Donnerstag, 17. Mai 2012 von Martin Koradi
Am Pfingstmontag 28. Mai noch nichts vor?
Dann kommen Sie doch mit in die aussergewöhnliche, faszinierende Landschaft zwischen Jeizinen und Gampel (Oberwallis).
Wir fahren mit der Luftseilbahn nach Jeizinen erkunden die blumenreiche Sonnenterrasse und wandern auf einem schönen, spannenden Weg nach Gampel zurück. Dabei treffen wir auf ausserordentlich blumenreiche Wiesen. Unzählige Wacholder- und Sefisträucher sorgen mit ihren ätherischen Ölen für „Out-door-Aromatherapie“ und ein südländisches Ambiente. Anschliessend durchqueren wir die einmalige „Walliser Felsensteppe“. Hier treffen wir die absoluten Spezialisten für trocken-warme Standorte, zum Beispiel die wunderschön blühenden Hauswurze und das elegante Federgras.
Jeizinen ist durch den Lötschberg-Basistunnel von Bern aus verhältnismässig rasch erreichbar und ist doch eine andere, mediterranere Welt – und aussergewöhnlich reich an Wildpflanzen, Schmetterlingen und Vögeln.
Detailinformationen hier.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Aromatherapie, ätherische Öle, Bern, Federgras, Gampel, Gesundheitsberufe, Hauswurz, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Seminar, Jeizinen, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Landschaft, Lötschberg, Lötschberg-Basistunnel, Luftseilbahn, Mai, Naturheilkunde, Oberwallis, Palliative Care, Pfingstmontag, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Schmerzen, Schmetterlinge, Schweiz, Sefi, Sefisträucher, sonnenterrasse, Spital, Spitex, Tagesexkursion, Vögel, Wacholder, Walliser Felsensteppe, Weiterbildung, Wildblumen, Wildpflanzen, Winterthur, Zürich
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Donnerstag, 17. Mai 2012 von Martin Koradi
Die Psyche wirkt nicht als Auslöser für eine Tumorerkrankung und psychologische Betreuung kann Krebs auch nicht heilen. Sie kann aber zu mehr Lebensqualität der Betroffenen beitragen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch zum Thema “Psychoonkologie” in Wien.
Erste Hinweise, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen würden, haben sich laut dem Klinischen Psychologen Georg Fraberger, von der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität in Wien nie bestätigen lassen. Die Existenz einer sogenannten Krebspersönlichkeit ist demnach nichts weiter als ein Mythos.
Zur Frage einer allfälligen Krebspersönlichkeit existieren inzwischen viele Studien. Die meisten davon wurden jedoch retrospektiv durchgeführt. Das heisst: Schon an Krebs Erkrankte wurden untersucht und anhand gefundener Persönlichkeitsmerkmale wurden Rückschlüsse gezogen, welche “Menschentypen” die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung waren. Das ist jedoch nicht zulässig, weil die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Einfluss auf die Persönlichkeit und Interpretation der eigenen Lebensgeschichte hat.
In den wenigen prospektiven Studien, die durchgeführt wurden, haben Forscher Personen über Jahre hinweg beobachtet und untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine spätere Krebserkrankung prognostizierbar machen. Überzeugende Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler dabei aber nicht. Vielmehr häufen sich inzwischen die Hinweise, dass die hohen Depressivitätsraten unter Krebskranken auch als Folge der Erkrankung und der Behandlung verstanden werden können und den Verlauf der Krebserkrankung möglicherweise beeinflussen.
Eine Krebsdiagnose verändert das Leben eines Menschen von einer Sekunde auf die andere fundamental.
Der Erkrankung ausgeliefert, wollen Patientinnen und Patienten das Unbegreifbare verstehen. Beim Krebs umso mehr, als seine Ursache anders als zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwer fassbar ist. Auf der Suche nach einer Erklärung für das eigene Leid tauchen dabei oft Schuldfragen auf. Die Vermutung, dass gewisse Charakterzüge ursächlich für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, wird von zahlreichen betroffenen Menschen ganz spontan assoziiert. Solche Selbstanklagen erfüllen insofern ihren Zweck, als sie die Hoffnung mit sich bringen, dass durch Änderung bestimmter Wesenszüge die Genesung gefördert wird. Der Hämatologe und Psychoonkologe Alexander Gaiger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH in Wien betrachtet die Auseinandersetzung mit dem Mythos Krebspersönlichkeit und dem vermeintlich schuldhaften Verhalten als vergeudete Energie.
Trauma keine Krebsursache
Nicht immer wird das seelische Ungleichgewicht als Auslöser einer Krebserkrankung mit einer eventuell vorhandenen Krebspersönlichkeit begründet. “Eine Überlegung, bezogen auf den Einfluss psychischer Faktoren, war auch, dass massive Traumata in der Vergangenheit zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen könnten”, erklärt Gaiger. Eine Theorie, die der Psychoonkologe allerdings sofort widerlegt: “Das mittlere Alter von Krebspatienten liegt zwischen 57 und 60 Jahren. Und so traurig es ist, aber in diesem Alter hat bereits fast jeder eine traumatische Erfahrung hinter sich.”
Wäre die „Trauma-Theorie“ für die Krebsentstehung relevant, müsste nicht nur praktisch jeder 60-Jährige unter einer Krebserkrankung leiden, sondern auch sämtliche Menschen, die in Kriegsgebieten leben beziehungsweise Opfer von Naturkatastrophen sind. “Das ist aber keineswegs der Fall”, stellt Gaiger klar und bezeichnet Krebs nach dem heutigen Verständnis selbst als Naturkatastrophe.
Ebenso wie Tsunamis und Erdbeben werden nämlich auch Krebserkrankungen multifaktoriell verursacht. Typischerweise werde psychischen Faktoren, die für die Entstehung einer schweren Erkrankung eigentlich irrelevant seien, eine sehr große Bedeutung beigemessen, während hochrelevante Umstände für die Entstehung oder den Verlauf einer Krankheit völlig ignoriert würden, betont der Psychoonkologe und nimmt hier Bezug auf den sozioökonomischen Status und Lebensstil.
Armut, Bildungsmangel, hoher BMI, ungesunde Ernährung und wenig körperliche Bewegung macht der Experte im Wesentlichen für den Umgang und die Bewältigung einer Krebserkrankung verantwortlich. Geld ändere zwar nichts am menschlichen Leid, erleichtere aber den finanziellen Druck und sei neben einem Informationsmangel ein gravierender Faktor in der Entwicklung von Depressionen.
Zum Wert psychologischer Hilfe
Einstellungen, emotionale Faktoren und psychologische Hilfen beim Bewältigen einer solchen Krise können die Lebensqualität erhöhen. Sie machen zudem oft belastende Therapien besser ertragbar und somit wirksamer.
Das Ziel besteht darin, die Betroffenen möglichst unbeschadet über die einzelnen Phasen der psychischen Bewältigung der Krebserkrankung hinüber zu bringen: vom ersten Schock über die Abwehr beziehungsweise die Verdrängung hin zur Verarbeitung. Der Krebspatient soll dazu in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben fortführen zu können, ohne dauernd durch Gedanken an den Krebs gestört zu sein.
Quelle:
http://derstandard.at/1336563054564/Psychoonkologie-Die-Psyche-macht-keinen-Krebs
http://derstandard.at/1328507286338/Mythos-Krebspersoenlichkeit-Vermeintlich-schuld-am-Krebs
Kommentar & Ergänzung:
Eine interessante Frage ist in diesem Zusammenhang, weshalb die Theorie vom der Krebs auslösenden Psyche so gut ankommt. Meines Erachtens hängt das vor allem damit zusammen, dass diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ den Bedürfnissen und Ängsten vieler Menschen entgegen kommt.
Mit dem Mythos der “Krebspersönlichkeit” halten sich die (noch) nicht Betroffenen meines Erachtens den schwer zu ertragenden Gedanken vom Leibe, dass der Ausbruch dieser Krankheit vielleicht doch zu einem sehr grossen Teil zufälligen/ genetisch bedingten/ sonstigen nicht einfach so steuerbaren Faktoren zuzuschreiben ist. Die Annahme, dass Krebs in der Psyche entsteht, ermöglicht die angstvermindernde Illusion, dass Krebs durch Einfluss auf die Psyche vermeidbar oder heilbar ist. Das lindert Ohnmachtgefühle, aber wenn man es nicht schafft und trotzdem an Krebs erkrankt, ist man nach dieser Theorie selber schuld.
Das macht diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ so problematisch und führt nicht selten zu menschenverachtenden Schuldzuweisungen an Krebspatientinnen und –patienten.
Statt sich in Unverwundbarkeits-Fantasien zu flüchten wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir die grundlegende Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Existenz anerkennen würden. Wenn es jeden und jede treffen kann, ist das auch Basis für zwischenmenschliche Solidarität.
Siehe auch: www.patienten-seminare.ch
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Donnerstag, 17. Mai 2012 von Martin Koradi
Schon die Aussicht auf eine effektive Schmerzreduktion bewirkt eine messbare Schmerzabnahme bei abdominellen Schmerzen (Bauchschmerzen). Dies konnte die Arbeitsgruppe von Heisenberg-Professorin Sigrid Elsenbruch aus dem Institut für Medizinische Psychologie & Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen in einer in der renommierten Fachzeitschrift Pain publizierten Studie zeigen.
Dazu bekamen 36 freiwillige, gesunde Versuchsteilnehmer experimentelle viszerale Schmerzreize (visceralis = „die Eingeweide betreffend“). Gleichzeitig wurde die Aktivierung einzelner Hirnregionen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersucht. Die Placebo-Intervention erfolgte durch Instruktionen der Probanden in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Verabreichung eines schmerzlindernden Medikaments. Eine diesbezüglich hohe Wahrscheinlichkeit bewirkte auch dann eine effektive Schmerzlinderung, wenn tatsächlich nur Kochsalzlösung (ein Placebo) verabreicht wurde.
Die Resultate dieser experimentellen Studie legen nahe, dass alleine die Erwartung einer effektiven Schmerzlinderung auch für viszerale Schmerzreize bei zumindest einem Teil der Teilnehmer zu einer effektiven und signifikanten Schmerzverminderung führt. Diese Placebo-Analgesie wird über das Zentralnervensystem gesteuert und bewirkt vor allem während der Schmerzantizipation durch vermehrte Aktivität in präfrontalen kortikalen Hirnregionen, aber auch in somatosensorischen Arealen sowie dem Thalamus die Verminderung der wahrgenommenen Schmerzintensität. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Studien, welche somatische Schmerzreize (beispielsweise auf der Haut applizierte Hitzereize) als experimentelles Schmerzmodell eingesetzt haben und sind die Basis für Folgestudien zur Analyse von Schmerzverarbeitung und Placeboeffekten bei Patienten mit chronischen Bauchschmerzen.
Quellen:
http://idw-online.de/pages/de/news477992
Elsenbruch S, Kotsis V, Benson S, Rosenberger C, Reidick D, Schedlowski M, Bingel U, Theysohn N, Forsting M, Gizewski ER. Neural mechanisms mediating the effects of expectation in visceral placebo analgesia: An fMRI study in healthy placebo responders and nonresponders. Pain 153, 382-90. (2012).
Kommentar & Ergänzung:
Schmerz ist ein Phänomen mit vielfältigen Facetten: medizinischen, psychologischen, philosophischen, kulturgeschichtlichen……
Die Studie aus der Universtätsklinik Essen bestätigt einmal mehr, dass bereits die Erwartung einer Schmerzlinderung Schmerzlinderung bewirken kann. Allein damit lassen sich heftige Schmerzen nicht wegzaubern, doch sollte ein therapeutischer Umgang mit Schmerzen diese Einflüsse berücksichtigen und sie bewusst mit einbeziehen. Hier liegt auch eine Stärke vieler Methoden aus der Naturheilkunde.
Wickel und Kompressen, Einreibungen, Massage, ein Kräutertee, das sind alles auch Rituale, welche die Erwartung auf Schmerzlinderung in sich tragen, vor allem, wenn man diese Erfahrung schon in der Kindheit gemacht hat.
Es gehört quasi zu den Aufgaben der Naturheilkunde, diese Formen der Schmerzlinderung zu pflegen und zu erhalten.
Darüber hinaus sollte ein Kräutertee oder ein Wickel zusätzlich noch eine spezifische Wirkung haben aufgrund von Wirkstoffen oder von Wärme- bzw. Kältereizen.
Zum Phänomen Schmerz siehe auch:
Artikel von Martin Koradi in der Zeitschrift Reflexe zum Thema Phänomen Schmerz
Tagesseminar „Phänomen Schmerz“ auf www.patienten-seminare.ch
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Mittwoch, 16. Mai 2012 von Martin Koradi
Als Butterblumen werden gelbblühende krautige Pflanze bezeichnet, vor allem wenn die Blüten fettig-glänzig-gelb sind wie bei manchen Hahnenfussarten.
Was genau als Butterblume gilt, ist aber durchaus regional verschieden.
Im Allgemeinen wird diese Bezeichnung folgende Pflanzenarten zugeordnet:
Im nördlichen Teil Deutschlands ist mit dieser Bezeichnung zumeist blühender Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale) gemeint.
Im mittleren und südlichen Teil Deutschlands und auch in der Schweiz wird in der Regel Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris) so bezeichnet.
Auch die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), die ebenfalls zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) zählen, werden manchmal als Butterblume bezeichnet.
Die Trollblume (Trollius europaeus) gehört ebenfalls zu den Hahnenfussgewächsen. In der Schweiz heisst sie mancherorts Ankebälleli (“Butterbällchen”) oder Butterrolle.
Gelbe Blüten wie diejenigen der Sumpfdotterblume (schweiz. Mundart „Bachbummele“) wurden früher zum Gelbfärben von Butter verwendet.
Von den erwähnten Hahnenfussarten wird Scharbockskraut im Frühjahr als Wildsalat verwendet. Grundsätzlich enthalten Ranunculus-Arten und zum Teil auch andere Hahnenfussgewächse den reizenden Giftstoff Protoanemonin. Scharbockskraut und Sumpfdotterblume scheinen aber wenig davon zu enthalten, Scharfer Hahnenfuss dagegen viel.
Beim Scharbockskraut sind zudem nur etwa 3% des in der Pflanze enthaltenen Protoanemonin in den (vor der Blüte) als Wildsalat verwendeten Blättern. Den grössten Anteil enthalten Stängel und Blüten.
Ich selber bin mit den Hahnenfussarten sehr vorsichtig und empfehle sie nicht als Wildsalat oder Wildgemüse.
Butterblumen sind für mich einfach schön für’s Auge. Man muss ja nicht unbedingt alles nur irgendwie mögliche essen, was da in Wald und Flur wächst.
Jedenfalls gibt es gutmütigere Wildsalate als ausgerechnet Hahnenfussgewächse, eine Pflanzenfamilie, die übrigens auch sehr gefährliche Giftpflanzen umfasst (z. B. Eisenhut, Aconitum).
Löwenzahn dagegen gehört zu den Korbblütlern (Asteraceen). Seine jungen Blätter können gut als Wildsalat verwendet werden.
In der Phytotherapie wird die Pflanze zum Beispiel eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und mangelndem Gallenfluss.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Dienstag, 15. Mai 2012 von Martin Koradi
Die günstigen Effekte der Cranberry auf die Blasengesundheit wurden schon in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt.
Inhaltsstoffe der Cranberry, die Typ-A-Proanthocyanidine (PAC), können effektiv die meist für eine Blasenentzündung verantwortlichen Escherichia-coli-Bakterien blockieren.
Durch diesen speziellen Schutzmechanismus wird verhindert, dass sich die Keime in den Schleimhäuten von Blase und Harnwegen festsetzen. Die Bakterien können stattdessen mit dem Harn ausgeschwemmt werden.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, klinischen Cross-over-Studie wurde nun die Wirksamkeit eines Kombinationspräparates mit Cranberry und Kürbiskernen auf die Harnwege untersucht. Beurteilt wurde dabei die Hemmung der Bakterienadhärenz an Urothelzellen.
Die Probanden erhielten über 3 Tage 3-mal täglich 1 Kapsel des Prüfpräparates (Verum oder Placebo).
Nach einer Auswaschphase von 11 Tagen bekamen die Teilnehmenden das jeweils andere Prüfpräparat. In die Auswertung gingen die Resultate von insgesamt 18 Probanden ein.
Die ex-vivo-Resultate zeigen einen signifikanten Effekt der Cranberry- und Kürbiskern-Kombination auf die Adhärenz (Anhaftung) uropathogener Escherichia-coli-Bakterien an Urothelzellen. Verglichen mit Placebo wurde die Bakterienadhärenz unter der Kombination um 33,4 Prozent vermindert.
Die Studie zeige, dass das Cranberry-Kürbiskern-Präparat ausreichend dosiert sei, um die Blase signifikant vor uropathogenen Keimen zu schützen, schreibt der Hersteller.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/harnwegs-infektionen/article/811822/cranberry-kuerbiskern-blase.html?sh=16&h=886345408
Kommentar & Ergänzung:
Unklar ist bei diesem Kombipräparat, was die Kürbiskerne zur Vorbeugung gegen Blasenentzündung beitragen sollen. Bei den Kürbissamen gibt es Hinweise auf einen positiven Einfluss auf die Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) bei Anwendung über viele Monate. Eine vorbeugende Wirkung von Kürbissamen gegen Blasenentzündung ist in der Phytotherapie-Fachliteratur kein Thema.
Für Cranberry bzw. Preiselbeeren ist eine Hemmung der Anheftung von pathogenen Bakterien an die Blasenschleimhaut dagegen mehrfach beschrieben worden.
Grundsätzlich ist diese Studie natürlich interessant, doch ist zu beachten, dass die Hemmung der Anheftung von Bakterien an die Blasenschleimhaut noch nicht gleichzusetzen ist mit einer vorbeugenden Wirkung gegen Blasenentzündungen.
Eine vorbeugende Wirkung gegen Blasenentzündung lässt sich nur mit einer klinischen Studie belegen – also am Menschen, wenn tatsächlich weniger Blasenentzündungen auftreten.
Bei der Beurteilung von Studien ist immer zu beachten, ob das festgestellte Ergebnis für den Patienten überhaupt relevant ist oder ob wir es dabei nur mit einem schönen, aber nebensächlichen Laborwert zu tun haben.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, 13. Mai 2012 von Martin Koradi
Bei leicht erhöhten Blutdruckwerten (120 – 139 systolisch bzw. 80 – 89 mmHg diastolisch), die als Vorstufe des Bluthochdrucks (Prähypertonie) gelten, muss bei ansonsten gesunden Menschen nicht gleich medikamentös behandelt werden.
Meist kann eine Senkung der Blutdruckwerte schon durch Lebensstil-Maßnahmen erreichen werden, wie beispielsweise durch Reduktion von Übergewicht, verminderten Salzkonsum oder regelmässigen Ausdauersport.
Auch regelmäßig zum Schwimmen gehen kann beispielsweise mithelfen, einen manifesten Bluthochdruck zu verhindern, und zudem einer Arterienverkalkung vorbeugen. Gerade für ältere oder übergewichtige, untrainierte Menschen, die häufig auch Gelenkprobleme haben, ist Schwimmen im richtig temperierten Wasser als Sport gut geeignet.
Blutdruck-Reduktion um 10 mmHG nach zwölf Wochen
US-Wissenschaftler aus Texas konnten nun in einer Studie zeigen, dass regelmäßiges Schwimmen (drei- bis viermal die Woche jeweils 40-45 Minuten) schon nach zwölf Wochen zu einer Reduktion des arteriellen Blutdruckes um rund 10 mmHg führt, wobei sich auch die Funktion der Blutgefäße deutlich verbessert. Die Elastizität der Gefäße und ihre durch den Blutfluss vermittelte Fähigkeit, sich zu erweitern, nehmen durch das Schwimmtraining nachweislich zu. In einer Kontrollgruppe, die anstatt zu schwimmen statische Entspannungs- und Dehnungsübungen durchführte, waren solche Effekte hingegen nicht festzustellen.
Die Studie wurde publiziert im American Journal of Cardiology (Online-Vorabveröffentlichung am 16.1.2012).
Training im richtigen Pulsbereich nötig
Bei erhöhtem Blutdruck können grundsätzlich alle Ausdauersportarten günstig wirken, wenn man sie regelmäßig – das heißt mindestens dreimal wöchentlich für mindestens eine halbe Stunde – betreibt. Allerdings sollte gerade bei älteren Patienten vor Trainingsaufnahme ein erhöhtes Risiko von Sport beispielsweise durch eine Belastungsuntersuchung ausgeschlossen sein. Zur Reduktion des Blutdrucks ist hauptsächlich das regelmäßige Training im richtigen Pulsbereich wichtig. Den persönlichen, idealen Trainingspuls sollte man sich vom Arzt oder Trainer berechnen lassen und ihn beim Training mit einer Pulsuhr kontrollieren.
Weniger geeignet bei Prähypertonie ist ausgesprochenes Krafttraining mit schweren Gewichten. Das kann nämlich den Blutdruck in die Höhe treiben und man riskiert dabei Blutdruck spitzen, die zu vermeiden sind – vor allem wenn man dabei noch falsch atmet.
Quelle:
http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1236_regelm-iges-schwimmen-hilft-erh-hte-blutdruckwerte-zu-senken.html
http://www.ajconline.org/article/S0002-9149(11)03445-X/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Bewegung ist ein zentrales Element der Naturheilkunde und eine der fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp (neben Hydrotherapie, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung).
Die Phytotherapie kennt kaum Heilpflanzen mit gut dokumentierter Wirksamkeit bei Bluthochdruck. Hinweise auf eine Blutdrucksenkung gibt es beim Knoblauch, doch braucht es dazu Dosen, die nicht selten mit sozialen Nebenwirkungen verbunden sind.
Siehe:
Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen
Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff
Interessant sind Hinweise auf eine Blutdrucksenkung durch Randensaft (Rote Beete Saft):
Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck
Ausserdem interessant:
Rosinen zeigen günstige Wirkung bei leichtem Bluthochdruck
Schwarztee senkt Blutdruck
Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck
Chili-Wirkstoff Capsaicin senkt den Blutdruck
Karkadetee senkt systolischen blutdruck um 13 mmhg
Karkadetee ist interessant, weil er auch angenehm im Geschmack ist und sich daher leicht in den Alltag integrieren lässt. Es handelt sich um Hibiscus sabdariffa.
Siehe: Blick ins Pflanzenlexikon – Hibiskus
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Sonntag, 13. Mai 2012 von Martin Koradi
In Wäldern und Hochstaudenfluren blüht zur Zeit die Ährige Teufelskralle ( = Ährige Rapunzel, Phyteuma spicatum).
Foto auf Wikipedia
Die Pflanze ist unverwechselbar. Ihre Blüten werden gerne von Schwebfliegen bestäubt. In den Bergen gibt es mehrere blaue Teufelskrallenarten.
Die Phyteuma-Arten gehören zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
In der Pflanzenheilkunde hat die Ährige Teufelskralle heute keine Bedeutung.
Die Blätter eignen sich aber gut als Wildgemüse („Waldspinat“). Ebenso ist der Wurzelstock essbar und die Blütenknospen.
Die jungen Triebe und Blätter werden von April bis Mai als Brotbelag, zu Salaten oder Gemüsegerichten genutzt. Die Blüten von Mai bis Juni für Wildsalate und Gemüsegerichte. Phyteuma-Wurzeln von September bis in den Winter für Gemüsegerichte. Die noch geschlossenen Blütentriebe nutzt man im Mai zu Spargelgemüse.
Der Name Teufelskralle kommt von den krallenförmig gebogenen Einzelblüten bzw. Griffel. Unsere einheimische Ährige Teufelskralle hat nichts zu tun mit der Teufelskralle Harpagophytum procumbens, die in Südafrika und Namibia in der Wüste wächst und in der Phytotherapie als Heilpflanzen-Präparat bei Arthrose eingesetzt wird.
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Tags: Ährige Rapunzel, Ährige Teufelskralle, Alpenblumenkurse, April, Arthrose, Blätter, Blüten, Blütenknospen, Blütentriebe, Brotbelag, Campanulaceae, Familie, Foto, Gemüsegerichte, Gesundheitsberufe, Glockenblumengewächse, Griffel, Harpagophytum procumbens, Heilkräauterexkursionen, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Hochstaudenfluren, Juni, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Mai, Namibia, Natur, Naturheilkunde, Naturseminare, Palliative Care, Pflanze, Pflege, Pflegeheim, Phyteuma, Phyteuma spicatum, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rapunzel, Salate, Schmerzen, Schwebfliegen, Schweiz, September, Spargelgemüse, Spital, Spitex, Südafrika, Teufelskralle, Teufelskrallenarten, Tiere, Triebe, Wälder, Waldspinat, Weiterbildung, Wikipedia, Wildgemüse, Wildsalate, Winter, Winterthur, Wurzelstock, Wüste, Zürich
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Samstag, 12. Mai 2012 von Martin Koradi
Unter dem Titel „Phytosedativa – Schlaftherapie ohne Risiko?“ publizierte das Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) einen Beitrag von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Martin E. Keck.
Darin findet sich eine interessante Übersicht von Heilpflanzen, die in den Bereichen Depression, Angst und Schlafstörungen eingesetzt werden. Hier die Übersicht (Darstellung leicht verändert, Schreibfehler bei den Pflanzennamen korrigiert, Inhalt unverändert):
„Arzneipflanzen, die bei depressiven Störungen, Angst- und Schlafstörungen
eingesetzt werden:
Pflanze / Deutscher Name: Anwendung
Bacopa monnieri / Brahmi: Depression, Angst, Schlaf
Centella asiatica / Indischer Wassernabel: Depression, Angst
Crocus sativus / Safran: Depression, Angst
Echinum amoenum / Borage: Depression, Angst
Ginkgo biloba / Ginkgo: Depression, Angst
Hypericum perforatum / Johanniskraut: Depression, Angst, Schlaf
Lavandula spp / Lavendel: Depression, Angst, Schlaf
Matricaria recutita / Kamille: Angststörungen
Melissa officinalis / Melisse: Depression, Angst, Schlaf
Panax ginseng / Ginseng: Depression, Angst, Schlaf
Papaver somniferum / Mohn: Sedation, Euphorie
Passiflora incarnata / Passionsblume: Angst, Schlaf
Piper methysticum / Kava-Kava: Depression, Angst, Schlaf
Rhodiola rosea/ Rosenwurz: Depression, Angst, Erschöpfung
Scutellaria lateriflora / Helmkraut: Angst, nervöse Erschöpfung, Schlaf
Eschscholzia californica / Kalifornischer Mohn: Angst, Schlaf
Valeriana spp. / Baldrian: Depression, Angst, Schlaf
Vitex agnus-castus / Mönchspfeffer: (menstruelle) Dysphorie, Schlaf
Withania somnifera / Schlafbeere: Angst, Schlaf, nervöse Erschöpfung
fett = basierend auf Humanstudien
(nach Sarris et al. A systematic review of insomnia and complementary
medicine.SleepMedRev 15, 99-106, 2011)“
Quelle: http://www.phytotherapie-komitee.de/News/pk_18_04_12/Prof-Keck-Statement.pdf
Kommentar & Ergänzung:
Diese Aufstellung enthält gute Anregungen und Ideen. Die Wirksamkeit der einzelnen Heilpflanzen bei den aufgeführten Indikationen ist aber sehr unterschiedlich gut belegt. Für die Wirksamkeit von Johanniskraut-Extrakten bei leichten und mittleren Depressionen gibt es beispielsweise gute klinische Studien, bei Mönchspfeffer gegen Schlafstörungen oder bei Kamille gegen Angststörungen ist das nicht der Fall.
Beim Thema Schlaf fehlt mir in dieser Aufstellung der Hopfen, welcher vor allem als Hopfenextrakt zusammen mit Baldrianextrakt angewendet wird. Für solche Kombinationspräparate gibt es ebenfalls guten klinische Studien.
Beliebt als Abendtee bzw. Schlaftee sind zudem Orangenblüten und Goldmelissenblüten, obwohl für beide keine Belege für die Wirksamkeit vorliegen.
Von Kava-Kava gibt es leider zur Zeit keine wirksamen Präparate im Handel. Kava-Extrakte zeigen in klinischen Studien Wirksamkeit bei generalisierten Angststörungen. Die entsprechenden Fertigpräparate wurden vor einigen Jahren wegen Verdachtsmeldungen auf Leberschäden aus dem Handel genommen (wobei ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kava-Einnahme nur mangelhaft geklärt ist).
Siehe auch:
Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte
Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände
Anstelle der vom Markt genommen wirksamen Kava-Extrakte werden nun Similasan Kava-Kava Tabletten oder spagyrische Kava-Tinktur verkauft, die beide bei der Heilmittelbehörde als Homöopathika angemeldet sind, deshalb keinen Wirksamkeitsbeleg vorlegen müssen und die Wirksamkeit entsprechend auch nicht belegt haben. Die Präparate haben nichts mit den ursprünglichen Kava-Extrakten zu tun, beanspruchen aber dieselbe Wirkung. Meiner Ansicht nach werden hier die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Abendtee, Angst, Angststörungen, Angstzustände, Arzneipflanzen, bacopa monnieri, Baldrian, Baldrianextrakt, Borage, Brahmi, Centella asiatica, Crocus sativus, Depression, depressive Störungen, Dysphorie, Echinum amoenum, Erschöpfung, Eschscholzia californca, Euphorie, Forschung, Gesundheitsberufe, Ginkgo, Ginkgo biloba, Ginseng, Goldmelissenblüten, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Helmkraut, Homöopathika, Hopfen, Hopfenextrakt, Humanstudien, Hypericum perforatum, Indikationen, Indischer Wassernabel, Johanniskraut, Johanniskraut-Extrakte, Kalifornischer Mohn, Kamille, Kava-Extrakte, Kava-Kava, Kava-Tinktur, Klinik, klinische Studien, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lavendel, Leberschäden, Martin E. Keck, Matricaria recutita, Meilissa officinalis, Melisse, Mohn, Mönchspfeffer, Naturheilkunde, Naturmedizin, nervöse Erschöpfung, Orangenblüten, Palliative Care, Panax ginseng, Papaver somniferum, Passiflora incarnata, Passionsblume, Pflanze, Pflege, Pflegeheim, Phytosedativa, Phytotherapie-Ausbildung, Piper methysticum, Psychiatrische Klinik, Risiko, Rodiola rosea, Rosenwurz, Safran, Schlaf, Schlafbeere, Schlafstörungen, Schlaftee, Schlaftherapie, Schmerzen, Schweiz, Scutellaria lateriflora, Sedation, Similasan, Similasan Kava-Kava Tabletten, Spital, Spitex, und, Valeriana, Vitex agnus-castus, Wassernabel, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Withania somnifera, Zürich
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Samstag, 12. Mai 2012 von Martin Koradi
Die „Pharmazeutische Zeitung“ publizierte einen informativen Beitrag zur Behandlung von Schlafstörungen. Dabei wurden auch die wichtigsten Regeln der Schlafhygiene erwähnt:
„Regeln für einen gesunden Schlaf:
- nach dem Mittagessen kein Coffein
- Alkohol weitgehend vermeiden
- keine schweren Mahlzeiten am Abend
- regelmäßige körperliche Aktivität
- körperliche und geistige Anstrengungen abends allmählich verringern
- persönliches Einschlafritual angewöhnen
- kühles, dunkles Schlafzimmer
- Bett nur zum Schlafen oder zum Sex benutzen
- nachts nicht auf die Uhr sehen
- tagsüber nicht schlafen
- jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstehen“
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41861&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Gelegentlich mal eine schlaflose Nacht, das kennt wohl fast jeder Mensch. Das gehört wahrscheinlich einfach zum Leben und braucht nicht weiter zu beunruhigen.
Chronische Schlafstörungen sind aber etwas ganz anderes.
Erstes ist es wichtig, sie medizinisch abzuklären, weil sie durch körperliche oder psychische Erkrankungen verursacht sein können, die adäquater Behandlung bedürfen.
Zweitens ist es bei chronischen Schlafstörungen sinnvoll, das Potenzial nichtmedikamentöser Massnahmen auszuschöpfen. Dazu gehören die oben aufgeführten Regeln der Schlafhygiene.
„Hygiene“ ist hier gemeint im Sinne einer Gesundheitslehre oder Gesundheitspflege – im Sinne einer Lebensordnung (nach Sebastian Kneipp eine der fünf Säulen der Naturheilkunde), also nicht im Sinn von „sauber und keimfrei“. Hygeia oder Hygieia war in der griechischen Mythologie eine Göttin der Gesundheit. Die Tochter des Asklepios (Gott der Heilkunst) gilt als Schutzpatronin der Apotheker. Das Wort Hygiene leitet sich von ihr ab.
Drittens gibt es medikamentöse Schlafhilfen.
Synthetische Schlafmittel wirken für den Moment oft prompt und können vorübergehend eine adäquate Lösung sein.
Alle synthetischen Substanzen sind aber mit mehr oder weniger gravierenden Nebenwirkungen und Risiken behaftet: Bei zu kurzer Halbwertszeit wacht der Patient mitten in der Nacht wieder auf. Bei langer Halbwertszeit droht am nächsten Tag ein Hangover, der bei älteren Patienten durch eine verzögerte Ausscheidung noch verstärkt sein kann und sie im Alltag mitunter gefährdet (z. B. durch erhöhte Sturzgefahr). Dieser Aspekt, der vor allem Benzodiazepine betrifft, wird in der Praxis viel zu wenig berücksichtigt. Zudem kommt es nach einiger Zeit zu einer Toleranzentwicklung gegenüber diesen Stoffen, denn der Körper vermindert entweder die Zahl der Rezeptoren, an die der Arzneistoff bindet oder er verstoffwechselt die Stoffe durch Enzyminduktion schneller.
Phytopharmaka – also Heilpflanzen-Anwendungen – sind vor allem deshalb eine prüfenswerte Option, weil die beschriebenen Risiken der synthetischen Schlafmittel bei ihnen wegfallen (z. B. keine Toleranzentwicklung, kein Abhängigkeitspotential, keine erhöhte Sturzgefahr). Allerdings wirken sie nicht in jedem Fall verlässlich genug.
Zu den bekanntesten Heilpflanzen, die bei Schlafproblemen in der Phytotherapie zur Anwendung kommen, gehören Baldrian, Hopfen, Passionsblume (Passiflora), Melisse (= Zitronenmelisse) und Lavendel.
Die beruhigende und schlafanstossende Wirkung dieser Heilpflanzen ist auch wissenschaftlich untersucht und dokumentiert.
Beliebt als Schlaftee sind aber auch Orangenblüten bzw. Orangenblütentee und die Goldmelisse (Goldmelissentee oder Goldmelissensirup, vor allem für Kinder). Bei Orangenblüten und Goldmelissenblüten fehlt die wissenschaftliche Dokumentation bezüglich Wirksamkeit. Da sie als Abendtee jedoch angenehm zu trinken und bestens verträglich sind, spricht gar nichts gegen eine Versuch mit ihnen.
Sehr ungeklärt ist die Wirksamkeit der Hafertinktur, die manchmal gegen Schlafstörungen empfohlen wird.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Abendtee, abhängigkeitspotenzial, Alkohol, Arzneistoff, Asklepios, Ausscheidung, Baldrian, Behandlung, Benzodiazepine, Chronische Schlafstörungen, coffein, Einschlafritual, Enzyminduktion, erhöhte Sturzgefahr, Gesundheit, Gesundheitsberufe, Gesundheitslehre, Gesundheitspflege, Goldmelisse, Goldmelissenblüten, Goldmelissensirup, Goldmelissentee, Gott, griechische Mythologie, Hafertinktur, Halbwertszeit, Hangover, Heilkräuterkurse, Heilkunst, Heilpflanzen-Seminar, Hopfen, Hygeia, Hygieia, Hygiene, Kinder, Klinik, Körper, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lavendel, Lebensordnung, Melisse, Mythologie, Nacht, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, Orangenblüten, Orangenblütentee, Palliative Care, Passiflora, Passionsblume, Pflege, Pflegeheim, Phytopharmaka, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rezeptoren, Risiken, Schlaf, Schlafhilfen, Schlafhygiene, Schlafmittel, Schlafprobleme, Schlafstörungen, Schlaftee, Schmerzen, Schutzpatronin, Schweiz, Sebastian Kneipp, Sex, Spital, Spitex, Sturzgefahr, Toleranzentwicklung, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Zitronenmelisse, Zürich
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