Orchidee des Jahres 2011: Zweiblättrige Waldhyazinthe

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Ihr Lebensraum schwindet zunehmend und gerade darum wird die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Zweiblättriges Breitkölbchen, Weisses Breitkölbchen, Platanthera bifolia)  zur Orchidee des Jahres 2011 gewählt. Durch die Trockenlegung von Heiden, Mooren und Wiesen wird der Lebensraum dieser Orchidee immer kleiner. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen fordert darum einen besseren Schutz.

Sie hat es gerne modrig und feucht, aber ihr Lebensraum wird immer knapper.  Mit den ungedüngten Wiesen schwinde der Lebensraum der eleganten, weiß blühenden Orchidee in ganz Deutschland, teilten die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) auf ihrer Jahrestagung in Bad Liebenstein in Thüringen mit.

„Vor allem im Norden Deutschlands sind durch die Trockenlegung von Heiden, Mooren und Wiesen viele Orchideen-Biotope verschwunden“, erklärte AHO-Sprecher Heinz Baum. Die zwischen 20 und 50 Zentimetern hoch wachsende Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) gedeiht auch auf naturnahen Wiesen im deutschen Mittel- und Hochgebirge. Zu erkennen ist die seltene und sensible Pflanze an zwei eng zusammenstehenden Pollenpaketen und einem langen Sporn an jeder Blüte.

Dünger und Gülle schaden

Die bundesweit etwa 2500 Mitglieder der Arbeitskreise Heimische Orchideen schützen die Standorte der sensiblen Gewächse, indem sie Wiesen mähen, Büsche entfernen und für eine extensive Landwirtschaft werben. Sie erfassen auch die Vorkommen der wilden Orchideen und beraten Behörden zum Beispiel bei Straßenbauvorhaben. In erster Linie Dünger und Gülle schaden laut AHO-Sprecherin Jutta Haas den anspruchsvollen Pflanzen.

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe sei auch für Laien gut erkennbar, erklärte Haas. Ihre Blühzeit liegt im Juni und im Juli. Thüringen, Bayern, Baden- Württemberg sowie Rheinland-Pfalz und Hessen zählen zu ihren Hauptverbreitungsgebieten. Die Orchidee gilt in den meisten Bundesländern als gefährdet. Kaufen kann man die Waldhyazinthe nicht, denn in Deutschland stehen Orchideen unter Naturschutz. Im gesamten Bundesgebiet leben mehr als verschiedene 60 Arten.

Die Orchidee des Jahres wird seit 1989 erkoren. In den vergangenen Jahren standen der Frauenschuh und das Männliche Knabenkraut im Mittelpunkt der Orchideenliebhaber. „Durch die Aktion möchten wir die Öffentlichkeit für den Schutz und Erhalt unserer Orchideen und deren Lebensräume sensibilisieren“, erklärte Baum vom Arbeitskreis Nordrhein-Westfalen.

Quelle:

Dpa

http://www.n-tv.de/wissen/Gefaehrdete-Orchidee-geehrt-article1774486.html

Kommentar & Ergänzung:

Natürlich wachsen Zweiblättrige Waldhyazinthe, Männliches Knabenkraut und Frauenschuh zusammen mit weiteren Orchideenarten auch in der Schweiz.

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2 Kommentare
  1. Beate Waldeck
    Beate Waldeck sagte:

    Sehr geehrter Herr Koradi

    Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass es auch in der Schweiz eine „Orchidee des Jahres“ gibt,die sich von der deutschen Orchidee des Jahres unterscheidet (http://www.ageo.ch/index.php?page=jahrder2011). 2011 & 2012 ist dies die Holunder-Fingerwurz.

    Mit freundlichen Grüssen

    Beate Waldeck
    Webmaster
    Arbeitsgruppe Einheimische Orchideen Schweiz AGEO

  2. admin
    admin sagte:

    @ Beate Waldeck

    Danke für den Hinweis. Das habe ich nicht mitbekommen.

    Und als als Ergänzung für die Leserinnen und Leser dieses Blogs:
    Die Arbeitsgruppe Einheimische Orchideen Schweiz AGEO leistet sehr wertvolle Arbeit zum Schutz der einheimischen Orchideen und ist sehr unterstützenswürdig: http://www.ageo.ch
    Die erwähnte Orchidee des Jahres 2010 & 2011, die Holunder-Fingerwurz, kann man übrigens kennenlernen auf meinen Exkursionen in Jeizinen.
    Bildergalerie: http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=360&lang=de&ses=c6b951d28dce
    Kursausschreibung: http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&ses=c6b951d28dce&file=1040
    Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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