaltener Bestandteil, der bereits in früheren Untersuchungen eine antioxidative Wirkung gezeigt hatte, der Grund für die blutdrucksenkende Wirkung sein könnte.
Quelle: www.aerztezeitung.de, 11. 11. 2008
Kommentar: Karkade wird hauptsächlich verwendet als rotfärbender Bestandteil in Hagebutten-Portionen-Teebeuteln. Für sich getrunken ist der Karkadetee ein erfrischend-säuerliches Getränk. Oft spricht man auch einfach von Hibiskus-Tee. Der Karkadetee gilt bisher eher als Genusstee und zählt weniger zu den Heilpflanzen. Wenn nun ein blutdrucksenkender Effekt gezeigt werden konnte, so ist das bemerkenswert, auch wenn die Wirkung im Grossen und Ganzen ja nicht sehr stark ist. Für einen markant erhöhten Blutdruck reicht Karkade-Tee allein jedenfalls nicht aus.
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Donnerstag, November 27th, 2008
- Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) sollen Speisen mit fermentierbaren Sacchariden meiden. Das bedeutet konkret: Verzicht auf Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Lauch, Erbsen, Bohnen, Kohl und Pilze. Auch Weizen, Roggen und Gerste enthalten solche Saccharide.
- Ausserdem bessern sich bei 70 Prozent der Patienten und Patienten die Beschwerden durch eine fruktosearme Kost. Angesagt ist also Zurückhaltung bei Getränken, denen Fruktose (Fruchtzucker) zugesetzt ist und die als “zuckerfrei” deklariert sind.
- Ungünstig wirken sich auch Äpfel, Birnen, Trauben, Honig und Datteln aus. Glukose (Traubenzucker) dagegen erleichtert die Aufnahme von Fruktose im Darm, weshalb Obst mit hohem Glukosegehalt auf dem Diätplan stehen darf, also Bananen, Pflaumen oder Erdbeeren.
Quelle: www.aerztezeitung.de, 27. 11. 2008
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Donnerstag, November 27th, 2008
Flohsamen und Pfefferminzöl können beim Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) die Beschwerden lindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2008; 337: a2313). Zwischen 5 und 20 Prozent aller Erwachsenen, vor allem Frauen, sollen an Beschwerden leiden, die mit Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs einhergehen und als Reizdarmsyndrom bezeichnet werden. Das Reizdarmsyndrom gilt als funktionelle Störung. Nachdem Medikamente, die gezielt Serotonin-Rezeptoren blockieren, sich als problematisch gezeigt haben, sind die Patienten auf traditionelle Mittel angewiesen, denen ärztlicherseits aber oft keine Wirkung zugestanden wird. Zu Unrecht meint der Gastroenterologe Alexander Fort von der McGill Universität in Hamilton/Ontario. Er machte in medizinischen Datenbanken 35 randomisierte kontrollierte Studien ausfindig, deren Ergebnisse er in einer Meta-Analyse zusammenfasste.??
Ein häufiger Ratschlag an Patienten mit Reizdarmsyndrom besteht darin, sich ballaststoffreicher zu ernähren. Reformhäuser, Drogerien und Apotheken bieten hierfür eine Reihe von Präparaten an.
In zwölf Studien wurden Ballaststoffprodukte mit Placebo verglichen. Die regelmäßige Einnahme senkte das Risiko auf ein Andauern der Symptome um 13 Prozent. Die Anzahl der Patienten, die therapiert werden müssen, um einen von seinen Reizdarmbeschwerden zu befreien (Number Needed to Treat, NNT), beträgt 11. Die günstige Wirkung wurde in den Studien nur für Flohsamen (Isphaghula) belegt (NNT 6). Weizenkleie dagegen scheint nicht besser abzuschneiden als Placebo.??
Die besten Ergebnisse zeigten sich in der Meta-Analyse von Alexander Fort für Pfefferminzöl. Diese Präparate senken das Risiko auf andauernde Symptome um 57 Prozent, und um einen Patienten schmerzfrei zu bekommen, müssen nur 2,5 behandelt werden.??Pfefferminzöl wird in dünndarmlöslichen Kapseln verabreicht und lindert vor allem krampfartige Beschwerden beim Reizdarmsyndrom.
Quelle: www.aerzteblatt.de
Originalarbeit: http://www.bmj.com/cgi/reprint/337/nov13_2/a2313.pdf
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Sonntag, November 23rd, 2008
In unserem Online-Buchshop finden Sie eine sorgfältige Auswahl an Büchern zu den Themen Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Naturheilkunde, Heilpflanzen, Natur (Pflanzen & Tiere), Gesundheit und Philosophie. Zu jedem Buch habe ich einen Kommentar geschrieben, der seine Stärken aufzeigt und auch darlegt, für welche Bedürfnisse es geeignet ist.
Heilpflanzen-Bücher gibt es wie Sand am Meer. Die meisten Buchverlage drucken aber einfach, was sich gut verkaufen lässt, ohne dass sie den Inhalt auf seine Seriosität prüfen. Es fehlt über weite Strecken an Qualitätskontrolle. Viele Heilpflanzen-Bücher müssten daher eigentlich eher zur Kategorie “fantasy” gerechnet werden. Beim Thema “Heilpflanzen” geht es aber um Ihre Gesundheit. Vertrauen Sie daher nicht nur den schönen Versprechungen der Buchverlage. Wir stellen Ihnen die Heilpflanzen-Bücher kritisch vor, mit ihren Vor- und Nachteilen. Die zahlreichen fachlich unseriösen Pflanzenheilkunde-Bücher finden Sie bei uns allerdings gar nicht. Wir verkaufen lieber weniger Bücher, dafür aber nur solche, zu denen wir stehen können. Besuchen Sie doch mal unseren Heilpflanzen-Buchshop.
Eine Checkliste zur Prüfung von Heilpflanzen-Büchern finden Sie hier:
Heilpflanzen-Bücher: Qualität prüfen – aber wie?
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Sonntag, November 23rd, 2008
Millionen von Menschen weltweit nehmen Antioxydantien wie die Vitamine A, C , E, Beta-Karotin und Selen in der Hoffnung, mit dieser Maßnahme ihre Gesundheit zu verbessern, bzw. ihr Leben zu verlängern. Eine in Dänemark und Italien erarbeitete und im Fachblatt Journal of the American Medical Association (JAMA) publizierte Studie zeigt allerdings, dass diese Hoffnungen kaum realistisch sind. Ganz im Gegenteil:
Obst und Gemüse sind nicht durch Tabletten zu ersetzen: Multivitamin-Tabletten können offenbar sogar das Sterberisiko erhöhen.
Für die Vitamine A, Betakarotin und E zeigten die Forscher anhand der Auswertung der Daten von 47 der 68 Studien, die bis zum Oktober 2005 beendet waren, dass diese Vitamin-Zugaben die Sterblichkeit erhöhten. An den ausgewerteten Untersuchungen nahmen insgesamt 232 606 Menschen teil. Die Studienergebnisse wurden weltweit in 385 Publikationen dargestellt und analysiert. Damit baut diese Untersuchung auf einer ganz ungewöhnlich breiten Datenbasis auf.
Die Autoren wählten 47 Studien aus, weil diese hohen wissenschaftlichen Anforderungen genügen und daher das höchste Vertrauen verdienen. Es zeigte sich anhand der statistischen Analysen, dass die Einnahme von Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E in Tablettenform wahrscheinlich das Sterberisiko individueller Menschen erhöht hatte. Vitamin C zeigte sich in Bezug auf die Wirkung auf die Sterblichkeit als “neutral” und nur für Selen konnten die Wissenschaftler einen schwachen Überlebensvorteil nachweisen.?
Quelle: http://www.online-hausarzt.de
Originalarbeit: http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/297/8/842
Kommentar:
Auch diese Studie kann uns nicht die endgültige Wahrheit über Vitaminpillen liefern. Wissenschaft bietet selten so eindeutige Ergebnisse. Jedenfalls ist nicht auszuschliessen, dass es für die erhöhte Sterblichkeit in der “Vitamingruppe” noch andere Gründe gibt.
Trotzdem: Dass die mit grossem Aufwand als besonders gesund propagierten Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise sogar schaden, ist eigentlich ein Hammer. Dass pauschale Vitamincocktails in der Regel nutzlos sind, haben schon viele andere Studien gezeigt. Wer trotzdem Geld ausgeben will für solche Produkte, kann die Dosierung problemlos halbieren, ist dann im sichereren Bereich und schont zudem den Geldbeutel.
Es ist meines Erachtens grundsätzlich heikel, wenn uns dauernd suggeriert wird, dass wir in allen möglichen Lebenslagen irgendwelche Mittelchen brauchen. Das gilt nicht nur für Nahrungsergänzungsmittel sondern auch für Naturheilmittel aller Art und somit auch für Heilpflanzen-Anwendungen. Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde sollten aufpassen, dass sie nicht mitmachen in einer grandiosen Medikalisierungs-Welle, die darauf hinaus läuft, dass jeder Mensch behandlungsbedürftig ist. Wenn das nämlich so weiter geht, brauchen wir bald alle in grossen Stil Tabletten, Tropfen, Globuli, Tees, Spritzen oder gar Operationen. Selbst wenn uns eigentlich gesundheitlich gar nichts fehlt.
Für mich steht ausser Frage, dass Heilpflanzen bei vielen Beschwerden sinnvoll angewendet werden können. Und dass Vitamine, Mineralsalze oder Spurenelemente in den eher seltenen Fällen eines klar festgestellten Mangels nützlich sind.
Nur diese pauschale Behandlung breiter Bevölkerungskreise ohne triftige Gründe dafür – das gibt mir zu denken.
Kritische Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie auch im Buch “Pillen, Pulver, Powerstoffe”, dass Sie im Buchshop anschauen und bestellen können.
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Donnerstag, November 13th, 2008
Kürzlich brachte eine Teilnehmerin ein Heilpflanzen-Buch mit in den Kurs und bat um eine Einschätzung dazu, wie verlässlich seine Angaben sind.
Neben vielen anderen Heilpflanzen wird darin auch der Storchenschnabel (Geranium robertianum) vorgestellt. Storchenschnabeltee wird nun von diesem Autor empfohlen, wenn eine Frau gerne schwanger würde und es damit nicht klappt. Mit einer solchen Angabe steht dieses Kräuterbuch gar nicht so allein da. Ich höre solche Vorschläge immer wieder im Umfeld der Pflanzenheilkunde. Und das gibt mir jeweils schon zu denken.
Mal abgesehen davon, dass Storchenschnabel allein wohl keine Kinder bringt……
Es gibt keinerlei konkrete und fundierte Hinweise dafür, dass Storchenschnabeltee oder Storchenschnabeltinktur bei ungewollter Kinderlosigkeit bzw. bei unerfülltem Kinderwunsch hilft: Keine dokumentierten Fälle, keine Erkenntnisse über Inhaltsstoffe, die eine solche Wirkung plausibel machen und schon gar keine kontrollierten Studien.
Fragt man Leute, die Storchenschnabel in diesem Bereich empfehlen nach einer Begründung, bekommt man immer dieselbe Antwort:
Der Storchenschnabel hat länglich zugespitzte Früchte, die an den Schnabel eines Storches erinnern.
Mich irritiert dann jedesmal von neuem, dass solche Aussagen in vollem Ernst daher kommen, und ich frage darum jeweils nach: Glauben Sie denn wirklich, dass der Storch ins Kinderkriegen involviert ist? Und wie genau?
Auf diese Fragen bekomme ich allerdings kaum je eine befriedigende Antwort. Sie erschüttern bei diesen Personen aber auch nicht den Glauben an die Wirksamkeit des Storchenschnabels.
Wir haben es hier mit einem Analogiedenken zu tun, das offensichtlich viel Überzeugungskraft hat. Ähnlichkeiten lassen sich sehr schnell, in jeder Lage und für jedes Bedürfnis entdecken. Glaubt man fest daran, dass Ähnlichkeit die Wirkung einer Heilpflanze enthüllt, so findet man für jedes Problem eine rasche, eindeutige, unbezweifelbare Lösung. Unter der Voraussetzung allerdings, dass man nach der Entdeckung der Ähnlichkeit jedes Nachdenken unterbleiben lässt. Weil sonst nämlich vielleicht Zweifel aufkämen, ob der Storch wirklich mit dem Kinderkriegen zusammenhängt. Jede Pflanze bietet mit ihrer Vielfalt an Formen und Farben Gelegenheit zu Tausenden von Analogien. Da stellen sich mindestens zwei Fragen, wenn man das Denken nicht bequemer weise einfach bleiben lässt:
1. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Farben und Formen der Heilpflanzen und ihren Wirkungen? – Dafür sehe ich keinen einzigen greifbaren Hinweis. Farben und Formen entwickelt die Pflanze vollumfänglich entlang ihrer eigenen Bedürfnisse. Wenn wir annehmen, sie stünden in einem Zusammenhang mit uns und unseren Krankheiten, nehmen wir uns viel zu wichtig.
2. Angenommen, die Ähnlichkeiten würden tatsächlich auf Heilwirkungen hinweisen: Wie könnte man herausfinden, welche der Tausenden von Analogien bedeutsam sind und welche nicht? Oder gelten alle Ähnlichkeiten gleichermassen? Das gäbe eine grosse Unübersichtlichkeit und wäre wohl sehr willkürlich. Rote Haare weisen über eine Analogie auf Feuer hin – ein deutlicher Fingerzeig, dass es sich bei rothaarigen Frauen um Hexen handelt, die auf den Scheiterhaufen gehören. Solche Analogie-Argumente haben zahlreichen Frauen ganz konkret das Leben gekostet. Vielleicht wäre es deshalb ja nützlich, nach dem Finden von Analogien das Denken nicht ganz einzustellen.
Das Denken in Analogien gehört ganz offensichtlich zur Grundausstattung des menschlichen Gehirns. Ohne die Fähigkeit, Ähnlichkeiten zu erkennen, dürften Lernvorgänge wesentlich schwerer fallen. Ob das Analogiedenken aber im Bereich des Erkennens der Wirkungen von Heilpflanzen angemessen ist, würde ich sehr in Frage stellen.
Natürlich: Das Trinken von Storchenschnabeltee kann motivierend wirken. Ausserdem ist die Vorstellung, dass der Storchenschnabel durch seine Form quasi zu mir redet und mir sagt, wofür er gut sei, sehr ansprechend. Da kümmert sich eine Pflanze um mein Wohlergehen, ohne selber Ansprüche zu stellen – was kann man sich mehr wünschen. Aber dass die Heilpflanzen mit ihren Formen und Farben auf uns und unsere Beschwerden abgestimmt sind, ausgerechnet auf uns Menschen, ist ja wohl schon eine ziemlich unbescheidene Idee.
Von den Frauen, die eine Storchenschnabel-Teekur machen, werden zudem tatsächlich einige schwanger. Und dann passiert regelmässig ein Fehlschluss, den ich im Bereich der Naturheilkunde sehr oft beobachte: Vom zeitlichen Zusammenfallen wird auf einen ursächlichen Zusammenhang geschlossen. Wird eine Frau schwanger, während sie Storchenschnabeltee trinkt, ist es für unkritische bis naive Personen immer der Storchenschnabeltee, der geholfen hat, und nicht etwa die Natur selbst – also der Organismus der Frau. Und schon haben wir wunderbare Berichte von Schwangerschaften durch Storchenschnabeltee. Wenn dann noch der Kampfbegriff “Wer heilt hat recht!” ins Feld geführt wird, steht diese Geschichte unumstösslich in der Pflanzenheilkunde.
Das Analogiedenken hatte seinen Höhepunkt in der Renaissance. In Form der “Signaturlehre” war es für die Pflanzenheilkunde von grosser Bedeutung. Diese Signaturenlehre kann man aber nur aus ihrem historischen und philosophischen Kontext heraus verstehen und nicht einfach auf die Gegenwart übertragen. Wer sich für die Signaturenlehre interessiert, findet dazu Informationen im Kurs “Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit” (auf: www.phytotherapie-seminare.ch im Kurskalender oder via Sitemap).
Aber nehmen wir abschliessend noch einmal das Thema “Storchenschnabeltee & ungewollte Kinderlosigkeit” auf.
Ich sehe zwar keinerlei Hinweise auf eine Wirksamkeit von Storchenschnabeltee bei Kinderlosigkeit, aber auch keine Hinweise darauf, dass das Trinken von Storchenschnabeltee schädlich sein könnte.
Die folgenden Aussagen sind nur gedacht für Personen, die nun immer noch fest davon überzeugt sind, dass die Formen und Farben der Heilpflanzen ihre Wirkung ausdrücken:
Wenn Sie eine Storchenschnabelkur machen wollen, um schwanger zu werden, dann nehmen Sie die Heilpflanze niemals in Form von Tee. Bei der Teezubereitung siebt man ja die Pflanzenteile ab und trägt sie auf den Kompost. Damit werden aber auch die storchenschnabelähnlichen Früchte weggeworfen. Das ist eine deutliche Analogie zu einer Fehlgeburt und birgt daher ein entsprechendes Risiko. Essen Sie statt dessen nur die storchenschnabelähnlichen Früchte, weil nur dort die Information drin steckt, dass ein Kind kommen soll. Essen sie nur die Früchte. Die Stängel der Pflanze sind nämlich stark abstehend behaart. Das ist eine Signatur für überschiessende und abstehende Beinbehaarung und fördert beim Kind entsprechende Tendenzen. Schauen Sie sich die Früchte vor dem Verzehr ausserdem genau an. Es gibt mehrere Storchenschnabelarten mit unterschiedlichen “Schnabelformen” und auch beim Geranium robertianum gibt es einzelne Exemplare mit gekrümmten Schnäbeln. Das könnte beim Kind Missbildungen an der Wirbelsäule auslösen. Verwenden Sie daher nur gerade gewachsene “Storchenschnäbel”.
Ich würde auch dringend dazu raten, nur eine storchenschnabelähnliche Storchenschnabelfrucht pro Zyklus zu essen: Das Risiko ist sonst gross, dass der Storch die Botschaft missversteht und ihnen eine Mehrlingsgeburt beschert. Und abschliessend rate ich dazu, die Frucht jeweils ganz zu essen. Man kann ja nie wissen, welchen Einfluss das Zerkauen auf Mutter oder Kind hat.
Wenn wir uns schon an Analogien orientieren wollen, dann bitte genau.
Im Ernst: Ich bin immer wieder erschüttert darüber, wie fraglos irgendwelche abstrusen Phantasien und Geschichten in Bereich von Pflanzenheilkunde & Naturheilkunde für bare Münze genommen werden.
Und so warte ich denn gespannt darauf, bis meine Regeln für die Storchenschnabelkur irgendwo in einem Heilpflanzen-Buch auftauchen oder als uralte Weisheit heilkundiger Hebammen herumgeboten werden. Ich bitte nur um eine Quellenangabe….
Weil ich seit über 25 Jahren laufend mit solch fragwürdigen Geschichten konfrontiert werde, bin ich überzeugt davon, dass es im Bereich von Pflanzenheilkunde & Naturheilkunde mehr kritisches Denken braucht. Wir haben genug fundiertes Wissen über die Wirkungen der Heilpflanzen und sind nicht auf Nachschub aus Absurdistan angewiesen. Wer jedoch weiterhin zum Beispiel an den Storch als Kinderlieferanten glauben will, soll das meinetwegen tun.
Aber nur wer auch kritische Fragen stellen kann hat eine Chance, sich eine eigenständige und fundierte Meinung zu bilden. Und das ist eine Voraussetzung für Mündigkeit im Umgang mit Gesundheit und Krankheit.
Das eingangs erwähnte Heilpflanzen-Buch war übrigens voll von fragwürdigen Behauptungen und dementsprechend fiel auch mein Kommentar aus.
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Mittwoch, November 12th, 2008
Schwarztee wird meist als Genusstee betrachtet und in seiner Bedeutung für die Pflanzenheilkunde / Phytotherapie unterschätzt. Schwarztee zeigt vielfältige Wirkungen und gehört daher zweifellos zu den wichtigeren Heilpflanzen.
Eine bedeutende Wirkstoffgruppe im Schwarztee sind die Polyphenole. Eine Untersuchung an der schottischen Universität Aberdeen zeigt nun:
Je länger schwarzer Tee zieht, desto höher ist der Gehalt an wertvollen Polyphenolen. Für diese sekundären Pflanzenstoffe gibt es Hinweise dafür, dass sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs entgegen wirken und das Immunsystem stärken. Allerdings brauchte es in den Studien jeweils ziemlich grosse Mengen, bis sich solche Effekte feststellen lassen. Und der Schwarztee wird geschmacklich natürlich eher schlechter, wenn man ihn länger ziehen lässt.
Was zeigt die Studie aus Schottland nun genau?
Die Wissenschaftler ließen je drei Gramm schwarzen Tee unterschiedlicher Produzenten für drei, fünf, sieben und zehn Minuten in 300 Milliliter frisch gekochtem Wasser ziehen.
Danach wurden die Proben auf den Gehalt an bestimmten Polyphenolen geprüft. Je länger der Aufguss, desto höher war der Gehalt an diesen Wirkstoffen im Getränk. Nach ca. sieben Minuten wurde ein Maximalwert erreicht.
Zusätzlich untersuchten die Forscher, ob die Polyphenole nach dem Teegenuss auch im Blut nachweisbar sind. Dazu nahmen neun männliche Probanden im Abstand von einer Woche drei unterschiedliche Getränke zu sich: Tee mit Wasser, Tee mit Milch und zur Kontrolle Wasser mit Milch jeweils im Verhältnis drei zu eins. Den Teilnehmern wurden zehn Minuten vor sowie 50, 80 und 180 Minuten nach dem Experiment Blutproben abgenommen.
Bei Probanden, die zwei Tassen schwarzen Tee getrunken hatten, konnten die Forscher innerhalb von 80 Minuten eine um 20 Prozent höhere Polyphenolkonzentration im Blutplasma nachweisen.
Die Zugabe von Milch setzte diesen Effekt übrigens nicht herab. Diese widerspricht den Ergebnissen früherer Studien, nach denen Milch die Aufnahme von Polyphenolen aus Schwarztee behindern soll . Weitere Untersuchungen sind notwendig, um hier mehr Klarheit zu schaffen.
Quelle: www.aerztlichepraxis.de
Originalarbeit: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Bd. 55, Nr. 12, S. 4889, 2007
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Mittwoch, November 12th, 2008
Der Begriff “Naturheilkunde” wird heute in seiner Bedeutung sehr unterschiedlich aufgefasst. Die Naturheilbewegung entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Damals umfasste die Naturheilkunde vor allem Methoden, die “Natur” ziemlich direkt zum Einsatz bringen: Bewegung, Luft, Licht, Ernährung, Hydrotherapie, Heilpflanzen-Anwendungen. Manchmal macht es heute den Eindruck, als ob solche Methoden zu einfach und zuwenig wunderträchtig sind. Heute muss potenziert, vergärt, verascht, und verschüttelt werden, es braucht die Vorstellung von speziellen “Energien” und “Schwingungen”, damit die Bedürfnisse nach dem ausgefallenen und exotischen gedeckt werden. Mir scheint, dass damit Heilverfahren oft künstlich aufgeblasen werden. Ich bin sehr dafür, dass in der Naturheilkunde das einfache, konkrete wieder mehr Bedeutung bekommt. Darum freut mich ungemein, was eine Forschungsgruppe um Nicola Lautenschlager zeigen konnte: Tägliche Bewegung über einen Zeitraum von 20 Minuten verbessert die Gedächnisleistung.
Für die Studie wurden insgesamt 311 Senioren mit beginnender Gedächtnisschwäche motiviert, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.
Während die eine Gruppe zu täglichen Spaziergängen oder Gymnastik motiviert wurde, blieb die andere als Kontrollgruppe untrainiert.
Nach sechs Monaten erreichten die trainierten Senioren eine auf der Alzheimer Skala deutlich verbesserte Gedächtnisleistung verglichen mit den untrainierten Oldies (1,3 Punkte).
Die Autoren um Nicola Lautenschlager motivierten für ihre Studie insgesamt 311 Senioren mit beginnender Gedächtnisschwäche, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Nach sechs Monaten erreichten die trainierten Senioren eine auf der Alzheimer Skala deutlich gesteigerte Gedächtnisleistung im Vergleich zu den untrainierten Oldies (1,3 Punkte).
Der Effekt hielt sogar über längere Zeit an. 18 Monate nach Versuchsende untersuchten die Forscher die Senioren erneut. Auch dieses Mal schnitten die vormals trainierten Studienteilnehmer besser ab als die untrainierten Teilnehmer. Allerdings zeigte sich bei dieser Überprüfung keine so deutlichere Differenz in der Gedächtnisleistung wie nach Beendigung des Trainings.
Lautenschlager vermutet als Grund für die Verbesserung der Gedächtnisleistung eine Ankurbelung der Herz-Kreislauffunktion, von der das Gehirn stark profitieren würde.
Sie hält den verbessernde Effekt von Sport nicht für herausragend, jedoch hätten bisher auch noch keine der neuen Anti-Alzheimerwirkstoffe eine bessere Wirkung zeigen können.
Das scheint mir durchaus beachtlich, wenn man berücksichtigt, dass weltweit Pharmafirmen Medikamente gegen Alzheimer testen.
Bewegung, eine ganz ursprüngliche Methode der Naturheilkunde, simpel und kostengünstig, kann offenbar in diesem Bereich mithalten. In Zukunft verkaufe ich meine Heilpflanzen-Exkursionen als Alzheimer-Prophylaxe……..
Im Ernst: Freude und Interesse an der Natur, an Pflanzen und Tieren, gehören wohl zu den besten Motivatoren für regelmässige Bewegung.
Quelle: http://www.artscience.de
Originalveröffentlichung: http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/300/9/1027
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