[Buchtipp] „Wut“, von Julia Ebner

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Verlagsbeschreibung

Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen

Der Extremismus ist auf dem Vormarsch in Europa und den USA. Lassen sich westliche Demokratien in eine Spirale der Wut ziehen, die sowohl Islamisten als auch Rechtsradikalen zugute kommt? Die Extremismusforscherin Julia Ebner beschäftigt sich länderübergreifend mit Gruppierungen unterschiedlicher Ausrichtung. Mit gezielten Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Radikalen beider Seiten zeigt sie, wie sich die Strategien von Islamismus und Rechtsradikalismus wechselseitig ergänzen und verstärken. Mit hetzerischer Rhetorik – online wie offline – schüren sie Hass und treiben einen Keil in die Gesellschaft: die eigene Gruppe wird zum Opfer, die andere zum Feind. Wird dadurch der von beiden Seiten als „unvermeidbar“ propagierte Krieg zwischen dem Islam und dem Westen zur realen Gefahr? Die Autorin geht den Ursachen der wechselseitigen Radikalisierung auf den Grund und zeigt, wie Extremisten Angst, Verunsicherung und Wut instrumentalisieren.  Zum Shop

Zur Autorin Julia Ebner

Die gebürtige Wienerin Julia Ebner lebt heute in London, wo sie als Extremismus- und Terrorismusforscherin beim Institute for Strategic Dialogue (ISD) tätig ist. Sie arbeitete zwei Jahre für die weltweit erste Organisation zur Extremismusprävention Quilliam, die von ehemaligen Islamisten gegründet wurde. Für die Europäische Kommission und die Kofi Annan Foundation leitete sie Studien, sie schreibt regelmäßig für „The Guardian“ und „The Independent“, hält Workshops an Schulen und Universitäten und berät Regierungen und Tech-Firmen in Bezug auf Radikalisierungsprävention.

Kommentar von Martin Koradi

Man kann es nicht genug unterstreichen, dass Islamismus und Rechtspopulismus / Rechtsetremismus sich gegenseitig in die Hände arbeiten und sich sogar brauchen.

Julia Ebner zeigt diesen Zusammenhang eindrücklich. Sie hat detailliert dokumentiert, wie orchestriert und organisiert die Einschüchterungs- und Hasskampagnen an der extremistischen Rändern  aufgegleist werden.

Sie beschreibt aber auch, was ihrer Ansicht nach gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen zu tun ist.

Ihr Plädoyer für die Mobilisierung der gesellschaftlichen Mitte scheint mir besonders beherzigenswert:

„Wie kann die politische Mitte ihre Aufmerksamkeit wieder darauf richten, konsequent ihre eigenen Regeln anzuwenden – Regeln, die auf der Achtung der fundamentalen Menschenrechte, von Demokratie und Pluralismus beruhen und die geschaffen wurden, um nach der Erfahrung zweier verheerender Weltkriege im letzten Jahrhundert Frieden zu garantieren?…..

Seit der Jahrtausendwende haben die Geschichten der Extremisten die politische Tagesordnung unserer Länder diktiert und die Verhaltensweisen unserer Gesellschaften bestimmt. Jetzt ist es an der Zeit, dass gemässigte Stimmen den Raum innerhalb und ausserhalb des Internets zurückerobern.“

Das Buch von Julia Ebner ist sehr lesenswert.

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

http://phytotherapie-seminare.ch/gesellschaftspolitik-texte-buchempfehlungen/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Bewertungen in den Medien

„‚Wut‘ liest sich wie ein Roman, aber leider ist seine Geschichte wahr: Islamistische und rechtsradikale Hitzköpfe polarisieren unsere Gesellschaften, während die Moderaten in der Mitte Einfluss an Populisten verlieren, die Extremismus für ihre politischen Zwecke ausnützen.“

Alex P. Schmid, Chefredakteur ‚Perspectives on Terrorism‘

„Julia Ebner zeigt, wie Islamisten und Rechtsextremisten zwei Seiten derselben Medaille sind. Ihre Analyse ist überzeugend, aufschlussreich und äußerst lesenswert.“

Peter R. Neumann, Professor für Sicherheitspolitik, Kings College und Autor von ‚Die Neuen Dschihadisten‘ „Ein originelles und hoch-informatives Buch zu einem der Kernsicherheitsthemen unserer Zeit. ‚Wut‘ demonstriert überzeugend, wie zwei scheinbar gegensätzliche Formen des Extremismus sich gegenseitig nähren, und beleuchtet damit das Ausmaß der Probleme, denen wir uns gegenüber sehen. Eine unentbehrliche Lektüre.“

Paul Rogers, Emeritierter Professor der Friedensforschung, Bradford University and Autor von ‚Irregular War‘

„Ein exzellentes Debut: informiert, fundiert und bedacht. Ebner erforscht die zunehmend wichtige Interdependenz von rechtsradikalen und islamistischen Bewegungen und bietet menschliche, intelligente Wege aus der Sackgasse an.“

Jamie Bartlett, Autor von ‚The Dark Net und Radicals‘

„Das Buch lässt die Ursachen und Folgen von Rechtsradikalismus und islamistischem Extremismus lebendig werden. Diese beiden Formen des Fanatismus drohen unsere Gesellschaften auseinanderzureißen — Ebner entlarvt sie beide und ruft eindringlich dazu auf, liberale Toleranz zu verteidigen. ‚Wut‘ ist ein exzellenter Masterkurs für alle, die den Anstieg von Fanatismus verstehen wollen.“

Ed Husain, Autor von ‚The Islamist‘ „Julia Ebner hat ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, das die trickreiche Thematik der ‚reziproken Radikalisierung‘ mit bewundernswertem ethnographischen Einfühlvermögen behandelt. Fesselnd geschrieben, ist ‚Wut‘ eine Reise durch die tonangebenden und often verflochtenen Formen des Extremismus heute: Dschihadisten und Rechtsradikale. Der Spiegeleffekt dieser gewaltsamen Rhetorik ist verblüffend und wird hier sowohl durch augenöffnende Charakterskizzen als auch durch weitreichende empirische Daten enthüllt. ‚Wut‘ ist zweifellos der bis dato wichtigste Beitrag zu diesem hochaktuellen Thema – eine sehr nützliche Lektüre für Wissenschaftler, Politiker aber auch die breitere Öffentlichkeit.“

Matthew Feldman, Professor der Zeitgeschichte, Teesside University

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Hausmittel: Zwiebelsirup bei Husten

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Die „Welt“ hat einen Text veröffentlicht über Hausmittel für Kinder. Darin kommt auch der Zwiebelsirup zur Sprache, empfohlen durch den Kinder- und Jugendarzt Andreas Volbracht:

«Zwiebelsirup sei sein Lieblingshausmittel, sagt Volbracht. Dazu ein bis zwei geschälte und gewürfelte Zwiebeln mit ein paar Löffeln Zucker oder Honig in ein leeres Marmeladenglas gegeben. Nach mindestens zwei Stunden die Stücke heraussieben, übrig bleibt der Zwiebelsirup. Ihn kann man mit Wasser verdünnen. Kinder mit Husten können mehrmals täglich ein bis zwei Esslöffel einnehmen. „Es bewirkt eine Muskelentspannung an der Bronchialmuskulatur. Das löst die muskuläre Verkrampfung der Atemwege auf“, so Volbracht.»

Quelle:

https://www.welt.de/gesundheit/article175379422/Diese-Hausmittel-koennen-kranken-Kindern-wirklich-helfen.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Zwiebel (Allium cepa) und insbesondere der Zwiebelsirup ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten und er schmeckt nicht einmal so übel, wie das im ersten Moment erscheinen mag. Auch Kinder nehmen ihn oft überraschend gerne.

Interessant ist in der obenstehenden Aussage die Erklärung zum Wirkungsmechanismus:

„Es bewirkt eine Muskelentspannung an der Bronchialmuskulatur. Das löst die muskuläre Verkrampfung der Atemwege auf.“

Die Erklärung habe ich bezüglich Husten noch nie gehört und gelesen. Vermutlich gründet sie in experimentellen Hinweisen auf antiasthmatische Wirkungen der Zwiebel.

Ob sich diese Erkenntnisse auf die Anwendung bei Husten übertragen lassen, ist allerdings unklar.

Die Laborergebnisse werden im „Lehrbuch der Phytotherapie“ so beschrieben:

„Untersuchungen von Dorsch et. al. …zeigen tatsächlich in frisch zubereiteten lyophilisierten Extrakten von Allium cepa ein antisathmatisches Wirkprinzip. Thiosulfinate hemmen die anti-Immunglobulin-E-(IgE)-induzierte Freisetzung von Histamin aus peripheren Granulozyten, die Leukotrienbiosynthese in vorstimmulierten Granulozyten durch Hemmung  der 5-Lipoxygenase und die Thromboxan-B2-Biosynthese in menschlichem plättchenreichen Plasma und in Lungenfibroplasten…Es handelt sich um potente Hemmstoffe der Prostaglandinkaskade.“

Tönt kompliziert, läuft aber vor allem auf eine entzündungswidrige Wirkung hinaus.

Wir habe es bei diesen Ergebnissen hier mit Experimenten an Zellen im Reagenzglas zu tun und mit einem Tierversuch. Mittels Ovalbumin sensibilisierte Meerschweinchen wurden durch perorale Gabe von Zwiebelsaft vor einem Asthmaanfall geschützt.

Allerdings war der Asthmaanfall experimentell ausgelöst. Das ist alles weit weg von der Praxis eines Asthmakranken.

Aussagekräftig bezüglich einer Anwendung von Zwiebelsaft gegen Asthma beim Menschen sind aber nur Untersuchungen am Menschen, also sogenannte klinische Studien.

Dazu schreibt das „Lehrbuch der Phytotherapie“:

„In einem Versuch am Menschen wurde durch orale Gabe von 2 x 100 ml ethanolischem Zwiebelextrakt (= 400 g Zwiebeln) die asthmatische Sofort- und verzögerte Reaktion einer Patientin auf die Inhalation von Hausstaubmilbenextrakt unterdrückt.“

Auch das ist zwar interessant, aber offenbar besteht die Studie nur aus einem einzigen Experiment mit einer einzigen Patientin. Das ist eine äusserst schmale Basis. Und ob ein Äquivalent von 400 g Zwiebeln praxistauglich ist, darf bezweifelt werden.

Die Idee, Zwiebelextrakt gegen Astma zu verwenden ist zwar interessant, aber noch nicht im Ansatz belegt.

Und diese Ergebnisse  lassen sich auch nicht einfach auf die Anwendung bei Husten übertragen.

Andere Wirkungsmechanismen für eine mögliche Wirkung von Zwiebelsirup gegen Husten schienen mit da plausibler:

– Eine schleimlösende und auswurffördernde Wirkung, zum Beispiel via gastro-pulmonalem Reflex.

– Eine Linderung des Hustenreizes durch den Honig. Siehe dazu:

 Honig gegen Husten wirksam

Es ist schade, wenn Hausmittel wie der Zwiebelsirup an Bedeutung verlieren, denn darin steckt auch eine Kompetenz, mit einfacheren Beschwerden selber fertig zu werden. Natürlich sind nicht alle Hausmittel auch sinnvoll. Gerade die Phytotherapie kann aber dazu beitragen, wirksame Hausmittel wieder bekannter zu machen und überholte Hausmittel  auszusortieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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[Buchtipp] „ Demokratie in der Krise “

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Verlagsbeschreibung

Alle Welt redet von Krise. Nun auch noch eine Demokratiekrise? Ist Demokratie Teil der Lösung oder Teil des Problems? Kranken die politischen Prozesse selbst oder leiden sie unter äusseren Einflüssen aus Wirtschaft und Gesellschaft? Ist unsere Demokratie reformfähig? Hat sie eine Zukunft?

Von ihrem Ideal her ist Demokratie unsere Hoffnung, all die anderen Krisen, in denen unsere Gesellschaft steckt, bewältigen zu können. Ideal und Realität unserer Demokratie bilden ein Spannungsfeld und klaffen zuweilen auseinander. Sie sollen es sogar. Aber wir müssen die Chance haben, unsere Ideale einen Schritt weit zu realisieren. Sonst verlieren wir den Glauben an sie. Deshalb ist es wichtig, die Realität einerseits kritisch zu analysieren, anderseits das Verbesserungspotenzial auszuloten. Analyse und Reformmöglichkeiten sind deshalb die zwei Dimensionen, in denen sich der Sammelband bewegt.

Mit Beiträgen von André Bächtiger, Jeannette Behringer, Daniel Binswanger, Joachim Blatter, Daniel Brühlmeier, Martina Caroni, Marc Chesney, Alex Demirovic, Christian Fallegger, Christian Felber, Markus Freitag, Volker Gerhardt, Friederike Habermann, Heinz Hauser, Otfried Höffe, Gebhard Kirchgässner, Hanspeter Kriesi, Ulrike Liebert, Wolf Linder, Philippe Mastronardi, Wolfgang Merkel, Jörg Paul Müller, Andreas Nölke, Jürgen Oelkers, Viktor Parma, Alois Riklin, Michael Schlattau, Thomas Steinfeld, Wolfgang Streeck, Peter Ulrich, Adrian Vatter, Werner Vontobel, Gerhard Wegner, Hans A. Wüthrich.  Zum Shop

Zu den Herausgebern Daniel Brühlmeier & Philippe Mastronardi

Daniel Brühlmeier, geboren 1951, Dr. oec. HSG und lic. ès lettres (Université de Genève), Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatskanzlei des Kantons Zürich und Dozent für Politikwissenschaft an den Universitäten Bern und St. Gallen.

Philippe Mastronardi, geb. 1946, promovierte in Bern auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft und arbeitete 20 Jahre lang in den Parlamentsdiensten des Bundes, davon 16 Jahre als Sekretär der Geschäftsprüfungskommissionen der eidgenössischen Räte (parlamentarische Oberaufsicht über Regierung und Verwaltung). Nach seiner Habilitation für Staatstheorie, Staatsrecht und Verwaltungsrecht war er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2011 Ordinarius für Öffentliches Recht an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsinteressen gelten den Übergängen zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Seine wichtigsten Publikationen beschlagen das juristische Denken, die Verfassungslehre und die Rechtstheorie.

Kommentar von Martin Koradi

Die offen-liberalen, demokratischen Gesellschaftsmodelle westlicher Prägung sind durch mehrfache Herausforderungen gefährdet:

Populismus, Islamismus, Globalisierung, Digitalisierung und ein unübersehbarer Trend zu antidemokratischen, autoritären Führerfiguren à la Trump, Putin, Orbán und Erdogan setzen demokratische Gesellschaftsformen unter Druck oder greifen sie direkt an.

Man kann diese Angriffe direkt in den jeweiligen Themenfeldern parieren. Oder man kann auf eine Stärkung der Demokratie hinwirken, damit sie diesen Angriffen besser standhalten kann.

Das Buch „Demokratie in der Krise“  bietet dazu vielfältige Informationen und Diskussionsgundlagen. Es beschreibt die Stärken und Schwächen des direktdemokratischen und konkordanten Demokratiemodells der Schweiz.

Die fundierte Auseinandersetzung mit diesen Stärken und Schwächen ist eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Demokratiemodells, wenn es gegen die Angriffe sturmfest gemacht werden soll.

Das Buch „Demokratie in der Krise“ ist eine Fundgrube und enthält Beiträge von profunden Kennern der Thematik. Thematisiert werden auch die wirtschaftlichen Einflüsse auf die Demokratie.

Mir selber haben die Beiträge von Hanspeter Kriesi, Wolfgang Streeck und Marc Chesney neue Erkenntnisse gebracht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Inhaltsverzeichnis

  • Daniel Brühlmeier, Philippe Mastronardi: Vorwort: Ein Experiment in Sachen Demokratie

Teil 1: Demokratie in der Krise?

  • Philippe Mastronardi: Einleitung: Werte und Gefahren der schweizerischen Demokratie – Ergebnisse einer Umfrage
  • Hanspeter Kriesi: Der Zustand der schweizerischen Demokratie. Fakten und Probleme aus der Sicht der Politikwissenschaft
  • André Bächtiger: Warum die Schweiz mehr Deliberation gut brauchen könnte. Ein Plädoyer
  • Viktor Parma: Kritik an der demokratischen Praxis in der Schweiz
  • Joachim Blatter: Die Schweizer Demokratie(vorstellungen) vor den Herausforderungen der Globalisierung
  • Wolfgang Streeck: Die Demokratie in der Krise

Teil 2: Das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus

  • 2.1: Wer regiert – die Politik oder die Wirtschaft?
  • Daniel Brühlmeier: Einleitung
  • Wolfgang Merkel: Ist die Krise der Demokratie eine Erfindung?
  • Andreas Nölke: Finanzialisierung als Herausforderung der Demokratie in westlichen Industriegesellschaften
  • 2.2: Liberalismus – Lösung oder Teil des Problems?
  • Heinz Hauser: Ordoliberale Grundsätze für eine globalisierte Welt
  • Marc Chesney: Der Widerspruch zwischen Neoliberalismus und liberaler Demokratie am Beispiel des Finanzmarktes
  • Ulrike Liebert: Hat die marktwirtschaftliche Demokratie im 21. Jahrhundert noch eine Chance? Die Europäische Währungsunion in der Finanzkrise
  • 2.3: Braucht es Tugenden und/oder Institutionen?
  • Gerhard Wegner: Kapitalismus und Demokratie – Komplementarität oder Konflikt?
  • Peter Ulrich: Wie lässt sich die kapitalistische Marktwirtschaft zivilisieren? Zum Verhältnis von Systemlogik, Bürgerethos und Wirtschaftsbürgerrechten
  • Daniel Binswanger: Die Auflösung der Milieubindungen. Die Entwicklung von Kapitalismus und Demokratie am Beispiel der Schweiz
  • 2.4: Stehen Demokratie und Kapitalismus im Konflikt?
  • Philippe Mastronardi: Das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus: Zwischenbilanz und Thesen zum Gedankengang
  • 2.5: Wohin soll sich die Ökonomie entwickeln?
  • Gebhard Kirchgässner: Das zukünftige Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie aus ökonomischer Sicht
  • Christian Felber: Die Gemeinwohlökonomie als Prozess einer neuen Ausrichtung der Wirtschaft
  • 2.6: Sind Kapitalismus und Demokratie in der Schweiz zu Reformen fähig?
  • Werner Vontobel: Warum Globalisierung nicht geht
  • Wolf Linder: Demokratie und Kapitalismus in der Schweiz. Rückblick und Ausblick
  • 2.7: Die Zukunftstauglichkeit der Demokratie
  • Otfried Höffe: Ist die Demokratie in Zeiten des Kapitalismus noch zukunftsfähig?

Teil 3: Die Zukunft der Demokratie

  • Daniel Brühlmeier: Einleitung
  • 3.1: Werte und Institutionen
  • Alois Riklin: Defizitäre Demokratien
  • Adrian Vatter: Zur Zukunftstauglichkeit demokratischer Institutionen in der Schweiz
  • Jörg Paul Müller: Die Zukunftstauglichkeit der Demokratie
  • Martina Caroni: Wer ist das Volk?
  • 3.2: Zivilgesellschaft und Wirtschaft
  • Markus Freitag: Sozialkapital und Demokratie. Von den zivilgesellschaftlichen Fundamenten des demokratischen Staatswesens in der Schweiz
  • Alex Demirović: Die Wirtschaft als Herausforderung der Demokratie. Zur Begründung der Wirtschaftsdemokratiedemokratie
  • Friederike Habermann: WirtschaftsBASISdemokratie nach den Prinzipien der Ecommony
  • Jeannette Behringer: Freiwilliges Engagement von Unternehmen. Corporate Citizenship als ein Beitrag zur Wirtschaftsdemokratie?
  • Hans Wüthrich, Michael Schlattau: Mehr Demokratie wagen – die Genossenschaft als Vorbild?
  • 3.3: Bildung und Medien
  • Jürgen Oelkers: Bildung und Demokratie
  • Christian Fallegger: Demokratiebildung an der Schule
  • Thomas Steinfeld: Die mediale Bedingtheit der Demokratie(reform)
  • 3.4: Demokratie als universales Konzept
  • Volker Gerhardt: Demokratie als die politische Form der Menschheit

Teil 4: Perspektiven der Herausgeber

  • Daniel Brühlmeier: Demokratie in der Krise. Reformbedarf
  • Philippe Mastronardi: Demokratie in der Krise. Konzept einer möglichen Reform
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Flohsamen gegen Verstopfung

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Das Magazin „Focus“ empfiehlt eine Reihe von Hausmitteln gegen Verstopfung. Aus phytotherapeutischer Sicht ist darunter der Tipp mit dem Flohsamen am wichtigsten:

„Flohsamen, am besten Flohsamenschalen geschrotet, in ein Glas Wasser geben und morgens sowie abends zu den Mahlzeiten trinken. Flohsamenschalen lassen sich auch in Joghurt und Müsli einrühren. Flohsamen enthalten wertvolle Ballast- und Schleimstoffe, die den Darm pflegen und den Stuhlgang fördern. Positive Nebenwirkung: Wer regelmäßig Flohsamen zu sich nimmt, senkt damit auch seinen Cholesterinspiegel und unterstützt das Abnehmen. Wenn Sie Flohsamen anwenden, sollten Sie jedoch immer viel dazu trinken, als Faustregel gilt: Ein Teelöffel Flohsamen, 250 Milliliter Wasser, sonst löst sich das natürliche Abführmittel nicht richtig auf und bewirkt das Gegenteil.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/es-klappt-auch-ohne-abfuehrmittel-verstopfung-die-9-besten-hausmittel_id_8746633.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Flohsamen enthalten Schleimstoffe und gehören daher zu den Quellmitteln. Mit ausreichend Wasser eingenommen vergrössern Flohsamen ihr Volumen, lösen damit einen Dehnungsreiz auf die Darmwand aus und wirken so nach ein paar Tagen Einnahme mild abführend. Flohsamen quellen mit Wasser etwa auf das 10 – 12-fache, Flohsamenschalen etwa auf das 40-fache. Flohsamenschalen sind daher wirksamer, sie zu schroten ist meines Erachtens aber nicht nötig. Leinsamen funktionieren übrigens nach demselben Prinzip, quellen aber nur etwa auf das 4-fache.

Flohsamen und Flohsamenschalen eignen sich auch gut als Regulans bei Reizdarm mit Verstopfung und/oder Durchfall. Bei Verstopfung nimmt man sie dann mit viel Wasser, bei Durchfall mit wenig Wasser, weil sie dann das überschüssige Wasser im Darm binden.

Wichtig bei allen Quellmitteln: Sie können die Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln vermindern.

Siehe auch:

Flohsamen bei Durchfall

Ballaststoffe bei chronischer Verstopfung: Flohsamenschalen verträglicher als Leinsamen

Verstopfung: Anwendungshinweise für Leinsamen und Flohsamen

Phytotherapie: Was sind Flohsamenschalen?

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie Flop

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Detox ist Unsinn

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Detox ist nicht nur überflüssig. Es untergräbt auch das Vertrauen in unseren Jeden Frühling schwappt eine Detoxwelle wieder durch’s Land. Früher sagte man zu diesen körperinternen Putzaktionen Engiftungskur oder Entschlackungskur. Aber Detox tönt überzeugender. Die Frauenzeitschrift „Annabelle“ hat Michael Ristow gefragt, was der grösste Unsinn an Detox sei:

„Detox findet im Körper prinzipiell immer statt, dafür gibt es Organe wie die Leber oder die Nieren – und die funktionieren sehr gut. Es ist ein Irrglaube zu denken, man könnte durch Wunderkuren diese Vorgänge im Körper aktivieren oder beschleunigen. Was man allerdings tun kann, ist, die Leber zu behindern, etwa mit Alkohol. Wenn die Leber damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, kann sie sich nicht um andere Dinge kümmern, die sie abbauen sollte.“

Prof. Dr. Michael Ristow ist Arzt und Wissenschafter und als Professor für Energiestoffwechsel an der ETH Zürich tätig.

Quelle:

http://www.annabelle.ch/leben/gesundheit/«-detox-trend-aergert-mich-schon-sehr»-47732

Kommentar & Ergänzung:

Detox ist nicht nur überflüssig. Es untergräbt auch das Vertrauen in unseren Körper. Es missachtet die Arbeit von Leber und Nieren und redet uns ein, dass sie ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind.

Es gibt ernsthafte Lebererkrankungen und Nierenerkrankungen, bei denen die Funktion dieser Organe beeinträchtig ist oder gar versagt. Dann ist medizinische Hilfe nötig.

Aber gesunden Menschen einzureden, dass sie unbedingt Entgiftung und Entschlackung brauchen, ist nur ein gutes Geschäftsmodell.

Michael Ristow lässt im Annabelle-Interview im übrigen noch interessante Informationen einfliessen.

Er rät bei Obstsäften zur Vorsicht, da diese nicht nur gesunde Stoffe, sondern auch viel Zucker enthalten.  Ich würde empfehlen, Obstsäfte halb/halb mit Wasser zu verdünnen.

Auf die Frage, welches Obst er denn mit gutem Gewissen empfehlen könne, sagt Michael Ristow:

„Je kleiner die Frucht ist, desto gesünder ist sie. Das Gesunde im Obst steckt meist in der Schale und je mehr Schale, man bezogen aufs Gesamtvolumen isst, desto gesünder. Kleine Beeren oder allgemein alle kleinen Früchte, die rot, blau oder violett sind, kann ich empfehlen. Bei diesen Früchten ist die Chance höher, dass der ungünstige Zucker sich im Verhältnis zu den günstigen Polyphenolen lohnt. Polyphenolen sind nachweislich gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe, die in Früchten und im Gemüse enthalten sind.“

Aus phytotherapeutischer Sicht ist der Hinweis auf rote, blaue oder violette Beeren interessant. Hier handelt es sich um Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Anthocyane, einer Untergruppe der Flavonoide, die wiederum zu den Polyphenolen gehören.

Die wichtigste Heilpflanze mit Anthocyanen ist die Heidelbeere.

Auf die Heidelbeere weist Michael Ristow sogar speziell hin.

Anstelle von

«An apple a Day, keeps the Doctor away»

empfiehlt er „…eher 50 Blaubeeren a Day.“

Wobei aber leider die Blaubeeren / Heidelbeeren, die im Supermarkt verkauft werden, innen kaum blau sind und daher weniger Anthocyane enthalten als die „richtigen“, wildwachsenden Heidelbeeren.

Siehe dazu:

Heidelbeeren aus dem Supermarkt begtreffend Wirkstoffgehalt fragwürdig

Anthocyane sind Radikalfänger und hemmen Entzündungen. Eingeschränkt wird ihre Wirksamkeit aber oft durch stark eingeschränkte Aufnahme in den Organismus aus dem Verdauungstrakt.

Neben Heidelbeeren enthalten beispielsweise auch Himbeeren, Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Auberginen (Schale), Aronia und Kirsche Anthocyane in relevanten Mengen. Man sollte diese Anthocyan-Quellen zwar nicht zu Wundermitteln hochjubeln, doch sind sie wertvolle Bestandteile einer vielfältigen Ernährung, wenn sie immer wieder mal auf den Speiseplan kommen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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